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Coronavirus: Welche Einschränkungen könnten uns noch drohen? | BR24

© picture alliance/ZUMA Press

Weggeworfene Schutzmasken am Marienplatz in München

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    Coronavirus: Welche Einschränkungen könnten uns noch drohen?

    Niemand weiß, welche Einschränkungen uns Corona noch abverlangen wird und wie lange sie dauern werden. Forscher der LMU München versuchen nun herauszufinden, wie groß die Akzeptanz in der Bevölkerung für verschiedene Maßnahmen ist.

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    Vorläufig ist das öffentliche Leben in Deutschland bis zum 19. April heruntergefahren. Aber noch ist nicht klar, ob das ausreicht, die Neuansteckungen mit dem Coronavirus tatsächlich so weit zu verringern, dass die Maßnahmen wieder aufgehoben werden können - zumindest teilweise.

    Hier das Wichtigste zum Coronavirus

    Bereitschaft in der Bevölkerung ausloten

    Nur wenige Fachleute glauben daran, dass das Coronaproblem in wenigen Wochen gelöst sein wird. Deshalb bestehen die Optionen, die Maßnahmen zu verlängern oder auch zu verschärfen. Bisher gibt es aber keine Erkenntnisse darüber, welche Maßnahmen die Bevölkerung derzeit überhaupt akzeptieren würde und welche nicht. Denn schließlich hat es in Mitteleuropa seit dem Zweiten Weltkrieg keine vergleichbare Bedrohungslage gegeben.

    Wissenschaftler am Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München haben deshalb einen anonymen Online-Fragebogen erstellt, mit dem sie die Stimmung in der Bevölkerung ausloten wollen. Es geht darum herauszufinden, welche Maßnahmen der Bevölkerung vermittelbar sind und ob sie sich an sie halten würde. Dazu entwerfen die Wissenschaftler um den Professor für Sozialpsychologie, Mario Gollwitzer, fünf Szenarien und fragen die Einstellung der Menschen dazu ab.

    Monatelange Verlängerung oder gar Verschärfung?

    Zwei Szenarien schlagen vor, die Kontaktbeschränkungen bis Januar 2021 zu verlängern bzw. sie für eine kürzere Zeit sogar noch zu verschärfen - etwa mit einer totalen Ausgangssperre. Ein anderes Szenario besteht darin, Verlängerung und Verschärfung zu kombinieren, und ein weiteres sieht vor, abwechselnd die Beschränkungen zu lockern und sie wieder anzuziehen, sobald die Krankenhäuser durch zu viele schwere Verläufe von Corona-Infizierten überlastet sind.

    Fuß-in-der-Tür-Strategie

    Laut Prof. Mario Gollwitzer gibt es für Politiker zwei grundsätzliche Strategien, um die Bevölkerung für unpopuläre Einschränkungen zu gewinnen.

    Das eine sei die "Fuß-in-der-Tür-Strategie": Man verkündet die Maßnahmen erst einmal für eine überschaubare Zeit, damit die Menschen sich daran gewöhnen können, und beschließt dann kurz vor Ende der Frist, den Zeitraum noch einmal zu verlängern. Die Frage sei, wie lange die Bevölkerung dieses Spiel mitspielt, gibt Gollwitzer zu Bedenken: "Was die Leute mürbe macht, ist, wenn man die Maßnahmen in kurzen Zeiträumen immer wieder verlängert. Ich glaube nicht, dass sie das akzeptieren werden."

    Tür-ins-Gesicht-Strategie

    Deshalb sei es möglicherweise in manchen Situationen geschickter, die "Tür-ins-Gesicht-Strategie" zu fahren: Da verkündet die Politik eine drastische Maßnahme, die die Bevölkerung möglicherweise schockiert, aber auch wachrüttelt. Die Politik verspricht dabei, die Maßnahmen zu lockern, sobald sie nicht mehr nötig sind.

    Online-Befragung bis Karfreitag

    Hier geht es zur anonymen Online-Umfrage der LMU München: "Wie können wir die Corona-Krise bewältigen?" Die Beantwortung ist bis Karfreitag möglich und dauert 10 bis 15 Minuten. Über das Ergebnis der Studie werden wir auf BR24 berichten.

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