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Russland verweigert Luftwaffen-Flug aus Wuhan Zwischenlandung | BR24

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Von Köln-Wahn aus ist ein Airbus der Luftwaffe gestartet, um rund 130 Menschen aus der besonders vom Coronavirus betroffenen Provinz Hubei zurück zu holen. Am Samstag soll die Maschine wieder in Deutschland sein, die Passagiere müssen in Quarantäne.

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Russland verweigert Luftwaffen-Flug aus Wuhan Zwischenlandung

Der Rückholflug von Deutschen aus China hat zu diplomatischen Verstimmungen mit Russland geführt. Moskau hat dem Flieger die nötige Zwischenlandung verweigert. Die Maschine musste in Helsinki zwischenlanden.

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Begründet wurde die Entscheidung laut Bundeswehr mit mangelnden Kapazitäten am Boden. Der Zwischenstopp auf dem Flug nach Frankfurt ist notwendig, um den Regierungs-Airbus aufzutanken und die Piloten auszutauschen. Deswegen war extra eine Crew nach Moskau geflogen.

Die Maschine muss jetzt in Helsinki zwischenlanden. Sie wird am Nachmittag in Frankfurt erwartet. Die 128 Passagiere werden dort zunächst untersucht und dann weiter zur Quarantäne in eine Kaserne nach Germersheim in die Südpfalz gebracht.

Erleichterung bei Betroffenen

Unter den Betroffenen herrschte Erleichterung: "Glücklich am Gate zu sein", berichtete eine Frau, die nicht genannt werden wollte, der DPA kurz vor dem Start. Die Gruppe hatte sich schon am Vorabend am Flughafen versammelt und dort auch die Nacht verbracht. "War bis hier doch alles schon ganz schön anstrengend."

Nach früheren Angaben Heiko Maas (SPD) zufolge haben mehrere Regierungen darum gebeten, ihre Bürger mit auszufliegen, es seien alle verfügbaren Plätze in der Bundeswehr-Maschine belegt.

Die Teilnahme an dem Rückholflug ist grundsätzlich freiwillig. Die überwiegenden Kosten des Flugs wird die Bundesregierung tragen, die Passagiere müssen sich allerdings beteiligen.

Keine Corona-Verdachtsfälle sollen an Bord kommen

Unter den Passagieren der Maschine werde niemand sein, der infiziert ist, und auch keine Verdachtsfälle, sagte Maas in Berlin. Die chinesischen Behörden werden laut Auswärtigem Amt vor dem Einstieg in den Flieger einen Gesundheitscheck durchführen und können bei Symptomen oder Verdacht auf eine Erkrankung die Ausreise verweigern.

Krisenunterstützungsteam im Flugzeug

Extreme Sicherheitsbedingungen gelten bei dem Flug nicht. Das Flugzeug ist - abgesehen von der militärischen Außenfarbe - wie eine normale Linienmaschine der Economy-Klasse konfiguriert. Der Luftkreislauf der Piloten lässt sich allerdings von dem der Passagiere trennen. Neben der Besatzung begleitet nach Angaben aus Regierungskreisen ein Krisenunterstützungsteam mit medizinischer und konsularischer Fachexpertise den Flug.

14 Tage Quarantäne in Germersheim

Die Ankunft des Flugzeuges in Deutschland ist an diesem Samstag vorgesehen. Nach der Landung am Flughafen Frankfurt sollen die Passagiere für die Inkubationszeit von 14 Tagen in Quarantäne kommen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist dafür eine zentrale Unterbringung in einer Ausbildungskaserne auf dem Luftwaffenstützpunkt Germersheim in Rheinland-Pfalz vorgesehen. Dieser liegt etwa 100 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt.

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Am Nachmittag werden die deutschen Wuhan-Rückkehrer erwartet. Damit niemand von ihnen unerkannt das Coronavirus einschleppt, müssen sie zwei Wochen in der Südpfalz-Kaserne in Quarantäne. Dort hätten die Zimmer "Hotelstandard".

Die Luftwaffe hatte sich seit Tagen bereitgehalten und war nach Angaben aus der Luftwaffe praktisch durchgehend startbereit. Was fehlte, war das offizielle "Go", weil zunächst Details der Rückholung nicht geregelt waren, darunter die Zustimmung der chinesischen Behörden, aber auch die Frage, wie genau die Isolierung der möglicherweise ja infizierten Passagiere organisiert werden soll.

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Außenminister Heiko Maas hat angekündigt, dass rund 100 Deutsche noch heute aus Wuhan ausgeflogen werden sollen.

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