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Coronavirus: Öffentliches Leben in Österreich auf Notbetrieb | BR24

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Österreich hat in der Coronavirus-Krise die Einschränkungen weiter verschärft: Versammlungen mit mehr als fünf Menschen wurden verboten. Soziale Kontakte sollten auf die Familie oder Mitbewohner beschränkt werden, sagte Kanzler Sebastian Kurz.

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Coronavirus: Öffentliches Leben in Österreich auf Notbetrieb

Österreich plant im Kampf gegen das Coronavirus weitere drastische Maßnahmen. Alle Geschäfte "in nicht alltagsnotwendigen Branchen" bleiben geschlossen. Spiel- und Sportplätze sowie Lokale werden gesperrt. Tirol hat Ausgangsbeschränkungen verhängt.

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Im Kampf gegen die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus setzt Österreich auf ein weitreichendes Versammlungsverbot. Das gab der österreichische Kanzler, Sebastian Kurz, in einer Rede im Nationalrat bekannt.

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Spiel- und Sportplätze sowie Restaurants geschlossen

So sollen sich an keinem Ort mehr als fünf Menschen auf einmal treffen. Ausnahmen seien Aktivitäten, die der Bekämpfung des Virus dienen.

Von Montag an bleiben Geschäfte "in nicht alltagsnotwendigen Branchen" geschlossen. Die Versorgung der Menschen über Supermärkte und Lieferdienste sei gesichert, sagte Kurz. Von Dienstag an sollen ebenfalls Spielplätze und Sportplätze sowie Restaurants geschlossen bleiben.

Nur noch drei Gründe, das Haus zu verlassen

Es gebe nur noch drei Gründe, das Haus zu verlassen, so Kurz: um zum Arbeitsplatz zu kommen, um notwendige Einkäufe zu machen und um anderen zu helfen. Von einer Ausgangssperre sprach er nicht. Basis für die Maßnahmen wird ein Sondergesetz, das das Parlament noch am Sonntag beschließen wollte.

Ausgangsbeschränkungen in Tirol

Parallel zu den landesweiten Maßnahmen kündigte der Landeshauptmann von Tirol, Günther Platter, eine "Verkehrsbeschränkung" für sein Bundesland an. "Ohne einen triftigen Grund darf niemand seine Wohnung verlassen", sagte Platter. Ausnahmen seien beruflich notwendige Gründe, medizinische Versorgung, Versorgung der Grundbedürfnisse, Rückkehr zum eigenen Wohnort und wenn es berechtigte Gründe zum Verlassen des Landes gebe. "Es ist aber erlaubt, einkaufen zu gehen, Besorgungen bei der Apotheke zu machen, Geld vom Geldautomaten abzuheben, zum Arzt zu gehen oder den Hund auszuführen", sagte er.

Tirol ist besonders vom Coronavirus betroffen. Die Regionen Paznauntal mit den Touristenorten Ischgl und Galtür sowie St. Anton in Tirol und die Skiregion Heiligenblut in Kärnten standen wegen einer erhöhten Zahl von Fällen bereits unter Quarantäne. Die letzten ausländischen Gäste sollten am Sonntag aus St. Anton abreisen, berichtete Bürgermeister Helmut Mall der österreichischen Agentur APA. Österreichische Touristen durften wie die Einheimischen die Orte nicht verlassen.

Geldstrafen bei Verstößen

Bei Verstößen drohten ab Montag "auch empfindliche Verwaltungsstrafen", berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Bundeskanzleramt. Zwar seien Aufenthalte im öffentlichen Raum abseits der drei Ausnahmen weiterhin möglich, etwa für Spaziergänge, dies aber nur alleine oder mit Personen, die im selben Haushalt leben. Dies solle aber nur in dringenden Fällen geschehen.

Würden Menschen alleine angetroffen, gebe es keine Maßnahmen. Würden Gruppen angetroffen, würden diese darauf hingewiesen, "dass sie sich auflösen sollen", hieß es demnach im Kanzleramt. Bei Zuwiderhandeln drohten dann Geldstrafen von bis zu 2.180 Euro. Bei Missachtung von Platzverboten - etwa für Spielplätze - drohen demnach Geldstrafen von bis zu 3.600 Euro.

Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler sagte, er habe gehört, dass Sportvereine weiter Training für Kinder und Jugendliche anböten. Das dürfe nicht sein. Er drohte mit der Streichung von Subventionen auf Jahre hinaus.

Weitere Reisebeschränkungen und Flugverbote

Kanzler Kurz kündigte zudem weitere Reiseeinschränkungen oder Flugverbote an. Laut ORF werden auch die Einreisebestimmungen verschärft. Aus Großbritannien, den Niederlanden, der Ukraine und Russland dürften dann keine Menschen mehr nach Österreich einreisen.

Bis Samstag waren in ganz Österreich 800 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, bislang wurde ein Toter gemeldet.

© ARD/Clemens Verenkotte

Österreich plant im Kampf gegen das Coronavirus weitere drastische Maßnahmen. So bleiben alle Geschäfte "in nicht alltagsnotwendigen Branchen" geschlossen und Spiel- und Sportplätze sowie Restaurants werden gesperrt. Das gab Kanzler Kurz bekannt.