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Countdown Mauerfall: "... und die Leute flitzen" | 19.10.1989 | BR24

© dpa

Egon Krenz unterwegs in Ost-Berlin

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Countdown Mauerfall: "... und die Leute flitzen" | 19.10.1989

Der Westen diskutiert das Pro und Contra einer Wiedervereinigung. Im Osten sucht die neue SED-Spitze nach Gegenmitteln. Egon Krenz horcht ins Volk und stößt auf Bürger mit eigener Meinung, die versuchen, ihren Alltag zu meistern. Wie sieht der aus?

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19. Oktober 1989, ein Donnerstag. Tag 1 im Amt für Egon Krenz. In Bayern ist Max Streibl seit genau einem Jahr Ministerpräsident. Die ARD bringt um 20 Uhr 15 die Diskussionssendung „Pro und Contra“. Thema: Die Wiedervereinigung. Im Fernsehen der DDR läuft zeitgleich der Spielfilm „Die letzten Tage von Pompeji“.

Es sind noch 21 Tage bis zum Fall der Mauer.

© dpa

Max Streibl unterwegs im Jahr 1989

"Generalsekretär Krenz wird daran zu messen sein, ob er nun, gemeinsam mit der Führung der DDR, den Weg freimacht zu den überfälligen Reformen - oder ob es um eine bloße Verteidigung des Machtmonopols der SED geht." Bundeskanzler Kohl in einer ersten Stellungnahme über Egon Krenz

Der Nachfolger Honeckers als Regierungschef der DDR weiß, dass er nicht viel Zeit hat, um die Massenflucht und die Massenproteste der DDR-Bürger einzudämmen. Zwar scheint der Alltag im größten Teil des Landes seinen gewohnten Gang zu gehen. Doch dieser Gang ist zu lange schon holprig - und immer mehr Bürger müde, auf die versprochenen Verbesserungen zu warten.

Galerie: Alltag in der DDR im Jahr 1989

© dpa / Klaus Rose

Straßenszene in Dresden

© dpa/ Peer Grimm

Bushaltestelle im Neubaugebiet Berlin-Hellersdorf

© dpa / Peter Kroh

Mädchen nach der Jugendweihe auf dem Berliner Gendarmenmarkt. In ihrer Hand: ein Blumenstrauß und das Buch "Vom Sinn unseres Lebens"

© dpa/ Wolfgang Thieme

Krippenkinder mit ihren Betreuerinnen in Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau)

© dpa / Wolfgang Thieme

Im VEB Wäschekonfektion Lößnitz (Erzgebirge)

© dpa / Wolfgang Thieme

Pappostereierproduktion im VEB Verpackungsmittelwerke Ehrenfriedersdorf (Erzgebirge)

© dpa / Wolfgang Thieme

Präsentation der neuen Damenkollektion in den Hallen des VEB Textilwerke Palla Glauchau

© dpa / Peter Zimmermann

Vietnamesische Arbeiterinnen im Kamerawerk Pentacon

© dpa / Peter Kroh

Mittagspause des Kranführers (Berlin)

© dpa / Wolfgang Thieme

Dachdecker bei der Arbeit im Städtchen ...

© dpa / Wolfgang Thieme

... Freiberg (Sachsen)

© dpa /Klaus Rose

Moderne Kunst und Architektur in Dresden

© dpa / Peer Grimm

An einer öffentlichen Telefonzelle im Berliner Scheunenviertel

© dpa / Rainhard Kaufhold

Imbissbude "Grilletta" am Berliner Prenzlberg

© dpa / Paul Almasy

Ein etwas älteres Bild - aber von zeitloser Gültigkeit: Der Verzehr von Rostbratwürsten (mit Senf!) auf einer Veranstaltung in Erfurt 1968

© dpa

Parkende Autos in Oberwiesenthal an der Talstation zur Seilbahn auf den Fichtelberg

© dpa

Schüler besichtigen Abbrucharbeiten in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)

© dpa / Wolfgang Thieme

Karl-Marx-Stadt: Die Einkaufsmeile Brühl Boulevard

© dpa / Wolfgang Thieme

Hobby-Maler aus dem Mal- und Zeichenzirkel des VEB Spinnbau besprechen ihre Arbeiten

© dpa / Klaus Rose

Stadtgärtner in Dresden: Unterwegs zu blühenden Landschaften?

Jahrzehntelang hat die Staatsmacht jede Form von freier Meinungsäußerung unterbunden, jede Kritik am real existierenden Sozialismus selbst im Detail gebremst statt beherzigt. Jetzt fordert sie sie geradezu ein.

Partei trifft Volk

Egon Krenz besucht an diesem 19. Oktober einen Betrieb in Ostberlin und erkundigt sich bei einem der Arbeiter, wie der sich denn die massenhafte Abwanderung in den Westen erklärt. Der Mann nennt das Reiseverbot, die Konsumlage - aber nicht nur:

"Das ist 'ne Vielzahl von Dingen, die sich addiert haben. (...) Dann bin ich auch der Meinung, dass echte Fehler gemacht wurden, weil nicht drüber diskutiert wurde in den letzten Jahren. Ja, und nun sind die Leute ins Flitzen gekommen “ ...

... sagt der Arbeiter vor laufender Kamera zum Staats- und Parteichef. Solche Szenen in den Fernsehnachrichten der DDR wären noch vor wenigen Wochen undenkbar gewesen. Doch die Fluchtwelle hat mittlerweile den gesamten Machtapparat der SED in Bewegung gebracht. Egon Krenz steht auf verlorenem Posten. Er weiß es nur noch nicht.

© BR

#BR24Zeitreise: Oppositionelle über Egon Krenz

…und morgen um diese Zeit: Die DDR-Regierung unternimmt einen verzweifelten Versuch, ihre geflüchteten Bürger zur Rückkehr zu bewegen.

Der Countdown zur Freiheit: täglich auch im Radio auf BAYERN 1. Montags bis Freitags um 17.40 Uhr, am Wochenende um 14.15 Uhr.

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