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Dänemark will Grönland nicht an Trump verkaufen | BR24

© BR/Carsten Schmiester

In US-Medien geht das Gerücht um, der US-Präsident habe Interesse, Grönland zu kaufen. Die Dänen reagieren abweisend auf diese Spekulationen. Die Insel spielt eine Schlüsselrolle im Kampf der Großmächte um die Arktis.

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Dänemark will Grönland nicht an Trump verkaufen

In US-Medien geht das Gerücht um, der US-Präsident habe Interesse, Grönland zu kaufen. Die Dänen reagieren abweisend auf diese Spekulationen. Die Insel spielt eine Schlüsselrolle im Kampf der Großmächte um die Arktis.

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Die Dänen sind heute mit dem Eindruck, aufgewacht, der US-Präsident komme in zwei Wochen nicht auf Staatsbesuch, sondern eher zu einer Art Einkaufstour. Die Meldung, nach der Donald Trump mit dem Gedanken spielt, den Dänen Grönland abzuschwatzen, war der Aufmacher in den Nachrichten. Die zitierten auch die angesehene US-Zeitung "The Wallstreet Journal" und deren Journalistin Vivian Sadarna. "Über diese Angelegenheit ist durchaus ernsthaft gesprochen worden", sagte sie. "Trump ist definitiv interessiert."

Grönland wird geografisch zwar zu Nordamerika gezählt, gehört aber als autonomes Territorium zu Dänemark. Es ist eisbedeckt und riesengroß, hat aber nur etwa 55.000 Bewohner. Dafür ist die Insel reich an Bodenschätzen wie Zink, Öl oder Gas. Auch andere Großmächte hatten und haben Appetit darauf, so Steffen Gram, USA-Korrespondent des Dänischen Rundfunks. Und Washington sei wenn, dann auch nicht zum ersten Mal in Shoppinglaune. "Die USA haben schon früher versucht, uns Grönland abzukaufen, 1946", sagte er. Es sei ein Kampf im Gange zwischen den Großmächten, wer die Rechte in der Arktis bekommt. "Da spielt Grönland eine Schlüsselrolle im Machtverhältnis zwischen der größten Wirtschaftsmacht USA und der zweitgrößten, China", erklärte Gram.

Die Regierungschefin hält sich bedeckt

Doch das kleine Dänemark wollte und will die Insel nicht hergeben. Grönland ist "ikke til salg" oder "not for sale", steht also nicht zum Verkauf. Jedenfalls nicht nach allen bisherigen Reaktionen auf die Meldung aus dem Umfeld des Weißen Hauses. Regierungschefin Mette Frederiksen hat sich noch nicht geäußert. Wohl auch, um das Thema nicht größer zu machen. Andere sind da weniger zurückhaltend. Ihr Vorgänger Lars Løkke Rasmussen twitterte, die Idee sei wohl ein verspäteter Aprilscherz.

Noch weiter ging ein Sprecher der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei: Es sei lächerlich, zu denken, dass Dänemark bereit sei, 50.000 Staatsbürger an die USA zu verkaufen. Wenn Trump das ernst meine, sei er wohl endgültig verrückt geworden.

Etwas sachlicher brachte es dann Michael Aastrup Jensen von der liberal-konservativen Venstre-Partei auf den Punkt: "Erst dachte ich, das sei ein Witz." Aber das sei es wohl nicht gewesen, weshalb die Antwort an Trump laute: "Nein. Ich erwarte von der Regierung, dass sie beim Besuch Trumps in Kopenhagen ganz deutlich macht, das Grönland unter gar keinen Umständen verkauft wird."