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Corona: Die Ereignisse vom 21. bis 27. September | BR24

© picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

U. a. mit sogenannten Fieberambulanzen will Gesundheitsminister Spahn (CDU) das Land für den befürchteten Anstieg der Infektionszahlen wappnen.

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    Corona: Die Ereignisse vom 21. bis 27. September

    Informationen zu Entwicklungen und Zahlen zum Coronavirus in Bayern, Deutschland und in der Welt vom vom 21. September bis 27. September.

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    Donnerstag, 24. September 2020

    21.55 Uhr: UN-Generalsekretär kritisiert Umgang mit Corona-Pandemie

    UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat scharfe Kritik am internationalen Umgang mit der Corona-Pandemie geübt. "Die Pandemie ist ein eindeutiger Test für die internationale Zusammenarbeit - ein Test, den wir im Wesentlichen nicht bestanden haben", sagte Guterres am Donnerstag in New York. Das Virus sei mit weltweit mehr als 30 Millionen bestätigten Infektionen und annähernd einer Million Toten außer Kontrolle geraten. Grund dafür sei, dass es weltweit an "Vorbereitung, Kooperation, Einigkeit und Solidarität" gefehlt habe. Wenn der Klimakrise genauso uneins und ungeordnet begegnet werde wie der Viruskrise, "dann fürchte ich das Schlimmste", sagte Guterres.

    21.52 Uhr: Spahn gegen bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. "Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert", sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-Tagesthemen. Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.

    "Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann", so Spahn. "Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern." Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

    21.35 Uhr: Mehr als 6.600 Neuinfektionen in Großbritannien

    Großbritannien hat eine Rekordzahl von Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages registriert. Innerhalb von 24 Stunden seien 6.632 Ansteckungen festgestellt worden, sagte die Direktorin des englischen Gesundheitsdienstes, Yvonne Doyle, am Donnerstag. Diese Zahl sei eine ernste Warnung, weil die Infektionen in aller Altersgruppen zunähmen. Die Bürgerinnen und Bürger müssten den diese Woche von der Regierung erlassenen Auflagen folgen. Außerdem riet Doyle, die Corona-App des Gesundheitsdienstes NHS herunterzuladen.

    Großbritannien hat mittlerweile knapp 42 000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet - die höchste Zahl in Europa. Die jüngste Zunahme registrierte Infektionen ist auch die Folge einer erheblich größeren Zahl von Corona-Tests. Diese hat sich im Vergleich zu April und Mai verdoppelt.

    21.27 Uhr: Libanon meldet Rekord an neuen Fällen

    Der Libanon hat die höchste Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem einzigen Tag seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Das Gesundheitsministerium des Landes im Nahen Osten meldete am Donnerstag 1.027 neue Fälle. Laut Ministerium sind 21 der Fälle von Einreisenden aus dem Ausland eingeschleppt worden. Damit stieg die Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Fälle seit dem 21. Februar auf 32.819. Bisher wurden im Libanon 329 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung registriert.

    Die Zahl der Neuinfektionen im Libanon ist besonders seit der Explosion im Hafen der Hauptstadt Beirut am 4. August deutlich gestiegen, bei der mindestens 190 Menschen ums Leben gekommen waren. Wegen des Anstiegs der Infektionszahlen verschob der Libanon den Beginn des neuen Schuljahres bis zum 12. Oktober.

    21.08 Uhr: Über 16.000 Neuinfektionen in Frankreich

    Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter stark aus. Das Gesundheitsministerium registriert 16.096 Neuinfektionen binnen eines Tages. Insgesamt haben sich nachweislich 497.237 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um 52 auf 31.511.

    20.37 Uhr: Laschet: Nicht nur auf die Infektionszahlen schauen

    Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat sich für eine neue Art der Risikobewertung in der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Mit Corona leben lernen bedeutet in erster Linie, alle Entwicklungen genau im Blick zu haben. Dabei dürfen wir nicht nur auf die reinen Infektionszahlen schauen", sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt".

    Laschet forderte, die Kapazität der Krankenhäuser und die Zahl der intensivmedizinisch behandelten und beatmeten Covid-19-Patienten stärker in die Lagebewertung einfließen zu lassen. Gleiches gelte für den Anteil zurückverfolgbarer Infektionen, die Anzahl der Tests und den Anteil positiver Testergebnisse.

    "Wir brauchen für ganz Deutschland ein standardisiertes Corona-Monitoring, das die Pandemieentwicklung kommunenscharf abbildet", sagte Laschet. Er stellte sich damit hinter den Vorschlag seines Corona-Expertenrats, der sich für ein "Ampel"-System ausspricht. Als Beispiel nennt der Rat Österreich. Dem Rat gehört auch der Virologe Hendrik Streeck an, der vor einigen Tagen ebenfalls für einen Strategiewechsel plädiert und davor gewarnt hatte, bei der Bewertung der Situation nur auf die reinen Infektionszahlen zu schauen.

    20.07 Uhr: Frankreich: Corona-Krankenhauspatienten auf Höchststand seit Juli

    Erstmals seit Ende Juli steigt die Zahl der Menschen, die in Frankreich wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus müssen, nach Angaben der Behörden wieder über 6000. Mehr als 1000 Patienten befänden sich zudem auf Intensivstationen, so viele wie seit Anfang Juni nicht mehr.

    19.50 Uhr: Marseille: Proteste gegen Corona-Maßnahmen

    Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie haben Gegner der Maßnahmen in Frankreich zu einer größeren Protestaktion aufgerufen. In der Hafenstadt Marseille wollen Gastronomen am Freitag gegen die angekündigte Schließung von Bars und Restaurants auf die Straße gehen. Auch Hotelbesitzer und andere Wirtschaftsvertreter wollen sich der Kundgebung anschließen. Sie fürchten massive Einbußen, wie zuletzt unter der Ausgangssperre im Frühjahr.

    Marseille und sein Umland sind am stärksten von der zweiten Welle der Corona-Infektionen in Frankreich betroffen. Regionalvertreter nannten die Verschärfung der Maßnahmen eine "kollektive Bestrafung" und einen "Affront" durch die Pariser Zentralregierung.

    19.05 Uhr: Mehr als 700.000 Corona-Infektionen in Spanien

    In Spanien ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf mehr als 700.000 gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldet 10.650 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden, womit die Gesamtzahl nun 704.209 beträgt. Die Zahl der Toten beläuft sich insgesamt auf 31.118.

    18.11 Uhr: Ärzte halten Corona-Warn-App für wenig hilfreich

    100 Tage Corona-Warn-App: Während Vertreter der Bundesregierung auf der Bundespressekonferenz eine positive Bilanz zogen, zweifelt der deutsche Ärzteverband an der Wirksamkeit der App bei der Bekämpfung von Corona-Ausbrüchen.

    Problematisch sei vor allem, dass die App die Daten nicht automatisch an die Gesundheitsämter weiterleitet. Daher sei die Corona-Warn-App "für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen", sagte die Verbandsvorsitzende der Amtsärzte Ute Teichert den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei "äußerst selten", dass sich ein App-Nutzer wegen eines Warnhinweises bei den Ämtern melde. Folglich spiele die Corona-App "in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle".

    17.38 Uhr: Deutschland erlaubt wieder Flieger aus dem Iran

    Das im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie verhängte Verbot von Direktflügen aus dem Iran nach Deutschland ist wieder aufgehoben worden. Es endete am vergangenen Mittwoch, wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage am Donnerstag mitteilte. Wie der "Spiegel" berichtete, sind der Hintergrund das Infektionsgeschehen und eine andere Informationspolitik im Iran.

    Das Land gilt für Deutsche weiterhin als Corona-Risikogebiet wegen hoher Infektionszahlen. Für Rückkehrer aus diesen Gebieten gelten aber inzwischen Vorgaben mit einer Testpflicht und Quarantäne - die gab es noch nicht, als das Direktflugverbot Anfang April angeordnet wurde.

    17.00 Uhr: Für Teilnahme an EU-Gipfel kein negativer Corona-Test nötig

    Die Teilnehmer an dem EU-Gipfel kommende Woche müssen nach Angaben des EU-Ratssekretariats keinen negativen Corona-Test vorweisen. "Nach belgischen Sicherheitsvorschriften ist es nicht nötig, einen negativen Test vorzuweisen, bevor man in das Land einreist", teilt eine Sprecherin mit. Allerdings werde man Delegationsmitglieder mit Symptome keinen Zutritt erlaubt. Zudem sei die Größe der Delegationen der 27 EU-Regierungen beschränkt, im EU-Ratsgebäude würden Hygiene-Vorschriften wie Abstand und Maskenpflicht gelten. Der EU-Gipfel musste auf kommende Woche verschoben werden, weil EU-Ratspräsident Michel wegen des Kontakts zu einem infizierten Mitarbeiter in Quarantäne musste.

    16.52 Uhr: Neue Quarantäne-Regeln für Einreisen aus Risikogebieten

    Ab dem 15. Oktober müssen sich alle, die aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland einreisen, digital anmelden. Zeitgleich mit der Einführung der digitalen Anmeldung sollen die Bundesländer neue Quarantäne-Regeln beschließen, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

    Die neue Teststrategie für Einreisende "wird auf der Basis einer neuen Rechtsgrundlage eingeführt", sagte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, der Deutschen Presse-Agentur. Hierfür erarbeitete das Ministerium eine neue Musterquarantäneverordnung, die dann jeweils von den Ländern in eigener Verantwortung in Kraft gesetzt werden müsse.

    Nach Informationen der Deutsche Presseagentur erhält, wer seine Angaben in dem Portal eingibt, eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle - etwa am Flughafen durch die Bundespolizei - vorzeigen soll. Gleichzeitig gehen die Daten auch an das jeweils zuständige Gesundheitsamt. Wer seiner Verpflichtung zur Anmeldung nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld. Ausnahmeregelungen soll es weiterhin für Berufspendler und andere Reisende im sogenannten kleinen Grenzverkehr geben.

    16.42 Uhr: Großbritannien kündigt Programm zur Rettung von Arbeitsplätzen an

    In Großbritannien sollen Beschäftigte in Kurzarbeit ab November bis zu 77 Prozent ihres Gehalts bekommen können. Der britische Finanzminister Sunak stellte ein neues Maßnahmenpaket zur Rettung von Arbeitsplätzen vor, das auch weitere finanzielle Unterstützung für Firmen vorsieht. Laut Sunak können Unternehmen Kurzarbeitergeld beantragen, die wegen der Corona-Pandemie weniger Umsatz machen, und bei denen mindestens ein Drittel ihrer Beschäftigten wegen Arbeitsausfalls Lohneinbußen hat. Für Selbstständige werde es ein "entsprechendes" Programm geben, so der Finanzminister.

    Großbritannien ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Am Mittwoch hatte das Land 6178 Neuinfektionen registriert, das war die höchste Zahl seit dem 1. Mai. Fast 42.000 Menschen sind im Königreich bereits an den Folgen der Corona-Erkrankung gestorben, das ist die höchste Zahl in Europa.

    16.16 Uhr: Kultusminister: 99 Prozent der bayerischen Schüler im Präsenzunterricht

    Trotz der teils hohen Corona-Zahlen besuchen aktuell mehr als 99 Prozent der bayerischen Schülerinnen und Schüler den Präsenzunterricht. Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) sagte im Bildungsausschuss des Landtags, der Start ins Schuljahr sei trotz Corona gelungen. Er bezeichnete es als richtig, dass die Schüler an den weiterführenden Schulen die ersten neun Tage einen Mund-Nase-Schutz im Unterricht tragen mussten. Dies sei keine einfache Entscheidung gewesen, alle Beteiligten hätten die Entscheidung aber mitgetragen.

    15.42 Uhr: Pariser Krankenhäuser sagen wegen Corona Operationen ab

    Erstmals seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr haben Pariser Krankenhäuser nicht zwingend notwendige Operationen abgesagt. Ab dem kommenden Wochenende werden zunächst 20 Prozent der geplanten OPs verschoben, wie die öffentliche Krankenhaus-Gesellschaft Assistance publique-Hôpitaux de Paris (AP-HP) mitteilte. Grund ist der Druck auf die Intensivstationen infolge der seit Wochen steigenden Infektionszahlen.

    Gestern wurden in den öffentlichen Krankenhäusern in Paris 132 Intensiv-Patienten mit einer Corona-Erkrankung behandelt. Das waren gut zweieinhalb Mal so viele wie Anfang September. Bis kommende Woche wird ein Anstieg auf mehr als 200 Corona-Notfälle erwartet, wie der stellvertretende AP-HP-Direktor François Crémieux sagte. In Paris hatte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt die Marke von 200 pro 100.000 Einwohner überschritten, das Vierfache des Corona-Warnwerts.

    15.32 Uhr: Niederlande melden Rekordzahl an Neuinfektionen

    Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den Niederlanden hat ein neues Tageshoch erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden infizierten sich in den vergangenen 24 Stunden 2544 weitere Personen mit dem Virus. Zudem vermelden die Behörden 16 neue Covid-19-Tote, womit die Zahl der Opfer auf 6312 steigt. Die Gesamtzahl der Infizierten in den Niederlanden war gestern über die Marke von 100.000 gestiegen.

    15.00 Uhr: Corona-Fallzahlen: 361 neue Infektionen in ganz Bayern

    In Bayern haben sich seit gestern 361 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Damit steigt die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie im Freistaat auf 66.242. Das teilt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit (Stand: 24.09.20, 08.00 Uhr). Demnach gelten 58.020 Fälle als genesen. Die Zahl der Todesfälle ist um einen Fall auf 2.653 gestiegen. In den Regierungsbezirken haben sich seit gestern mit 126 Fällen in Oberbayern die meisten Menschen neu infiziert. Die wenigsten Fälle meldet der Bezirk Oberpfalz, dort sind es 15 Neu-Infektionen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreicht Oberbayern mit 24,65 den höchsten Wert, liegt aber unter den Werten der vergangenen Tage. Der Durchschnitt aller Regierungsbezirke liegt bei 19,11. Der Corona-Warnwert von 50 wurde in ganz Bayern nur im Landkreis Dingolfing-Landau mit 64,44 überschritten. Beim Inzidenz-Frühwarnwert von 35 Neu-Infektionen binnen sieben Tagen, liegen derzeit die Städte Würzburg (45,36), München (45,12) und der Landkreis Rhön-Grabfeld (42,67) drüber.

    14.20 Uhr: Corona: München wieder unter dem Corona-Warnwert von 50

    München liegt aktuell bei der 7-Tage-Inzidenz bei 45,12, also wieder unter dem Warnwert von 50. Das meldet das LGL. An zweiter Stelle in Oberbayern liegt der Landkreis Fürstenfeldbruck mit 31,46, dann folgt der Landkreis München mit 22,64 und die Stadt Rosenheim mit 22,11. Das heißt, alle Landkreise und Städte in Oberbayern liegen derzeit unter dem Warnwert.

    Insgesamt liegt der Inzidenzwert in Oberbayern bei 24,65. Seit gestern sind 126 neue Fälle hinzugekommen.

    12.17 Uhr: Bayerns Wirtschaft bricht wegen Corona besonders stark ein

    Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Fürth ist die Volkswirtschaft in Bayern in Folge der Corona-Pandemie überdurchschnittlich eingebrochen. Demnach nahm das Bruttoinlandsprodukt in Bayern im ersten Halbjahr 2020 um 7 Prozent ab. Der Rückgang fiel damit noch deutlicher aus als in Gesamtdeutschland, das einen Einbruch um 6,6 Prozent verzeichnet. Die Behörde führt den höheren Rückgang in Bayern darauf zurück, dass hier das Verarbeitende Gewerbe eine besonders große Rolle für die Gesamtwirtschaft spielt. Dieses sei von der Coronakrise besonders stark betroffen.

    12.04 Uhr: EU warnt vor erneuter Lage wie im Frühjahr

    Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten vor einer Wiederholung der Corona-Situation im vergangenen Frühjahr gewarnt. Die aktuelle Lage zeige "überdeutlich, dass die Krise noch nicht hinter uns liegt", erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Auch die Direktorin der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC, Andrea Ammon, zeigte sich besorgt. Derzeit sehe man einen beunruhigenden Anstieg der Zahl der in Europa verzeichneten COVID-19-Fälle, sagte sie. Die bisher ergriffenen Maßnahmen seien nicht immer ausreichend gewesen, um die Gefahr zu verringern oder zu kontrollieren. Es sei nun von "entscheidender Bedeutung, dass die Mitgliedstaaten bei den ersten Anzeichen neuer Ausbrüche alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen".

    Konkret kamen die EU-Experten zu dem Ergebnis, dass Abstandhalten, Hygieneregeln und die Verwendung von Gesichtsmasken alleine die Verbreitung des Virus offensichtlich nicht aufhalten können. Die ECDC rief vor diesem Hintergrund zu einer gezielten Stärkung der Gesundheitssysteme auf.

    11.41 Uhr: Reihentestung von Schülern und Lehrern in Bad Königshofen

    Nach der Schließung aller Schulen und Kindergärten in Bad Königshofen findet heute eine Reihentestung für alle betroffenen Kontaktpersonen statt. Dazu zählen laut Landratsamt die Schüler der 11. und 12. Klasse im Gymnasium sowie der 9. Klasse von Realschule und Mittelschule. Die Testergebnisse seien ausschlaggebend für die Entscheidung, wie es ab Montag mit den Schulen weitergehe, sagte Bürgermeister Thomas Helbling.

    Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Rhön-Grabfeld liegt nach Angaben des Robert Koch Instituts aktuell bei 42,7. Ausgang der steigenden Corona-Zahlen war eine Hochzeitsfeier in der Nähe von Bad Königshofen.

    11.37 Uhr: Corona-Schnelltests für Lufthansa Passagiere

    Lufthansa möchte mit verbindlichen Corona-Schnelltests vor dem Abflug mehr interkontinentale Flugreisen ermöglichen. Ein negatives Testergebnis soll demnach Passagiere von geltenden Einreiseverboten befreien. Ein Pilotprojekt mit Flügen in die USA soll im Oktober starten, bestätigte heute ein Sprecher. Dazu bräuchte es die Zustimmung der beteiligten Regierungen. Der Airlineverband IATA geht davon aus, dass die Tests zu einem Stückpreis von unter 10 Euro erhältlich sein werden und innerhalb von 15 Minuten verlässliche Ergebnisse liefern. Medizinisches Personal sei dafür nicht notwendig.

    Seit Beginn der Corona-Pandemie ist der internationale Flugverkehrt stark eingeschränkt. Die ständig wechselnden Regeln erschweren die Planung der Passagiere. Deshalb verzeichnen die Fluggesellschaften nach einem leicht verbesserten Geschäft im Sommer aktuell wenig Buchungen.

    11.09 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in den USA steigt weiter an

    In den USA steigt die Zahl der Neuansteckungen mit dem Corona-Virus unvermindert an. In den vergangenen 24 Stunden haben sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters weitere 40.364 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Damit steigt die Gesamtzahl auf 6,95 Millionen. Die Zahl der Corona-Toten in den USA erhöht sich um mindestens 1123 auf insgesamt 202.001.

    11.05 Uhr: Polen registriert Tageshöchstwert an Neuinfektionen

    Das polnische Gesundheitsministerium hat 1136 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das ist der höchste Tagesanstieg seit Beginn der Pandemie. Insgesamt verzeichnet Polen 82.809 nachgewiesene Ansteckungen und 2369 Todesfälle.

    11.00 Uhr: Berliner Forscher melden Entdeckung "hochwirksamer Antikörper"

    Berliner Forscher haben nach eigenen Angaben "hochwirksame" Antikörper gegen das Coronavirus entdeckt. Die Wissenschaftler der Charité und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen verfolgen nun die Entwicklung einer sogenannten passiven Impfung, wie die Charité mitteilte.

    Die Forscher isolierten fast 600 verschiedene Antikörper aus dem Blut von Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben. Besonders wirksame Exemplare konnten dann künstlich nachgebildet werden. Den Angaben zufolge binden sie sich an das Virus und verhindern damit, dass es in Zellen eindringen und sich vermehren kann. Untersuchungen an Hamstern hätten die Wirksamkeit gezeigt, so die Forscher. "Wurden die Antikörper nach einer Infektion verabreicht, entwickelten die Hamster allenfalls milde Krankheitssymptome", erklärte der Koordinator des Forschungsprojekts, Jakob Kreye. Bei präventiver Gabe der Antikörper seien die Tiere gar nicht erst erkrankt.

    Der Unterschied zu einer aktiven Impfung bestehe darin, dass bei der passiven Impfung fertige Antikörper verabreicht werden, die nach einer gewissen Zeit abgebaut werden. In der Regel sei der Schutz durch eine passive Impfung weniger beständig als durch eine aktive.

    10.55 Uhr: Skiurlauber in Österreich müssen auf Apres Ski verzichten

    In Österreich wird es im kommenden Winter in den Skigebieten kein Apres Ski in seiner bisherigen Form geben. "Skivergnügen ja, aber ohne Apres Ski", sagte der österreichische Bundskanzler Kurz. Ziel sei es, einen sicheren Wintertourismus zu ermöglichen. In Gondeln müsse zudem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. In Lokalen dürfe nur an Tischen gegessen und getrunken werden.

    10.46 Uhr: Finnischer Flughafen setzt Corona-Spürhunde ein

    Am Flughafen der finnischen Hauptstadt Helsinki sollen Hunde helfen, Corona-Infizierte zu identifizieren. Wie der Flughafen auf seiner Webseite mitteilte, wurden zehn Hunde trainiert, das Virus zu erschnüffeln.

    Nach vorläufigen Tests von Veterinärmedizinern der Universität Helsinki könnten Hunde das Virus mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit riechen, teilte der Flughafen mit. Dabei reiche ihnen eine viel kleinere Probe als für medizinische Tests erforderlich. Die Tiere könnten das Virus identifizieren, bevor sich Symptome der Erkrankung zeigten.

    In direkten Kontakt mit den Reisenden kommen die Vierbeiner nicht. Bei der Kontrolle wird mit einem Tuch über die Haut der Ankommenden gestrichen. Dieses Tuch wird dann in einem abgetrennten Raum dem Hund zum Schnüffeln gegeben.

    10.30 Uhr: Hilfsorganisation: Corona wirft Kampf gegen Hunger und Armut zurück

    Die Corona-Pandemie droht mühsam erzielte Fortschritte im weltweiten Kampf gegen Armut, Hunger und Krankheiten zunichte zu machen. Die Entwicklungsorganisation One wies darauf hin, dass durch das Virus 37 Millionen Menschen in extreme Armut geraten seien. "Wir schlagen Alarm!", sagte One-Direktor Stephan Exo-Kreischer in Berlin. Die Vereinten Nationen sind nach seiner Ansicht "ein Bollwerk" gegen das Virus. "Noch nie waren die Vereinten Nationen so wichtig wie heute", betonte Exo-Kreischer.

    10.15 Uhr: Schweizer Fachschule schickt ganzen Studiengang in Quarantäne

    Eine Hotelfachschule in Lausanne hat nach einem Dutzend Corona-Fällen einen gesamten Bachelor-Studiengang in Quarantäne geschickt. Betroffen seien rund 2500 Studentinnen und Studenten, wie die Behörden des Kantons Waadt mitteilten. Ersten Erkenntnissen zufolge haben die Betroffenen sich bei mehreren Partys infiziert, die vor Einführung der strikteren Schutzmaßnahmen vergangene Woche stattgefunden hatten. Der Unterricht soll nun online weitergeführt werden, sagte die Direktorin der Fachschule.

    8.30 Uhr: DFB plant Länderspiele mit Publikum

    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft möchte ihre Heimspiele gegen die Türkei und die Schweiz trotzt warnender Stimmen aus der Virologie und der Politik vor 9.000 Zuschauern bestreiten. Entsprechende Planungen für die Partien in Köln bestätigte DFB-Direktor Oliver Bierhoff dem Magazin "kicker".

    Allerdings wurden die Hoffnungen auf die Zuschauerrückkehr dadurch gedämpft, dass Bundesligist 1. FC Köln am vergangenen Samstag gegen die TSG Hoffenheim (2:3) ohne Zuschauer in die Saison hatte starten müssen. Schon beim Nations-League-Spiel gegen Spanien Anfang des Monats in Stuttgart (1:1) war der DFB mit dem Vorhaben gescheitert, zumindest 500 ausgewählte Angestellte aus dem Gesundheitswesen zuzulassen. Wie damals müssen auch im Oktober die lokalen Gesundheitsbehörden ebenso zustimmen wie die UEFA.

    Die Auswärtspartie gegen die Ukraine am 10. Oktober hingegen soll als nicht einmal 36-stündiger Blitzbesuch absolviert werden, bei dem jede unnötige Berührung mit der Außenwelt vermieden werden soll. Ein Grund für die "kontaktarme" Planung: Die Fußball-Bundesligisten um Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig könnten ihren Stars den Corona-Risikotrip untersagen.

    08.04 Uhr: Italien sieht sich im Kampf gegen Corona besser gerüstet als im Frühjahr

    Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte rechnet nicht mit einem zweiten flächendeckenden Lockdown im Kampf gegen eine erneute Ausbreitung des Coronavirus. "Heute ist die Situation in Italien sicherlich besser als in anderen europäischen Ländern, und wir sind besser vorbereitet auf ein mögliches Wiederaufleben der Ausbreitung des Virus - auch das Gesundheitssystem", sagte Conte der Tageszeitung "La Stampa". "Derzeit schließe ich die Möglichkeit eines allgemeinen Lockdowns aus. Es könnte - falls nötig - gezielte Schließungen geben."

    Italien gehörte während der ersten Welle der Pandemie zu den am stärksten betroffenen Ländern weltweit. Die Regierung in Rom hatte darauf mit strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen reagiert.

    07.37 Uhr: Basketball-Chef Holz: Saisonstart steht nicht in Frage

    Anders als die Deutsche Eishockey Liga hält die Basketball-Bundesliga ohne Bedingungen an ihrem geplanten Saisonstart im November fest. "Wir fangen an, alles andere ist keine Option", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind zuversichtlich und gelassen." Die Basketballer wollen am 6. November ihre neue Saison beginnen, zuvor steht im Oktober der nationale Pokal an. Die DEL hatte zuletzt die endgültige Entscheidung über eine mögliche erneute Verschiebung des Saisonstarts vertagt und bis zum 2. Oktober verbindliche Zusagen der Politik gefordert, um am 13. November zu beginnen.

    07.13 Uhr: Missbrauch von Kurzarbeitergeld kostet laut Bundesregierung Millionen

    Durch Missbrauch von Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise ist nach Angaben der Bundesregierung in diesem Jahr bisher ein Schaden von mehr als sechs Millionen Euro entstanden. Von März bis einschließlich August dieses Jahres seien bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 2.100 Fälle erfasst worden, die auf möglichen Leistungsmissbrauch beim Kurzarbeitergeld hindeuteten, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort auf eine Anfrage der FDP im Bundestag.

    "Ein konkreter Verdacht auf Leistungsmissbrauch liegt aktuell in 21 Fällen vor", so das Sozialministerium. Sie seien den Strafverfolgungsbehörden übergeben worden. Bislang sei ein finanzieller Schaden von etwa 6,3 Millionen Euro bekannt geworden.

    06.59 Uhr: Jedes zweite EU-Land nun teilweise Corona-Risikogebiet

    Die Bundesregierung hat Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt nun vor Reisen dorthin. Darunter sind direkt an Deutschland grenzende Regionen in Tschechien und Österreich sowie die Hauptstädte Dänemarks, Portugals und Irlands - Kopenhagen, Lissabon und Dublin. Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten zumindest teilweise wieder als Risikogebiete ausgewiesen.

    Erstmals wurden am Mittwoch Regionen in Dänemark, Portugal, Irland und Slowenien wegen der rasant steigenden Infektionszahlen zu Risikogebieten erklärt. In Frankreich, Tschechien, den Niederlanden, Kroatien, Rumänien, Österreich und Ungarn kamen weitere Gebiete hinzu. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen und dann in Quarantäne bleiben, bis das Ergebnis da ist.

    06.50 Uhr: Wirte kritisieren fehlende Planungssicherheit bei Corona-Maßnahmen

    Wiesn- und Innenstadtwirte in München kritisieren bei den Corona-Maßnahmen fehlende Planungssicherheit für ihre Branche. Die Politik müsse verlässlicher und vorausschauender planen, sagte der zweite Wiesnwirte-Sprecher und Nockherberg-Chef Christian Schottenhamel der Deutschen Presse-Agentur. "Wir reden seit Monaten von einer zweiten Welle. Es wäre schön, wenn wir von der Staatsregierung vorher informiert worden wären, was für diesen Fall geplant ist."

    Während seit Samstag in Bayern Bars wieder öffnen dürfen, sollen laut Kabinettsbeschluss bei Überschreitung von 50 Neuinfektionen in einer Region in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner striktere Regeln gelten. Etwa sollen sich nur fünf Menschen als Gruppe in der Öffentlichkeit aufhalten. In München wurden die Corona-Regeln wegen des Überschreitens von 50 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern bereits verschärft.

    06.32 Uhr: Amtsärzte sehen nur geringen Nutzen der Corona-App

    Die Amtsärzte in Deutschland sehen nur einen sehr geringen Nutzen der Corona-App. Da die Daten der App nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden, sei dieses Instrument in seiner derzeitigen Form "für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen", sagte die Verbandsvorsitzende der Amtsärzte, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sie betonte, die App spiele "in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle". Es komme "äußerst selten" vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines entsprechenden Warnhinweises bei den Ämtern melde. Die Politik habe entschieden, den Datenschutz über den Pandemieschutz zu stellen. "Das haben wir so zu akzeptieren", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).

    06.18 Uhr: Minister Altmaier und Maas in Quarantäne

    Nach Außenminister Heiko Maas hat sich auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Corona-Quarantäne begeben. "Heute Nachmittag erfuhr ich, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet wurde", teilte der CDU-Politiker am Abend auf Twitter mit. "Ich habe mich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben. Ich wurde am Freitag negativ getestet, es geht mir sehr gut", schrieb er weiter. Am Sonntag und Montag war Altmaier Gastgeber beim EU-Handelsministertreffen in Berlin und hatte dabei die strengen Corona-Auflagen für das Treffen hervorgehoben.

    Zuvor hatte am Mittwoch das Auswärtige Amt mitgeteilte, dass der SPD-Politiker Maas in Quarantäne gegangen sei, weil einer seiner Personenschützer mit dem Virus infiziert sei. Deshalb muss Maas auch seine geplante Reise nach Jordanien absagen. Ein erster Corona-Test bei Maas am Mittwoch sei negativ ausgefallen, teilte eine Sprecherin mit.

    06.10 Uhr: RKI gibt 2.143 neue Positiv-Tests und 19 weitere Todesfälle bekannt

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 2.143 neue Fälle, in denen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Damit liegt die Gesamtzahl nun bei 278.070. 19 weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden. Die vom RKI errechnete Zahl der Todesfälle steigt damit auf 9.428.

    06.02 Uhr: Lockdown-Regeln in Israel sollen nach Corona-Rekord verschärft werden

    Kurz nach der Verkündung von Rekordzahlen sollen die Lockdown-Bestimmungen in Israel verschärft werden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte am späten Abend in einer Videobotschaft an, dass der seit vergangenen Freitag geltende, ohnehin schon verschärfte Lockdown ab kommenden Freitag für zwei Wochen in einen "kompletten Lockdown" umgewandelt werden solle. Details nannte der Regierungschef zunächst nicht. Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass für Dienstag 6.950 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet wurden. So viele neue Fälle an einem Tag wurden bislang noch nicht registriert. Die Zahl der Tests hatte zuletzt ebenfalls zugenommen, die Quote der positiven Tests betrug aber sehr hohe 11,7 Prozent.

    Mittwoch, 23. September 2020

    21.47 Uhr: Vizepräsident der EU-Kommission in Quarantäne

    Mit EU-Kommissionsmitglied Valdis Dombrovskis hat sich ein weiterer europäischer Spitzenpolitiker wegen einer Covid-19-Infektion in seinem Umfeld in häusliche Quarantäne begeben. Der unter anderem für die EU-Handelspolitik zuständige Vizepräsident der Brüsseler Behörde teilte mit, dass eine seiner Kontaktpersonen positiv getestet worden sei. Er selbst habe allerdings keine Symptome und fühle sich gut. Während des Treffens Anfang der Woche seien auch die Abstandsregeln beachtet worden, teilte der aus Lettland stammende Politiker mit.Erst am Dienstag war ein eigentlich für diesen Donnerstag und Freitag geplanter EU-Sondergipfel abgesagt worden, weil sich EU-Ratschef Charles Michel wegen der Covid-19-Infektion eines Sicherheitsbeamten in Quarantäne begeben musste.

    20.38 Uhr: "Maximale Alarmbereitschaft" in Marseille

    Frankreich schließt im Kampf gegen das Coronavirus Bars und Restaurants in Teilen des Landes. Für die südfranzösische Hafenmetropole und das Überseegebiet Guadeloupe sei die "maximale Alarmstufe" ausgerufen worden, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran. Dort müssten ab Samstag alle Bars und Restaurants komplett schließen. In der Hauptstadt Paris und weiteren Großstädten wie Lille oder Rennes müssten Bars ab Montag um 22 Uhr schließen.

    19.40 Uhr: Chef von US-Arzneimittelbehörde will keine Einmischung bei Impfzulassung

    Der Chef der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn, hat versichert, dass er keinen politischen Einfluss auf die Zulassung von Corona-Impfstoffen erlauben wird. Die Entscheidung werde allein von Experten der FDA auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen, sagte Hahn bei einer Anhörung im US-Senat. In den vergangenen Wochen hatte Präsident Donald Trump für Aufsehen damit gesorgt, dass er Mitarbeitern der Behörde vorwarf, Impfstoff-Tests absichtlich zu verzögern.

    19.32 Uhr: Impfstoff-Allianz: Deutschland sagt zusätzliche Gelder zu

    Die Bundesregierung will die Corona-Impfstoff-Allianz "Covax" mit Geldern unterstützen, die über die 400 Millionen Euro der EU hinausgehen. "Deutschland wird sich zusätzlich mit einem substantiellen Beitrag zur Unterstützung von Entwicklungsländern beteiligen", teilte das Auswärtige Amt mit. Die EU leiste mit ihren 400 Millionen Euro eine Anschubfinanzierung und bringe ihre technische Expertise ein.An der Initiative unter Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich bislang 156 Länder beteiligt, weitere sollen in den kommenden Tagen folgen. Ziel ist, dass reichere Länder gemeinsam einen Impfstoff kaufen, um ihn dann auch an ärmere Staaten weiterzugeben.

    19.11 Uhr: UN-Organisationen: Falschmeldungen gefährden Corona-Bekämpfung

    Mehrere UN-Organisationen haben vor fatalen Auswirkungen durch Falschmeldungen in der Corona-Pandemie gewarnt. "Fehlinformationen kosten Leben. Ohne das entsprechende Vertrauen und die richtigen Informationen bleiben diagnostische Tests ungenutzt, Impfkampagnen (oder Kampagnen zur Förderung wirksamer Impfstoffe) werden ihre Ziele nicht erreichen und das Virus wird weiterhin gedeihen", teilten die Vereinten Nationen und ihr angeschlossene Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bündnis mit.Zudem erhöhten gefälschte Inhalte unter anderem in den sozialen Medien das Risiko von Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen, so dass auch die Förderung demokratischer Strukturen unter ihnen leide.

    16.30 Uhr: Maskenpflicht: Schwerpunktkontrollen in Bus und Bahn

    Von Oktober an soll es regionale, überregionale und bundesweite Schwerpunktkontrollen an bestimmten Tagen geben. Darauf haben sich Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie Bundespolizei, Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften verständigt.

    "Die zuständigen Behörden sowie die Verkehrsunternehmen werden ihre Maßnahmen zur Kontrolle und Einhaltung der Maskenpflicht sichtbar erhöhen."

    Die Aktionstage sollen demnach ein Zeichen des gemeinsamen Willens zur Einhaltung der Maskenpflicht setzen. Je nach Landesrecht soll die Kontrollen auch auf Bahnhöfe und Haltestellen ausgedehnt werden.

    15.10 Uhr: Die aktuellen Zahlen für Bayern

    Seit gestern haben sich in ganz Bayern 365 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert. Daher stieg die Zahl der Corona-Infizierten seit Beginn der Pandemie im Freistaat auf 65.881. Von der Gesamtzahl der Fälle in Bayern gelten 57.540 als genesen. Die Zahl der Todesfälle ist um drei Fälle gestiegen und liegt nun bei 2.652.

    Die meisten Infizierten-Fälle in Bayern werden vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) im Regierungsbezirk Oberbayern mit 30.318 gezählt, dort haben sich seit Dienstag 179 Menschen neu mit dem Virus infiziert. Auch bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreicht in Oberbayern mit 27,63 den höchsten Wert, liegt aber unter dem Wert von gestern (29,43).

    Der Durchschnitt aller Regierungsbezirke liegt bei 20,29, der kritische Wert bei 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner. Dieser Wert wurde in ganz Bayern laut LGL nur in München mit 51,04 übertroffen. Jedoch meldet das Landratsamt Dingolfing-Landau, dass im dortigen Landkreis die Obergrenze gerade überschritten wird - Grund sind wohl verschiedene Aktualisierungszeitpunkte der Meldedaten. Würzburg, das lange über dem 50er-Wert lag, ist inzwischen auf 47,70 gefallen.

    14.35 Uhr: Außenminister Heiko Maas wegen Corona-Infektion eines Personenschützers in Quarantäne

    Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Das Ministerium klärt derzeit, ob und inwieweit weitere Menschen betroffen sind.

    13.40 Uhr: Kulturetat des Bundes soll um 120 Millionen Euro steigen

    Für Kultur und Medien sollen im kommenden Jahr gut 120 Millionen Euro zusätzlich im Bundeshaushalt bereit stehen. Nach dem Regierungsentwurf für den Etat 2021, den das Kabinett am Mittag verabschiedete, stehen Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dann insgesamt 1,94 Milliarden Euro zur Verfügung. Das sei ein Plus von rund 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, hieß es in einer Mitteilung.

    Ebenfalls beschlossen: die Förderung coronagerechter Raumluftanlagen. Kulturinstitutionen könnten am Programm zur Auf- und Umrüstung von Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten gezielt teilhaben.

    13.24 Uhr: Wegen Corona weltweit massive Einkommensverluste

    Das Einkommen von Arbeitnehmern weltweit ist wegen der Corona-Pandemie drastisch eingebrochen. Der Rückgang dürfte von Januar bis Ende September 3,5 Billionen Dollar (rund drei Billionen Euro) betragen, berichtete die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf. Das sei ein Rückgang von 10,7 Prozent zum Vergleichszeitraum 2019. In diesen Zahlen sind staatliche Einkommensbeihilfen nicht berücksichtigt. Die Menschen seien auf Einkommen angewiesen, um ihre Familien zu ernähren, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder. "Die Folgen (dieses Verlustes) sind katastrophal", sagte er.

    Betroffen sind demnach vor allem Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Steuerliche Anreize und staatliche Hilfen zur Stützung der Wirtschaft habe es vor allem in Ländern mit hohen Einkommen gegeben. Die armen Länder brauchten Schuldenerlass und mehr Entwicklungshilfe.

    Weltweit sei die Zahl der Arbeitsstunden stärker eingebrochen als zunächst angenommen, schreibt die ILO. Im 2. Quartal 2020 seien verglichen mit dem 4. Quartal 2019 Arbeitsstunden im Umfang von 495 Millionen Vollzeitstellen (auf Basis einer 48-Stunden-Woche) weggefallen. Das entspreche 17,3 Prozent.

    13.06 Uhr: Virologe Drosten warnt: "Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen"

    Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend gewappnet. "Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern", sagte er im Vorfeld der Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin: "Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns."

    "Es werden schon Festtagsreden auf den deutschen Erfolg gehalten, aber man macht sich nicht ganz klar, woher er kam", sagte Drosten. Er gehe nur darauf zurück, dass Deutschland früher reagiert habe als andere Länder: "Wir haben nichts besonders gut gemacht. Wir haben es nur früher gemacht", erklärte der Leiter des Instituts für Virologie der Charité.

    "Wenn man das jetzt überträgt in den Herbst, dann muss man sich natürlich klarmachen, dass wir auch weiterhin nichts besser machen als andere", so Drosten. Im Moment wisse niemand genau, wie die Pandemie weiter verlaufen wird. Erst am Ende werde klar sein, wie sich die Wissenschaft geschlagen habe.

    Klar müsse auch sein, dass die Zulassung eines Impfstoffs nicht sofort die Lösung des Problems bedeute, sagte Drosten: "Neben der zu erwartenden Verteilungskompetition ist es auch gar nicht so einfach, so viele Vakzinedosen in Flaschen abzufüllen und die dann auch zu verimpfen", erklärte er: "Deswegen ist das schon eine Unternehmung fürs ganze Jahr 2021."

    12.44 Uhr: Kanzleramtschef sieht keinen Anlass für Lockerungen

    Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sieht momentan keine Möglichkeiten für weitere Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen. Mit Blick auf die nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Dienstag, sagte Braun in Berlin, man habe schon bei den letzten Gesprächen mit den Ministerpräsidenten gesagt, dass momentan kein Anlass dafür gegeben sei, über weitere Lockerungen nachzudenken.

    Braun sprach von einer zunehmenden Tendenz bei den Corona-Zahlen und verwies auf eine abnehmende Zahl von Landkreisen ohne Fälle sowie eine steigende Zahl sogenannter Hotspots: "Wir müssen eben sehr darauf dringen, dass wir überall, wo Hotspots entstehen, wo ein diffuses Infektionsgeschehen ist, auch über klare Beschränkungen sprechen, damit sich das Geschehen insgesamt in Deutschland weiter gut eindämmen lässt."

    Merkel und die Länderchefs hatten zuletzt Ende August über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten und wollen am kommenden Dienstag bei einer Videokonferenz erneut miteinander sprechen.

    12.24 Uhr: "Einsatzfähigkeit sichergestellt" - 289 Corona-Fälle bei Bayerns Polizei

    In Bayern gab es bislang 289 bestätigte Corona-Infektionen bei Polizeibeamten. Die meisten traten bei der bayerischen Bereitschaftspolizei (61 Personen) sowie im südbayerischen Raum auf, wie das Innenministerium mitteilte. Im Bereich des Präsidiums Oberbayern Nord waren es zwischen 9. März und 21. September 33 bestätigte Fälle, im Präsidium Oberbayern Süd 35 sowie im Präsidium München 45 Fälle. Aktuell wegen einer bestätigten Corona-Infektion dienstunfähig sind 29 Beamte, das Gros davon mit 16 Fällen bei der bayerischen Bereitschaftspolizei.

    Das Innenministerium betonte, dass die Einsatzfähigkeit der Polizei im Freistaat mit ihren derzeit rund 43.500 Stellen trotz der Covid-19-Fälle sichergestellt ist. Dazu, ob sich die Beamten während des Dienstes infiziert haben, gibt es keine Statistiken. Der eindeutige Nachweis dafür sei aber ohnehin kaum zu erbringen, teilte das Ministerium weiter mit.

    12.02 Uhr: Daimler will in Untertürkheim offenbar Tausende Stellen abbauen

    Der Autobauer Daimler will im Rahmen seines Sparkurses am Konzernstammsitz in Stuttgart-Untertürkheim nach Betriebsratsangaben bis zum Jahr 2025 rund 4.000 Stellen abbauen. Ein Papier mit diesem Inhalt wurde von den örtlichen Arbeitnehmervertretern unter den Beschäftigten verteilt, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Eine Daimler-Sprecherin ging auf Anfrage nicht auf diese Zahl ein. Sie sprach generell davon, dass die Kosten "optimiert" werden müssten, um die Rentabilität des Unternehmens zu sichern.

    Die Corona-Krise sorgt für tiefrote Zahlen bei Daimler und zwingt den Autobauer zur Verschärfung seines sowieso geplanten Sparkurses. Im zweiten Quartal fuhr der Konzern rund zwei Milliarden Euro Verlust ein. Weil weltweit Fabriken stillstanden, Autohäuser schließen mussten und auch viele andere Unternehmen nicht arbeiten und somit auch keine Lastwagen kaufen konnten, knickten die Absatzzahlen ein.

    11.48 Uhr: Regierung ruft zu intensiverer Nutzung der Corona-App auf

    Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die neue Corona-Warn-App für Smartphones auch mit Blick auf den Herbst und Winter intensiver einzusetzen. "Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin bei einer Zwischenbilanz nach 100 Tagen. Dazu gehöre, bei einem eigenen positiven Testergebnis auch seine Kontakte darüber zu informieren. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle.

    Spahn betonte, die App sei "kein Allheilmittel". Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

    Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) nannte die im Auftrag des Bundes entwickelte Anwendung eine "große Erfolgsgeschichte". Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie häufiger heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Sie sei inzwischen auch 400.000 Mal in ausländischen Stores heruntergeladen worden, um sie in Deutschland nutzen zu können. Spahn betonte, die App sei «kein Allheilmittel». Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

    11.40 Uhr: China weist Kritik von Trump bei UN-Generaldebatte zurück

    Als Reaktion auf die scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump auf der UN-Generaldebatte in New York hat China ebenfalls zu einem verbalen Rundumschlag gegen die USA ausgeholt. Trump habe das UN-Podium dafür missbraucht, "um Lügen zu verbreiten und unbegründete Anschuldigungen gegen China zu erheben" , sagte der Pekinger Außenamtssprecher Wang Wenbin.

    Anders als vom US-Präsidenten beschrieben, sei China nicht verantwortlich für die Corona-Pandemie. Trumps Kritik sei vielmehr ein Versuch, von der Ineffizienz der USA im Kampf gegen das Virus abzulenken.

    Sechs Wochen vor der US-Wahl hatte Trump am Dienstag bei der UN-Generaldebatte mit scharfen Angriffen auf China Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts der beiden größten Volkswirtschaften ausgelöst. "Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat - China", hatte Trump in Anspielung auf Covid-19 in seiner Videobotschaft gesagt.

    11.27 Uhr: In Russland neues Zwei-Monats-Hoch - Über 6.400 Infektionen

    In Russland ist mit 6431 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert für die vergangenenen beiden Monate registriert worden. Insgesamt haben sich damit 1.112.241 Menschen mit dem Virus angesteckt. In den vergangenen 24 Stunden starben 150 Menschen an Covid-19. Damit sind knapp 20.000 Patienten der Seuche erlegen.

    11.03 Uhr: Kabinett segnet Haushaltsentwurf für 2021 ab

    Das Bundeskabinett hat den Entwurf für den Bundeshaushalt 2021 beschlossen. Im Kampf gegen die Corona-Krise plant Finanzminister Olaf Scholz (SPD) darin erneut mit erheblichen Schulden - rund 96 Milliarden Euro sollen aufgenommen werden. Auch im kommenden Jahr soll deshalb die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden.

    Die Ausgaben sollen, auch angesichts sinkender Steuereinnahmen, fast ein Fünftel niedriger sein als 2020 - allerdings schlugen in diesem Jahr auch maßgebliche Mehrkosten etwa für Hilfspakete zu Buche. Ab 2022 will Scholz die Schuldenbremse wieder einhalten. In gewissem Umfang sind aber auch damit Kredite erlaubt, so dass eine Rückkehr zur schwarzen Null vorerst nicht in Sicht ist.

    Nach dem Kabinettsbeschluss befassen sich nun Bundestag und Bundesrat mit den Haushaltsplänen. Zum Jahresende sollen sie endgültig verabschiedet werden.

    10.53 Uhr: Rummenigge verspricht "seriösen" Umgang mit Corona

    Karl-Heinz Rummenigge verspricht einen "seriösen und disziplinierten" Umgang mit dem Corona-Thema beim umstrittenen Supercup in Budapest. "Wir haben jegliches Interesse daran, dass dort wirklich kein Ischgl des Fußballs stattfindet", sagte der Vorstandschef von Bayern München vor dem Spiel am Donnerstag gegen den FC Sevilla in der ungarischen Hauptstadt im ZDF-Morgenmagazinon.

    "Ich glaube, Bauchschmerzen hat jeder", sagte Rummenigge weiter, "das Spiel findet in einer Stadt statt, die eine RKI-Inzidenzzahl von über 100 hat, das heißt: nochmal den doppelten Faktor Münchens. Das ist ernst zu nehmen." Er verstehe deshalb "all diejenigen, die sagen, man muss wirklich extrem vorsichtig mit dem Thema umgehen. Das tun wir".

    Bis zu 20.000 Fans dürfen das Spiel in der Puskas Arena besuchen. Rummenigge rechnet allerdings nur noch mit "unter 1.000" Münchner Anhängern.

    10.36 Uhr: Leopoldina empfiehlt einheitliche Regeln für Corona-Herbst

    Knapp eine Woche vor den nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Blick auf den Corona-Herbst einheitlichere Regeln in Deutschland angemahnt.

    "Um der Gefahr einer auch in Deutschland wieder schwerer zu kontrollierenden Entwicklung der Pandemie rechtzeitig zu begegnen, ist es dringend notwendig, dass sich die Verantwortlichen in Bund und Ländern rasch auf bundesweit verbindliche, wirksame und einheitliche Regeln für das Inkrafttreten von Vorsorgemaßnahmen einigen und diese konsequenter als bisher um- und durchsetzen", heißt es in einer Stellungnahme der Akademie: "Mit Blick auf eine mögliche angespannte Situation im Herbst und Winter sollten bundesweit einheitliche Regeln und Eskalationsstufen für Schutzmaßnahmen definiert werden, die je nach regionalem Infektionsgeschehen greifen."

    Die Wissenschaftler haben seit Beginn der Pandemie mehrfach in Stellungnahmen Politikempfehlungen abgegeben, die dann auch in die aktuellen Beratungen eingeflossen sind. Merkel und die Länderchefs wollen am kommenden Dienstag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen sprechen. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland und Befürchtungen über eine Verschärfung der Lage im Herbst und Winter.

    10.16 Uhr: Erste Klagen gegen Österreich wegen Corona-Ausbruch in Ischgl

    Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz klagen im Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus im Tiroler Ski-Ort Ischgl auf Schadenersatz. Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) hat beim Landesgericht Wien erste Zivilklagen von Einzelpersonen gegen die Republik Österreich eingebracht, teilte die private Organisation mit. Dabei handele es sich um erste Musterprozesse und noch um keine Sammelklage. Insgesamt hätten sich mehr als 6.000 Tirol-Urlauber bei dem Verein als Geschädigte gemeldet. Viele davon stammten aus Deutschland.

    Der Verbraucherschutzverein will als nächsten Schritt im kommenden Jahr versuchen, eine oder mehrere große Sammelklagen zu organisieren. "Doch bis solche Sammelklagen mit Urteilen enden, vergehen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte," sagte der Obmann des Vereins, Peter Kolba.

    Der Corona-Ausbruch in Ischgl, das auch "Ibiza der Alpen" genannt wird, galt als Hotspot des Landes und trug zur Verbreitung des Virus in ganz Europa bei. Vor allem in überfüllten Apres-Ski-Bars dürfte das Virus den idealen Nährboden für eine Verbreitung gefunden haben. Hunderte Österreicher und Tausende ausländische Touristen infizierten sich.

    10.09 Uhr: Fast 2.400 Neuinfektionen in Tschechien - Zweithöchster Anstieg

    Tschechien verzeichnet mit 2.394 Neuinfektionen den zweithöchsten Tagesanstieg seit Beginn der Coronavirus-Pandemie. Damit erhöhte sich die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen seit dem ersten Fall in dem Land im März auf 53.158, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Tschechien gehört zu den europäischen Ländern, in denen sich das Virus derzeit am schnellsten ausbreitet, die Zahl der Neuinfektionen hat sich im September verdoppelt. Als Reaktion darauf haben die Behörden einige Maßnahmen zur Eindämmung wieder eingeführt, wie das Tragen von Masken und ab Donnerstag strengere Beschränkungen der Öffnungszeiten von Bars.

    Das Robert-Koch-Institut hatte zuletzt auch die Region Středočeský (Mittelböhmische Region) als weiteres Risikogebiet eingestuft. Bisher galt das für Prag und Středočeský (Mittelböhmen).

    09.44 Uhr: Lauterbach fordert bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich aufgrund der Corona-Pandemie für eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. "Es wäre dringend notwendig, auf öffentlichen Plätzen die Maskenpflicht einzuführen, wo Menschen Sicherheitsabstände nicht einhalten können", sagte Lauterbach der "Rhein-Neckar-Zeitung". Das laute Sprechen in Gruppen erhöhe das Infektionsrisiko auch im Freien.

    Der SPD-Politiker rechnet für den Winter mit einer zweiten Infektionswelle. "Die Gefahr einer Ansteckung ist in geschlossenen Räumen zwanzig Mal so hoch wie draußen unter freiem Himmel", sagte Lauterbach. "Das spricht dafür, dass auch in Deutschland die Fallzahlen steigen werden, wenn es kälter wird." Einen zweiten Lockdown hält er aber nicht für nötig: Gesundheitsexperte. "Je früher wir gezielt sinnvolle Maßnahmen ergreifen, desto besser."

    09.26 Uhr: Staatsschauspiel-Intendant Beck für einheitliche Regeln an Theatern

    Der Intendant am Bayerischen Staatsschauspiel, Andreas Beck, mahnt bundesweit einheitliche und gelockerte Corona-Regeln an Theatern an. "Unsere Belüftungssysteme sind besser als die in den Bahnen und Bussen. Warum hat die Kunst die härtesten Auflagen?", sagte Beck der Münchner "Abendzeitung". Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) müsse hier handeln: "Das kann doch nicht wahr sein, dass jedes Bundesland unter anderen Bedingungen Theater machen soll. In der Bundesliga geht es ja auch anders."

    Er wünsche sich eine Regelsammlung, "in der die Bestimmungen, unter denen wir spielen dürfen, für alle einheitlich festgehalten werden und jedes Haus danach eigenverantwortlich Theater macht. Mit der starken Hoffnung, dass wir dann nicht mehr nur vor einem viertelgefüllten Saal spielen".

    09.15 Uhr: Britischer Außenminister schließt landesweiten Lockdown nicht aus

    Großbritanniens Außenminister Dominic Raab schließt angesichts steigender Infektionszahlen einen zweiten landesweiten Lockdown nicht aus. Wenn sich aber jeder Brite an die Vorsichtsmaßnahmen halte, könnten Kontakteinschränkungen in der Weihnachtszeit vermieden werden, sagt Raab.

    08.59 Uhr: Rekord an Corona-Infektionen in Israel - Fast 6.900 neue Fälle

    Wenige Tage nach Beginn eines zweiten landesweiten Lockdowns sind die Corona-Zahlen in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte mit, am Vortag seien 6.861 Fälle registriert worden. So viele Neuinfektionen an einem Tag wurden in dem Land noch nicht verzeichnet - allerdings nahm zuletzt auch die Zahl der Tests zu. Der bisherige Rekord datierte mit 5.533 Fällen vom 15. September. Vor vier Monaten, am 23. Mai, waren lediglich 5 Neuinfektionen verzeichnet worden.

    Seit Freitag gilt in dem Mittelmeerstaat ein zweiter landesweiter Lockdown. Die Menschen müssen sich mit Schulschließungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit arrangieren. Die Regierung will mit den neuen, zunächst drei Wochen geltenden Restriktionen vor allem eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

    Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1.769 tägliche Neuinfektionen ausgewiesen.

    08.35 Uhr: Corona-App - Entwickler ziehen positive Bilanz

    Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. Die App funktioniere und man arbeite weiter an Verbesserungen, erklärte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden.

    Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,4 Millionen Mal heruntergeladen. Da einige Anwender die App aber auch deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

    Michael Schuster, Co-Lead des Projektes bei SAP, verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den US-Technologiekonzernen Apple und Google, die die technisch notwendigen Schnittstellen bereitstellen. Zusammen mit Apple habe man auch die jüngsten Probleme auf dem iPhone-Betriebssystem iOS lösen können. Schuster betonte, es wäre gut, wenn man noch mehr Menschen in Deutschland dazu motivieren könnten, sich die App herunterzuladen.

    08.00 Uhr: Österreichs Kanzler Kurz sagt Wiener Opernball ab

    Der international bekannte Wiener Operball wird aufgrund der Infektionslage in Österreich nicht stattfinden. "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Es wäre "verantwortungslos, den Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten". Gerade Feste und Feiern seien ein Ort der Ansteckung.

    Der Traditionsball, an dem jedes Jahr Tausende Menschen teilnehmen, war für den 11. Februar 2021 geplant.Der aktuelle Spielbetrieb der Staatsoper und anderer Häuser ist laut ORF nicht von der Absage betroffen. Grünen-Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer lobte die Sicherheits- und Präventionskonzepte der Kultureinrichtungen als "vorbildhaft".

    07.35 Uhr: 1.769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

    Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr).

    Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

    Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen.

    06.45 Uhr: Sky und DAZN reisen nicht zum Supercup-Finale

    Sky und DAZN schicken aus Sicherheitsgründen keine Journalisten zum Supercup-Finale des FC Bayern gegen Sevilla in Budapest. Der Pay-TV-Sender und der Internetanbieter übertragen das Spiel am Donnerstagabend live, die Kommentatoren sitzen aber in Deutschland. Budapest ist vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft worden.

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte im Zusammenhang mit dem Supercup-Finale vor einem möglichen "Fußball-Ischgl" gewarnt.

    05.30 Uhr: GEW-Chefin für Maskenpflicht im Unterricht

    Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine generelle Maskenpflicht in Schulen gefordert. "Die meisten Lehrkräfte finden eine Maskenpflicht auch im Unterricht eher hilfreich. Diesen Schutz muss man ihnen bieten", forderte die Vorsitzende Marlis Tepe in der "Passauer Neuen Presse". Pädagogisch sei dies zwar nicht sinnvoll, "aber es schützt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern".

    Tepe forderte weiter Gefährdungsbeurteilungen für jede Schule und ein bundesweit einheitliches Konzept für das Lüften der Unterrichtsräume. "Es gibt marode Schulen, in denen nicht einmal die Fenster geöffnet werden können. Da muss es Alternativlösungen geben", so die GEW-Chefin.

    Dienstag, 22. September 2020

    21.39 Uhr: Lungentransplantation in Mexiko erfolgreich

    In Mexiko ist nach Angaben eines Krankenhauses eine Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten geglückt. Nach einer Mitteilung war der 55-Jährige bereits am 31. August im Privatkrankenhaus Christus Muguerza in der Stadt Monterrey sieben Stunden lang operiert worden. Er war demnach zuvor 52 Tage lang künstlich beatmet worden, nachdem er im Juni erkrankt war. "Ohne die Transplantation war die Lebenserwartung des Patienten null", wurde der Chirurg Manuel Wong Jaén zitiert. Der Mann befinde sich auf dem Weg der Genesung. Er werde eine praktisch normale Lebensqualität haben.

    Nach Angaben der Klinik soll es sich bei der OP um die erste erfolgreiche Lungentransplantation an einem Covid-19-Patienten in Lateinamerika gehandelt haben. Im Mai war in Wien die erste Lungentransplantation an einer Covid-Patientin in Europa geglückt. Auch in den USA hat es das schon gegeben.

    20.48 Uhr: Landkreis Dingolfing-Landau kündigt strengere Maßnahmen an

    Der Landkreis Dingolfing-Landau überschreitet voraussichtlich den Schwellenwert von 50 Corona-Neuinfektionen bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Deshalb habe das Landratsamt mit sofortiger Wirkung entschieden, Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens anzuordnen, heißt es in einer Pressemitteilung. Demnach gilt in allen Schulen – auch Grundschulen - im Landkreis ab morgen (Mittwoch, 23.9.) eine generelle Maskenpflicht. Sie betrifft die Schüler sowie das Personal. In Kitas ist laut Landratsamt die Betreuung in festen Gruppen verpflichtend. Eine Maskenpflicht soll hier allerdings nur für das Personal gelten.

    Nach Auffälligkeiten im Zusammenhang mit vermehrten Corona-Infektionen in einer Firma im Landkreis hatte das Landratsamt kürzlich eine vorsorgliche Reihentestung veranlasst. Bei dieser habe man 32 positiv getestete Personen ermitteln können. Die Fälle verteilten sich auf mehrere Firmen, die zusammenarbeiteten, heißt es in der Mitteilung des Landratsamts.

    20.23 Uhr: Frankreich meldet mehr als 10.000 Neu-Infektionen

    Frankreich verzeichnet erneut mehr als 10.000 Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 10.008 Corona-Fälle nach lediglich 5298 am Vortag hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In zwölf Tagen überschritt die Zahl der Neuinfektionen sechs Mal die Marke von 10.000.

    Insgesamt haben sich 468.069 Personen mit dem Corona-Virus infiziert. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 31.416.

    20.07 Uhr: Johnson will möglicherweise Militär einsetzen

    Der britische Premier Boris Johnson will zur Kontrolle schärferer Corona-Maßnahmen in England möglicherweise auch das Militär einsetzen. Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson im Londoner Parlament. Am Abend wollte er sich mit einer Rede an die Briten wenden.

    20.03 Uhr: Putin will UN-Mitarbeiter kostenlos impfen

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei den Vereinten Nationen für den ersten Impfstoff seines Landes gegen das Coronavirus geworben. Russland sei bereit, kostenlos alle UN-Mitarbeiter mit dem Vakzin impfen zu lassen, sagte Putin einer der Generalversammlung in New York gezeigten Videoansprache.

    Russland sei es als erstem Land der Welt gelungen, einen Impfstoff zu registrieren, betonte Putin. Der Kremlchef schlug auch eine Online-Konferenz auf höchster Staatsebene für Länder vor, die an einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines Impfstoffs interessiert seien.

    19.32 Uhr: Erste Klage gegen das Land Tirol

    Der Verbraucherschutzverein stellt am Mittwoch (23.09.) die erste Musterklagen gegen die Republik und das Land Tirol vor, die am selben Tag beim Landgericht für Zivilrechtssachen Wien als Vorbereitung einer etwaigen Sammelklage eingebracht werden sollen. Ski-Touristen hatten sich beim Urlaub in Tirol - insbesondere in Ischgl - mit dem Coronavirus infiziert. Aus Sicht der Kläger wurden sie zu spät und nicht ausreichend vor der Gefahr gewarnt.

    19.16 Uhr: Michel in Quarantäne, EU-Sondergipfel wird verschoben

    Wegen eines Corona-Falls in seiner Umgebung hat Ratspräsident Charles Michel den für diese Woche geplanten EU-Sondergipfel kurzfristig auf Anfang Oktober verschoben. Michel sei in Quarantäne, teilte sein Sprecher am Dienstag mit. Dabei hatte sich beim Topthema des Gipfels gerade Bewegung abgezeichnet: Die von EU-Sanktionen bedrohte Türkei erklärte sich zu Gesprächen mit Griechenland bereit. Die Verschiebung des Gipfels gibt nun eine Woche mehr Zeit für eine Klärung im Erdgasstreit.

    Ursprünglich wollten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag und Freitag unter Michels Leitung in Brüssel treffen. Themen sollten neben dem Erdgasstreit die möglichen Sanktionen gegen Politiker in Belarus, die Beziehungen zu China, die engere Abstimmung im Kampf gegen Corona und der Brexit-Streit mit Großbritannien sein.

    Am späten Dienstagnachmittag kam die vorläufige Absage. "Der Präsident des Europäischen Rats hat heute erfahren, dass ein Sicherheitsbeamter, mit dem er Anfang vergangener Woche in engem Kontakt war, positiv auf Covid getestet wurde", schrieb Michels Sprecher Barend Leyts auf Twitter. "Der Präsident hat sich regelmäßig testen lassen und wurde erst gestern negativ getestet." Dennoch habe sich Michel entsprechend den belgischen Regeln am Dienstag in Quarantäne begeben. Als neuen Termin für den EU-Sondergipfel nannte der Sprecher den 1. und 2. Oktober.

    18.26 Uhr: Mehr als 200.000 Virus-Tote in den USA

    In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200.000 überstiegen. Die Marke wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Dienstag überschritten. Die USA stehen damit für rund jeden fünften Corona-Todesfall weltweit. Derzeit kommen den Zählungen zufolge etwa 800 Verstorbene pro Tag hinzu. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land rund 6,86 Millionen Infektionsfälle bestätigt - auch das ist ein internationaler Höchstwert.

    Kritiker machen US-Präsident Donald Trump für das Ausmaß der Krise in dem Land mitverantwortlich. Der Rechtspopulist hatte die Gefahr durch das Virus öffentlich lange kleingeredet. Nach dem Lockdown im Frühjahr pochte er dann auf eine rasche Rückkehr zur Normalität, um die Wirtschaft im Wahljahr wieder in Gang zu bringen. Trump selbst bezeichnet seinen Umgang mit der Pandemie regelmäßig als großen Erfolg: Ohne seinen Einsatz wären noch viel mehr Menschen gestorben, erklärte er.

    Der US-Präsident, der sich bei der Präsidentschaftswahl in sechs Wochen für eine zweite Amtszeit wiederwählen lassen will, attackiert zudem regelmäßig China, wo das Virus Ende vergangenen Jahres erstmals aufgetaucht war. Am Dienstag nutzte Trump seine Rede bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung für neue Angriffe gegen die Regierung in Peking: "Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche über die Welt gebracht hat: China", sagte Trump in seiner Videoansprache.

    16.50 Uhr: Kontaktbeschränkungen in Schottland

    Zur Eindämmung einer zweiten Virus-Welle führt Schottland landesweite Beschränkungen für private Treffen ein. Diese seien ähnlich wie die am Montag ausgerufenen Beschränkungen in Nordirland, sagt schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon. Dort dürfen sich inzwischen die Bürger in geschlossenen Räumen nur noch mit einem anderen Haushalt treffen. Im Freien sind zwei Haushalte mit maximal sechs Personen erlaubt.

    16.36 Uhr: Schweden erwägt neue Maßnahmen in Stockholm

    Hintergrund ist ein Anstieg der Neuerkrankungen. Schweden hat sich bislang in der Virus-Krise weitgehend gegen staatlich verfügte Einschränkungen entschieden und vielmehr an die persönliche Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger appelliert.

    16.26 Uhr: 448 Neuinfektionen in Bayern

    In Bayern haben sich seit Beginn der Pandemie 65.516 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 448 mehr als gestern, teilt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf seiner Internetseite mit. Insgesamt gelten 56.640 Menschen als genesen. Mit zwei weiteren Toten liegt die Zahl der Todesfälle nun bei 2.649.

    Die meisten Infizierten gab es in Oberbayern mit 30.139. Dort haben sich seit Montag 195 Menschen neu mit dem Virus angesteckt. In der Oberpfalz werden mit 16 die wenigsten Neu-Infektionen gezählt. Insgesamt gibt es dort seit Beginn der Pandemie 6.310 Corona-Fälle.

    Bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreicht Oberbayern mit 29,43 den höchsten Wert. Der Durchschnitt aller Regierungsbezirke liegt bei 21,69.

    Anhand dieser Zahl werden die neuen Infektions-Fälle registriert, die innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind. Der kritische Wert liegt bei 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner.

    Dieser Wert wurde in Würzburg mit 60,99 erneut überschritten, liegt aber unter dem Höchstwert vom Sonntag (79,76). Auch die Stadt München (55,93) liegt darüber. Der Inzidenz-Frühwarnwert liegt bei 35 Neu-Infektionen binnen sieben Tagen. Diesen haben die Stadt Neu-Ulm (39,04) und der Landkreis Würzburg (38,31) überschritten.

    16.12 Uhr: Trump stellt China wegen Virus-Krise an den Pranger

    US-Präsident Donald Trump fordert die Vereinten Nationen auf, China wegen des Umgangs mit der Virus-Krise zur Verantwortung zu ziehen. Die im Weißen Haus aufgezeichnete Rede soll am Dienstag in der Vollversammlung eingespielt werden. Darin wirft Trump China und auch der Weltgesundheitsorganisation WHO vor, falsch über den Charakter der Ausbreitung des Corona-Virus informiert zu haben. Sie hätten zunächst erklärt, es gebe keine Belege für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. "Später haben sie fälschlicherweise gesagt, Personen ohne Symptome würden die Krankheit nicht verbreiten - Die Vereinten Nationen müssen China für sein Verhalten zur Rechenschaft ziehen", so Trump.

    15.44 Uhr: Spanien: Arbeitgeber zahlen für Homeoffice

    In Spanien übernehmen Arbeitgeber die durch Homeoffice anfallenden Kosten. Darauf einigt sich die Regierung in Madrid mit Gewerkschaften und Unternehmern. "Es war von grundlegender Bedeutung, die Heimarbeit zu regulieren, um die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen" sagt der stellvertretende Ministerpräsident Pablo Iglesias. Drei Monate nach dem Ende der Corona-Lockdowns arbeiten in Spanien Millionen von Arbeitnehmern immer noch zu Hause.

    15.22 Uhr: Laschet will Maskenpflicht nicht verschärfen

    "Derzeit ist das bei uns kein Thema", sagt Ministerpräsident Armin Laschet. Eine solche Verschärfung sei in dem bevölkerungsreichtsten Bundesland nicht erforderlich. In den vier Orten in NRW mit höheren Inzidenzzahlen seien die Corona-Ansteckungsquellen bekannt: "Man kann die Pandemie da bekämpfen." Alles weitere werde sich im Winter zeigen.

    15.05 Uhr: England verschärft Beschränkungen

    Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise in Großbritannien verschärft Johnson für England erneut die Schutzvorkehrungen. Pubs und Restaurants sollen von Donnerstag an spätestens um 22 Uhr schließen. Außerdem wird nur noch Service am Tisch erlaubt sein. Die Regierung weitet zudem die Maskenpflicht aus: Auch in Taxis oder Geschäften soll das Maskentragen künftig verpflichtend sein, genauso wie in Pubs oder Restaurants, wenn man sich gerade nicht an seinem Sitzplatz befindet. Hochzeiten sind nur noch mit 15 Teilnehmern erlaubt. Außerdem forderte Johnson Arbeitnehmer wieder auf, wenn möglich von zuhause zu arbeiten - eine Kehrtwende, nachdem er wochenlang eine große "Back to Office"-Kampagne ("Zurück ins Büro") propagiert hatte. Fußballspiele sollen weiterhin vor leeren Rängen stattfinden. Es gehe aber nicht um einen zweiten Lockdown. Schulen und Universitäten blieben geöffnet, die Wirtschaft solle am Laufen bleiben.

    Man werde die schärferen Corona-Maßnahmen streng überprüfen und Geldstrafen verhängen, verkündete Johnson am Dienstag im Londoner Parlament. Die Polizei werde dabei präsenter in den Straßen des Landes sein, gegebenenfalls könne auch das Militär eingesetzt werden. Die neuen Vorgaben sollen voraussichtlich sechs Monate lang gelten. Wenn es nicht gelinge, die sogenannte Reproduktionszahl unter 1 zu drücken, drohten weitere Einschränkungen.

    Das Land befinde sich an einem "gefährlichen Wendepunkt", sagte der Premier. In den vergangenen Tagen kamen fast täglich 3.500 bis 4.400 neue Fälle hinzu, die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen. Verbreite sich das Virus ungehindert im gleichen Tempo weiter, könnte Großbritannien Mitte Oktober fast 50.000 Fälle pro Tag zählen, warnen führende Gesundheitsexperten.

    Die neuen Maßnahmen gelten für England, da in Schottland, Nordirland und Wales die regionalen Regierungen darüber bestimmen. Nach einem Treffen mit den Ministern der anderen Landesteile kündigte Johnson jedoch an, dort würden ähnliche Maßnahmen getroffen. In Nordirland gelten allerdings bereits deutlich schärfere Regeln.

    14.20 Uhr: Aiwanger fordert Heizpilze für die Gastronomie

    Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger appelliert an Kommunen, im Herbst und Winter sogenannte Heizpilze für die Bewirtung zuzulassen. Dies sei wichtig, um in Corona-Zeiten bei sinkenden Temperaturen dennoch ein Geschäft im Außenbereich zu ermöglichen und das Infektionsrisiko zu minimieren, sagt der Chef der Freien Wähler.

    14.08 Uhr: Bayern ordert zehn Millionen Schnelltests

    Bayern ordert nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder zehn Millionen Schnelltests. Zudem gebe das Land 50 Millionen Euro für ein Lüftungsprogramm für Schulen und Kitas aus, sagt der CSU-Chef nach der Kabinettssitzung in München. Das Land verschärfe zudem seine Auflagen für eine Maskenpflicht und reduziere die erlaubte Zahl an Personen bei privaten Treffen im auf 25 im Inneren und 50 im Außenbereich.

    13.56 Uhr: Verschärfte Maßnahmen in Tschechien

    Der neue tschechische Gesundheitsminister verschärft die Maßnahmen gegen die Pandemie. Roman Prymula erklärt, Kneipen werden nach 22.00 Uhr geschlossen. Einen Tag, nachdem sein Vorgänger wegen des Anstiegs der Infektionen zurückgetreten ist, sagt der Epidemiologe, dass Massenveranstaltungen begrenzt werden müssen. Ministerpräsident Andrej Babis sagt zu Kritik am Corona-Management, dass bis zum Ende des Jahres genügend Krankenhausbetten zur Verfügung stehen werden. Nach 1476 neuen Fällen liegt die Gesamtzahl der Infektionen bei 50.764.

    13.40 Uhr: Prag rechnet mit deutscher Reisewarnung für ganz Tschechien

    Die Regierung in Prag rechnet damit, dass Deutschland in Kürze ganz Tschechien zum Corona-Risikogebiet erklärt. Angesichts des Anstiegs neuer Fälle müsse man davon ausgehen, dass diese Entscheidung bereits an diesem Mittwoch fallen könnte, sagte Tschechiens Außenminister Tomas Petricek nach Angaben der Agentur CTK. Die Zahl der Fälle sei, bezogen auf die Einwohnerzahl, in Tschechien "deutlich höher" als in Deutschland.

    Petricek sprach nach eigenen Angaben am Rande von EU-Beratungen in Brüssel mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas über das Thema. "Für uns wird es vor allem wichtig sein, dass diese Entscheidung keine negativen Auswirkungen hat auf Grenzpendler, auf Menschen, die zum Studium oder zur Arbeit nach Deutschland fahren", betonte der Sozialdemokrat. Nach Schätzungen sind mehr als 37.000 tschechische Grenzgänger in Deutschland beschäftigt, vor allem im Gesundheitswesen und in der Gastronomie.

    Laut der EU-Behörde ECDC liegt die Anzahl der neuen Fälle in den vergangenen 14 Tagen, auf 100.000 Einwohner gerechnet, in Tschechien bei 207. In Deutschland liegt der Wert nur bei 26,3. Die Bundesregierung hatte vor kurzem bereits Prag und die angrenzende Mittelböhmische Region zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen.

    Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist, oder sich nach Ankunft innerhalb von 72 Stunden auf eine Corona-Infektion testen lassen. Bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses besteht die Pflicht zur Quarantäne.

    13.14 Uhr: In Europa deutlicher Anstieg bei Todesfällen und Neuinfektionen

    Das Coronavirus breitet sich derzeit weltweit immer schneller aus, betroffen ist davon vor allem Europa. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wurden in der vergangenen Woche weltweit 1.998.897 neue Corona-Fälle registriert. Dies sei ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber der Vorwoche und "die höchst Zahl an registrierten Fällen innerhalb einer Woche seit Beginn der Epidemie". In Europa nahmen die Neuinfektionen sogar um elf Prozent zu, in Afrika dagegen gingen sie laut den gemeldeten Zahlen um zwölf Prozent zurück.

    Die Zahl der zusätzlichen Corona-Todesfälle weltweit lag laut WHO bei 37.700 - die Zahl ging demnach um rund zehn Prozent gegenüber der Vorwoche zurück. Allerdings galt dieser Trend nicht für Europa, wo die Zahl der Toten binnen einer Woche rapide auf über 4.000 stieg. Dies sei ein Anstieg um 27 Prozent gegenüber der Vorwoche, erklärte die WHO.

    Insgesamt steckten sich seit dem Auftreten des neuartigen Coronavirus Ende vergangenen Jahres laut einer auf offiziellen Angaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP weltweit mehr als 31 Millionen Menschen an, fast 962.000 von ihnen starben.

    12.48 Uhr: Virologe Drosten erhält Verdienstorden

    Unter dem Motto "Vereint und füreinander da" zeichnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober 15 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. Unter den Geehrten ist auch der Virologe Christian Drosten, wie das Präsidialamt mitteilte.

    Zur Begründung hieß es unter anderem, Drosten habe wichtige und weltweit anerkannte Erkenntnisse zum Corona-Infektionsgeschehen geliefert und diese auch mit innovativen Formaten der Öffentlichkeit vermittelt.

    12.40 Uhr: Maßnahmen nach Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen aufgehoben

    Nach dem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen sind dort die Zahlen wieder deutlich gesunken. Damit sollten am Dienstag die Beschränkungen des öffentlichen Lebens auslaufen, wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag am Montag laut Gesundheitsamt bei 26 und laut Landesamt für Gesundheit bei 20,35 - die Diskrepanz war zunächst nicht zu klären.

    Zeitweise hatte der Wert bei mehr als 57 und damit über dem Signalwert von 50 gelegen. Deshalb mussten Gaststätten um 22.00 Uhr schließen, maximal fünf Menschen durften sich im öffentlichen Raum treffen. An Privatveranstaltungen durften höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder 100 Personen draußen teilnehmen.

    12.31 Uhr: Spahn will Corona-Schnelltests ab Oktober einsetzen

    Gesundheitsminister Jens Spahn will ab Oktober verstärkt neben den üblichen Corona-Tests auch Schnelltests einsetzen, die für Reisende und in Pflegeeinrichtungen genutzt werden sollen. Es gebe jetzt europäische und transatlantische Hersteller, die diese Schnelltests monatlich in "nennenswerter Größenordnung zur Verfügung" stellen könnten, sagte der CDU-Politiker auf einer deutsch-französischen Parlamentarierversammlung in Berlin. Die Qualität der Schnelltests sei zwar noch nicht so gut wie die von normalen PCR-Tests, "aber sie ist gut genug", fügte er hinzu. Deshalb sollten sie ab Oktober eine sinnvolle Ergänzung in der nationalen Teststrategie werden.

    Es gebe Probleme bei den herkömmlichen Corona-Tests, räumte Spahn ein. "Denn sie fallen auch positiv aus, wenn eine Person nicht mehr infektiös ist", so der Gesundheitsminister. Man arbeite mit dem Robert-Koch-Institut daran, Parameter zu entwickeln, wie man die Analyse des Tests verfeinern könne. Dies könnte etwa Auswirkungen auf Quarantäneregeln haben.

    12.00 Uhr: Bad Königshofen macht alle Kitas und Schulen dicht

    Wegen zahlreicher Coronavirus-Fälle im unterfränkischen Bad Königshofen sind alle drei Kitas und sechs Schulen dort geschlossen geblieben. Zudem dürften bis auf Weiteres keine Besucher in die Alten- und Pflegeheime der 6.000-Einwohner-Stadt, wie das Landratsamt des Landkreises Rhön-Grabfeld mitteilte. Die Maßnahmen sollten zunächst nur für einen Tag gelten - es werde noch beraten, wie es weitergehe.

    Die vielen Fälle führen die Behörden auf eine Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen zurück. Dort hätten sich mindestens 17 Gäste mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, Tests am Montag ergaben 13 weitere Infizierte. Die Betroffenen kämen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld und von außerhalb. Auch am Dienstag sollten Tests erfolgen.

    11.55 Uhr: Steinmeier beklagt Aggressivität in der Corona-Debatte

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine zunehmende Aggressivität bei der Diskussion über die Corona-Maßnahmen beklagt. Zum Auftakt seiner Kaffeetafel in Schloss Bellevue mit Bürgerinnen und Bürgern, von denen einige die Corona-Beschränkungen für falsch halten, sagte er, der Graben zwischen den unterschiedlichen Lagern werde immer breiter. Die Diskussion an der Kaffeetafel sei "ein Test", ob ein zivilisierter Austausch dazu noch möglich sei.

    Steinmeier betonte, er finde es unverständlich, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse gänzlich in Zweifel gezogen würden. Er verstehe aber, wenn der Blick auf die Pandemie auch von der eigenen Lebenssituation geprägt sei. Es mache einen Unterschied, ob jemand in einem Haus wohne oder in einer engen Mietwohnung, ob der Arbeitsplatz gefährdet sei oder nicht. Die Gäste waren eingeladen, von ihren Erfahrungen zu berichten.

    11.30 Uhr: Flächendeckende Schulschließung kommt für Karliczek "nicht infrage"

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich nach dem Kanzleramtstreffen zur Lage der Schulen in der Corona-Pandemie deutlich gegen erneute flächendeckende Schulschließungen ausgesprochen. Wichtig sei, dass regional das Infektionsgeschehen im Griff behalten werde, sagte die CDU-Politikerin: "Eine weitere flächendeckende Schulschließung kommt nicht infrage. Ist aber auch, glaube ich, überhaupt nicht nötig."

    In mehreren Bundesländern waren seit Beginn des neuen Schuljahres wegen Corona-Fällen Schulen wieder vorübergehend geschlossen oder Klassen in Quarantäne geschickt worden. Das bayerische Kultusministerium etwa hatte am Montag mitgeteilt, dass sich im Freistaat derzeit mehr als 8.800 Schüler und 771 Lehrer in Quarantäne befänden.

    11.14 Uhr: UEFA hält an Fan-Konzept fest - 800 Karten-Rückläufer aus München

    Die UEFA hält an ihrem Zuschauer-Konzept für den Supercup zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla fest. Das Pilotprojekt zur Fan-Rückkehr werde trotz der Kritik aus Deutschland unverändert fortgesetzt, hieß es von der Europäischen Fußball-Union. Am Donnerstag soll die rund 67.000 Zuschauer fassende Puskás Arena in Budapest zu 30 Prozent ausgelastet sein, obwohl die ungarische Hauptstadt ein Corona-Risikogebiet ist.

    Allerdings werden weit weniger Bayern-Fans nach Ungarn reisen als anfangs gedacht. Rund 800 Tickets wurden aus München bereits an die UEFA zurückgegeben. Der Verband hatte eine kostenfreie Stornierung erlaubt. 2.100 Karten standen den Bayern-Anhängern zur Verfügung. Aus Sevilla lagen der UEFA ohnehin nur etwas weniger als 350 Ticket-Anfragen vor.

    11.07 Uhr: TÜV empfiehlt Grippeimpfung - auch wegen Corona

    Der TÜV Rheinland empfiehlt mit Blick auf Corona und die kältere Jahreszeit die Grippeschutzimpfung. "Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sollten wir so gut wie möglich gegen vermeidbare Erkrankungen vorbeugen", sagte die Fachgebietsleiterin Arbeitsmedizin beim TÜV Rheinland, Wiete Schramm, in Köln.

    Eine wichtige Maßnahme hierfür seien vor allem die von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) empfohlenen Impfungen. In der vergangenen Grippesaison verzeichnete das RKI in Deutschland offiziell mehr als 186.000 Grippefälle.

    Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung insbesondere für Menschen ab 60 Jahren. Zudem gilt die Impfempfehlung für besonders gefährdete Personen wie Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit bestimmten chronischen Erkrankungen, Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sowie Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Außerdem wird Berufstätigen, die viel mit Menschen in Kontakt kommen oder in einem Gesundheitsberuf tätig sind, zu der Grippeschutzimpfung geraten.

    10.53 Uhr: Russland meldet meiste Neuinfektionen seit zwei Monaten

    Russland meldet den höchsten Tagesanstieg bei den Corona-Infektionen seit dem 18. Juli. Binnen 24 Stunden seien 6.215 Fälle hinzugekommen, teilen die Behörden mit. Insgesamt wurden somit bereits 1.115.810 Ansteckungen bestätigt, das ist die vierthöchste Zahl weltweit. Die Zahl der Toten stieg den Angaben zufolge innerhalb von einem Tag um 160 auf 19.649. In Russland leben etwa 144 Millionen Menschen.

    10.49 Uhr: Spahn will EU-Datenaustausch über freie Intensivbetten

    Gesundheitsminister Jens Spahn fordert einen europäischen "Datenraum" in der Corona-Krise, in dem Informationen darüber ausgetauscht werden, wo Intensivbetten zur Behandlung von Patienten zur Verfügung stehen. Eine solche Übersicht zu bekommen, habe auch auf deutscher Ebene eine Weile gedauert, sagt der CDU-Politiker vor der deutsch-französischen Parlamentarischen Versammlung. Nötig sei nun auf EU-Ebene eine Daten-Schnittstelle. Deutschland nahm auf dem ersten Höhepunkt der Corona-Krise Patienten aus Frankreich, den Niederlanden und Italien in weniger ausgelasteten Krankenhäusern auf.

    10.40 Uhr: Ort der Friedensnobelpreis-Zeremonie wegen Corona verlegt

    Der Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht wie üblich auf einer feierlichen Zeremonie im Rathaus von Oslo überreicht. Stattdessen wird es eine deutlich kleinere Zeremonie mit begrenzter Teilnehmerzahl in der Aula der Universität der norwegischen Hauptstadt geben, wie das norwegische Nobelinstitut mitteilte. Der oder die Preisträger werden dann vor Ort sein oder digital zugeschaltet werden.

    Am traditionellen Zeitpunkt der Preisverleihung, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel am 10. Dezember, wird sich dagegen nichts ändern. Das übliche Bankett und ein Konzert zu Ehren des Preisträgers fallen jedoch aus. Die Aula wurde bereits von 1947 bis 1989 für die Vergabe des Friedensnobelpreises genutzt. Seitdem wurde die Auszeichnung im Osloer Rathaus überreicht.

    10.28 Uhr: Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis derzeit klar ab

    Der Deutsche Ethikrat lehnt eine Einführung von Immunitätsnachweisen für das Coronavirus derzeit klar ab. Grund seien "erhebliche Unsicherheiten" über die Immunität und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium in einer in Berlin vorgelegten Stellungnahme. Zugleich sollten frei verkäufliche Tests zum Nachweis einer Unempfindlichkeit gegen das Coronavirus wegen "zweifelhafter Verlässlichkeit" und eines daraus folgenden Gefährdungspotenzials strenger reguliert werden.

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte den Ethikrat im Frühjahr um eine Stellungnahme gebeten. Hintergrund war breite Kritik an ursprünglichen Plänen, dass Immunitätsausweise auch Ausnahmen von Alltagsbeschränkungen ermöglichen könnten. Spahn zog die Pläne auch nach scharfem Protest des Koalitionspartners SPD zurück.

    10.25 Uhr: München laut RKI wieder unter Inzidenzwert von 50

    Laut den jüngsten Angaben auf der Website des Robert-Koch-Institutes (RKI) liegt München bei der wichtigen 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern wieder unter dem Wert 50, die aktuelle Zahl beträgt 49,7. Angegeben werden derzeit 729,2 Fälle pro 100.000 Einwohner, die absolute Zahl der Fälle beträgt 10.738.

    09.49 Uhr: Reallöhne im zweiten Quartal historisch stark gesunken

    Die Reallöhne in Deutschland sind in der Corona-Krise so stark gesunken wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen die Reallöhne im Dreimonatszeitraum von April bis Juni um 4,7 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Dabei habe Kurzarbeit die Einkommensverluste noch teilweise abgefedert.

    Nominal, also nicht preisbereinigt, sanken die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen um rund 4,0 Prozent. Die Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um knapp 0,8 Prozent zu. Der sich daraus ergebende reale Verdienstrückgang von rund 4,7 Prozent ist nach Angaben des Bundesamtes die "historisch stärkste Abnahme der Nominal- und auch der Reallöhne im Vorjahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2007 und somit stärker als in der Finanzmarktkrise 2008/2009".

    Im ersten Quartal waren die Reallöhne um 0,4 Prozent gestiegen. Dies war bereits die schwächste Steigerungsrate seit dem letzten Quartal 2013.

    09.34 Uhr: Großbritannien empfiehlt wieder Arbeit von zu Hause

    Angesichts stark steigender Infektionszahlen empfiehlt die britische Regierung ihren Bürgern im Kampf gegen das Coronavirus wieder die Arbeit im Homeoffice. "Leuten, denen es möglich ist, von zu Hause zu arbeiten, würden wir empfehlen, das zu tun", sagte Staatsminister Michael Gove dem Sender Sky News: "Die Infektionsrate geht nach oben, die Zahl der Menschen, die ins Krankenhaus müssen, geht nach oben, und deswegen müssen wir handeln."

    Der konservative Premierminister Boris Johnson wollte sich heute mit einer Rede an seine Landsleute wenden, um ihnen den Ernst der Lage bewusst zu machen. In ganz Großbritannien steigen die Infektionszahlen rapide an: In den vergangenen Tagen kamen täglich 3.500 bis 4.000 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Infektionen verdoppelte sich ungefähr innerhalb von sieben Tagen.

    09.25 Uhr: Würzburg plant keine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen

    In Würzburg ist eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen derzeit nicht geplant. Das teilte ein Sprecher der Stadt auf BR-Anfrage mit. Am Montag stellte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Maskenpflicht für öffentliche Plätze in allen bayerischen Corona-Hotspots in Aussicht, wo Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Das will das Kabinett heute in einer Sitzung beschließen.

    Die entsprechenden Plätze sollen die Kommunen festlegen, in denen der Inzidenzwert 50 oder höher ist. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 61,78 gilt die Stadt Würzburg deutschlandweit als Corona-Hotspot. In Bayern ist die Inzidenzrate in Würzburg am höchsten, direkt gefolgt von der Landeshauptstadt München. Dort liegt der Wert laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aktuell bei 56,13.

    09.18 Uhr: Philippinen verlängern Katastrophenzustand bis 2021

    Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat den wegen der Coronavirus-Pandemie ausgerufenen Katastrophenzustand für sein Land um ein Jahr verlängert. Dieser gestattet den Behörden bis September 2021 Preiskontrollen für wichtige Versorgungsgüter wie Reis oder Öl für Kochstellen. Außerdem können sie Finanzmittel für Notfälle schneller abrufen. Quarantäne-Vorschriften und Abstandsregeln bleiben in Kraft.

    Duterte hatte den Katastrophenzustand im März ausgerufen, als es auf den Philippinen knapp 200 Corona-Infektionen gab und in diesem Zusammenhang etwa ein Dutzend Todesfälle. Mittlerweile verzeichnen die Philippinen offiziell mehr als 290.000 Infektionen und knapp 5.000 Tote.

    09.09 Uhr: TUI kappt Winterangebot um 60 Prozent

    Wegen der mauen Nachfrage dünnt der Reiseveranstalter TUI sein Angebot für den Winter 2020/21 aus. Die Kapazitäten seien zuletzt um ein weiteres Fünftel auf 40 Prozent reduziert worden, teilte der weltgrößte Tourismuskonzern mit: "Dies spiegelt die anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf Reisebeschränkungen wider." Die Buchungen für das Winterprogramm lägen wegen der Corona-Krise 59 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, während der durchschnittliche Verkaufspreis um drei Prozent gestiegen sei.

    Wegen der Virus-Pandemie ist TUI bereits auf Staatshilfen von rund drei Milliarden Euro angewiesen. Darüber hinaus lote man weiter "Optionen zur Realisierung einer optimalen Bilanzstruktur und zur langfristigen Entwicklung des Unternehmens" aus, erklärte der Management. Insidern zufolge will TUI die Aktionäre zur Kasse bitten, um das Finanzpolster in der Corona-Krise zu stärken. In den kommenden Wochen plant das Unternehmen demnach eine Kapitalerhöhung zwischen 700 Millionen und einer Milliarde Euro. Wegen der angespannten Lage gilt auch eine Staatsbeteiligung bei TUI als Option.

    08.50 Uhr: Israelisches Kabinett beschließt Milliardenhilfen in Corona-Krise

    Zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise hat die israelische Regierung weitere milliardenschwere Hilfen für Unternehmen und Angestellte beschlossen. Das Kabinett billigte in der Nacht auf Dienstag Ausgaben von geschätzt 10,5 Milliarden Schekel (umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro). Dazu zählt eine Einmalzahlung an Firmen für die Weiterbeschäftigung von Angestellten im September und Oktober.

    Ende vergangener Woche hatte in dem Land ein mindestens dreiwöchiger Lockdown begonnen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte zuvor Rekordwerte erreicht. Das Kabinett gab zudem seine Zustimmung für einen Plan, die Bezüge des Ministerpräsidenten sowie von Abgeordneten und Ministern vorübergehend um zehn Prozent zu kürzen. "Wir alle müssen die Last tragen", erklärte Regierungschef Benjamin Netanjahu.

    08.28 Uhr: Rotes Kreuz errichtet im Jemen ein Corona-Hospital

    Das Rote Kreuz hat im Süden des Jemens ein Feldhospital insbesondere für Coronavirus-Patienten in Betrieb genommen. Das Krankenhaus in Aden habe 60 Betten, Notfalleinrichtungen, Wachstationen, eine Röntgenabteilung und ein Labor, erklärte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes . Finanziert wurde es unter anderem von Norwegen, dem finnischen Roten Kreuz und dem jemenitischen Roten Halbmond. "Dieses Zentrum wird jetzt Leben retten und auf lange Sicht auch zunehmende Infektionen verhindern", sagte die norwegische Außenministerin Ine Eriksen Søreide.

    Das vom Bürgerkrieg geschwächte Krankenhaussystem im Süden des Jemens hatte seine Arbeit weitgehend eingestellt. Spitäler in Aden sind geschlossen, Angestellte geflohen, Kranke werden abgewiesen. Daher kann sich das Coronavirus weitgehend ungebremst ausbreiten. Nach offiziellen Angaben sind im Jemen 2.030 Infektionen bestätigt worden, gut 587 Infizierte sind gestorben. Damit hat der Jemen die weltweit höchste Todesrate im Verhältnis zu den Infektionen.

    08.05 Uhr: Infektionen in Tschechien steigen auf über 50.000

    Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Tschechien ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen eines Tages um 1.476 auf 50.764 gestiegen. Ende August waren es noch knapp 25.000. Gesundheitsminister Adam Vojtech hat angesichts der rasant steigenden Zahlen inzwischen seinen Rücktritt eingereicht. Nachfolger soll der Epidemiologe Roman Prymula werden.

    07.46 Uhr: Kanzleramt - Grenzschließungen nicht Mittel der Wahl

    Trotz steigender Infektionszahlen in den Nachbarländern sollen die Grenzen Deutschlands nach Auffassung von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) offen bleiben. "Wir haben keine guten Erfahrungen mit Grenzschließungen gemacht", sagte Braun im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Deutschland brauche die Pendler wie etwa Krankenschwestern aus Frankreich, die im Saarland arbeiteten, ebenso wie den freien Warenverkehr: "Deshalb sind Grenzschließungen überhaupt nicht das Mittel der ersten Wahl," Vielmehr müsse der Arbeitgeber des Pendlers Hygienekonzepte erarbeiten, um die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern.

    07.28 Uhr: Patientenschützer fordern "Corona-Monitor" für Pflegeheime

    Deutschlands Patientenschützer fordern ein Meldesystem für infizierte Heimbewohner und Altenpflegekräfte. Es fehle noch immer ein tagesaktueller Überblick zum Infektionsgeschehen in den Pflegeeinrichtungen, kritisierte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bund und Länder nähmen "nicht in den Blick, dass hier 900.000 Menschen leben und mehr als 750.000 arbeiten". Das Intensivbettenregister der Kliniken habe sich bewährt, um die Auslastung steuern zu können, so Brysch. Ein bundesweites Monitoring für die Covid-19-Lage in der Altenpflege sei aber nicht vorhanden. "Das ist fatal, denn hier lebt die Hochrisikogruppe auf engstem Raum zusammen", sagte Brysch. Bundesgesundheitsminister Jerns Spahn (CDU) müsse hier "endlich handeln, um die Altenpflege coronafest zu machen".

    07.04 Uhr: Jeder zweite Neu-Infizierte in Bayern 15 bis 34 Jahre alt

    In Bayern ist derzeit fast jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. 47 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dieser Altersgruppe. "In diesem Alter gibt es häufig Kontakte mit einer Vielzahl an Personen - und die Ansteckungsgefahr wird in dem einen oder anderen Fall unterschätzt", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. 29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren.

    "Der Anstieg der Corona-Infektionen in Bayern lässt sich zum Teil noch auf die vielen Sommer-Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückführen", sagte Huml: "Aber auch unvorsichtiges Verhalten, das das Risiko für die Übertragung von SARS-CoV-2 erhöht, kann ein Grund sein."

    06.49 Uhr: Britische Pubs und Lokale müssen früher schließen

    Angesichts rapide zunehmender Corona-Fälle müssen sich die Menschen in Großbritannien bald auf verschärfte Beschränkungen einstellen. Ab Donnerstag sollen Pubs, Bars und andere gastronomische Stätten um spätestens 22.00 Uhr schließen, wie das Büro von Premier Boris Johnson mitteilte. Zudem wird nur Service am Tisch erlaubt. Johnson will die neuen Maßnahmen am heutigen Dienstag verkünden und das Parlament über den Stand der Dinge in der Corona-Pandemie in Kenntnis setzen.

    Erst am Montag hatten die Chefmediziner in England, Schottland, Wales und Nordirland die offizielle Covid-19-Alarmstufe von drei zu der zweithöchsten Stufe vier angehoben. Dies bedeutet, dass das Virus allgemein zirkuliert und sich rapide ausbreitet. Die Fallzahlen stiegen "schnell und wahrscheinlich exponentiell", stellten die Chefmediziner fest.

    Andere Experten warnten, dass die Zahl der Neuinfektionen im Oktober auf bis zu 50.000 am Tag hochschnellen könnte, wenn nicht sofort Maßnahmen ergriffen würden. Am Montag kamen 4.300 neue Fälle hinzu.

    06.32 Uhr: Steuereinnahmen sinken in Corona-Krise weiter

    Die Virus-Pandemie belastet nach wie vor den deutschen Fiskus. Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern lagen im August mit 51,4 Milliarden Euro 2,3 Prozent unter dem Niveau vor Jahresfrist, wie das Bundesfinanzministerium mitteilte. In den ersten sieben Monaten des Jahres summierte sich der Rückgang auf 7,3 Prozent. "Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise belasteten weiterhin das Steueraufkommen." So gab es bei den Lohnsteuern allein im August ein Minus von 6,6 Prozent. Zudem drückten Maßnahmen zur Abfederung der Krise wie Steuerstundungen auf die Einnahmen.

    Wie aus der jüngsten Steuerschätzung hervorgeht, müssen Bund, Länder und Gemeinden für den Zeitraum 2020 bis 2024 mit rund 29,6 Milliarden Euro weniger auskommen als noch im Frühjahr angenommen. Allein für 2020 und 2021 muss der Bund demnach nochmals mit fast 20 Milliarden Euro weniger rechnen.

    06.10 Uhr: Marburger Bund unterstützt Spahns Fieberambulanzen

    Der Ärzteverband Marburger Bund unterstützt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Spiel gebrachten Pläne für sogenannte Fieberambulanzen. Sie seien "sehr sinnvoll", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der "Passauer Neuen Presse": "Es gilt unbedingt zu vermeiden, dass Patienten mit anderen Erkrankungen sich scheuen, zum Arzt oder in die Klinik zu gehen. Je klarer wir die Wege für mögliche Covid-19-Patienten bahnen, desto eher trauen sich andere, wieder den Hausarzt aufzusuchen."

    Spahn hatte am Montag die Pläne zur Einrichtung der Fieberambulanzen mit Blick auf einen befürchteten Anstieg der Corona-Zahlen konkretisiert. Der CDU-Politiker sprach von "Schwerpunktsprechstunden" und "regionalen Fieberambulanzen", an die sich Patienten mit entsprechenden Symptomen künftig wenden können sollen.

    05.35 Uhr: 1.821 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

    Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Samstag war mit 2.297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

    Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 274.158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.396. Das sind zehn mehr als am Vortag. Rund 243.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

    Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Montag bei 1,06 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

    Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,04 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

    Montag, 21. September 2020

    22.45 Uhr: Tschechiens Regierungschef bereut Lockerungen

    Tschechiens Regierungschef Andrej Babis hat Versäumnisse bei der Bekämpfung des neuartigen Coronavirus eingeräumt. Seine Regierung habe falsch gehandelt, als sie die Corona-Maßnahmen vor den Sommerferien gelockert habe, sagte Babis in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. Wegen der zuletzt stark steigenden Infektionszahlen war zuvor der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech zurückgetreten. Er habe sich von der Sommerzeit und der "allgemeinen Stimmung mitreißen" lassen, sagte Babis. "Das war ein Fehler, den ich nicht wiederholen möchte."

    Die Regierung in Prag hatte zunächst mit strengen Maßnahmen auf die Corona-Pandemie reagiert und unter anderem eine auch im Freien geltende Maskenpflicht verhängt. Vor Beginn der Sommerferien lockerte die Regierung dann jedoch einen Großteil der Maßnahmen.

    Zuletzt waren die Fallzahlen in Tschechien wieder stark gestiegen. Am vergangenen Donnerstag verzeichneten die Behörden eine Rekordzahl von 3.130 Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus.

    22.40 Uhr: Großbritannien erhöht Warnstufe

    Angesichts steigender Neuinfektionen erhöht Großbritannien die offizielle Covd-19-Warnstufe auf vier von zuvor drei. Stufe vier bedeutet, dass die Virus-Übertragung groß ist. In Großbritannien droht nach Einschätzung von Experten ein rapider Anstieg der Corona-Todeszahlen, wenn das Land nicht umgehend gegensteuert. Der britische Premierminister Boris Johnson dürfte am Dienstag weitere Maßnahmen ankündigen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

    22.29 Uhr: Laptops für Lehrer kommen

    Die geplanten Dienstlaptops für Lehrer sollen zügig angeschafft werden. Das teilte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), SPD-Chefin Saskia Esken und den Kultusministern der Länder mit. "Ausdrücklich zu begrüßen ist die Bereitschaft der Bundesregierung, noch in diesem Jahr die Beschaffung der Endgeräte für Lehrkräfte zu ermöglichen", sagte Hubig.

    Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, will der Bund die dafür veranschlagten 500 Millionen Euro zunächst vorstrecken. Nachträglich soll die Finanzierung dann, wie von der großen Koalition im August vereinbart, aus dem noch zu bildenden 750 Milliarden Euro schweren Corona-Aufbaufonds der EU erfolgen.

    Bekräftigt wurde bei dem Treffen im Kanzleramt außerdem, dass sich der Bund mit 500 Millionen Euro an den Kosten für Ausbildung und Finanzierung von Administratoren, die sich um die Technik an den Schulen kümmern sollen, beteiligen will. Zudem wurde der Aufbau einer bundesweiten Bildungsplattform und sogenannter digitaler Kompetenzzentren vereinbart, in denen unter anderem Lehrer für die Arbeit mit digitalen Unterrichtsmitteln weitergebildet werden sollen.

    21.29 Uhr: Spahn sieht Deutschland gut gerüstet

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält Deutschland im Kampf gegen das Coronavirus für besser gerüstet als noch im Frühjahr. "Wir wissen zum Beispiel besser, wie wir die Intensivkapazitäten in den Kliniken genauer, zielgenauer auch steuern können", sagte der CDU-Politiker in einem ARD-Extra. Die Medizin wisse besser, welche Behandlungsmethoden sinnvoll seien. Zudem habe man auch mehr Testkapazitäten und mehr Schutzausrüstung für betroffenes Personal. "Wir sind nochmal deutlich besser gerüstet, als wir es im Frühjahr waren."

    Spahn warb dafür, den Herbst- oder Winterurlaub in Deutschland zu verbringen. "Wir haben gesehen, mit dem Winterurlaub - Stichwort Ischgl - und jetzt nochmal in den Sommerferien, dass mit dem Reisen, mit der Mobilität auch zusätzliche Infektionsrisiken entstehen."

    Bayern kämpfe bis heute auch mit den Infektionsherden, die sich daraus ergaben. "Ich denke man kann auch in Deutschland einen schönen Urlaub verbringen", sagte Spahn.

    20.41 Uhr: Fast 37.500 Neu-Infizierte in den USA

    In den USA sind binnen 24 Stunden 37.417 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 6,786 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt.

    Die Zahl der Todesopfer sei um 270 auf 199.024 gestiegen. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.

    20.21 Uhr: Steinmeier lädt zur Diskussion über Corona-Maßnahmen

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat für morgen (Dienstag) zum kritischen Austausch über die Corona-Maßnahmen ins Schloss Bellevue eingeladen. An seiner Kaffeetafel mit Bürgerinnen und Bürgern will er die Frage aufwerfen, ob die Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie notwendig oder unangemessen sind.

    Die Gäste - unter ihnen eine Schuldenberaterin, eine Schülersprecherin, ein Arzt, ein Kinderbuchautor und der Geschäftsführer eines Kulturfestivals - sollen von ihren Erfahrungen berichten. Gespräche an der Kaffeetafel Steinmeiers gibt es seit gut zwei Jahren. Dabei geht es darum, dass alle ihre Meinung sagen und einander aber auch zuhören.

    20.11 Uhr: DEL fehlen 60 Millionen Euro

    Der Deutschen Eishockey Liga (DEL) fehlen aufgrund der Corona-Krise 60 Millionen Euro. Das teilte die Liga nach einer Gesellschafterversammlung der 14 Clubs in Frankfurt mit. Deshalb droht eine erneute Verschiebung des Saisonstarts, der zunächst vertagt wurde. "Alle Clubs wollen unbedingt spielen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist dies wirtschaftlich nicht seriös darstellbar", sagte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold.

    Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat die Entscheidung über den Saisonstart wegen der Corona-Pandemie vertagt und erneut Unterstützung aus der Politik gefordert. Es brauche verbindliche Zusagen bis zum 2. Oktober, um am 13. November in die Saison starten zu können, erklärte Arnold.

    Die 20 Prozent der eigentlichen Zuschauer-Kapazitäten, die aktuell zugelassen sind, sind für einen wirtschaftlichen Spielbetrieb aber zu wenig. Die DEL fordert daher von der Politik bis Ende kommender Woche Perspektiven für einen Spielbetrieb mit mehr Zuschauern.

    19.58 Uhr: Trump spricht bei UN-Vollversammlung

    Überschattet von der Corona-Krise beginnt am Dienstag die diesjährige Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Wegen der Pandemie findet das diplomatische Spitzentreffen weitestgehend virtuell statt: Die Vertreter der UN-Mitgliedstaaten werden Videoansprachen halten.

    Mit besonderer Spannung wird am Dienstag die Rede von US-Präsident Donald Trump erwartet. Der Rechtspopulist ist ein scharfer Kritiker internationaler Organisationen. Weitere Redner sind Chinas Staatschef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin.

    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) wird seine Rede am Dienstag kommender Woche am letzten Tag der Generaldebatte halten. Die Generaldebatte markiert den Beginn des 75. Sitzungsjahrs der UN-Vollversammlung. Bereits am Montag hatten die Vereinten Nationen ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert. Die Vereinten Nationen waren 1945 als Nachfolgeorganisation des Völkerbunds gegründet worden, um nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Zusammenarbeit zu fördern und Konflikte zu vermeiden. Der Weltorganisation gehören mehr als 190 Staaten an.

    19.38 Uhr: Roche bringt Super-Schnelltest auf den Markt

    Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat den in Aussicht gestellten Schnelltest zur Diagnose einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf den Markt gebracht. Der Antigen-Test sei nun in Ländern, die die CE-Kennzeichnung akzeptieren, verfügbar, erklärt Roche.

    Der Test sei zur Erkennung sowohl von symptomatischen als auch asymptomatischen Patienten gedacht und liefere in der Regel ein Resultat binnen 15 Minuten. In den USA will Roche eine Notfallzulassung beantragen. Der weltgrößte Anbieter von medizinischer Diagnostik hat bereits verschiedene Coronavirus-Tests lanciert.

    19.25 Uhr: Steigende Zahlen in Frankreich

    In Frankreich steigt die Zahl der Infizierten um 5.298 an. Die montags veröffentlichten Zahlen sind allerdings meistens auffallend niedrig, da sonntags weniger als an den anderen Wochentagen getestet wird.

    Ingesamt liegt die Zahl der Infizierten bei 458.061. Die Zahl der Corona-Toten steigt in den vergangenen 24 Stunden um 53 auf 31.338 an.

    19.15 Uhr: Johnson denkt über strengere Maßnahmen nach

    Bereits jetzt zählt Großbritannien mit offiziell 41.777 Verstorbenen die meisten Corona-Todesfälle in Europa und die fünftmeisten weltweit.

    Für mehrere Gegenden wurden bereits striktere Maßnahmen zur Eindämmung angeordnet, so zuletzt für große Teile von Wales, wo ab Dienstagabend knapp ein Drittel der Bevölkerung sich nur noch eingeschränkt bewegen darf. Auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon stimmte ihre Landsleute bereits auf weitere Einschränkungen ein.

    Am Dienstag will sich Premierminister Boris Johnson an die Briten wenden. Die Regierung erwägt striktere Vorkehrungen, allerdings will sie einen erneuten vollständigen Lockdown vermeiden.

    19.00 Uhr: WHO-Initiative für Impfstoff mit 64 Ländern

    64 Länder mit hohem Einkommen haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichtet, die gerechten Verteilung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus weltweit finanziell zu unterstützen. Darunter sind Deutschland, Großbritannien Frankreich und viele andere europäische Länder, nicht aber die USA. Die Unterschrift von 38 weiteren Regierungen werde in den nächsten Tagen erwartet, berichtete die WHO in Genf. Auch China beteiligt sich bislang nicht an der sogenannten Covax-Initiative der WHO. Es gebe aber permanent Gespräche mit allen Regierungen der Welt, sagte der Chef der Impfallianz Gavi, Seth Berkley.

    Diese 64 Länder sichern sich auf der einen Seite Zugang zu neun Impfstoffkandidaten, die von Covax unterstützt werden. Einige haben sich unabhängig davon auch über Vorverträge mit einzelnen Firmen Impfdosen gesichert, sollte das Unternehmen erfolgreich sein, darunter auch Deutschland. Auf der anderen Seite verpflichten sie sich, 92 Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen, die an dem Programm teilnehmen, beim Einkauf von Impfdosen zu helfen.

    Die WHO hat das Ziel, bis Ende 2021 zwei Milliarden Dosen eines Impfstoffs bereitzustellen. Voraussetzung ist, dass ein effizienter Impfstoff schnellstens gefunden und behördlich genehmigt wird. Sie geht davon aus, dass zwei Impfdosen pro Person nötig sind.

    Covax ist eine Zusammenarbeit von Regierungen und Pharmaunternehmen. Damit soll einerseits die Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten gegen Covid-19, die Krankheit, die das Virus auslöst, beschleunigt werden. Gleichzeitig soll Covax sicherstellen, dass ein geprüfter Impfstoff als erstes die Menschen erreicht, die ihn am dringendsten brauchen, und zwar in allen Ländern, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Regierungen.

    18.45 Uhr: Maskenpflicht auf Weihnachtmärkten gefordert

    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert für die kommende Weihnachtsmarktsaison eine Maskenpflicht. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der Tageszeitung "Die Welt": "Mobile Temperaturkontrollen und Handdesinfektionsspender müssen dann, ebenso wie die Maske, zum Erscheinungsbild des Weihnachtsmarktes gehören".

    Landsberg sprach sich gegen eine Absage der Märkte aus: "Ein behutsames und differenziertes Vorgehen statt genereller Absagen ist notwendig, damit die Akzeptanz der Menschen erhalten bleibt." Ohne die notwendige Einsicht und Überzeugung der Menschen werde die mittel- und langfristige Eindämmung der Corona-Pandemie schwierig.

    18.39 Uhr: Bundespolizisten überprüfen künftig Aussteigekarten

    Um falsche Angaben von Einreisenden aus Corona-Risikogebieten zu verhindern, soll sich künftig die Bundespolizei um die sogenannten Aussteigekarten kümmern. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums kündigte nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts in Berlin an, die Polizei werde nun angewiesen, "Aussteigekarten mit den Pässen der Einreisenden abzugleichen". Diese Maßnahme für eine bessere Nachverfolgung von Infektionsketten werde noch vor Monatsende umgesetzt.

    Für die Übermittlung der Karten an die Gesundheitsämter wurde laut Bundesregierung ein Vertrag mit der Deutschen Post geschlossen.

    Bislang wurden die Formulare von Fluggesellschaften und Busunternehmen eingesammelt und an die Gesundheitsämter übermittelt. Da ein Abgleich mit Reisepass oder Personalausweis dabei in der Regel nicht stattfand, konnten Reisende, die sich einer möglichen Corona-Quarantäne entziehen wollten, im Prinzip einfach falsche Angaben machen. Nach Angaben der Sprecherin gab es "Fälle, in denen Daten unzureichend oder offensichtlich falsch waren".

    18.28 Uhr: Merkel trifft sich mit Ministerpräsidenten

    Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wächst die Anspannung vor dem nahen Herbst und Winter. Die Bundesregierung ruft zu "höchster Achtsamkeit" auf und bereitet weitere Regelungen vor, die auch auf mehr Testmöglichkeiten zielen. Kommende Woche will sich Kanzlerin Angela Merkel mit den Bundesländern weiter beraten. Dazu soll es eine Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten geben.

    18.17 Uhr: Teile Madrids abgeriegelt

    Heute wurden mehrere sozial schwache Arbeiterviertel im Süden der spanischen Hauptstadt erneut mit strikten Maßnahmen regelrecht abgeriegelt. Rund 850.000 Menschen sind von Ausgangssperren und Bewegungseinschränkungen betroffen.Die Einwohner dürfen die Bezirke nicht mehr verlassen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt und um Kinder zur Schule zu bringen.

    Die Menschen in den betroffenen Stadtteilen werden darum gebeten, die Häuser möglichst nicht zu verlassen. Parks wurden geschlossen. Geschäfte, Bars und Restaurants dürfen zwar geöffnet bleiben, müssen die Zahl der Gäste aber halbieren. Die Einwohner dürfen sich nur noch mit maximal sechs Personen treffen.

    Die harten Maßnahmen sollen zunächst für zwei Wochen gelten. Am Montag hinderte die Polizei bereits mehrere Menschen, in andere Stadtviertel mit weniger Corona-Neuinfektionen zu fahren.

    Einige der abgeriegelten Bezirke wie Vallecas, San Cristobal, das Migrantenviertel Lavapies und zahlreiche Vorstädte hatten zuletzt mehr als 1.000 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner gemeldet.

    18.01 Uhr: Keine Messe in Frankfurt bis April

    Die Frankfurter Messe verzichtet wegen der Corona-Pandemie bis einschließlich März 2021 auf fast alle Präsenzveranstaltungen auf ihrem Heimatgelände. Die große Konsumgütermesse Ambiente wird mit weiteren Veranstaltungen wie der Christmasworld zusammengefasst und einmalig in den April verschoben, wie die Messegesellschaft mitteilte. Auch die Veranstaltung Heimtextil erhält einen neuen Termin im Mai. Ins Internet wurde hingegen die für März geplante Sanitär- und Klimafachmesse ISH verlegt. Stattfinden soll dagegen im November 2020 die Hypermotion, bei der sich die Teilnehmer mit der Digitalisierung befassen.

    17.55 Uhr: Abgeschrieben im Home-Office und durchgefallen

    Studenten der Hochschule im schwäbischen Neu-Ulm sollen die besonderen Corona-Maßnahmen bei einer Prüfung reihenweise ausgenutzt und betrogen haben. Wie der Hochschulkanzler erklärte, soll ein Drittel der Studierenden bei der Prüfung voneinander abgeschrieben haben.

    Wegen der Pandemie fand die Informationsmanagement-Prüfung im Home-Office statt. Etwas mehr als 100 Studierende nahmen daran teil, bei 35 davon wurden hinterher nach Angaben der Hochschule übereinstimmende Angaben in den Arbeiten festgestellt.

    Der Täuschungsversuch führe nun dazu, dass in diesen Fällen die Teilnehmer durchgefallen seien. Da acht der Betroffenen die Prüfung bereits zum dritten Mal machten, droht diesen die Exmatrikulation und damit der Rauswurf von der Hochschule. Denn die Prüfungen dürfen nach den Vorschriften maximal drei Mal abgelegt werden.

    17.50 Uhr: Herbstvollversammlung der Bischöfe

    Der Synodale Weg und das kirchliche Leben in der Corona-Krise stehen von diesem Dienstag an im Fokus der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. Das traditionelle Treffen findet in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen statt: Mindestabstand, Mund-Nasen-Bedeckungen und eine Verkürzung von vier auf drei Tage prägen die Beratungen ebenso wie ein reduziertes Platzangebot bei den begleitenden Gottesdiensten. Geleitet wird die Herbstvollversammlung vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, dem Limburger Bischof Georg Bätzing.

    Auf der Tagesordnung der Vollversammlung stehen auch die zunehmende Zahl der Kirchenaustritte sowie die Instruktion aus dem Vatikan zur Organisation der Gemeinden.

    17.44 Uhr: Grüne sehen Söder für steigende Zahlen verantwortlich

    Die Grünen machen Ministerpräsident Markus Söder von der CSU mitverantwortlich für die steigenden Corona-Zahlen in Bayern. Fraktionschef Ludwig Hartmann sagte auf BR-Anfrage, nicht zuletzt Söders Versprechen vom coronasicheren Bayern und dem angeblich gefährlichen Nicht-Bayern habe den Menschen ein falsches und gefährliches Sicherheitsgefühl gegeben. Es zeige sich nun aber, dass sich das Infektionsgeschehen nicht mehr mit launigen Sprüchen und ein paar abfälligen Bemerkungen über die Versäumnisse anderer einhegen lasse.

    Hartmann forderte eine Politik der Ernsthaftigkeit, die gezielt dort ansetze, wo Infektionsherde aufflammen und gleichzeitig das öffentliche Leben aufrecht erhalte.

    17.21 Uhr: Fast 250 Corona-Fälle bei Migranten auf Lesbos

    Auf der griechischen Insel Lesbos sind nach Angaben der Regierung 243 Migranten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Regierungssprecher Stelios Petsas teilte mit, das Durchschnittsalter der Infizierten liege bei 24 Jahren und die meisten Fälle seien asymptomatisch.

    Getestet worden seien 7.064 Migranten, die aus dem vor zwei Wochen abgebrannten Lager Moria in die neuen Unterkünfte von Kara Tepe gezogen seien, hieß es. Insgesamt waren mehr als 12.000 Menschen in dem überfüllten Lager Moria gewesen. Viele kampieren seit den Bränden am Straßenrand. Die Behörden versuchen, sie dazu zu bewegen, nach Kara Tepe zu gehen. Viele Migranten fordern dagegen, die Insel verlassen zu dürfen.

    17.12 Uhr: 13 Fälle nach Corona-Ausbruch in Hamburger Bar "Katze"

    Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel ist die Anzahl der hinzugekommenen Erkrankungen nach Angaben der Gesundheitsbehörde überschaubar. Insgesamt gehen nun 13 bestätigte Covid-19-Fälle auf den Ausbruch in der Bar "Katze" zurück, darunter auch die bereits vermeldeten 4 Servicekräfte, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Etwa 600 Menschen werden von den Gesundheitsämtern zum Kreis der potenziell betroffenen Kontaktpersonen gezählt, rund 400 von ihnen stammen aus Hamburg. Die meisten Besucher konnten die Gesundheitsämter mittlerweile erreichen, rund hundert hatten falsche Kontaktdaten angegeben.

    16.42 Uhr: Bayerns Studenten können Prüfungen auch zu Hause machen

    An Bayerns Hochschulen können Studierende ihre Prüfungen jetzt ohne Angst vor juristischen Problemen dezentral per Internet absolvieren. Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) setzte rückwirkend zum 20. April einheitliche Regelungen für Prüfungen in Kraft, die elektronisch und ohne Vorgabe eines bestimmten Prüfungsortes durchgeführt werden.

    Bayern leiste mit der ersten umfassenden Regulierung elektronischer Fernprüfungen Pionierarbeit, sagte Sibler. Wesentliche Grundsätze beispielsweise zum Datenschutz, zur Authentifizierung der Prüflinge, zur Videoaufsicht oder zum Umgang mit technischen Störungen setzen einen klaren Rahmen für Prüfer sowie Studenten an allen Hochschulen des Freistaats. Dies sei bisher bundesweit einzigartig.

    16.33 Uhr: Lauterbach: Bayern soll Fans von Supercup-Reise abraten

    Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordert den FC Bayern auf, seinen Anhängern von einer Reise zum Supercup in das als Risikogebiet eingestufte Budapest abzuraten. Die Münchner Champions-League-Sieger treten am Donnerstag gegen den FC Sevilla als Gewinner der Europa League an. Der Kontinentalverband UEFA erlaubt dabei 20.000 Zuschauer in der Puskás Arena. Die Bayern rechneten am Wochenende mit gut 2.000 mitreisenden Fans aus München.

    "Dass die Fans in Budapest ins Stadion kommen, ist ein eklatantes Risiko", sagte der Bundestagsabgeordnete dem Nachrichtenportal t-online.de. "Es wäre aus meiner Sicht das Richtige, wenn der FC Bayern München selbst sagen würde, dass die Fans nicht mitreisen sollen, um ihre eigenen Zuschauer zu schützen. Das wäre die einzige Möglichkeit. Das wäre eine großartige Geste, die ich als vorbildhaft betrachten würde. Das würde der sportlichen Reputation des Vereins sehr gut tun", meinte der SPD-Politiker.

    16.17 Uhr: Teile Madrids wegen explodierender Corona-Zahlen abgeriegelt

    Wegen der explodierenden Corona-Neuinfektionen in Madrid sind ab heute eine Reihe von Vierteln der spanischen Hauptstadt abgeriegelt. Rund 850.000 Menschen in überwiegend ärmeren Stadtteilen im Süden von Madrid sowie in südlichen Vororten dürfen ihr Viertel nicht mehr verlassen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder um Kinder zur Schule zu bringen.

    Die neuen Corona-Einschränkungen gelten für zwei Wochen. Die Behörden haben die Menschen in den betroffenen Stadtteilen darum gebeten, die meiste Zeit zu Hause zu bleiben - auch wenn es keine strikte Ausgangssperre wie im Frühjahr in Spanien gibt und die Menschen sich innerhalb ihrer Viertel weiter frei bewegen dürfen. Da die Maßnahmen vor allem dicht besiedelte und einkommensschwache Viertel im Süden von Madrid betreffen, war es am Sonntag bereits in einigen der betroffenen Bezirke zu Protesten gekommen.

    Bundesgesundheitsminister Spahn sagte zur Corona-Lage auf der iberischen Halbinsel, dort gebe es eine "Dynamik, die wahrscheinlich zum Beispiel in Spanien entglitten ist und damit nicht mehr unter Kontrolle".

    16.07 Uhr: 33 Corona-Fälle in Arbeiterunterkunft von Stuttgart 21

    In einer Arbeiterunterkunft des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich 33 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Infizierten sowie enge Kontaktpersonen sind nun in Quarantäne, wie ein Stadtsprecher sagte. Die Betroffenen seien in zwei städtische Schutzeinrichtungen gebracht worden. Den Angaben nach wurden bislang 66 Menschen getestet.

    In Stuttgart haben sich insgesamt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bislang 2.535 Menschen infiziert. 65 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. An dem unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart wird seit Jahren gebaut.

    15.53 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Arzt aus Kreis Deggendorf

    Nach einem Corona-Ausbruch, der auf einen Arzt im Landkreis Deggendorf zurückgehen könnte, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen den Mediziner. Es bestehe der Verdacht auf fahrlässige Körperverletzung, versuchte gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Gefährdung durch das Freisetzen von Giften, sagte ein Sprecher der Behörde. Gefährliche Erreger wie das Coronavirus könnten auch als Gift angesehen werden.

    Weil er trotz Krankheitssymptomen weiter behandelt haben soll, könnte der Arzt für mehrere Corona-Neuinfektionen verantwortlich sein. Nach dem Ausbruch standen vergangene Woche zwischenzeitlich 275 Menschen unter Quarantäne, fünf Kontaktpersonen des Mediziners waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der bestätigten Infektionen sei seitdem aber nicht weiter gestiegen, sagte ein Sprecher des Landratsamts.

    15.48 Uhr: Lufthansa will noch mehr Jobs streichen - A380 werden eingemottet

    Der von der Corona-Krise schwer getroffenen Lufthansa-Konzern will noch mehr Stellen als bislang geplant streichen. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die Zahl der wegfallenden Vollzeitstellen die bislang angekündigten 22.000 übersteigen, eine genaue Zahl der zusätzlich wegfallenden Arbeitsplätze nannte der Konzern nicht. Zudem will die Lufthansa alle Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A380 ausmustern und insgesamt 150 Flugzeuge aus ihrer Flotte stilllegen.

    15.35 Uhr: 167 neue Infektionen in Bayern – München und Würzburg über kritischem Wert

    Seit gestern sind in Bayern 167 neue Corona-Infektionen registriert worden. Das teilt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit. Demnach haben sich im Freistaat seit Beginn der 65.068 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand: 21.09.20, 08.00 Uhr). Von der Gesamtzahl der Fälle in Bayern gelten 56.640 als genesen. Die Zahl der Todesfälle ist um einen Fall gestiegen und liegt nun bei 2.647.

    Die meisten Infizierten-Fälle in Bayern werden vom LGL im Regierungsbezirk Oberbayern mit 29.944 gezählt, dort wurden seit Sonntag 75 Neu-Infektionen festfestellt. Die wenigsten Neu-Infektionen in den Regierungsbezirken werden in Oberfranken (7), Mittelfranken (9) und Niederbayern (9) gezählt. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner erreicht Oberbayern mit 29,04 den höchsten Wert. Der Durchschnitt aller Regierungsbezirke liegt bei 21,35. Anhand dieser Zahl werden die neuen Infektions-Fälle registriert, die innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind. Der kritische Wert liegt bei 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner.

    Dieser Wert wurde in Würzburg mit 61,78 erneut überschritten, liegt aber unter dem Wert von gestern (79,76). Auch die Stadt München (56,13) liegt darüber. Der Inzidenz-Frühwarnwert liegt bei 35 Neu-Infektionen binnen sieben Tagen, den der Landkreis Würzburg (40,78) und die Städte Neu-Ulm (43,63) sowie Regensburg (35,38) überschritten.

    15.24 Uhr: Konjunktur hat laut Bundesbank Trendwende geschafft

    Die deutsche Wirtschaft hat nach dem tiefen Absturz in der Corona-Krise nach Einschätzung der Bundesbank im Sommer die Trendwende geschafft. Die Erholung der Konjunktur habe im Juli und "wohl auch im August" angehalten - wenngleich mit nachlassendem Schwung, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht September.

    "Nach dem massiven Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Frühjahr um saisonbereinigt fast ein Zehntel gegenüber der Vorperiode dürfte im dritten Vierteljahr 2020 daher eine kräftige Gegenbewegung folgen", folgern die Ökonomen der Deutschen Bundesbank in dem Bericht: "Gleichwohl wird das Vorkrisenniveau im Sommer noch erheblich unterschritten werden. Dies gilt gleichermaßen für die Industrie wie für die Dienstleistungen insgesamt."

    Im zweiten Quartal war das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 9,7 Prozent zum Vorquartal abgesackt. Dies war nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen in Deutschland 1970.

    15.15 Uhr: CSU sagt vorerst alle Präsenzgroßveranstaltungen ab

    Nach der Absage ihres großen Parteitags im Dezember will die CSU wegen der Corona-Krise auf absehbare Zeit keine großen Präsenzveranstaltungen mehr durchführen. "Wir haben für uns als CSU heute festgehalten, dass vor Ort unter Einhaltung der generellen Regeln von Vorsicht und Umsicht natürlich Veranstaltungen, wenn sie denn notwendig sind, stattfinden können", sagte Generalsekretär Markus Blume nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. "Aber wir sehen hier eine besondere Vorbildwirkung für uns als CSU-Landesleitung, und deswegen haben wir entschieden, dass größere Veranstaltungen und Großveranstaltungen wie Parteitage bis auf weiteres abgesagt sind."

    15.06 Uhr: In den Niederlanden erstmals mehr als 2.000 Infektionen an einem Tag

    In den Niederlanden überschreitet die Zahl der täglichen Neuinfektionen zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie die Schwelle von 2.000. Die Behörden melden 2.215 Fälle. Damit wird innerhalb einer Woche der fünfte Höchststand erreicht. Insgesamt haben sich 96.000 Menschen mit dem Virus angesteckt.

    14.57 Uhr: Bundesregierung ruft zu "höchster Achtsamkeit" auf

    Die Bundesregierung hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen zu "höchster Achtsamkeit" aufgerufen. "Es kommt aktuell vermehrt zu Ansteckungen und Übertragungen innerhalb Deutschlands", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Politik und Bürger hätten es nun in der Hand, "ob sich die Infektionszahlen wieder unkontrolliert ausbreiten". Deutschland sei "in einer Phase der Pandemie, in der sich entscheiden wird, wie wir in diese Winter- und Herbstmonate hineingehen". Zugleich gebe es in Nachbarländern teils noch ein deutlich höheres Infektionsgeschehen.

    Seibert betonte nach Beratungen des Corona-Kabinetts der zuständigen Minister mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), dass neben dem Einhalten von Hygienevorgaben "große Vorsicht" bei weiteren Öffnungsschritten angebracht sei. Ziel bleibe es, Infektionsketten nachvollziehen und unterbrechen zu können. Dabei sei klar, dass dies ab einer gewissen Zahl täglicher Infektionen kaum noch oder nicht mehr zu leisten sei. Eine vorgesehene neu ausgerichtete Strategie für Corona-Tests im Herbst und Winter solle bis 15. Oktober umsetzungsbereit sein.

    14.20 Uhr: Verstöße gegen Corona-Auflagen beschäftigen Bayerns Strafgerichte

    Verstöße gegen Corona-Auflagen und Maskenverweigerer beschäftigen inzwischen auch die Strafgerichte in Bayern. Allein beim Amtsgericht München sind nach Angaben eines Sprechers bislang 23 Verfahren eingegangen, in denen es um Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz geht, die als Ordnungswidrigkeiten gelten. Darunter fallen auch solche gegen die Maskenpflicht, die allerdings nicht einzeln aufgeschlüsselt wurden.

    Die erste Verhandlung am Münchner Amtsgericht wegen eines Verstoßes gegen die Anordnung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, fand am Montag statt. Ein Mann stand dort vor Gericht, dem vorgeworfen wird, im Mai am Münchner Hauptbahnhof gegen die Pflicht verstoßen zu haben, Mund und Nase zu bedecken. Er gibt an, die Maske sei ihm beim Telefonieren verrutscht. Der Bußgeldbescheid, gegen den er Einspruch eingelegt hat, umfasst 150 Euro Strafe wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht und weitere 100 Euro, weil er sich geweigert haben soll, seine Personalien anzugeben.

    14.08 Uhr: Große Teile von Wales ab Dienstag unter Lockdown

    In großen Teilen von Wales gilt angesichts steigender Infektionszahlen ab Dienstagnachmittag wieder ein Lockdown. Die Coronaschutz-Auflagen würden in vier Bezirken des britischen Landesteils verschärft, teilt das Gesundheitsministerium von Wales mit. So seien Ein- und Ausreisen nur noch in begründeten Fällen erlaubt, dazu gehörten Arbeit und Ausbildung. Auch für private Treffen gelten wieder strengere Regeln.

    13.47 Uhr: Kommende Woche neue Merkel-Runde mit Länderchefs

    Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will kommende Woche mit den Bundesländern über Maßnahmen gegen die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen beraten. Kanzleramtschef Helge Braun habe in seiner Besprechung mit den Chefs der Staatskanzleien eine Videokonferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten für den 29. September um 14.00 Uhr angekündigt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin.

    Hintergrund sei der besorgniserregende Umstand, dass mehrere große Städte den wichtigen Grenzwert von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten hätten. Zudem komme es an mehreren Stellen in Deutschland zu einer diffusen Ausbreitung von Corona, ohne dass ein klarer Ausbruchsort erkennbar sei. Braun habe demnach auch auf den Beschluss der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz verwiesen, nach dem Öffnungssignale derzeit nicht angebracht seien.

    13.42 Uhr: Britischer Regierungsberater warnt wegen steigenden Corona-Zahlen

    Großbritannien hat laut dem obersten medizinischen Berater der Regierung bei den Corona-Infektionszahlen in "einem sehr schlechten Sinne" einen Wendepunkt überschritten. Die Zahlen deuteten darauf hin, dass es ein exponentielles Wachstum bei der Anzahl der Infizierten geben könnte, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, sagte Chris Whitty, der Chief Medical Officer für England.

    Ohne Gegenmaßnahmen werde die Zahl der Neuinfektionen bis Mitte Oktober auf 49.000 pro Tag steigen, sagte er. Die Zahl der neuen Krankenhauspatientinnen und -patienten verdoppele sich alle sieben bis acht Tage, so dass mehr Menschen an Covid-19 stürben.

    Es wird erwartet, dass die Regierung im weiteren Wochenverlauf vorübergehende Einschränkungen verfügt, um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen. Premierminister Boris Johnson sprach am Wochenende mit Kabinettsmitgliedern darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden könnten.

    13.32 Uhr: Mehr als 8.800 Schüler in Bayern wegen Corona in Quarantäne

    Die steigenden Corona-Fallzahlen machen sich auch bei den Schulen bemerkbar. Mehr als 8.800 Schüler und 771 Lehrer befänden sich derzeit in Quarantäne, teilte das Bayerische Kultusministerium in München mit. 343 Schüler und 48 Lehrer seien momentan nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das Ministerium bezog sich dabei auf Zahlen vom Sonntagabend. Am Freitagnachmittag waren knapp 8.500 Kinder und Jugendliche in Quarantäne, die Zahl der betroffenen Lehrer blieb seitdem in etwa gleich. Angesteckt hatten sich 335 Schüler sowie 49 Lehrer. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schüler sowie 150.000 Lehrerinnen und Lehrer.

    Aktuelle Zahlen über Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie lagen zunächst nicht vor. Sicher ist jedoch, dass Schulklassen ganz oder teilweise in Quarantäne sind und deshalb keinen Präsenzunterricht haben. Zum Schutz vor einer Ansteckung hatte in den ersten beiden Schulwochen an weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts gegolten. Vielerorts gilt diese Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen hoher Infektionszahlen fort, etwa in München. Dort wurde der kritische Warnwert von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten.

    13.14 Uhr: Gündogan positiv auf das Coronavirus getestet

    Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte sein Verein Manchester City aus der englischen Premier League mit. Laut Klubangaben muss sich der 29-Jährige nun in eine zehntägige Quarantäne begeben. Es ist die erste bekannte Covid-19-Infektion eines deutschen Nationalspielers.

    12.23 Uhr: München verschärft Corona-Regeln deutlich

    In München könnten ab Donnerstag verschärfte Corona-Regeln gelten - falls die Neuinfektionszahlen weiterhin auf hohem Niveau bleiben. Die Stadt hatte den Wert der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner am Freitag überschritten. Am Wochenende stieg der Wert weiter, laut Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) liegt er heute bei 55,9.

    Deswegen hat die Stadt München nun eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen, falls die Zahlen weiter über dem kritischen Wert bleiben, wovon Reiter aber ausgeht. Zudem führt die Stadt dann wieder Beschränkungen im öffentlichen und privaten Leben ein. So dürften sich in der bayerischen Landeshauptstadt ab Donnerstag nur noch fünf Personen treffen oder zwei Haushalte. Das gelte sowohl im privaten und öffentlichen Raum als auch in der Gastronomie.

    11.45 Uhr: Virologin Protzer: Nicht nur auf absolute Infektionszahlen schauen

    Die Überschreitung des Corona-Inzidenzwertes von 50 wie zuletzt in München ist für Ulrike Protzer, Virologie-Professorin von der TU München, allein noch kein Grund zur Beunruhigung. Anstatt nur die absoluten Infektionszahlen zu betrachten, sei es wichtiger, die "relevanten Zahlen" im Blick zu haben. So käme es vielmehr auf die Belastung der Krankenhäuser mit Covid-Patienten an. Die Betten- und Intensivbettenbelegungen würden tagesgenau gemeldet. "Wir müssen darauf achten, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird, dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden, und ein bisschen diese relevanten Infektionszahlen, also die, die das Gesundheitssystem belasten, mit in unsere Vorgehensweise einbeziehen", sagte Protzer in einem am Samstag aufgezeichneten Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

    Man sehe wieder deutlich mehr Fälle in den Krankenhäusern als vor einigen Wochen. Aber man sei "weit davon weg, dass unsere Krankenhäuser jetzt überlastet wären". Nichtsdestotrotz würden die Inzidenzwerte von 35 bzw. 50 dabei helfen, regional zu reagieren und festzulegen, wo mehr Einschränkungen gemacht werden müssten als anderswo. Das sei wichtig auch für die Akzeptanz in der Bevölkerung.

    10.50 Uhr: Schwedische Regierung schnürt Konjunkturpaket in Rekordhöhe

    Die schwedische Regierung will die heimischen Wirtschaft mit Rekordhilfen aus der Corona-Krise führen. Für 2021 soll ein Konjunkturprogramm in Höhe von 105 Milliarden Kronen (rund 10,1 Milliarden Euro) geschnürt werden, wie die Regierung heute ankündigte. Vorgesehen sind Steuersenkungen, aber auch staatliche Mehrausgaben. Im laufenden Jahr erwartet die Regierung einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 4,6 Prozent, womit Schweden besser durch die Krise käme als viele andere Länder. Zum Vergleich: Die Bundesregierung erwartet für Deutschland ein Minus von 5,8 Prozent.

    Dennoch hält die Regierung in Stockholm Impulse in Rekordhöhe für notwendig, um die Folgen der Pandemie zu bewältigen. "Gemeinsam werden wir an Schwedens Weg aus der Krise arbeiten und eine nachhaltigere Gesellschaft aufbauen", hieß es in einer Erklärung der Minderheitskoalition von Sozialdemokraten und Grünen. Der Schwerpunkt solle auf der Schaffung von Arbeitsplätzen, dem Sozialwesen und der Unterstützung des Übergangs zu einer kohlenstofffreien Zukunft liegen.

    Schweden hat in der Pandemie einen Sonderweg beschritten: Die meisten Schulen und viele Unternehmen blieben im Frühjahr geöffnet, während anderswo zu drastischeren Maßnahmen gegriffen wurde. Allerdings ist dieser Kurs in der Corona-Krise umstritten. So ist die Zahl der Todesopfer mit 5.865 recht hoch - etwa im Vergleich mit den nordischen Nachbarn: In Norwegen starben in Zusammenhang mit Covid-19 nach Angaben der Johns Hopkins University bislang 267 Menschen, in Finnland 339 und in Dänemark 638.

    10.37 Uhr: Reisewerte an der Börse fallen

    Aus Furcht vor einer Verschärfung der Reise-Beschränkungen fliehen Anleger aus Luftfahrt- und Touristik-Werten. Der europäische Branchenindex fällt um knapp vier Prozent. Schlusslicht ist die British-Airways-Mutter IAG. Ihre Aktien brechen um knapp neun Prozent ein und sind mit 101 Pence so billig wie zuletzt vor acht Jahren. Die britische Regierung erwägt wegen steigender Corona-Infektionszahlen neue Pandemie-Beschränkungen.

    10.29 Uhr: Rotes Kreuz fordert stärkere Förderung der Schulsozialarbeit

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) fordert eine bessere Ausstattung der Schulsozialarbeit in der Covid-19-Pandemie. "Die Corona-Krise zeigt, wie sehr sich die Chancenungleichheit bei den Kindern und Jugendlichen im sozialen Raum verschärft und wie defizitär die digitale Ausstattung und die sozialpädagogische Infrastruktur im deutschen Schulsystem aufgestellt sind", sagte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt am Montag in Berlin anlässlich des Bildungsgipfels im Bundeskanzleramt. Besonders augenfällig sei eine Mangelausstattung und Unterfinanzierung der Schulsozialarbeit. Viele Mitarbeiter aus der Schulsozialarbeit seien während der Schulschließungen mangels digitaler Ressourcen nicht in der Lage gewesen, den Kontakt zu den Schülern aufrechtzuerhalten, so Hasselfeldt. Es fehle an einer datenschutzrechtlich abgesicherten Infrastruktur und technischen Ausstattung. Dazu zählten mobile Diensttelefone etwa für Rufbereitschaften oder Videosprechstunden.

    10.19 Uhr: Drosten: "Man braucht nicht immer gleich einen Lockdown"

    Im Fall einer Verschärfung der Corona-Lage in Deutschland ist aus Sicht des Virologen Christian Drosten künftig nicht zwangsläufig mit einer Neuauflage des Lockdowns vom Frühjahr zu rechnen. "Es ist natürlich so, dass man nicht immer gleich einen deutschlandweiten oder regionalen Lockdown braucht, weil man jetzt schon ein paar Sachen besser weiß", sagte der Charité-Professor der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er glaube, dass in Zukunft eher bestimmte Sparten des Alltags- und Berufslebens von Einschränkungen betroffen sein könnten. Damit verbunden sei aber auch die Frage nach Kompensation, wenn es wirtschaftliche Auswirkungen gebe.

    Zum verbesserten Wissensstand im Vergleich zu Februar und März erklärte Drosten, es gebe bestimmte Situationen, bei denen inzwischen klar sei, dass dabei nur einzelne Fälle entstünden, aber "eigentlich wenig neu hochkocht". Drosten nannte etwa Eins-zu-eins-Situationen im Berufsleben, in denen sich zum Beispiel nur zwei Menschen gegenübersitzen. Das könne man weiterdenken für kleine Gruppen. "Und insofern werden wir, glaube ich, nicht wieder so schnell so einen Lockdown haben", bilanzierte der Virologe.

    Als problematisch für die Entwicklung der Pandemie gelten mittlerweile insbesondere Situationen mit größeren Gruppen: Die Anwesenheit eines Infizierten kann unter Umständen auf einen Schlag für etliche Neuinfektionen sorgen.

    Drosten bekräftigte gleichzeitig, dass er von einer weiteren Zunahme der Fälle ausgeht. Nach Mitteln gegen Ermüdungserscheinungen in der Bevölkerung bezüglich der Pandemie und den Verhaltensregeln gefragt sagte er: «Ich glaube, es sind eigentlich zwei Dinge, die dazu führen werden, dass die Allgemeinheit sich wieder mehr auch dieser Coronavirus-Thematik zuwendet und den Maßnahmen.» Zum einen sei sorgfältige Kommunikation von Politik und Wissenschaft wichtig. "Der andere Effekt wird leider durch das Virus selbst kommen: Das Virus wird sich die Aufmerksamkeit wieder holen, weil einfach wieder Fälle kommen werden."

    09.40 Uhr: Deutlich weniger Eheschließungen in der Coronazeit

    Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland ist infolge der Corona-Pandemie deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, heirateten im ersten Halbjahr 2020 139.900 Paare. Das sind 29.200 weniger als im Vorjahreszeitraum. Laut der Statistik-Behörde hatten die Stadtverwaltungen ab Mitte März aufgrund der Corona-Pandemie ihre Dienstleistungen erheblich eingeschränkt. Viele Standesämter begrenzten die Zeremonien auf ein Minimum, manche blieben ganz geschlossen.

    Seit der Vereinigung 1990 wurden im ersten Halbjahr eines Jahres nur einmal noch weniger Ehen in Deutschland geschlossen: 2007 waren es 138.800. Weil im Februar dieses Jahres überdurchschnittlich viele Paare heirateten, fiel die Bilanz fürs erste Halbjahr 2020 nicht noch geringer aus. Hochzeitstermine wie 20.2.2020 oder der 2.2.2020 waren sehr beliebt.

    09.02 Uhr: In Australien niedrigster Tagesanstieg bei den Corona-Ansteckungen seit langem

    Australien verzeichnet den niedrigsten Tagesanstieg bei den Corona-Ansteckungen seit mehr als drei Monaten. 16 Ansteckungen binnen 24 Stunden und zwei weitere Todesfälle melden die Behörden. Der Ministerpräsident des von der Pandemie am stärksten betroffenen Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, warnt jedoch davor, schneller als geplant die strikten Corona-Beschränkungen zu lockern. Dafür sei es noch zu früh. Auf Victoria entfallen fast 75 Prozent der landesweit nahezu 27.000 bestätigten Infektionen, sowie etwa 90 Prozent der 851 Todesfälle.

    08.34 Uhr: Söder überlegt schärfere Corona-Quarantäne-Regeln

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder denkt angesichts des Supercup-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla im Corona-Risikogebiet Budapest über schärfere Quarantäneregeln nach. Bisher gilt: Wer sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten hat, muss nicht in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. Jeder solle sich genau überlegen, ob er da wirklich hinfahren wolle, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. "Ich habe wirklich Bauchschmerzen, was den Supercup betrifft."

    Die Europäische Fußball-Union UEFA hält bislang an ihren Plänen fest, das Supercup-Finale am Donnerstag ab 21.00 Uhr in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3.000 Tickets zur Verfügung. Rund 2.100 Fußballfans wollen den FC Bayern München nach Angaben vom Sonntag nach Budapest begleiten.

    08.30 Uhr: Prinz Charles sieht in Erderwärmung größerer Gefahr als in Corona-Pandemie

    Prinz Charles sieht in der Erderwärmung eine weitaus größere Gefahr als in der gegenwärtigen Corona-Pandemie. Obwohl dies vielfach geleugnet werde, verschlimmere sich die Klima-Krise bereits "seit zu vielen Jahren", sagte der britische Thronfolger am Sonntag in einer Botschaft, die heute bei der Eröffnung der Klimawoche in New York vorgespielt werden soll.

    Der Klimawandel entwickele sich derzeit "schnell zu einer umfassenden Katastrophe, welche die Folgen der Coronavirus-Pandemie in den Schatten stellen wird", fügte der 71-Jährige hinzu. "Ohne schnelles und sofortiges Handel in beispiellosem Tempo und Ausmaß werden wir den Zeitraum der Gelegenheit verpassen," eine bessere Zukunft zu gestalten.

    08.15 Uhr: Neuseeland hebt mit Ausnahme Aucklands Corona-Beschränkungen auf

    Alle verbliebenen Coronavirus-Einschränkungen in Neuseeland werden ab heute Abend aufgehoben - mit Ausnahme der größten Stadt Auckland. Dort sollen einige Beschränkungen noch für weitere 16 Tage gelten, wie Premierministerin Jacinda Ardern nach einem Treffen mit Abgeordneten ankündigte.

    Das Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern hatte einige Einschränkungen nach einem Coronavirus-Ausbruch in Auckland wieder eingeführt. Laut Plan wird die Größe von Personengruppen bis Mittwoch von 10 auf 100 erhöht. Zwei Wochen später soll die Beschränkung ganz aufgehoben werden.

    Am Montag wurden keine neuen Fälle in Neuseeland registriert. Die Zahl der aktiven Fälle beträgt 62, davon 33, die innerhalb der Gemeinde übertragen wurden und 29 unter zurückgekehrten Reisenden.

    07.40 Uhr: Deutsch-französische Beratungen über gemeinsames Corona-Handeln

    Abgeordnete von Bundestag und französischer Nationalversammlung beraten heute und morgen über gemeinsame Schritte in der Corona-Pandemie. Das Treffen der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung findet wegen der Lage diesmal als Videokonferenz statt. "Angesichts der Erfahrungen vom Frühjahr und der aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens in Europa ist die enge Zusammenarbeit beider Länder und ihrer Parlamente wichtiger denn je", sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

    07.30 Uhr: Kriminalität in Bayern seit Coronamaßnahmen zurückgegangen

    Die Kriminalität in Bayern ist seit Beginn der Corona-Maßnahmen in zahlreichen Bereichen zurückgegangen wie zum Beispiel bei Wohnungseinbrüchen. Dies ergaben Anfragen des Bayerischen Rundfunks beim Bayerischen Innenministerium und beim Münchner Polizeipräsidium. Ein Plus stellt die Polizei bei denjenigen Straftaten fest, bei denen Corona entweder keine Rolle spielt, wie Trickbetrug im Internet oder über das Telefon durch falsche Polizisten. Zudem hat Corona eine neue Art von Betrug ermöglicht: So ermittelt die Polizei landesweit in mehreren Hundert Fällen, die auf Betrug bei den staatlichen Corona-Soforthilfen zurückgehen.

    06.25 Uhr: Spahn kündigt neue Corona-Strategie für kalte Jahreszeit an

    Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen. Für Patienten mit klassischen Atemwegssymptomen, die auf eine Corona- oder Grippeinfektion hindeuten, solle es zentrale Anlaufstellen geben, sagte Spahn der "Rheinischen Post". Er setze darauf, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen solche "Fieberambulanzen" vor Ort anbieten würden. "Konzeptionell gibt es die schon - sie sollten im Herbst idealerweise flächendeckend zugänglich sein", so Spahn.

    05.47 Uhr: 922 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

    Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut am Montag eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Demnach hatten die Gesundheitsämter binnen eines Tages 922 Fälle übermittelt, wie das RKI bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

    Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Sonntag.

    Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 272.337 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 21.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben wie am Vortag bei 9386. Rund 242.200 Menschen hatten die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

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