BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Coronavirus-Pandemie: Österreich geht wieder in den Lockdown | BR24

© BR

Österreich geht heute Corona-bedingt wieder in den Lockdown. In der Bevölkerung stoßen die Maßnahmen auf Verständnis. Doch gerade für den Einzelhandel sind sie eine Katastrophe.

15
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Coronavirus-Pandemie: Österreich geht wieder in den Lockdown

Österreich geht heute Corona-bedingt wieder in den Lockdown. In der Bevölkerung stoßen die Maßnahmen auf Verständnis. Doch gerade für den Einzelhandel sind sie eine Katastrophe.

15
Per Mail sharen
Von
  • Clemens Verenkotte

Mit dem Einkaufsbummel durch die Innenstädte ist es vorerst nun wieder vorbei. In Wiens Shoppingstraßen nutzten gestern viele noch einmal die letzte Gelegenheit.

Angesichts der hohen Infektionszahlen, die sich in den letzten Tagen leicht abgeschwächt haben und derzeit bei rund 4.300 pro Tag liegen, sowie einer bereits 50-prozentigen Auslastung der Intensivbetten gebe es für Österreich nur diese eine Chance, versichert Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Ein Argument, das vor allem bei älteren Menschen auf Verständnis stößt.

"Jo, ich finde es wichtig, dass man alles tut, dass viele Menschen gesund bleiben, und ich nütze diese Zeit eigentlich so, um einzukehren nach innen. Es ist eigentlich eine gute Zeit." Älterer Mann in Wien

Ein notwendiges Übel

Die deutliche Verringerung der sozialen Kontakte - und damit die Verringerung der Infektionsgefahr - das sei für sie nichts Neues, sagt diese junge Frau aus Oberösterreich. Auch nicht die jetzt geltenden verschärften Kontaktregeln, wonach nur eine einzelne Person Menschen eines anderen Haushalts treffen oder besuchen dürfe?

"Ich muss ehrlich sagen, ich habe die Maßnahmen so wie sie jetzt sind, schon eingehalten. Ich lebe auf dem Land, und für mich macht es keinen Unterschied. Ich werde jetzt in der Wohnung sein und Renovierungsarbeiten machen und mich ein bisschen einigeln. Für mich ist das kein Problem eigentlich. Ich finde es gut, das muss jetzt." Junge Frau aus Oberösterreich

Die Covid-19-Notmaßnahmenverordnung der Regierung, die nun bis zum 6. Dezember gilt, sieht die weitgehende Schließung des öffentlichen Lebens vor: Kein Unterricht mehr in Schulen und Kindergärten, Arbeitnehmer sollen, sofern es nur geht, im Homeoffice bleiben. Offen bleiben nur noch Lebensmittelläden, Drogerien, Banken, Post, Trafiken, Tankstellen, Kfz-Werkstätten und Weinläden.

Schwere Zeiten für den Handel

Auf den Handel kommen, trotz der in Aussicht gestellten staatlichen Hilfsmaßnahmen, wieder schwere Zeiten zu. Ingrid Geyer-Fritz steht in ihrem kleinen Geschenkeladen im Wiener 13. Bezirk und blickt auf ihr Weihnachtssortiment. Treue Kunden hätten ihr Mut machen wollen.

"Am Samstag und heute - das war irrsinnig nett. Da habe ich so richtig gemerkt, dass einige Leute kommen und mir wirklich Zuspruch geben, also sagen: 'Halten Sie durch.' Aber es ist für mich persönlich eine Katastrophe." Geschäftsinhaberin Ingrid Geyer-Fritz

Bis zuletzt habe sie gehofft, dass die Regierung die kleinen Läden vom Lockdown verschonen würde.

"Immer mit der Keule im Nacken, ja vielleicht sperren wir auf, vielleicht aber doch nicht, wenn wir nicht brav sind, ist einfach ein Horror." Geschäftsinhaberin Ingrid Geyer-Fritz

Zuspruch versucht Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu spenden: Der harte Lockdown sei jetzt leider notwendig, um die Pandemie einzudämmen. Die Lage sei kritisch, aber noch zu bewältigen. "Wir gehen gemeinsam in diesen Lockdown und wir kommen gemeinsam auch wieder heraus."

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!