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Coronavirus: USA und Deutschland streiten um Impfstoff | BR24

© dpa-Bildfunk/Sebastian Gollnow

Biotech-Unternehmen CureVac

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    Coronavirus: USA und Deutschland streiten um Impfstoff

    In Tübingen forscht die Firma CureVac mit Hochdruck an einem Corona-Impfstoff, die Rechte daran wollen sich offenbar aber die USA exklusiv sichern. Die Bundesregierung versucht, das zu verhindern.

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    • tagesschau.de

    Zwischen Deutschland und den USA gibt es Auseinandersetzungen um das Tübinger Unternehmen CureVac, das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Welt am Sonntag".

    Danach versucht US-Präsident Donald Trump offenbar, deutsche Wissenschaftler mit hohen finanziellen Zuwendungen nach Amerika zu locken oder das Medikament exklusiv für sein Land zu sichern. Trump tue alles, um einen Impfstoff für die USA zu bekommen. "Aber eben nur für die USA", zitiert das Blatt eine anonyme Quelle.

    Bundesregierung hält dagegen

    Um dies zu verhindern, verhandeln Vertreter der Bundesregierung nun mit CureVac. "Die Bundesregierung ist sehr daran interessiert, dass Impf- und Wirkstoffe gegen das neuartige Corona-Virus auch in Deutschland und in Europa entwickelt werden", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. "Diesbezüglich ist die Regierung in intensivem Austausch mit der Firma CureVac." Deutschland versuche, das Unternehmen mit finanziellen Angeboten zu halten. Das Unternehmen wollte sich den Angaben zufolge nicht äußern.

    SPD-Fraktionsvize Bernd Westpahl forderte die Bundesregierung auf, einen Verkauf der Tübinger Firma CureVac in die USA zu verhindern. "Es geht jetzt um deutsche und europäische Interessen", sagte Westphal der Nachrichtenagentur Reuters. "Die USA haben sich für Abschottung und 'American first' entschieden sowie gegen multilaterale Zusammenarbeit. Daher muss CureVac falls nötig auch mit öffentlichen Geldern unterstützt werden", fügt er hinzu.

    Zwei Stoffe für klinische Phase vorbereitet

    Auf ihrer Internet-Seite berichtet CureVac, der damalige Vorstandsvorsitzende Daniel Menichella habe sich Anfang März auf Einladung des Weißen Hauses mit Trump, Vizepräsident Mike Pence, Mitgliedern der Coronavirus-Task-Force sowie weiteren hochrangigen Pharma- und Biotechmanagern getroffen. Dabei seien Strategien und Möglichkeiten zur schnellen Entwicklung und Produktion eines Impfstoffes diskutiert worden. Menichella, der vor wenigen Tagen von Ingmar Hoerr an der CureVac-Vorstandsspitze abgelöst worden war, habe das Potenzial der Impfstoffentwicklung hervorgeghoben, heißt es dort. "Wir sind sehr zuversichtlich, innerhalb weniger Monate einen wirksamen Impfstoffkandidaten entwickeln zu können", wird Menichella zitiert.

    Am Freitag hatte CureVac-Mitbegründer und Vorstandsmitglied Florian von der Mülbe der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, man habe die Forschungen mit einer Vielzahl möglicher Impfstoffe begonnen und wähle nun die zwei besten aus, um mit ihnen klinische Tests zu starten. Die Firma hofft, im Juni oder Juli einen experimentellen Impfstoff entwickelt zu haben, um dann die Genehmigung der Aufsichtsbehörden für Erprobungen mit Menschen zu bekommen.