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Eliezer Menachem Moses

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    Der große Einfluss der Ultraorthodoxen

    Israels Erziehungsminister Eliezer Menachem Moses gehört der Allianz Vereinigtes Thora-Judentum an. Der Einfluss der Ultraorthodoxen in Israel gilt momentan groß wie selten. Von Lisa Weiß

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    Mittlerweile ist einer von neun Israelis ultraorthodox. Der Militärdienst ist zu einem Gradmesser geworden: 2014, als die Ultraorthodoxen noch nicht an der Regierung beteiligt waren, wurde ein Gesetz verabschiedet, das sie zum Wehrdienst zwingen sollte.

    "Innerhalb von drei Jahren werden 70 Prozent der jungen Ultraorthodoxen einberufen sein. Jeder, der nicht in der Armee ist, wird Ersatzdienst leisten, bei der Feuerwehr oder der Polizei." Yair Lapid, damals Finanzminister in Israel

    Doch heute, rund drei Jahre später, sieht die Situation ganz anders aus. Seit 2015 sind ultraorthodoxe Parteien wieder Teil der Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Das Gesetz, das Ultraorthodoxe zum Wehrdienst zwingen soll, ist ausgesetzt.

    Vorrang für den Shabbat

    Auch in anderen Bereichen versuchen ultraorthodoxe Parteien, das Leben in Israel mehr nach religiösen Gesetzen auszurichten. Ganz aktuell in Tel Aviv: Der Streit um das Shabbat-Gesetz. Diskutiert wird konkret darüber, ob die säkulare Stadt Tel Aviv selbst entscheiden kann, dass bestimmte Läden am Shabbat öffnen dürfen. Erziehungsminister Eliezer Menachem Moses und seine Allianz kämpfen mit aller Macht dagegen:

    "Der Shabbat ist wichtiger als alles andere. Das ist immer schon so gewesen." Erziehungsminister Eliezer Menachem Moses

    Regierung in der Zwickmühle

    Der Rest der nationalreligiösen Koalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steckt bei diesem Thema in der Zwickmühle: Einerseits wollen sie die ultraorthodoxe Öffentlichkeit und ihre orthodoxen Koalitionsmitglieder nicht verärgern. Andererseits auch die größtenteils säkulare Bevölkerung in einer der größten Städte Israels nicht gegen sich aufbringen.

    Der israelische Journalist Janir Kozin glaubt: Die Ultraorthodoxen haben beim Shabbat-Gesetz keinen schlechten Stand:

    "Alle Koalitionspartner wissen, dass die gegenwärtige Regierung sehr bequem ist für die ultraorthodoxen Parteien, da die Koalitionspartner bestrebt sind, die Erlasse von Yair Lapid wieder rückgängig zu machen, und die Zeit wieder zurückzudrehen." Janir Kozin, israelischer Journalist