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Debatte um Lockerungen: Söder warnt vor Corona-Rückfall | BR24

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Das Coronavirus sei eine schwerwiegende Krankheit, sagte Bayerns Regierungschef Söder im ARD extra . Wenn die Beschränkungen zu früh aufgehoben würden, könnte ein Rückfall drohen, mit einem Anstieg von Infizierten und Toten.

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Debatte um Lockerungen: Söder warnt vor Corona-Rückfall

Nachdem Österreich angekündigt hat, seine Corona-Regeln bald zu lockern, ist der "Exit" auch hierzulande in der Diskussion. In einem ARD extra ging Bayerns Ministerpräsident Söder auf Distanz zu Wien und warnte vor einem Schnellschuss.

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In der Debatte um Lockerungen der Corona-Auflagen tritt der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf die Bremse: In einem ARD extra betonte er, dass noch viel Arbeit zu leisten sei, um die Corona-Krise zu überwinden. Lockerungen dürften nicht zu schnell erfolgen, andernfalls werde ein "Rückfall" mit wieder stark steigenden Infektionszahlen riskiert, warnte der CSU-Chef.

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Söder reagierte damit auf die Ankündigung Österreichs, die starken Reglementierungen schrittweise wieder zurückzunehmen. Bayerns Ministerpräsident zufolge ist das Nachbarland im Süden beim Pandemie-Geschehen aber um drei Wochen voraus. Das österreichische Modell sei derzeit kein Vorbild:

"Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob das Modell eins zu eins taugt. Denn es ist an einigen Stellen nicht sehr konsequent. Ich denke, wir sind jetzt besser beraten, dass wir unsere Maßnahmen fortsetzen." Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident

Söder wirbt für Masken im Alltag

Söder zufolge müssten die Bürger lernen, mit der Pandemie zu leben. Ein verstärkter Einsatz von Masken sei daher im Nahverkehr, Supermarkt und am Arbeitsplatz dringend notwendig. Der Ministerpräsident kritisierte, das Tragen von Masken sei als Thema viel zu spät erkannt worden.

Ein "Nachverfolgungssystem", etwa durch Apps, hält Söder für zwingend notwendig. Die Teilnahme solle aber freiwillig erfolgen. Mit derartigen Programmen für das Mobiltelefon lässt sich nachvollziehen, wer mit wem Kontakt hatte. Söder erhofft sich davon, Infektionsketten nachträglich besser transparent machen zu können. Datenschützer sehen diese Apps kritisch.

Auch die Testkapazitäten müssten "massiv" erhöht werden, sagte Söder. Es gebe also noch genug Arbeit, so Söder.

Kurz verteidigt Lockerungen

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz betonte im ARD extra, man sei sehr schnell mit den Maßnahmen gewesen, habe sie als eines der ersten Länder in Europa überhaupt beschlossen. Daher könne man sie jetzt schrittweise wieder herunterfahren. Dabei setzt Kurz auf Begleitmaßnahmen, wie eine umfassende Maskenpflicht und Ausgangsbeschränkungen für Infizierte.

Dass etwa Schulen vorerst geschlossen bleiben, Friseure aber öffnen dürfen, erklärte Kurz mit der Maskenpflicht. Diese sei bei Kindern schwerer durchzusetzen als bei Erwachsenen.

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Österreichs Regierung will die seit Mitte März geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens schrittweise lockern.

Am Mittag hatte Kurz offiziell bekannt gegeben, die seit Mitte März geltenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens schrittweise zu lockern. Soweit möglich, soll ab 14. April damit begonnen werden.

Merkel: "Wir leben weiter in der Pandemie"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat daraufhin noch einmal betont, dass sie eine Exit-Debatte in Deutschland noch für verfrüht hält.

Bei aller Notwendigkeit des wirtschaftlichen Handelns müsse der Gesundheitsschutz Vorrang haben, so Merkel. Natürlich denke die Bundesregierung "intensiv" darüber nach, wie die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden könnten. Es sei aber nicht angebracht, jetzt schon einen Zeitpunkt dafür zu nennen.

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