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Debatte vor US-Wahl: Twitter stoppt politische Werbung | BR24

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Anders als Facebook will Twitter keine politische Werbung mehr erlauben.

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Debatte vor US-Wahl: Twitter stoppt politische Werbung

Soziale Netzwerke spielen in Wahlkämpfen eine immer größere Rolle. Anders als Facebook will Twitter aber keine politische Werbung mehr erlauben. Das gelte weltweit, sagte Firmenchef Dorsey.

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Twitter verbreitet weltweit keine politischen Inhalte mehr als Werbung. Ab dem 22. November werden bezahlte Anzeigen für politische Kandidaten oder Themen auf der Plattform weltweit nicht mehr erlaubt, kündigte Unternehmenschef Jack Dorsey an. "Wir glauben, dass Reichweite für politische Botschaften verdient werden muss, statt erkauft zu werden", schrieb Twitter-Chef Jack Dorsey in dem Kurznachrichtendienst. Werbung bei Twitter sind zum Beispiel Tweets, die gegen Bezahlung im Nachrichtenstrom von Nutzern platziert werden können, auch wenn sie dem Account nicht folgen.

Debatte über Politik-Werbung vor Präsidentenwahl

Die Debatte über politische Werbung kommt in den USA aufgrund der näher rückenden Präsidentenwahl 2020 immer mehr in Gang. Twitter geht damit einen anderen Weg als Facebook. In den vergangenen Wochen war Facebook in den USA in die Kritik geraten, weil das Online-Netzwerk Anzeigen mit politischen Inhalten grundsätzlich nicht von den Faktencheck-Partnern prüfen lässt.

Außerdem beschloss Facebook, nichts zu unternehmen, wenn Politiker falsche oder irreführende Informationen verbreiten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hält zugleich an der Möglichkeit, politische Werbung zu schalten, ausdrücklich fest, auch wenn sie für Facebook keine große Rolle als Einnahmequelle spiele.

Dorsey kritisierte indirekt die Facebook-Position. Twitter würde sich unglaubwürdig machen, wenn die Firma einerseits sagen würde, man unternehme alles, um die Verbreitung irreführender Informationen einzudämmen, aber sie zugleich gegen Bezahlung verbreiten ließe.

Ankündigung sorgt für unterschiedlichste Reaktionen

Brad Parscale, der Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, sprach von einer "dummen Entscheidung" für die Twitter-Aktionäre, weil das Unternehmen sich dadurch Einnahmen entgehen ließe. Außerdem stellte er die Frage, ob Twitter künftig auch "Anzeigen von parteiischen, liberalen Medien" stoppe.

Für Twitter selbst habe der Schritt allerdings nur geringe finanzielle Auswirkungen, so Ned Segal aus dem Finanzvorstand von Twitter. "Die Entscheidung basiert auf Prinzipien, nicht auf Geld", sagte Segal.

Die frühere Präsidentschaftskandidatin der Demokraten Hillary Clinton begrüßte den Schritt, und spielte den Ball an Facebook weiter:

Facebook-Chef Marc Zuckerberg besteht indes auf seiner eigenen Position, weiter politische Werbung zu schalten. Auf Facebook schreibt er:

"In einer Demokratie halte ich es nicht für richtig, dass Privatunternehmen Politiker oder Nachrichten zensieren" - Marc Zuckerberg, CEO Facebook