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Countdown Mauerfall: "Erich, es ist Schluss!" | 17.10.1989 | BR24

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Historisches Honecker-Porträt in der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

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Countdown Mauerfall: "Erich, es ist Schluss!" | 17.10.1989

Totgesagte leben länger? Nicht immer: Die SED-Spitze zwingt Erich Honecker zum Rücktritt "aus gesundheitlichen Gründen". Es sind noch 23 Tage bis zum Mauerfall. Wir schauen - wie immer - auf beide Seiten.

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17. Oktober 1989, ein Dienstag. In der Bundesrepublik freuen sich die Sparer: Die Zinsen auf dem Kapitalmarkt steigen auf mehr als sieben Prozent. In den Kinos läuft Indiana Jones, Teil 3 - "Der letzte Kreuzzug". Und in Bonn legt Kanzler Helmut Kohl den Grundstein für die neue Bundeskunsthalle.

Es sind noch 23 Tage bis zum Fall der Mauer.

© dpa

Ein früher "Mauerspecht"? Nein: Kanzler Kohl versenkt hier symbolisch einen Grundstein.

DDR: mit Honecker geht's nicht mehr

Den Drahtziehern im Regierungsapparat der DDR ist inzwischen klar geworden: Mit Honecker geht es nicht mehr. Der Staats- und Parteichef verweigert jede Kurskorrektur. Deswegen hat sich eine Gruppe um den Berliner SED-Funktionär Günter Schabowski für diesen 17. Oktober zum Putsch verabredet.

Der Staatschef stellt sich taub

Als Erich Honecker die entscheidende Sitzung des Politbüros eröffnet, wagen sich die Gegner aus der Deckung und fordern seine Absetzung. Honecker tut so, als hätte er nichts gehört und will zur Tagesordnung übergehen – doch dann schaltet sich Erich Mielke ein. Honeckers alter Kampfgenosse wird im Sitzungsprotokoll mit den Worten zitiert:

„Wir haben vieles mitgemacht. Wir können doch nicht anfangen, mit Panzern zu schießen.“ Erich Mielke

Und dann in Richtung Honecker: „Erich… es ist Schluss“.

"Wir betrachteten uns als die Retter, und der andere musste der Schurke sein. Obwohl alle an dieser Schurkerei anteil hatten, die letzten Endes zum Desaster der DDR führte." Günter Schabowski

"Aus gesundheitlichen Gründen ..."

Damit Honecker sein Gesicht wahren kann, werden am Tag darauf gesundheitliche Gründe für seinen Rücktritt angegeben. Doch Fakt ist: Nach 18 Jahren an der Macht hat der Mann, der noch fünf Jahre zuvor versucht hatte, der DDR mit einem Milliardenkredit vom "Klassenfeind" die zweite Luft zu verschaffen, komplett die Kontrolle verloren. Die Zeichen der Zeit hat er nicht erkannt, oder er wollte sie nicht erkennen – das zeigen noch Jahre später Honeckers Aussagen in Interviews…

"Wenn alles nach meinem Willen gegangen wäre, würde die Deutsche Demokratische Republik heute noch bestehen." Erich Honecker 1991
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Da immer mehr Menschen gegen das Regime auf Straße gehen, putscht die SED-Spitze gegen ihren Generalsekretär Erich Honecker. Jan Müller-Raith, BR

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#BR24Zeitreise: Honecker ist weg - für die DDR-Flüchtlinge ein Grund zur Rückkehr?

…und morgen: Der König ist tot – es lebe der König! Was Honeckers Nachfolger den DDR-Bürgern verspricht.

Der Countdown zur Freiheit: täglich auch im Radio auf BAYERN 1. Montags bis Freitags um 17.40 Uhr, am Wochenende um 14.15 Uhr.

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