BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: pa/dpa/Christoph Soeder

Bei der "Demonstration zum revolutionären 1. Mai" in Berlin-Neukölln mit tausenden Teilnehmern ist es zu Ausschreitungen gekommen. Mindestens drei Polizisten wurden verletzt.

47
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nach Randale: Versammlungsleiter bricht Demo in Berlin ab

Die "Demonstration zum revolutionären 1. Mai" mit tausenden Teilnehmern in Berlin-Neukölln ist durch den Veranstalter abgebrochen worden. Zuvor war es zu Ausschreitungen gekommen. Trotz Ausgangssperre waren in der Nacht viele Menschen auf der Straße.

47
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion

Nach massiven Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in Berlin am Samstagabend ist der Protestzug abgebrochen worden. Der Versammlungsleiter der Demo habe die Demonstration für beendet erklärt, nachdem er selbst aus der Menge angriffen worden sei, teilte die Polizei mit.

Die "revolutionäre 1.Mai-Demonstration" sollte sich gegen Rassismus, Kapitalismus sowie die Mietenpolitik richten und wollte von Neukölln nach Kreuzberg ziehen, kam aber nur bis zur Sonnenallee. Die Polizei musste sich gegen heftige Angriffe zur Wehr setzen. In der Sonnenallee flogen massiv Steine und Flaschen gegen Einsatzkräfte.

Auto angezündet

Nach Angaben der Polizei ist auch ein Auto angezündet worden. Es handle sich um einen großen Geländewagen, der im Stadtteil Neukölln stand, sagte eine Sprecherin der Polizei. Zudem versammelten sich nach Abbruch der Demonstration rund 1.000 Menschen am Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg. Die Polizei gehe dort in den Einsatz, auch um auf die Ausgangssperre zu verweisen. Sie gilt ab 22.00 Uhr.

Die Polizei teilte via Twitter zudem mit, sie werde in Neukölln einen Wasserwerfer einsetzen, "um gefahrlos brennende Hindernisse auf der Fahrbahn zu löschen und ein Übergreifen auf umstehende Autos zu verhindern".

Heftige Auseinandersetzungen

Die Randalierer hatten Müllcontainer und Paletten auf die Straße gezerrt und angezündet. Polizisten wurden angegriffen, als sie Störer aus der Menge ziehen wollten. Es gab Festnahmen, Polizisten setzten Pfefferspray ein. Sanitäter waren im Einsatz. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Die Feuerwehr löschte Brände auf der Straße.

Etwa 20 Polizisten verletzt

Polizeipräsidentin Barbara Slowik verurteilte die gewaltsamen Angriffe als "inakzeptabel". Am Mai-Feiertag hätten die meisten Demonstranten bewiesen, dass man mit Masken und Abstand demonstrieren könne. Geschätzt seien insgesamt etwa 30.000 Menschen bei verschiedenen Versammlungen gewesen. Statt der angemeldeten 1.000 Teilnehmer hätte bei der Demo am Abend zwischen 8.000 und 10.000 Demonstranten teilgenommen. Bei den Einsätzen seien nach erster Schätzung 20 Einsatzkräfte verletzt worden. Die Zahl könne aber noch steigen.

Polizeisprecher Thilo Cablitz sagte, zu den heftigen Angriffen gegen Einsatzkräfte sei es gekommen, nachdem der vordere Teil der Demonstration weitergezogen war. Die Demo-Organisatoren warfen der Polizei laut Mitteilung vor, den Zug auf der Karl-Marx-Straße getrennt zu haben. Es sei grundlos auf Demonstrierende eingeprügelt worden.

Gegen Mitternacht war die Lage beruhigt

Gegen Mitternacht war die Lage laut Polizei weitgehend beruhigt. Ab 22.00 Uhr galt auch in der Hauptstadt die nächtliche Ausgangssperre. Trotzdem waren noch zahlreiche Menschen in Kreuzberg am Paul-Lincke-Ufer und im Mauerpark unterwegs. Sie feierten teils bei lauter Musik. Die Menschen wurden angesprochen und aufgefordert, nach Hause zu gehen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Wie viele Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten geschrieben wurden, stand noch nicht fest. Eine Bilanz der Polizei wird heute im Lauf des Tages erwartet.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!