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Landwirt bringt Gülle aus

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    Der Kampf gegen das Nitrat

    Weil Bauern immer mehr Dünger auf den Felder ausbringen, sind Flüsse, Seen und das Grundwasser in Deutschland immer öfter in Gefahr. Jetzt beschäftigt sich der Bundestag mit einer strengeren gesetzlichen Regelung. Von Birgit Schmeitzner

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    Wenn Bauern Gülle auf ihren Feldern ausbringen, dann sorgen sie dafür, dass die Pflanzen Nährstoffe bekommen: Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium. In Deutschland gibt es inzwischen viele Gegenden mit intensiver Bewirtschaftung, in denen davon zu viel in den Boden gelangt. Aus Stickstoff wird Nitrat, das ins Grundwasser und von dort aus in unser Trinkwasser gelangt. Und zwar in einem Ausmaß, dass die EU-Kommission Deutschland wegen Überschreitung der Grenzwerte verklagt hat. Strengere Regeln sollen Abhilfe schaffen, fordert Bundesagrarminister Christian Schmidt.

    Agrarlobby vs. Umweltschutz

    Das Bundeskabinett hat die entsprechende Verordnung durchgewunken, heute berät der Bundestag abschließend das Gesetz. Lange wurde gerungen: Agrarlobby contra Umweltschützer. Länder mit weniger belasteten und Länder mit mehr belasteten Gebieten.

    Der Grünen-Agrarpolitiker Friedrich Ostendorff, selbst Landwirt, ist der Ansicht, dass die neuen Regelungen nicht ausreichen werden, um die EU-Vorgaben zu erfüllen. Unter anderem deshalb stimmen die Grünen im Bundestag laut Ostendorff der Gesetzesänderung nicht zu.

    Strengere Regeln und Geldbußen

    Vorgesehen sind längere Zeiträume, in denen keine Gülle ausgebracht werden darf. Der Abstand, der zu Gewässern eingehalten werden muss, soll vergrößert werden. Bundesländer können zusätzliche Regeln erlassen für Gebiete mit kritischen Wasserwerten.

    Mit den Jahren werden immer mehr Höfe Düngebilanzen führen müssen, in denen auch Gär-Reste aus den Biogas-Anlagen berücksichtigt werden. Den Anfang machen Großbetriebe mit hohem Viehbestand. Verstöße können empfindliche Geldbußen nach sich ziehen. Dem Gesetzespaket muss der Bundesrat noch zustimmen, das ist für März geplant.

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    • Gerlinde Baun
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