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Der fast aussichtslose Kampf gegen die Amazonas-Waldbrände | BR24

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Brasiliens Präsident Bolsonaro hat die Armee in den Kampf gegen die Waldbrände geschickt. Doch noch immer wiegelt er ab: Die Waldbrände seien nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit. Experten und Feuerwehrleute widersprechen dem Präsidenten.

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Der fast aussichtslose Kampf gegen die Amazonas-Waldbrände

Brasiliens Präsident Bolsonaro hat die Armee in den Kampf gegen die Waldbrände geschickt. Doch noch immer wiegelt er ab: Die Waldbrände seien nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit. Experten und Feuerwehrleute widersprechen dem Präsidenten.

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Brasiliens Präsident Bolsonaro setzt nun doch auf die Armee im Kampf gegen die Waldbrände. Doch offenbar nur widerwillig, denn schon wenige Stunden nach einer Fernsehansprache wiegelt Bolsonaro auf Nachfragen ab: Die Waldbrände seien nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit. Widerspruch kommt von den Experten und Feuerwehrleuten direkt in den brennenden Gebieten.

1.400 Feuerwehrleute im Kampf gegen 14.000 Brände

Grell schlagen die Flammen in den Nachthimmel von Mato Grosso. Die Feuerwehrbrigade zieht noch vor Sonnenaufgang los. Ihr mutiger Einsatz gegen die Brände in diesem Nationalpark gleicht dennoch einem Kampf von David gegen Goliath. 1.400 Einsatzkräfte kämpfen in Mato Grosso, einem Bundesstaat fast anderthalb Mal so groß wie Frankreich, gegen zehnmal so viel Brände, erklärte Feuerwehrmajor Antonio Marco Guimaraes gegenüber dem ARD Fernsehen.

Man habe derzeit 14.000 Brände in Mato Grosso - doppelt so viele wie im Vorjahr. Diese Entwicklung sei völlig überraschend gekommen - und dazu sei das Klima in diesem Jahr besonders trocken.

Am Samstag haben Brasiliens Streitkräfte damit begonnen, die Löscharbeiten zu unterstützen. 44.000 Soldaten stehen für den Einsatz bereit. Präsident Bolsonaro hatte ihn am Freitag per Dekret erlaubt.

"Meine Regierung zeigt Null-Toleranz auch gegenüber Umweltverbrechern, deswegen bieten wir jetzt allen Amazonas Staaten unsere volle Unterstützung an." Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro in einer Fernsehansprache

Er reagierte damit auch auf den zunehmenden internationalen Druck. Doch schon am Samstag klingt das dann wieder ganz anders. Bolsonaro, beim Verlassen des Präsidentenpalastes, wiegelt ab:

"Im Schnitt haben wir weniger Brände als in den letzten Jahren, die Situation normalisiert sich. Und es ist nicht so, dass der Urwald verbrennt, wie die Leute sagen. Es brennt in den Zonen, in denen legal abgeholzt wird." Jair Bolsonaro

Brasiliens Weltraumbehörde widerspricht dem Präsidenten

Damit widerspricht er erneut offiziellen Daten der staatlichen Weltraumbehörde Inpe, die anhand von Satellitenbildern rund 78.000 Brände in Brasilien registrierte, 84 Prozent mehr als im Vorjahr. Und allein in dieser Woche gab es 68 Meldungen aus indigenen Territorien und nationalen Schutzgebieten. Gerade auch dort habe die illegale Abholzung massiv zugenommen. Die Region Mato Grosso gehört zu den am stärksten betroffenen.

Der Feuerwehr fehlen die Mittel – umso mehr, seit Zuschüsse aus dem sogenannten Amazonas-Fonds wegfallen. Finanziert wird er von Norwegen und Deutschland. Doch die Regierung Bolsonaro blockiert seit Amtsantritt alle Projekte des Fonds – Norwegen legte die Mittel deshalb vorerst auf Eis.

Für die Brandbekämpfer ist das ein herber Verlust, denn der Amazonas- Fonds finanziert entscheidend den Fuhrpark und das Material zur Brandbekämpfung.

Nicht nur in Brasilien brennt der Regenwald

Derweil brennt der Wald nicht nur am Amazonas und nicht nur in Brasilien. Ganz Südamerika meldet selbst für die Trockenzeit ungewöhnlich viele Brandherde. Besonders dramatisch ist die Lage auch in Bolivien. Dort melden die Behörden, dass innerhalb von zwei Wochen fast eine Million Hektar Wald verbrannt ist, doppelt so viel wie sonst in einem ganzen Jahr. Immer größer wird die Rauchwolke, die schon jetzt über dem Zentrum Südamerikas wabert. Sie begleitet uns seit Tagen, sagt der bolivianische Feuerwehrmann Roberto Juchasara

"Es ist nicht nur Bolivien: In Brasilien, Paraguay, an der Grenze zu Peru - wir sind von allen Seiten umzingelt von Feuern. Das wird Folgen für unsere saubere Luft haben. Wir spüren die starke Verschmutzung schon jetzt. Im Grunde müsste man Alarmstufe Orange verhängen, mit soviel Kohlenstoffdioxid in der Luft." Feuerwehrmann Roberto Juchasara
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In den Amazonas-Ländern wachsen Ärger und Sorgen angesichts der brennnenden Regenwälder. Inzwischen hat Präsident Bolsonaro Soldaten in die betroffenen Gebiete geschickt, um die Flammen zu bekämpfen.

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Im Kampf gegen die Waldbrände hat Brasiliens Präsident Bolsonaro nun das Militär zur Unterstützung geschickt. Das Ausmaß der Katastrophe spielte er jedoch herunter.