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Debatte um Corona-Immunitätsausweis | BR24

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Jetzt soll der Ethikrat befinden: wäre ein möglicher Immunitätsausweis Fluch oder Segen im Kampf gegen Corona? Gesundheitsminister Spahn hat ihn in seinem neuen Corona-Gesetz verankert. Doch die Kritik daran steigt.

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Debatte um Corona-Immunitätsausweis

Jetzt soll der Ethikrat befinden: wäre ein möglicher Immunitätsausweis Fluch oder Segen im Kampf gegen Corona? Gesundheitsminister Spahn hat ihn in seinem neuen Corona-Gesetz verankert. Doch die Kritik daran steigt.

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Wie explosiv ist dieses Papier, das der Gesundheitsminister plant? Ein Dokument, das Türen öffnen oder schließen könnte: ein Immunitätsausweis gegen Corona.

Jens Spahn hält den Ausweis für eine Chance. Das sagte er dem ARD-Hauptstadtstudio. Hier gehe es vor allem auch um die Frage von Menschen, die von sich aus wissen wollten: bin ich eigentlich immun oder nicht?

"Genauso, wie ich bei Masern in meinem Impfausweis eintragen kann, ich bin immun, weil ich es durchgemacht habe oder weil ich geimpft bin - genauso ist es beim Corona-Virus dann auch." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Letzten Mittwoch ist es durchs Kabinett gegangen, diese Woche wird es der Bundestag debattieren: das weitere Corona-Gesetz von Spahn. Um mehr Tests geht es da, um eine Prämie für Pflegekräfte, aber eben auch um diesen zertifizierten Nachweis, immun gegen das Coronavirus zu sein.

Noch sind einige Fragen offen

Zwar ist das noch gar nicht klar, ob man sich nicht auch ein zweites Mal anstecken kann, nach Monaten oder Jahren. Der Gesundheitsminister will die Forschung dazu auch noch abwarten. Doch präventiv gefällt Jens Spahn die Immunitätspass-Idee gut.

"Im Gesundheitswesen zum Beispiel, bei Pflegekräften, Ärzten, wäre es natürlich sehr gut auch zu wissen, wer schon eine Immunität hat gegen dieses Virus.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Aber wie ist es über das Gesundheitswesen hinaus? Wäre es hilfreich, wenn schwarz auf weiß zu lesen wäre, wer immun gegen Corona ist, und wer nicht, oder noch nicht? Wer dann womöglich keine Kontaktverbote mehr beachten müsste, sich freier bewegen könnte, Besuche machen, reisen? Und wer eben nicht? Würden sich Menschen absichtlich anstecken, um dann als immun zu gelten – damit aber Risiko-Gruppen gefährden? Gar Arbeitgeber einen Immunitätsausweis verlangen, bevor sie Jobs vergeben? Für Jens Spahn undenkbar, Gesundheit dürfe niemals abgefragt werden. Auch wenn das für bestimmte Jobs im Risikobereich schon heute so sei, bleibe es generell verboten.

Kritik von Opposition und Datenschützern

Dennoch: Grünen-Chefin Annalena Baerbock ist strikt gegen einen Immunitätsausweis:

"Ehrlich gesagt kann ich das nicht wirklich verstehen. Wenn wir eigentlich Kontakte reduzieren wollen, ist es doch mehr als kontraproduktiv, so einen Ausweis jetzt einzuführen." Grünen-Chefin Annalena Baerbock

Kritik kommt auch von Datenschützern. Sie wollen nicht, dass künftig vielleicht sogar mehr persönliche Befunde in solch einem Ausweis notiert würden, HIV-Infektionen zum Beispiel. Auch bei der Linken und der AfD gibt es große Skepsis: Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch warnt im Redaktionsnetzwerk Deutschland vor einem "Überwachungsstaat". AfD-Vize-Chef Stephan Brandner befürchtet Zwangs-Impfungen und sieht Grundrechte eingeschränkt. Gesundheitsminister Spahn hat nichts gegen Diskussionen, im Gegenteil. Doch er will Experten hören, und hat dem Ethikrat einen Brief geschrieben. Er finde es wichtig, dass es dazu eine gesellschaftliche Debatte gebe, und deshalb habe er den Ethikrat gebeten, dazu eine Positionierung zu machen, und das Für und Wider abzuwägen.

Bislang ist unklar, wie lange eine Immunität anhält, wenn eine Corona-Infektion überstanden ist. Virologen warnen davor, dass positive Antikörpertests Menschen in falscher Sicherheit wiegen könnten. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO rät zur Vorsicht.

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