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Ein junger Mann mischt am Arbeitsplatz Alkohol in seinen Kaffee
© pa / dpa / Christin Klose
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Ein junger Mann mischt am Arbeitsplatz Alkohol in seinen Kaffee

Laut DAK-Gesundheitsreport 2019 trinken vier Millionen Erwerbstätige riskant viel Alkohol. Riskantes Trinkverhalten bedeutet ein höheres Risiko, krank oder abhängig zu werden. "Die hohe Zahl der Betroffenen ist alarmierend. Der riskante Umgang mit Alkohol bleibt ein zentrales Problem in unserer Gesellschaft", sagte der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm. 140.000 Erwerbstätige sind alkoholabhängig.

Leistungsdruck begünstigt Alkoholkonsum

Besonders betroffen sind laut Gesundheitsreport junge Männer zwischen 18 und 29 Jahren. Sie haben fast doppelt so häufig ein riskantes Trinkverhalten wie 40-49-Jährige. Eine Befragung von 5.000 Beschäftigten legt nahe, dass Druck im Arbeitsleben ein wesentlicher Faktor dafür ist. Wer häufiger an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, bekommt häufiger ein Alkoholproblem. Auch Termin- und Leistungsdruck sowie emotional belastende Situationen können Auslöser für eine Alkoholabhängigkeit sein.

Bundesdrogenbeauftragte fordert Hilfe von den Arbeitgebern

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) forderte die Arbeitgeber dazu auf, offen mit dem Thema Sucht umzugehen:

"Sie müssen ihrer Fürsorgepflicht gerecht werden und Mitarbeiter frühzeitig ansprechen und Hilfe anbieten." Marlene Mortler (CSU), Bundesdrogenbeauftragte

Das Trinkverhalten wirkt sich auf das Arbeitsleben aus. Erwerbstätige, die viel Alkohol trinken, fehlen deutlich häufiger. Zudem geben sie an, häufiger unkonzentriert oder abgelenkt zu sein. Die Zahl der psychischen und körperlichen Erkrankungen ist doppelt so hoch wie bei Erwerbstätigen mit normalem Alkoholkonsum.

Spielsucht: Drei Millionen Erwerbstätige zocken gefährlich häufig

Zum ersten Mal hat der Report auch den Einfluss von Computerspielen auf die Arbeitswelt untersucht. Rund 2,6 Millionen Erwerbstätige haben ein riskantes Computerspielverhalten, 400.000 sind computerspielsüchtig. Auch hier sind junge Männer besonders betroffen. 160.000 Menschen sind abhängig von sozialen Medien. Die verbreitetste Sucht bleibt aber das Rauchen. Rund jeder fünfte Arbeitnehmer greift zur Zigarette. Immerhin: Junge Erwerbstätige rauchen von allen Altersgruppen am wenigsten.