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Das Eis wird dünner | BR24

© pa/dpa/Sebastian Menze

Arktisches Meereis

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    Das Eis wird dünner

    Die Fläche des Arktischen Meereises ist in diesem Monat auf knapp 4,1 Millionen Quadratkilometer abgeschmolzen. Das ist die zweitkleinste Fläche seit Beginn der Satellitenmessungen, wie die Hamburger Universität heute mitteilte.

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    Weniger Meereis gab es nur im Negativ-Rekord-Jahr 2012 mit 3,4 Millionen Quadratkilometern. Nordost- und Nordwestpassage sind jetzt gleichzeitig für Schiffe befahrbar.

    Jeweils im September wird Bilanz gezogen - dieses "Septemberminimum" ist nach der Eisschmelze im Sommer für die Wissenschaftler ein wichtiger Indikator für Klimaänderungen.

    "Im Winter 2015/2016 war die Luft über dem arktischen Ozean in weiten Teilen mehr als sechs Grad Celsius wärmer als im langjährigen Durchschnitt", Lars Kaleschke, Meereisphysiker

    Die jeweils aktuelle Fläche des Meereises wird mit Hilfe von Satellitendaten bestimmt. Auch die Eisdicke wird untersucht. Hochauflösende Flugzeugmessungen in verschiedenen Gebieten der Arktis zeigen, dass vor allem das neu gebildete, erstjährige Eis in diesem Jahr sehr dünn war, kaum dicker als einen Meter. Normalerweise ist es den Experten zufolge doppelt so dick.

    Beide Schiffspassagen gleichzeitig befahrbar

    Seit Ende August 2016 sind die Nordost- und die Nordwestpassage in der Arktis wieder offen. Die südliche Route der Nordwestpassage wurde in diesen Wochen von Yachten und einem Kreuzfahrtschiff durchfahren. Beide Schiffspassagen waren erstmals im Jahr 2008 gleichzeitig passierbar.Das Meereis der Arktis gilt als kritisches Element im Klimageschehen und als Frühwarnsystem für die globale Erwärmung. In den 70er und 80er Jahren lagen die sommerlichen Minimumwerte noch bei durchschnittlich rund sieben Millionen Quadratkilometer.

    "Der Rückzug des arktischen Meereises ist ein deutlicher Hinweis, dass die globale Erwärmung ungebremst fortschreitet" Lars Kaleschke, Meereisphysiker