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Countdown Mauerfall: Osten redet, Westen "handelt"|26.10.1989 | BR24

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Mahnmal "Dresdner Revolutionsweg 1989"

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Countdown Mauerfall: Osten redet, Westen "handelt"|26.10.1989

Der Eiserne Vorhang wird durchlässig. Auch für die Wirtschaft: Als erstes Versandhaus gründet Quelle ein deutsch-russisches Gemeinschaftsunternehmen. Der Dialog zwischen Volk und Partei der DDR gestaltet sich weiter schwierig - etwa in Dresden.

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26. Oktober 1989, ein Donnerstag. Der Quelle-Versand wagt den Sprung nach Osten: Mit Partnern in der Sowjetunion gründet das Unternehmen aus Fürth ein Gemeinschaftsunternehmen. Pakete werden per Lieferwagen in die UdSSR geschickt. Glasnost verspricht neue Absatzmärkte, eine goldene Zukunft. Und tatsächlich eröffnet Quelle 1992 in Leipzig stolz ein gigantisches Logistikzentrum.

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1992: Bei Leipzig errichtet die Quelle GmbH ihr neues Versandzentrum. Investitionssumme: eine Milliarde D-Mark.

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Für einige Jahre ist es das modernste Logistikzentrum Europas und mit seiner Fläche von 70 Fußballfeldern auch eines der größten.

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Dann das Aus. 2012 wird das Quelle-Logo wieder abmontiert.

Zehn Jahre nach dem Fall der Mauer bleibt der familiengeführten GmbH nichts anderes übrig, als zur Aktiengesellschaft zu mutieren und mit Karstadt zu fusionieren. Weitere zehn Jahre später folgt die Insolvenz.

Es sind noch 14 Tage bis zum Fall der Mauer.

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#BR24Zeitreise: Helmut Kohl am 25.10. auf dem Industrie- und Handelstag über Marktwirtschaft und die Situation in der DDR.

Dresden: Wie holt man den Protest von der Straße?

Die DDR-Regierung will die Proteste der Bürger unbedingt von den Straßen holen. Doch wie? Die Bilder der Massendemonstrationen haben in den letzten Wochen eine Eigendynamik entwickelt, gegen die weder die Drohungen noch die Bitten des Regimes etwas bewirken. Also versucht es die SED mit Bürgerversammlungen, um den Protest der Menschen in kontrollierbare Bahnen zu lenken.

Schwieriger Dialog

Allein in Dresden finden an diesem 26. Oktober mehr als 200 der sogenannten Dialog-Foren statt, auf denen sich Vertreter der SED der Kritik aus dem Volk stellen. Und diese Kritik ist massiv: Manipulationen bei den Wahlen, Übergriffe durch die Polizei, fehlende Reisefreiheit. Der Dresdner Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer auf einer Gratwanderung zwischen Bürgern und Partei:

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Der SED-Bezirksleiter und spätere Interims-Regierungschef Hans Modrow (unten) und Oberbürgermeister Berghofer (rechts oben) im Bürgerdialog.

"Die Bürger erwarten Antworten. Vielen geht dieser Prozess zu langsam. Es ist Ungeduld und Unzufriedenheit, und leider haben die Demonstrationen noch kein Ende gefunden. Wir stellen uns dieser Tatsache, aber wir halten sie nicht für die geeignete Form um (...) zu Inhalten zu kommen." Wolfgang Berghofer

Berghofer ist nach der Wende einer der wenigen Amtsträger, die den Wahlbetrug in der DDR zugeben. Er wird dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

…und morgen im Countdown Mauerfall: Die Wende erreicht die Gefängnisse in der DDR.

Der Countdown zur Freiheit: täglich auch im Radio auf BAYERN 1. Montags bis Freitags um 17.40 Uhr, am Wochenende um 14.15 Uhr.

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