BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Das ändert sich 2021: Grundrente, Soli-Abbau, CO2-Preis und mehr | BR24

© pa / dpa
Bildrechte: pa / dpa

Paragraphenzeichen mit Büroklammern

21
Per Mail sharen

    Das ändert sich 2021: Grundrente, Soli-Abbau, CO2-Preis und mehr

    Grundrente, Solizuschlag, Kindergeld – mit dem neuen Jahr gibt es auch neue Regelungen und Gesetze. Bei manchen Änderungen geht es auch um Corona, bei anderen um den Klimawandel.

    21
    Per Mail sharen
    Von
    • Maren Breitling

    Zahlreiche Änderungen gelten ab 2021, vorneweg schon mal das Wichtigste: Die Grundrente tritt in Kraft, der reguläre Mehrwertsteuersatz gilt wieder und für viele fällt der Solidaritätszuschlag weg. Außerdem gibt es klimaschonende Neuerungen: Die Kfz-Steuer für Fahrzeuge mit hohen Spritverbrauch wird erhöht und es gibt einen CO2-Preis für Verkehr und Heizen.

    Das sind die Änderungen ab dem 1. Januar im Einzelnen:

    Grundrente

    Die Grundrente ist keine eigenständige Leistung, sondern ein Zuschlag auf die bestehende Rente. Der Zuschlag wird zusammen mit der gesetzlichen Rente ausgezahlt. Die Höhe wird individuell bestimmt und kann bis zu 419 Euro betragen. Im Schnitt gibt es einen Zuschlag von 75 Euro. Jeder, der mindestens 33 Jahre Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung und Pflegetätigkeit aufweisen kann, bekommt die Grundrente. Das sind etwa 1,3 Millionen Menschen. Ihre Lebensleistung soll anerkannt und der Gang zum Sozialamt erspart werden.

    Übrigens: Die Grundrente startet zwar offiziell am 1. Januar, die Auszahlung verzögert sich aber wegen des hohen Verwaltungsaufwands voraussichtlich um mehrere Monate und wird dann rückwirkend erfolgen.

    Soli-Abbau

    Für fast alle Bürger fällt ab Januar der Solidaritätszuschlag weg. Weiterzahlen sollen nur die zehn Prozent mit den höchsten Einkommen.

    Mehrwertsteuer

    Ab Januar gilt wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf die meisten Güter und 7 Prozent auf Waren des täglichen Bedarfs. Die Bundesregierung hatte die Steuer wegen der Corona-Pandemie für ein halbes Jahr gesenkt, damit die Menschen trotz der unsicheren Zeit Geld ausgeben und die Konjunktur stützen.

    Homeoffice-Pauschale

    Wer in der Corona-Krise von zuhause arbeitet, bekommt einen Steuerbonus. Pro Homeoffice-Tag kann man 5 Euro geltend machen, maximal aber 600 Euro im Jahr. Das Besondere daran: Die Pauschale ist auch absetzbar, wenn man beispielsweise im Wohnzimmer oder am Küchentisch arbeitet. Sie zählt aber zu den Werbungskosten, daher profitieren nur diejenigen Steuerzahler davon, die über die ohnehin geltende Werbekostenpauschale von 1.000 Euro kommen.

    Kindergeld

    Im neuen Jahr erhalten Eltern mehr Kindergeld. Auch der Kinderzuschlag wird erhöht. Von dieser Leistung sollen vor allem Eltern mit geringem Einkommen profitieren. Eltern erhalten ab 1. Januar 2021 monatlich 15 Euro mehr Kindergeld pro Kind. Das ist der größte Anstieg dieser Leistung seit 2010. Für eine Familie mit zwei Kindern bedeutet das 360 Euro zusätzlich pro Jahr.

    CO2-Preis

    Um fossile Energien zu verteuern und klimaschonende Alternativen voranzubringen, gibt es ab 2021 einen nationalen CO2-Preis für Verkehr und Heizen. Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel und Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zum Start 25 Euro zahlen. Der Preis wird an die Kunden weitergegeben, laut Bundesregierung steigt der Literpreis bei Benzin um 7 Cent, bei Diesel und Heizöl um 7,9 Cent, Erdgas wird um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer. Dafür sollen Bürger anderswo entlastet werden - so wird etwa die Ökostrom-Umlage, die Bürger mit dem Strompreis zahlen, aus Steuermitteln gesenkt.

    CO2-Zuschuss beim Wohngeld

    Damit Menschen mit geringen Einkommen durch die CO2-Bepreisung nicht belastet werden, gibt es ab Januar die sogenannte CO2-Komponente beim Wohngeld. Die zu erwartenden Mehrkosten beim Heizen sollen durch einen Zuschlag von 10 Prozent ausgeglichen werden. Dessen Höhe richtet sich nach der Haushaltsgröße und dem Einkommen des Haushaltes.

    Kfz-Steuer

    Für neue Autos mit hohem Spritverbrauch steigt die Kfz-Steuer. Das soll Bürger dazu bringen, sparsamere Pkw zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind allerdings nicht betroffen. Einer Studie zufolge wird die Steuer pro Jahr im Schnitt um 15,80 Euro teurer - bei vielen Autos ändert sich aber überhaupt nichts.

    Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderung

    Menschen mit Behinderungen können bei der Steuererklärung ab 2021 höhere Pauschbeträge geltend machen. Durch diese Pauschalen kann man es sich in vielen Fällen sparen, etwa Fahrtkosten aufwendig einzeln nachzuweisen. Konkret gilt etwa bei einem Grad der Behinderung von 50 künftig eine Pauschale von 1.140 Euro, bei einem Grad von 100 sind es 2.840 Euro.

    Elektronische Patientenakte

    Ab 1. Januar sollen allen Versicherten Elektronische Patientenakten zur freiwilligen Nutzung angeboten werden. Darin können beispielsweise Befunde, Röntgenbilder und Medikamentenpläne gespeichert werden. Zum Start ist bezüglich des Datenschutzes eine etwas "abgespeckte" Version vorgesehen. Patienten können festlegen, welche Daten hineinkommen und welcher Arzt sie sehen darf. Genauere Zugriffe je nach Arzt nur für einzelne Dokumente kommen aber erst 2022.

    Ultraschall bei Schwangeren

    Medizinisch nicht notwendige Ultraschall-Untersuchungen bei Ungeborenen im Mutterleib - landläufig "Babykino“ oder "Babyfernsehen" genannt - sind ab 2021 verboten. Ungeborene sollen so vor unnötigen Schallwellen geschützt werden.

    Werkverträge in der Fleischindustrie

    Werkverträge für die vor allem osteuropäischen Arbeitnehmer in Schlachthöfen sind ab 1. Januar verboten. Auch Leiharbeit soll es beim Schlachten und Zerlegen nicht mehr geben.

    Verbot von Upskirting

    Das heimliche Filmen oder Fotografieren unter den Rock (Upskirting) oder in den Ausschnitt kann ab dem neuen Jahr mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Gleiches gilt für die Weiterverbreitung solcher Aufnahmen.

    Personalausweis wird teurer

    Ein neuer Personalausweis kostet statt 28,80 Euro ab Jahresbeginn 37,00 Euro. Dieser Preis gilt für Bürger, die mindestens 24 Jahre alt sind. Sie brauchen erst nach zehn Jahren einen neuen Personalausweis. Jüngere Antragsteller zahlen 22,80 Euro. Ihr Ausweis ist nur für sechs Jahre lang gültig.

    In Bayern bleibt bei der Justiz alles beim Alten

    Zum Jahreswechsel treten auf Landesebene in Bayern und im Zuständigkeitsbereichs des Justizministeriums keine Neuerungen in Kraft.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!