BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© REUTERS
Bildrechte: REUTERS

Ein Tiefkühllaster verlässt am 22.12. das Pfizer-Werk in Puurs

18
Per Mail sharen

    Countdown zur Corona-Impfung - Vakzin wird ausgeliefert

    Das für die Prüfung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat erste Chargen des Biontech/Pfizer-Vakzins freigegeben. Die Auslieferung kann beginnen. Bis Sommer will Gesundheitsminister Spahn allen Bürgern eine Impfung anbieten.

    18
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion
    • Rüdiger Hennl

    Das Paul-Ehrlich-Institut gab heute bekannt, dass bereits am Dienstag die ersten drei Chargen des Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer mit insgesamt 4,1 Millionen Dosen freigegeben worden seien. Damit kann das Vakzin offiziell ausgeliefert werden. In Deutschland schreibt das Arzneimittelgesetz vor, dass das Institut jede Charge - also Produktionseinheit - von Impfstoffen auf ihre Qualität untersuchen und dann bei einem positiven Befund freigeben muss.

    Tiefkühllaster rollen aus dem Werk

    Der US-Pharmakonzern Pfizer begann in Belgien mit den ersten für EU-Länder bestimmten Auslieferungen des gemeinsam mit Biontech entwickelten Corona-Impfstoffs. Drei Tiefkühllaster verließen am Morgen das Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Die Transporter wurden von einem großen Polizeiaufgebot begleitet.

    Polizei sichert die Transporte

    Genauere Angaben zum Auslieferprozess machten Pfizer und Biontech nicht. Aus Sicherheitsgründen äußere man sich zu diesem Zeitpunkt "nicht zu den Details der einzelnen Lieferungen", teilte ein Sprecher mit. Laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wird die Bundespolizei "bei der Sicherung der Transporte massiv unterstützen". Alle hätten das Ziel, dass der Impfstoff ohne Verzögerungen oder Zwischenfälle bei den Impfzentren ankomme.

    Erste Impfdosen kommen am Samstag nach Deutschland

    In Deutschland werden die ersten 151.125 Impfdosen nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, die zurzeit den Vorsitz der Länder-Gesundheitsministerkonferenz innehat, am Samstag, einen Tag vor dem geplanten Impfbeginn, erwartet. Von einem zentralen Depot aus wird dann verteilt: Jedes Bundesland soll zunächst 9.750 Dosen bekommen, ausgenommen Bremen, dessen erste Lieferung nur 4.875 Dosen umfasst.

    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bedauerte, dass zunächst nur so eine relativ begrenzte Zahl von Impfdosen zur Verfügung stehen wird. "Die Nachricht, dass der Impfstoff früher zugelassen wird als geplant, fand ich sehr positiv. Die geringere Zahl der Impfdosen dämpft die Freude darüber ein wenig", sagte er der "Welt". Der Ministerpräsident äußerte die Hoffnung, "dass das nicht das letzte Wort ist".

    "Impfangebot" für alle bis zum Sommer

    Bis Jahresende könnten laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) 1,3 Millionen Impfdosen an die Bundesländer ausgeliefert werden. "Diese Dosen werden schon einen großen Unterschied machen können für viele Pflegeeinrichtungen", sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Im Januar würden dann jede Woche mindestens weitere 670.000 hinzukommen, so Spahn. Er gehe davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein "Impfangebot" machen zu können - vorausgesetzt, es würden wie erwartet neue Impfstoffe zugelassen. Bis Ende März rechne er mit elf bis zwölf Millionen Impfdosen.

    Alten- und Pflegeheime machen den Anfang

    Die ersten Corona-Impfungen sind am Sonntag direkt nach Weihnachten geplant. Schwerpunkt sollen zunächst Pflegeheime sein. Die Details regeln die einzelnen Bundesländer. So werden etwa mobile Impfteams zu den Pflegebedürftigen in den Einrichtungen geschickt. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) setzt darauf, dass eine Immunisierung in den Altenheimen gegen das Coronavirus bis Ende Februar weitestgehend abgeschlossen sein wird. "Dann wäre an der Covid-Front sehr, sehr viel gewonnen", sagte er in Düsseldorf.

    Kommunen beklagen mangelnde Information

    Die Kommunen beklagten vor dem Impfstart einen Mangel an öffentlicher Information. "Wir brauchen zum Impfstart nach Weihnachten eine bundesweite Aufklärungskampagne", fordert Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, gegenüber dem "Spiegel". Die Menschen seien "verunsichert", sagte er. "Sie hören, dass es losgeht, wissen aber nicht, was sie jetzt tun sollen." Eine Kampagne könne zum Beispiel TV-Spots beinhalten.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!