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Dammbruch in Brasilien: Rettungshubschrauber am Unglücksort
© dpa-Bildfunk / Leo Correa

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Dammbruch in Brasilien: Rettungshubschrauber am Unglücksort

Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 65 gestiegen. 279 weitere Menschen würden noch vermisst, teilte die Zivilschutzbehörde mit. Die Zahl der Toten dürfte demnach noch steigen. Wie es genau zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Der TÜV Süd hatte die Dämme im vergangenen Jahr geprüft.

Hat TÜV Süd in Brasilien korrekt gearbeitet?

"Die Frage ist, inwiefern die TÜV Süd-Mitarbeiter dort vor Ort korrekt gearbeitet haben oder ob es da Schludereien gab. Das muss jetzt überprüft werden." Das sagte der Brasilien-Experte Christian Russau vom Institut für Ökologie im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2.

Russau schilderte zudem, wie der Ausbau der Mine von den brasilianischen Behörden genehmigt wurde.

"Der Bergbaubetreiber Vale hatte beantragt, die Mine und damit auch den Damm auszubauen. Zuvor galt der Damm immer als Risikoklasse 6. Aber auf einer Sitzung im Dezember wurde er auf einmal auf Risikoklasse 4 herabgestuft. Unsere Frage ist, ob diese Entscheidung vielleicht damit zu tun hatte, dass TÜV Süd wenige Monate zuvor diese Gutachten erstellt hat. Da wollen wir von TÜV Süd dringend eine Antwort haben."

"Nicht angemessen geprüft"

Der Aktivist der Nichtregierungsorganisation weiter: "Der TÜV Süd hat schon in mehreren Fällen nicht angemessen geprüft. Jetzt bei dem Fall in Brasilien muss man im Einzelnen nochmal die Prüfung machen. Wenn es so sein sollte, dass hier schlampig geprüft wurde, (...) dann muss man auch über Haftungsfragen reden."

Zurzeit keine Auskünfte von TÜV Süd

In einer kurzen Stellungnahme schreibt der TÜV Süd zu dem Fall: "Aufgrund der laufenden Ermittlungen können wir zurzeit keine weiteren Auskünfte geben. (...) Wir werden die Ermittlungen vollumfänglich unterstützen und den Ermittlungsbehörden alle benötigten Unterlagen zur Verfügung stellen."