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Das Pfingstfest, der Heilige Geist und die Feiertage | BR24

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Weihnachten ist klar, auch Ostern noch. Aber was ist mit Pfingsten? Genau wie an Ostern und an Weihnachten gibt es einen Doppelfeiertag – Pfingstsonntag und Pfingstmontag, aber was genau wird gefeiert wird?

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Das Pfingstfest, der Heilige Geist und die Feiertage

Was feiern wir eigentlich an Feiertagen? Weihnachten ist klar, Ostern auch. Aber was ist mit Pfingsten? Genau wie an Ostern und an Weihnachten gibt es einen Doppelfeiertag – Pfingstsonntag und Pfingstmontag. Worum geht's dabei?

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Sonne scheint – Freibad ruft. Pfingstwetter ist Biergartenwetter und vorgezogener Sommerurlaub. Ein, zwei freie Tage mehr. Aber was genau steckt hinter den Feiertagen?

Pfingsten ist frei

"Das waren so keine Feiertage, wo mit der Familie was Besonderes gemacht wurde, das war so ein No-name-Feiertag", sagt ein Student aus Erlangen. "Beim Pfingstfest bei mir war es immer so, dass an diesem Tag unser Radler-Sonntag war, da sind wir mit dem Rad durch die Ortschaft gefahren. Der Pfingstsonntag wurde benutzt als Familientag mit einem besonderen Touch, auch wenn man sich der Bedeutung nicht ganz klar ist, aber man war draußen und hat sich mit der Familie zusammengesetzt", meint sein Kollege.

Der Geist, nicht die Kirche wird gefeiert

Und wer doch in den Gottesdienst geht, stellt vielleicht fest, dass auch dort heute zu Pfingsten keine außerordentlichen Elemente zu erleben sind. Es gibt keinen Pfingstkranz und keinen Pfingstbaum, keine Pfingsteier. Pfingsten ist einfach nicht wie Weihnachten und wie Ostern. Und die biblische Pfingstgeschichte ist auch längst nicht so bekannt, die Geschichte, wie die Jünger sich auf die Straße trauten mit ihrer Botschaft von der Auferstehung und wie sie von allen Menschen, egal welcher Herkunft, verstanden werden: Alle Menschen werden Brüder. Pfingsten ist das Fest des "Heiligen Geistes", so eine offizielle Formulierung. Pfingsten wird auch oft als "Geburtstag der Kirche" bezeichnet. Ein entscheidender Unterschied findet die Erlanger Theologin Johanna Haberer: Der Geist – nicht die Kirche - wird gefeiert.

"Die Story ist überhaupt nicht der Geburtstag der Kirche, sondern eines Geistes, der Verständigung will, Frieden will, Inspiration will, und mir würden tausend Dinge einfallen, wo die Kirchen diesen Geist feiern könnten, zum Beispiel Kirchentag ist so ein Pfingstfest, wenn man so will." Johanna Haberer, Erlanger Theologin

Kirchentag: Das große Fest

Kirchentag – da treffen sich Alt und Jung aus ganz unterschiedlichen Gegenden des Landes zum Singen und Nachdenken und zum Diskutieren. Fünf Tage Auszeit und tatsächlich alle zwei Jahre rings um Pfingsten. In zehn Tagen geht es dieses Jahr los in Dortmund. Ein großes Fest, eine Gemeinde auf Zeit ohne Kirchengemeinde vor Ort. Ja, sagt die Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentags Julia Helmke, das passt. Das sei eine sicherlich besonders geistreiche Form von Kirche.

"Kirchentag ist Pfingsten. Man spricht in verschiedenen Sprachen, kommt aus verschiedenen Milieus, trifft zusammen und wird elektrifiziert. Wenn es geht, wird begeistert, aber es ist nicht die bessere Kirche, sondern die andere Kirche, um Christsein zu leben." Julia Hemke, Generalsekretärin des Evangelischen Kirchentages

Ein heiliger Geist

Vielleicht ist es schon fast ein Pfingstparadox: Die Kirche als Institution soll einen heiligen Geist feiern, der sich in keine Institution pressen lassen will. Vielleicht verhalten sich diejenigen, die jetzt in diesen Tagen rausgehen in die Natur oder sich mit der Familie treffen, die das Abenteuer in den Ferien suchen, unbewusst ganz und gar pfingstlich. Was bitteschön wären denn angesagte Pfingst-Rituale?

"Eigentlich müsste man feiern. Wir feiern den Geist, wir bringen Leute zusammen, die sonst nicht zusammen sind, da feiern wir Musik. Wir tun all das, was hinausgeht aus den Kirchenräumen. Und ich finde, da sollte man sich als christliche Gemeinden vielmehr drum kümmern." Johanna Haberer, Theologin