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Datenanalyse: Flixbus oft unpünktlicher als die Bahn | BR24

© ARD/Johannes Schmid-Johannsen

Nicht nur bei der Deutschen Bahn, auch beim Bus-Konkurrenten Flixbus brauchen Fahrgäste mitunter Geduld. Nach einer Datenanalyse des SWR zu ausgewählten Verbindungen kommt jeder zweite Flixbus mindestens eine Viertelstunde zu spät.

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Datenanalyse: Flixbus oft unpünktlicher als die Bahn

Nicht nur bei der Deutschen Bahn, auch beim Buskonkurrenten Flixbus brauchen Fahrgäste mitunter Geduld: Nach einer Analyse des SWR zu Direktverbindungen kommt jeder zweite Bus mindestens eine Viertelstunde zu spät. Der Münchner Konzern widerspricht.

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Wie pünktlich ist Flixbus? Nach einer nun präsentierten Datenanalyse des SWR müssen Fahrgäste des Busunternehmens durchschnittlich mit einer halben Stunde Verspätung rechnen. Flixbus will das so nicht stehen lassen. Dort hieß es: "Unsere interne Dokumentation zeigt eine weitaus höhere Pünktlichkeit." Dabei würden auch die Zwischenhalte der Busse berücksichtigt. Das Unternehmen legte die eigenen Zahlen aber nicht offen.

Bei Fernverbindungen längere Wartezeiten als bei der Bahn

Der SWR hatte auf Grundlage von GPS-Daten der Busse 40.000 Fahrten auf Direktverbindungen zwischen großen Städten unter die Lupe genommen und mit denen der Deutschen Bahn verglichen. Ergebnis: Bei deutschlandweiten Fernverbindungen seien die Verspätungen größer als bei der Bahn. Eine Flixbus-Sprecherin widersprach im SWR: "Wir hinken der Bahn in Sachen Pünktlichkeit nicht hinterher."

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat durchschnittlich jeder zehnte Zug mindestens eine Viertelstunde Verspätung. Für die Fahrgäste gilt: Kommen sie mindestens eine Stunde zu spät, erhalten sie auf Antrag ein Viertel des Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden die Hälfte. Flixbus erstattet unter Umständen den Fahrpreis, wenn sich die Abfahrt um mehr als zwei Stunden verzögert.

Flixbus: Busse müssen Staus und Streckensperrungen einkalkulieren

"Im Gegensatz zur Bahn oder dem Flugzeug verfügt der Fernbus über keine eigene Infrastruktur, sondern teilt sich die Straße mit anderen Verkehrsteilnehmern", erklärte Flixbus. Mit Hilfe von GPS sowie einem Verkehrswarnsystem könnten die Fahrer Staus und Streckensperrungen umfahren. So würde größeren Verspätungen in den meisten Fällen vorgebeugt. "Unsere Fahrpläne sind dabei immer mit großzügigem Puffer geplant."

Marktriese Flixbus mit mehr als 45 Millionen Passagieren weltweit

Der Fernbusverkehr in Deutschland wird überwiegend durch Flixbus bewältigt. Nach Daten des Marktforschungsinstituts IGES hat Flixbus inzwischen einen Marktanteil von mehr als 95 Prozent. Weltweit fuhren laut eigenen Angaben mehr als 45 Millionen Reisenden mit Flixbus. Täglich bietet die Firma 350.000 Verbindungen an. In Europa verbinden Flixbusse derzeit mehr als 2.000 Ziele in 29 Ländern. Dafür stehen dem Unternehmen rund 2.000 Busse und 7.000 Fahrer zur Verfügung.

Flixbus hat seinen Hauptsitz in München: Die Flixmobility GmbH wurde 2013 gegründet - nach der Reform des sogenannten Personenbeförderungsgesetzes, bei dem der Wettbewerbsschutz der Bahn weggefallen war. Neben Busreisen werden seit März 2018 durch die Tochter Flixtrain auch Bahnreisen angeboten.