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Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU, steht zwischen Jens Spahn (CDU, r), Bundesgesundheitsminister und Friedrich Merz (CDU)
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Katrin Brand
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Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU, steht zwischen Jens Spahn (CDU, r), Bundesgesundheitsminister und Friedrich Merz (CDU)

Für Annegret-Kramp-Karrenbauer ist es ein Heimspiel. Längst hat der Vorstand der Frauen-Union einstimmig beschlossen, "AKK" bei der Jagd nach dem Parteivorsitz zu unterstützen. Warum aber lädt er dann alle drei Spitzenbewerber zum Vorsprechen ein?

Natürlich um zu erfahren, wie Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz die CDU wieder stark machen wollen, sagt Anette Widmann-Mauz, die Chefin der Frauen Union, und: "Ich freue mich besonders von den Bewerbern zu hören, wie sie den Einfluss von Frauen in der Partei, in der Politik in der Wirtschaft und in der Gesellschaft weiter stärken wollen."

Kramp-Karrenbauer appelliert an Frauen

Eine Steilvorlage für die weibliche Bewerberin: Kramp-Karrenbauer schafft es, in ihrer kurzen Eingangsansprache 17 Mal das Wort Frau unterzubringen. Kurzerhand erklärt sie einfach alles zur Frauensache, die Digitalisierung genauso wie die Sicherheit - und überhaupt, um mit Rita Süßmuth, der legendären Frauenpolitikerin der CDU, zu sprechen: "Ohne Frauen ist kein Staat zu machen, und ich möchte gerne hinzufügen: Ohne Frauen ist keine Volkspartei zu machen."

Bei 26 Prozent liegt der Frauenanteil in der CDU, das ist noch Luft nach oben, sagt AKK. Was für sie als Kandidaten für den Parteivorsitz aber auch bedeutet: Allein mit den Stimmen der Frauen kann sie den Job nicht bekommen.

Das wissen auch die männlichen Mitbewerber. Ob sie CDU-Chef werden, entscheidet sich nicht bei diesem ersten Auftritt, und schon gar nicht in der Frauen-Union. Und so setzen Spahn und Merz dann auch andere Akzente.

Spahn setzt auf Erfahrungen als Minister

Spahn berichtet immerhin, er habe als Gesundheitsminister sehr viel dazu gelernt: "Das Gesundheitswesen wird maßgeblich getragen von vielen Millionen Frauen: als Ärztinnen, Pflegekräfte, Physioterapeutinnen und in vielen anderen Positionen. Da stellt sich die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf".

Ansonsten gehe es ihm aber darum, mit der CDU neu zu starten, Vertrauen zurückzugewinnen und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken.

Merz sieht CDU als integrierenden Faktor

Merz wiederum holt erst einmal ein bisschen aus, um sich vorzustellen, schließlich war er zehn Jahre draußen, wie er sagt. Dort, in der Wirtschaft und daheim, ist er dem Thema Beruf und Familie auch begegnet.

Allerdings möchte Merz mit Frauen nicht nur über Frauen sprechen, sondern lieber über die großen Herausforderungen und sein Thema, nämlich "dass die CDU zumindest eine von zwei Volksparteien der Bundesrepublik Deutschland ist und bleibt, die in der Lage ist, zur politischen Mitte hin zu integrieren und auch das Ausfransen an den Rändern zu stoppen und vielleicht sogar umzukehren."

Zur Diskussion selbst waren die Medien nicht zugelassen. Das dürfte anders werden, wenn sich die Kandidaten bei insgesamt acht Regionalkonferenzen vorstellen. Los geht es nächste Woche Donnerstag in Lübeck, weitere Austragungsorte sind unter anderem Mainz, Halle, Düsseldorf und Berlin. Die Entscheidung fällt dann am 7. Dezember beim Parteitag in Hamburg.