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Cyberschützer warnen vor Hackerangriffen | BR24

© BR/Lisa Hinder

Datensicherheit

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    Cyberschützer warnen vor Hackerangriffen

    Jeden Tag entstehen neue Schadsoftwareprogramme. Sie saugen Daten ab und können Computernetze von großen Unternehmen und Behörden komplett lahmlegen. Die Zahlen im Lagebericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik sind alarmierend.

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    Meist läuft es so ab: Im Postfach erscheint eine E-Mail. Sie sieht auf den ersten Blick unverdächtig aus, weil die Mailadresse des Absenders korrekt ist. Der Nutzer öffnet deshalb womöglich vollkommen ahnungslos die E-Mail und den Anhang. Doch sofort installiert sich eine Schadsoftware auf dem Computer. Ist der Computer infiziert, wird weitere Schadsoftware nachgeladen. Über die Software können Kriminelle Daten rauben, bekommen die Kontrolle über das gesamte System und können so ganze Netzwerke in Unternehmen oder Kommunen lahmlegen. Das Ziel: Lösegeld.

    Emotet: "König der Schadsoftware"

    So funktioniert die Schadsoftware Emotet. Der BSI-Chef Arne Schönbohm nennt sie den "König der Schadsoftwaren". Durch Emotet sei die Zahl der Varianten neuer Schadprogramme im September von täglich rund 300.000 auf 450.000 gestiegen, so Schönbohm. Zusammen mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) stellte er in Berlin den Lagebericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor. Schönbohm sprach von einer neuen Qualität der Cyberangriffe. Digitalisierung sei nur umsetzbar mit mehr Cybersicherheit.

    Seehofer appelliert an Eigenverantwortung

    Aus dem Lagebericht geht hervor, dass 770.000 Mails mit Schadprogrammen in den deutschen Regierungsnetzen abgefangen worden sind. Die Computernetze der Bundesregierung könne das BSI gut gegen Attacken schützen. Doch Innenminister Seehofer appellierte an die Eigenverantwortung von Kommunen und Unternehmen. Er sieht sie selbst in der Pflicht für ihre IT-Sicherheit zu sorgen, das BSI könne helfen und unterstützen.

    Mindeststandards für IT-Sicherheit in bayerischen Kommunen

    In Bayern gibt es nun Auflagen für Kommunen, wenn es um Cyber-Sicherheit geht: Laut E-Government-Gesetz müssen Kommunen ab Januar 2020 einen Mindeststandard an IT-Sicherheit vorweisen können. Beratung und Unterstützung kommt vom Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI). Außerdem vergibt das LSI ein Gütesiegel an Gemeinden, die die Mindestanforderungen erfüllen. Die Gemeinde Neunburg vorm Wald hat das Siegel "Kommunale IT-Sicherheit" bereits erhalten.

    Bundesregierung plant seit drei Jahren IT-Gütesiegel

    Auch das Bundesinnenministerium hatte vor drei Jahren angekündigt, ein Gütesiegel auf den Weg zu bringen. Dabei handelt es sich um ein Siegel für IT-Geräte, das Hersteller auf Verpackungen von Smartphones oder Routern kleben, wenn sie besondere Sicherheitsmaßnahmen beachten. Bisher wurde das Gütesiegel noch nicht eingeführt. Laut Bundesinnenminister Seehofer hängt das vom neuen IT-Sicherheitsgesetzes 2.0 ab. Der Gesetzentwurf dazu liege derzeit noch zur Ressortabstimmung in der Bundesregierung.