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Das BR-Projekt Radio Europa | BR24

© Bayerischer Rundfunk

"Radio Europa" - das neue Projekt des Bayerischen Rundfunks

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    Das BR-Projekt Radio Europa

    Ab diesem Wochenende startet ein neues Radio-Projekt des Bayerischen Rundfunks. "Radio Europa" heißt es - Bayern2 sendet ab diesem Sonntag, 2. Februar, Radio-Produktionen aus sechs europäischen Ländern. Das gemeinsame Thema: "Schuld und Vergebung"

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    Ein europäisches Radio-Projekt - wie geht das überhaupt? Schließlich ist die Sprache beim Medium Hörfunk zentral. Das fragten sich anfangs auch die fünf Autorinnen und ein Autor aus Deutschland, Finnland, Italien, Lettland, Slowenien, der Slowakei. Doch sie fanden schnell heraus, dass sie als Radiomacher eine gemeinsame Sprache sprechen. Geschichten erzählen, mit Geräuschen, Musiken und Tönen eine Atmosphäre erzeugen - diese Prinzipien funktionieren jenseits aller Grenzen. In ihrer Kooperation "Radio Europa", die unter Federführung des Bayerischen Rundfunks entstanden ist, widmeten sich die Radiomacher einem gemeinsamen Thema: "Schuld und Vergebung". In ihren Sendungen sprechen sie Themen an, die in ihren Ländern kontrovers diskutiert werden: vom italienischen Justizsystem über die Diskriminierung der Sami in Finnland bis hin zum Umgang mit Raubkunst und Restitution in Deutschland und Polen. Alle sechs Teile sind auch auf Deutsch übersetzt.

    Ein Fenster hinaus in die Welt

    "Uns geht es darum, auch politisch ein Zeichen zu setzen", erklärt BR-Autorin Gabriele Knetsch, die das Projekt initiiert hat. "In einer Zeit, in der europafeindlich Töne salonfähig erscheinen und Grenzen eine immer größere Rolle spielen, zeigen wir, dass eine Zusammenarbeit von Journalisten auf europäischer Ebene funktioniert". Justine Savitska, die für das Projekt auf seiten des Lettischen Radios zuständig ist, sieht "Radio Europa" als große Chance für ihr Land:

    "Das europäische Radioprojekt hat für das Lettische Radio Türen geöffnet, um in anderen europäischen Ländern gehört und verstanden zu werden," Justine Savitska vom Lettischen Radio

    Die Ursprungsidee für "Radio Europa" entstand im Rahmen des Prix Europa 2018 - die meisten Teilnehmer des Projekts lernten sich als Nominierte bei diesem europäischen Medienpreis kennen. Sie hatten Lust, ein gemeinsames Radioprojekt auf die Beine zu stellen. Und auch ein gemeinsames Thema fanden sie schnell: "Schuld und Vergebung". Erzählt werden sollte eine persönliche Geschichte, anhand der sich das Trauma einer Gesellschaft oder eine Debatte darstellen ließ: das slowakische Stück "Die Roma von Bánovce" erzählt ewa die Rückkehr der Autorin Terezia Simonova in ihr Dorf - dort bekommt sie die Vorbehalte der Bewohner gegen eine Roma-Siedlung zu hören. Im deutschen Beitrag "Der Nazi-Sohn und die Raubkunst" geht es um die Geschichte von Horst von Wächer - Sohn des SS-Generals und Gouverneurs von Krakaus Otto von Wächter, und seine Versuche, die Geschichte aufzuarbeiten.

    Fehlende Vorbilder

    Allerdings gibt es für eine europäische Radio-Kooperation kaum Vorbilder. Im Unterschied zu internationalen Fernsehkoproduktionen arbeitet der Hörfunk auf europäischer Ebene bisher wenig zusammen. Geklärt werden mußten beispielsweise Rechtefragen, um die europäischen Features überhaupt ausstrahlen zu dürfen, aber auch die Finanzierung. So sind bei den meisten öffentlich-rechtlichen Sendern kaum Budgets für Übersetzungskosten vorgesehen. Die Übersetzungen ins Englische, aber auch in die Landessprachen, wurden zum Teil im Rahmen des Journalisten-Programms "Reporters in the Field" von der Robert-Bosch-Stiftung bezuschusst. Eine Lösung für viele dieser Fragen fand die Feature-Redaktion gemeinsam mit der Rechte-Abteilung des Bayerischen Rundfunks - und entwickelte ein europäisches Kooperationsmodell. Demnächst wird es auf Initiative des Bayerischen Rundfunks auch eine englischsprachige Plattform geben, auf der alle Features in Originalsprache vorliegen. Damit hat sich "Radio Europa" auch eine Plattform für die Zukunft geschaffen.

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