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Countdown Mauerfall: Der Kampf um die Jungen | 20.10.1989 | BR24

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Countdown zur Freiheit: Der Kampf um die Jungen

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Countdown Mauerfall: Der Kampf um die Jungen | 20.10.1989

Über ganz Deutschland lacht die Nachsommersonne. Der Westen mag sich noch nicht von seinem Sommerhit '89 trennen. Dem Osten macht die Abwanderung der Jugend zu schaffen. Die SED startet einen verzweifelten Appell. Noch 20 Tage bis zum Mauerfall ...

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20. Oktober, ein Freitag. Ungewöhnlich warm ist es in diesem Herbst - Temperaturen bis zu 27 Grad. Auf Platz 1 der westdeutschen Pop-Charts steht noch immer ein Sommerhit - "Lambada". Der dazugehörige Tanz ist bald auch im Osten populär.

Auch die Baubranche freut sich über das warme Wetter. Wie überhaupt in der Bundesrepublik die Wirtschaft boomt. Experten rechnen für 1990 mit drei Prozent Wachstum. Im Osten schaut das anders aus.

Es sind noch 20 Tage bis zum Fall der Mauer.

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Auch in Ost-Berlins Werner-Seelenbinder-Halle wird Lambada getanzt - allerdings erst im Sommer 1990.

Lebensstandard runter! Oder rauf?

In der DDR ist die wirtschaftliche Lage alles andere als rosig. Es droht der Staatsbankrott. Ostdeutsche Wirtschaftswissenschaftler rechnen der SED-Führung vor, was nötig wäre, um die Schuldenspirale zu stoppen: Eine drastische Absenkung des Lebensstandards in der DDR. Und: Ein Stopp der massenhaften Abwanderung in den Westen. Denn mit jedem, der geht, verringert sich die Wirtschaftsleistung – und es gehen vor allem die Jungen. Es geht die Zukunft der DDR.

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Kehrt um, wir brauchen Euch!

Was tun? Die Absetzung Erich Honeckers hat offenbar nicht gewirkt. Also versucht es die Staatsmacht an diesem 20. Oktober mit einem verzweifelten Appell, über den am Abend auch die Tagesschau berichtet: Die DDR lasse sich von dem Grundsatz leiten, dass jeder Mensch in sein Heimatland zurückkehren könne.

Tatsächlich gibt es DDR-Bürger, die im Oktober '89 dem Aufruf zur Rückkehr gefolgt sind. 272 sollen es nach Angaben der SED-Führung gewesen sein.

Das Los der Rückkehrer

Auch in früheren Jahren hatte es immer wieder Fälle von Flüchtlingen gegeben, die aus dem Westen in die DDR zurückkehrten. Dort wurden sie zum Teil monatelang in einem zentralen Aufnahmeheim festgesetzt, verhört und umerzogen. In ihren Ohren muss das neue Angebot der DDR-Führung wie Hohn klingen.

Übrigens: immer wieder siedelten auch Bundesbürger in DDR über - zwischen 1949 und 1989 sollen es 500.000 gewesen. Mit offenen Armen empfangen wurden sie nur selten. Und im Herbst 1989 will ohnehin kaum noch jemand die Grenze in östlicher Richtung überqueren.

>>>Bayern2radioFeature: Von West nach Ost - Übersiedler in die DDR

…und morgen im Countdown Mauerfall: Die Wahrheit über Gorbatschows berühmten Satz über die, die zu spät kommen…

Der Countdown zur Freiheit: täglich auch im Radio auf BAYERN 1. Montags bis Freitags um 17.40 Uhr, am Wochenende um 14.15 Uhr.

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