Chinesische Schülerin wird geimpft

Chinesische Schülerin wird geimpft

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Feng Kaihua
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    Corona: Die Ereignisse vom 23. bis 29. August 2021

    Corona: Die Ereignisse vom 23. bis 29. August 2021

    Informationen zu Entwicklungen und Zahlen zum Coronavirus in Bayern, Deutschland und in der Welt vom 23. bis 29. August 2021.

    Samstag, 28. August 2021

    Sonntag, 29.08.

    21.40 Uhr: Kanzlerkandidaten wollen neuen Lockdown vermeiden

    Die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen haben sich dafür ausgesprochen, erneute weitreichende Alltagsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie zu vermeiden. Es seien jetzt so viele geimpft, dass man sehr klar sagen könne und müsse: "Es wird keinen neuen Lockdown geben", sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) im ersten großen TV-Triell in der heißen Wahlkampfphase am Sonntagabend bei RTL und ntv. Es gelte aber vorsichtig zu bleiben, etwa mit Masken und Zugang zu Innenräumen nur für Geimpfte, Getestete und Genesene.

    CDU-Chef Armin Laschet sagte mit Blick auf einen erneuten Lockdown, er teile die Einschätzung, alles dafür zu tun, dass es dazu nicht komme. "Ich halte das auch für realistisch." Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock sagte, Stand heute brauche es keinen weiteren Lockdown. Es gelte aber, beim Impfen weiter voranzukommen. Zudem könnten Ungeimpfte nicht die gleichen Freiheitsrechte genießen wie Geimpfte.

    20.30 Uhr: Polizei in Athen setzt Wasserwerfer gegen Demonstranten ein

    In der griechischen Hauptstadt Athen hat die Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt, die gegen eine Impfpflicht auf die Straße gegangen waren. Etwa 5.000 Menschen waren vor dem Parlament zusammengekommen, um gegen die Immunisierungen zu protestieren. Die Proteste richten sich gegen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen etwa im Gesundheitswesen.

    20.00 Uhr: US-Experte Fauci unterstützt Impfpflicht für Schulkinder

    Der oberste Corona-Experte der US-Regierung, Anthony Fauci, unterstützt angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen den Vorschlag einer Impfpflicht für Schulkinder. Das sei eine gute Idee, sagt Fauci dem Sender "CNN". Die USA hätten das bereits seit Jahrzehnten bei Polio, Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis so gehandhabt. Bislang können Kinder unter zwölf Jahren keine Impfung erhalten. Dem Sender "ABC" sagt Fauci jedoch, dass bis Anfang Oktober genügend Daten vorliegen sollten, um zu beurteilen, ob das Vakzin sicher für diese Altersgruppe sei. Die steigende Zahl der Infektionen beeinträchtigt bereits den Betrieb an den Schulen.

    19.30 Uhr: Israel bietet Auffrischungsimpfung ab zwölf Jahren an

    Israel hat das Angebot einer Corona-Auffrischungsimpfung auf alle Einwohner ab zwölf Jahren ausgeweitet. "Die dritte Impfdosis wirkt", erklärte Ministerpräsident Naftali Bennett. Deshalb solle sie nun bereits für Zwölfjährige zur Verfügung stehen. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz ergänzte, die Booster-Impfung verhindere Infektionen wirksam und senke das Risiko erheblich, schwer zu erkranken oder gar an Covid-19 zu sterben.

    Bislang haben nach Regierungsangaben bereits rund zwei Millionen Menschen in Israel eine dritte Corona-Impfdosis erhalten.

    19.07 Uhr: Tausende Impfgegner demonstrieren in Griechenland

    Tausende Impfverweigerer haben am Sonntagabend in Athen und der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki gegen die Corona-Impfpolitik der konservativen Regierung demonstriert. In Athen versammelten sich nach Schätzungen des Staatsfernsehens rund 3.000 Demonstranten. In Thessaloniki seien es mehr als 5.000 Menschen gewesen, berichteten örtliche Medien.   

    Die konservative Regierung hat es bereits gesetzlich durchgesetzt, dass sich nur noch Geimpfte in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten dürfen. Zudem sollen nicht geimpfte Beschäftigte im Gesundheitssektor vom 1. September an von ihrer Arbeit freigestellt und - solange sie nicht geimpft sind - nicht bezahlt werden. Dies gilt bereits im Bereich Altenpflege seit dem 16. August.

    18.58 Uhr: Iran: Bande raubt Hunderte Corona-Impfstoffdosen

    Eine Räuberbande hat in Irans Hauptstadt Teheran Hunderte Corona-Impfstoffdosen gestohlen. Die Kriminellen hätten zuvor ein Mietwagen überfallen, mit dem ein Kurierdienst von einer medizinischen Einrichtung des Gesundheitsministeriums im Süden der Metropole losgefahren sei, wurde Polizeichef Hossein Rahimi am Sonntag in Medienberichten zitiert. Demnach erbeuteten die Diebe 300 Impfstoffdosen. Um welche Vakzine es sich handelte, blieb unerwähnt. Im Iran wird in der Regel das Präparat Sinopharm aus chinesischer Produktion genutzt, aber mitunter auch das russische Mittel Sputnik-V sowie der Impfstoff von Astrazeneca und das Vakzin CovBarekat aus heimischer Herstellung.

    18.23 Uhr: Die Corona-Fallzahlen in Bayern sind am Wochenende weiter gestiegen

    Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Sonntag bei 69,4, ein Plus von 3,4 gegenüber dem Vortag. Allerdings stecken sich demnach vor allem Menschen an, die keinen vollständigen Impfschutz haben. In der Gruppe der Ungeimpften lag die Inzidenz laut LGL Stand Freitag bei 110,6 binnen einer Woche gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, bei vollständig Geimpften lag der Wert dagegen nur bei 9,2.

    Auf Menschen, die keinen vollständigen Impfschutz haben, könnten in Bayern deshalb bald weitere Einschränkungen zukommen. "Natürlich müssen wir jetzt schon über künftige Maßnahmen nachdenken wie etwa Kontaktbeschränkungen, die dann in Kraft treten müssen, um das Gesundheitssystem zu schützen", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der "Bild am Sonntag". "Klar ist aber, dass Geimpfte und Genesene ihre Freiheitsrechte zurückerhalten müssen."

    Holetschek hatte bereits am Freitag von einer "Pandemie der Ungeimpften" gesprochen. Er schloss dabei nicht aus, dass es künftig auch in Bayern das 2G-Modell geben könnte, wie es Hamburg zum Wochenende eingeführt hat. Dabei können beispielsweise Restaurants oder Konzertveranstalter nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt erlauben. In dem Fall entfallen weitere Beschränkungen. Ungeimpfte dürften dann aber auch mit einem negativen Test nicht teilnehmen.

    Die Staatsregierung berät am Dienstag in einer Kabinettssitzung über neue Corona-Regeln. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte vergangene Woche eine Corona-Verordnung unabhängig von der Inzidenz mit einer Krankenhausampel angekündigt. Zudem solle die FFP-2-Maskenpflicht in Bayern fallen. Basis solle aber das 3G-Prinzip mit Freiheiten für Geimpfte, Genesene und Getestete bleiben.

    17.12 Uhr: Dutzende Festnahmen nach Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Berlin

    In Berlin haben am Sonntag erneut Anhänger der sogenannten Querdenken-Bewegung gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, versammelten sich einige tausend Menschen. Es habe rund 80 vorläufige Festnahmen gegeben, berichtete die Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter. Dabei habe der Fokus "insbesondere auf gewalttätigen Personen" gelegen oder denjenigen, die als Rädelsführer zu Verstößen gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz und die Infektionsschutzbestimmungen aufgerufen hätten.

    Die Berliner Polizei hatte zuvor mehrere am Wochenende in der Hauptstadt geplante "Querdenken"-Demonstrationen verboten. Sie begründete dies vor allem damit, dass in der Vergangenheit bei derartigen Veranstaltungen die Infektionsschutzregeln wie das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes nicht eingehalten wurden.

    15.39 Uhr: Fast eine Milliarde Euro Corona-Soforthilfe freiwillig zurückgezahlt

    Zahlreiche Unternehmen haben freiwillig Corona-Soforthilfen zurückgezahlt. Zuständige Stellen der Länder, so eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministerium, hätten "Rückzahlungen in Höhe von 322 Millionen Euro geltend gemacht. Die Unternehmen hätten freiwillige "Rückzahlungen in Höhe von 911 Millionen Euro" gezahlt.

    Die Gründe für die Rückzahlung sind vielfältig. "Insbesondere hatten Unternehmen zum Zeitpunkt der Antragstellung teilweise höhere Liquiditätsengpässe für den dreimonatigen Förderzeitraum prognostiziert als letztlich eingetreten sind. Die Frage der Rückzahlung von Corona-Soforthilfen liegt laut Bundesministerium ausschließlich in der Zuständigkeit der Länder. Die Soforthilfen waren die ersten Hilfszahlungen für kleine Unternehmen aus dem Frühjahr 2020. Sie waren dazu gedacht, in der Corona-Krise die wirtschaftliche Existenz der Firmen und Selbstständigen zu sichern und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen. Personalkosten und private Lebenshaltungskosten durften mit dem Geld nicht gedeckt werden.

    14.46 Uhr: Covid-19-Patienten auf Intensivstation über 1.000

    Die Zahl der bundesweit auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten ist in der vierten Corona-Welle erstmals wieder über 1.000 gestiegen. Im Divi-Register-Tagesreport vom Sonntag wurden 1.008 Covid-19-Patienten auf Intensivstation gemeldet, 485 davon mussten beatmet werden. Zuletzt war ein Wert von über 1.000 im Tagesreport vom 18. Juni erfasst worden.

    13.57 Uhr: Indien meldet 45.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

    Indien hat am Sonntag 45.083 neue Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Haupttreiber des starken Anstiegs sei ein hinduistisches Erntedankfest in Kerala gewesen, berichteten indische Medien unter Berufung auf Angaben des Gesundheitsministeriums in Neu Delhi. Im Anschluss an das zehntägige Onam-Fest wurden demnach in dem südlichen Bundesstaat 31.265 Fälle registriert. Damit seien in Kerala derzeit 55 Prozent der aktuell in ganz Indien 370.000 aktiven Coronaerkrankungen gemeldet. Die Coronawelle in Kerala habe in den Tagen seit dem Ende der Feierlichkeiten am vergangenen Montag eingesetzt.Onam ist das wichtigste und populärste Fest der Hindus in Kerala. Es wird zu Ehren des mythischen Königs Mahabali mit großen, prachtvollen Veranstaltungen gefeiert. Kerala ist zudem der indische Bundesstaat mit dem größten christlichen Bevölkerungsanteil. Die Mehrheit der Christen sind "Thomaschristen", die ihre Ursprünge auf den Apostel Thomas zurückführen.

    12.40 Uhr: Zwölf Kommunen in Bayern unter Inzidenz von 35

    Nur 12 Städte und Landkreise in Bayern liegen aktuell noch unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Seit vergangenem Montag gilt ab diesem Grenzwert die sogenannte 3G-Regel. Menschen müssen beim Betreten von Innenräumen wie Restaurants oder in Schwimmbädern nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ auf Corona getestet sind.

    Die bayernweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen auf 68,5. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden, also wie viele Corona-Infizierte sich in stationäre Behandlung begeben mussten.

    11.56 Uhr: Impfbefürworter organisieren Demo in Frankreich

    Befürworter der Corona-Schutzimpfung in Frankreich rufen für diesen Montag zu einer Demonstration in Lyon auf. Es gehe angesichts anhaltender Proteste von Impfgegnern darum zu zeigen, dass diese in der Minderheit sind, sagte Mitorganisator Jacques Boucaud dem Sender "France Info". "Wir haben entschieden, uns Gehör zu verschaffen und zu zeigen, dass wir bereit sind, uns impfen zu lassen." Ein Großteil der Bevölkerung wolle aus der Situation herauskommen, in der man seit eineinhalb Jahren stecke. "Wir kennen die Erklärungen der Wissenschaftler und die Studien der echten Experten die zeigen, dass die Impfung der einzige Ausweg aus dieser Pandemie ist."

    Empört zeigte sich der Mitorganisator der Kundgebung über die Atmosphäre, die durch den Streit um die Corona-Impfung entstanden sei. Da werde von "Widerstand" und "Diktatur" gesprochen, aber diese Wörter hätten eine Bedeutung. "Redet mal über Widerstand und Diktatur mit den Afghanen." Der Demonstrationsaufruf trägt das Motto "Bürgerliche Brüderlichkeit, alle geimpft für mehr gemeinsame Freiheit".

    11.15 Uhr: Deutliche Mehrheit für 3G in Zügen

    Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge dafür, dass zum Schutz vor dem Corona-Virus nur noch Geimpfte, Getestete oder Genesene Züge nutzen dürfen. Für die Anwendung der 3-G-Regel in Zügen seien 64 Prozent, dagegen 31 Prozent, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für das "Handelsblatt". Fünf Prozent seien unentschieden. Die Bundesregierung prüft eine Testpflicht in Fernzügen.

    11.08 Uhr: Zwei weitere Kardinäle an Corona erkrankt

    Nach dem coronabedingten Krankenhausaufenthalt von US-Kardinal Raymond Leo Burke (73) sind nun auch zwei weitere Kardinäle aus Lateinamerika von der Pandemie betroffen. Wie die Schweizer katholische Presseagentur APIC am Sonntag berichtete, handelt es sich dabei um den venezolanischen Kardinal Jorge Liberato Urosa Savino (79) und seinen Amtsbruder aus Nicaragua, Leopoldo Jose Brenes Solorzano (72).

    10.10 Uhr: Kanzlerkandidatin Baerbock für mehr Druck auf Ungeimpfte

    Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will den Druck auf Ungeimpfte erhöhen. Dazu sollen Geimpfte und Genesene sollen nach ihrer Ansicht mehr Freiheiten erhalten als Ungeimpfte. Wenn jemand nicht solidarisch mit etwa Kindern oder chronisch Kranken sei, "dann kann er oder sie nicht erwarten, dass alle anderen auf ihre Freiheit verzichten", sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Sie halte es deswegen für richtig, Geimpften oder Genesenen wieder mehr Freiheiten zu geben, "so wie Hamburg das jetzt macht". In Hamburg gilt seit dem Wochenende ein bislang bundesweit einmaliges 2G-Optionsmodell. Besuchen nur Geimpfte und Genesene eine Veranstaltung, entfallen fast alle Corona-Auflagen. Veranstalter oder Wirte können entscheiden, ob sie diesen Weg gehen oder weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren. Damit erhöhe man auch den Anreiz, sich impfen zu lassen, sagte Baerbock.

    09.46 Uhr: Merkel verspricht mehr Impfstoff für Entwicklungsländer

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehr Corona-Impfstoff für Entwicklungsländer zugesagt. "Deutschland wird in diesem Jahr nicht nur 30 Millionen Impfdosen geben können, sondern wir werden 70 Millionen geben können", sagte sie nach der G20-Konferenz "Compact with Africa" in Berlin. Die internationale Impfstoff-Initiative Covax werde verstärkt liefern, damit der Impfstoff schnell zu den Menschen in Afrika komme. Auch das wirtschaftliche Wohl des Kontinents hänge mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen zusammen.

    09.39 Uhr: Rosenheim schreibt Reiserückkehrer an

    Wegen steigender Corona-Infektionszahlen schreibt die Stadt Rosenheim gezielt Einwohner aus dem ehemaligen Jugoslawien an. 70 Prozent der Neuinfektionen gingen auf Reiserückkehrer aus dieser Region zurück, die in der Heimat Urlaub gemacht oder ihre Familie besucht haben, bestätigte ein Stadtsprecher am Freitag. Daher wolle sich die Stadt nun mit Briefen in der jeweiligen Landessprache unter anderem an Kroaten, Bosnier und Albaner aus dem Kosovo wenden. Diese stellten in der Stadt die mit Abstand größte ausländische Bevölkerungsgruppe. Laut dem zuständigen Gesundheitsamt sind 86 Prozent der gemeldeten Infektionen bei Menschen ohne Impfschutz aufgetreten. Die Texte für die Briefe würden derzeit aber noch mit dem Gesundheitsamt und dem Landkreis abgestimmt, sagte der Stadtsprecher. Wann die Briefe versendet werden, hänge auch davon ab, wann diese fertig übersetzt seien.

    08.45 Uhr: Japan plant Auffrischungsimpfungen

    Nach schleppendem Start seiner Corona-Impfkampagne will Japan seine Bevölkerung nun bis Oktober oder November vollständig geimpft haben. Außerdem würden zeitnah Auffrischungsimpfungen angeboten, sagte der für die Kampagne zuständige Minister Taro Kono am Sonntag.

    Dosen für Auffrischungsimpfungen von Biontech und Pfizer sowie Moderna würden Anfang nächsten Jahres eintreffen, rechtzeitig für medizinisches Personal und ältere Menschen, die ihre zweite Impfdosis meist bis Juli erhalten hatten. "Japan strebt eine Impfrate von 80 Prozent an", sagte Kono im Sender Fuji TV. Ein digitales Impfzertifikat werde noch in diesem Jahr eingeführt.

    Zur Beschleunigung seiner Impfkampagne prüft Japan eine Kombination verschiedener Vakzine bei Erst- und Zweitimpfungen. Möglicherweise könne nach einer ersten Dosis mit dem AstraZeneca-Stoff als zweite Dosis das Mittel von Pfizer/BioNTech oder jenes von Moderna verabreicht werden, sagt der Leiter der Impfkampagne, Taro Kono, dem Sender Fuji Television. Damit könne die Wartezeit zwischen beiden Impfungen verkürzt werden, die zwischen zwei AstraZeneca-Dosen acht Wochen betrage. Er habe das Gesundheitsministerium um eine Einschätzung gebeten.

    07.42 Uhr: Sechster Lockdown in Melbourne wird verlängert

    Der sechste Lockdown in der australischen Stadt Melbourne wird verlängert. Das teilten die Behörden am Sonntag mit Verweis auf die immer noch zu hohen Corona-Infektionszahlen mit. Eigentlich hätten die verschärften Maßnahmen für die fast sieben Millionen Einwohner von Melbourne und dem Bundesstaat Victoria am Donnerstag nach vier Wochen aufgehoben werden sollen. Dies sei nicht mehr möglich, da die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages um 92 angestiegen sei, sagte der Regierungschef von Victoria, Dan Andrews. Die nächtliche Ausgangssperre bleibt somit bestehen, Spielplätze bleiben geschlossen und Sportmöglichkeiten begrenzt. Wie lange die verschärften Maßnahmen beibehalten werden sollen, sagte Andrews nicht.

    04.48 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 74,1

    Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 74,1. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 8416 Neuinfektionen registriert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen meldete. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum lag bei zwölf.

    Bislang gilt die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - als der entscheidende Richtwert, an dem sich die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern orientieren. Dies soll sich aber ändern: Die Bundesregierung bereitet derzeit eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, derzufolge künftig anstelle des Inzidenzwertes die Auslastung der Krankenhäuser die zentrale Rolle spielen soll.

    03.55 Uhr: Streit über Herkunft des Virus: China beschuldigt US-Geheimdienste der Lüge

    China hat einen Bericht der US-Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus als "verlogen" bezeichnet. Bei dem am Freitag vorgelegten Papier handele es sich um einen "verlogenen Bericht, der für politische Zwecke erstellt wurde", hieß es in einer am Sonntag vom Außenministerium in Peking verbreiteten Mitteilung. Von einem "verleumderischen Angriff" auf China war die Rede. "Ohne Beweise zu liefern, haben die USA eine Geschichte nach der nächsten erfunden, um China zu diffamieren und zu beschuldigen", wurde Chinas Vize-Außenminister Ma Zhaoxu zitiert.

    Der Bericht der US-Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus hatte keine eindeutigen Feststellungen geliefert. Darüber, ob das Virus aus einem Labor stamme oder von einem Tier auf den Menschen übergesprungen sei, herrschte demnach unter den Diensten Uneinigkeit. Beides seien "plausible Hypothesen". Wenn keine weiteren Informationen zur Verfügung gestellt würden, sei eine genauere Schlussfolgerung nicht möglich, hieß es weiter. Dafür brauche man vor allem die Unterstützung Chinas. "Peking behindert jedoch weiterhin die globalen Ermittlungen, weigert sich, Informationen auszutauschen und beschuldigt andere Länder, darunter auch die Vereinigten Staaten", heißt es in dem Papier.

    03.35 Uhr: Härtere Regeln für Ungeimpfte möglich

    Für ungeimpfte Menschen könnte es bald wieder härtere Corona-Regeln geben."Wenn es auf die Intensivstationen durchschlägt, muss man handeln. Es wäre falsch, dann alle in Mithaftung zu nehmen, auch die Geimpften – deshalb wird es für Ungeimpfte andere Regeln geben als für Geimpfte," sagt der Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), der "Bild am Sonntag". Das grün-geführte Sozialministerium des Bundeslandes habe eine Kontaktbeschränkung für ungeimpfte Erwachsene und ein Besuchsverbot von Restaurants und Konzerten vorgeschlagen. Auch der bayrische Gesundheitsminister unterstütze die Vorschläge. Aus SPD und FDP gebe es Kritik.

    00.17 Uhr: Firmen zahlen freiwillig Corona-Soforthilfen zurück

    Tausende Firmen in ganz Deutschland zahlen offenbar freiwillig ihre Corona-Soforthilfen zurück. Laut einem Vorabbericht der "Bild am Sonntag" sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums bisher 911 Millionen Euro eingegangen. Allein in Bayern hätten rund 25.000 Unternehmen insgesamt 190 Millionen Euro zurückgegeben. In Schleswig-Holstein hätten 2.230 Unternehmen insgesamt 15,3 Millionen Euro zurückgezahlt, in Mecklenburg-Vorpommern 5.000 Firmen 46,3 Millionen Euro.

    00.02 Uhr: Spanien kein Corona-Hochrisikogebiet mehr

    Spanien wird von der Bundesregierung nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiet geführt. In der Nacht zum Sonntag sind damit alle Quarantänevorschriften für von dort zurückkehrende Urlauber entfallen. Bereits vor einer Woche waren die ersten spanischen Regionen von der Risikoliste gestrichen worden, darunter die Kanarischen Inseln und Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona. Jetzt gilt das ganze Land als "risikofrei" - auch Mallorca, die beliebteste Urlaubsinsel der Deutschen. Der Großraum Lissabon ist ab Sonntag ebenfalls kein Hochrisikogebiet mehr. Als einzige Region in Portugal bleibt aber die Urlaubsregion Algarve auf der Liste.

    00.00 Uhr: Patientenschützer fordern mehr Transparenz in Pflegeeinrichtungen

    Patientenschützer fordern eine gesetzliche Verpflichtung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, die Quote der Geimpften und Genesenen beim Personal zu veröffentlichen. "Kranke und Pflegebedürftige brauchen Transparenz, um das Infektionsrisiko einschätzen zu können", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). Das sei umso wichtiger, als es immer noch keine bundesweit geltende tägliche Testpflicht für das medizinisch-pflegerische Personal gebe.

    22.00 Uhr: Kuba setzt chinesischen Impfstoff Sinopharm ein

    Kuba, das bislang nur seinen eigenen Vakzine eingesetzt hat, will nun auch den chinesischen Impfstoff Sinopharm verwenden. Im Kampf gegen die explodierenden Corona-Zahlen sollen ab Sonntag in der Zentralprovinz Cienfuegos neben zwei Dosen Sinopharm eine Booster-Impfung mit dem kubanischen Mittel verabreicht werden, teilt das Impfinstitut mit.

    Kuba wollte bis August 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben. Bislang wurden aber nur 30 Prozent geschafft. Virologen vermuten, dass Kuba nicht über genügend eigenen Impfstoff verfügt, um das Ziel zu erreichen.

    21.20 Uhr: Erneut Massenproteste in Frankreich gegen Corona-Politik

    In Frankreich haben Zehntausende Menschen am Samstag am siebten Wochenende in Folge gegen die verschärften Corona-Regeln der Regierung von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. Quer durchs Land war zu rund 200 Protestzügen aufgerufen worden. Außer gegen eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen richteten die Proteste sich gegen den sogenannten Gesundheitspass zum Nachweis von Impfung, Genesung oder negativem Test. Zumeist verliefen die Proteste in einer friedlichen und entspannten Atmosphäre, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

    Der in der landesweiten Corona-App speicherbare Gesundheitspass wird seit drei Wochen unter anderem zum Besuch von Cafés und Restaurants, vor dem Betreten großer Einkaufszentren sowie bei Reisen per Fernzug oder Flugzeug verlangt. Bislang läuft der Einsatz des Gesundheitspasses weitgehend reibungslos. Gerichte kippten die Pflicht zum Vorzeigen des Gesundheitspasses vor dem Besuch großer Einkaufszentren aber in den letzten Tagen in drei Regionen. Der Zugang zur Grundversorgung wie dem Lebensmittelhandel werde dadurch behindert, hieß es zur Begründung.

    20.45 Uhr: Söder warnt vor Radikalisierung der Querdenker-Szene

    Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zeigt sich alarmiert wegen Radikalisierungstendenzen unter den Impfgegnern und Corona-Leugnern in Deutschland. "Es macht mir Sorgen, dass ein Teil dieser ganzen Querdenker-Szene nicht nur übers Impfen redet, da geht es um einen anderen Staat, um eine andere Form von Demokratie", sagte der CSU-Vorsitzende im Video-Streitgespräch mit Grünenchef Robert Habeck, das von Spiegel, t-online und VICE ausgestrahlt wird. Söder verteidigte zudem die Beobachtung der Querdenker-Szene durch den Verfassungsschutz.

    20.05 Uhr: Söder und Habeck stellen Deutschland gutes Corona-Zeugnis aus

    Der CSU-Vorsitzende Markus Söder und Grünen-Chef Robert Habeck haben Deutschland bescheinigt, die Corona-Pandemie gut bewältigt zu haben. "Unter dem Strich ist das gut gelaufen", sagte Söder bei einem Streitgespräch mit Habeck. In diesem Fall seien die Grünen und die Union in der Gefahreinschätzung sehr nah beieinander gewesen. "Wir haben in dieser extremen Ausnahmesituation unser Land gut beschützt."

    19.50 Uhr: Scholz schließt neuen Lockdown aus

    Der Kanzlerkandidat der SPD, Olaf Scholz, hat deutlich gemacht, dass es mit ihm als Kanzler keinen neuen Lockdown geben werde. "Für mich ist klar, dass es keinen Lockdown wie im vergangenen Jahr geben kann", sagte Scholz im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.) laut Vorabbericht. Es müsse außerdem alles dafür getan werden, damit der Präsenzunterricht in Schulen weiter stattfindet.

    Scholz warb außerdem nachdrücklich darum, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. In Bezug auf das Vorhaben des Bundesregierung, nicht mehr den Inzidenzwert als Maß der Corona-Gefahr zu nehmen, sondern die Hospitalisierungsrate, wies Scholz darauf hin, dass auch jetzt schon verschiedene Werte in die Lagebewertung einflössen, etwa die Lage auf den Intensivstationen.

    19.45 Uhr: Russland meldet Rekordwert bei Corona-Toten im Juli

    Russland hat für Juli eine Rekordzahl bei Todesfällen in Verbindung mit dem Coronavirus verzeichnet. Im vergangenen Monat seien 50.421 Menschen gestorben, die an Covid-19 gelitten hätten, hieß es in einem Bericht des Statistikamts Rosstat. Der bisherige Höchstwert aus dem Dezember lag bei 44.435 Toten. Doch hätten im Juli nur 38 992 Sterbefälle direkt auf die Krankheit zurückgeführt werden können.

    Bei 5.206 wurde das Virus als vermutliche Haupttodesursache eingestuft, doch wären weitere Untersuchungen nötig. Wie es weiter hieß, trug das Coronavirus bei 1.449 weiteren Fällen zum Tod bei, war aber nicht der entscheidende Auslöser. 4.844 Personen seien zwar infiziert gewesen, doch habe ihr Ableben nichts mit dem Erreger zu tun gehabt.

    19.40 Uhr: Jecke Aktion: 185 Karnevalsfans lassen sich gegen Corona impfen

    Jecke Impfaktion in Köln: 185 Karnevalsfans haben sich am Samstag auf dem Heumarkt in der Kölner Altstadt gegen Corona impfen lassen. Das Festkomitee Kölner Karneval und die Stadt hatten gemeinsam zum "großen Fastelovends-Impfen" aufgerufen.

    Mit der Aktion sollten noch möglichst viele Jecken zum Impfen animiert werden, bevor die neue Session losgeht. "Wer an dem Tag mit der ersten Impfung startet, ist pünktlich zum Elften im Elften durchgeimpft und spart sich somit die PCR-Testung vor einer Karnevalsveranstaltung", hatte das Festkomitee im Vorfeld mitgeteilt.

    18.13 Uhr: Bundesgesundheitsminister Spahn debattiert mit Berliner Clubszene

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat im Gespräch mit der von der Corona-Krise schwer getroffenen Club- und Kulturbranche die Rolle des Impfens betont. Zu Frage nach einer Perspektive für die Branche sagte Spahn, die sicherste Bedingung für die Gesellschaft sei eine Impfquote von deutlich über 80 Prozent.

    Spahn traf sich im Kreuzberger "Ritter Butzke" mit Vertretern der Club-, Kultur- und Veranstaltungsbranche. Deren Innenräume sind seit März 2020 weitgehend lahmgelegt. Das Gespräch, das von CDU-Bundestagskandidat Kevin Kratzsch moderiert wurde, verlief zum Teil hitzig. "Ich kenne Clubs, ich sage es noch einmal, ob Sie es mir zutrauen oder nicht, besser als Sie denken", so Spahn, als ihm vorgeworfen wurde, er wisse nicht, wie die Branche funktioniere. Er sei "wütend bis zum Anschlag", sagte Marcus Pohl, der für die Selbstständigen in der Veranstaltungswirtschaft sprach. Sein Verband habe keine Reaktion bekommen, als er sich an Spahn gewandt habe.

    Spahn unterstrich: "Es ist die schwerste Krise seit Bestehen unserer Landes." Mit Blick auf die Corona-Maßnahmen sagte er: "Wir verkünden keine Wahrheiten, wir wägen ab." Das Virus sei der "Spielverderber, nicht der Gesundheitsminister."

    16.17 Uhr: Berliner Polizei mit Großaufgebot bei Protesten gegen die Corona-Politik

    Trotz eines Verbots mehrerer "Querdenken"-Demonstrationen haben sich in Berlin am Samstag tausende Menschen versammelt, um gegen die Corona-Politik zu protestieren. Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, kamen in der Hauptstadt unangemeldet "mehrere tausend Personen" zusammen, die dann von der Polizei begleitet durch die Innenstadt liefen. Dabei kam es nach Polizeiangaben zu dutzenden vorläufigen Festnahmen - bei mehr als 50 Menschen seien die Personalien festgestellt und Platzverweise erteilt worden.

    Demonstranten versuchten nach Angaben der Einsatzkräfte auch, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Dies habe aber auch durch den Einsatz von Pfefferspray verhindert werden können. Insgesamt war die Polizei am Samstag mit mehr als 2.000 Kräften im Einsatz. Die Berliner Polizei hatte zuvor mehrere am Wochenende in der Hauptstadt geplante "Querdenken"-Demonstrationen verboten. Sie begründete dies vor allem damit, dass in der Vergangenheit bei derartigen Veranstaltungen die Infektionsschutzregeln wie das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes nicht eingehalten wurden.

    Bereits Anfang August hatten in der Hauptstadt tausende Menschen trotz Verbots gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Die Polizei sprach damals von mehr als 5000 Teilnehmern. Dabei gab es auch Angriffe auf Einsatzkräfte und einen Gewerkschaftsvertreter. Hunderte Menschen wurden festgenommen.

    14.42 Uhr: Merkel sagt mehr Impfstoff für Entwicklungsländer zu

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehr Corona-Impfstoff für Entwicklungsländer zugesagt. Statt 30 Millionen werde Deutschland 70 Millionen Impfdosen geben können, sagte sie nach der G20-Konferenz "Compact with Africa" am Freitagabend in Berlin. Bisland seien nur zwei Prozent der Bevölkerung in Afrika gegen das Coronavirus geimpft. Das sei "eine dramatische Ungerechtigkeit", die schnell zu überwinden sei, unterstrich die Kanzlerin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wiederholt die ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoff kritisiert. Es gebe auch erste konkrete Projekte für eine Impfstoffproduktion in Afrika, sagte Merkel. Dabei handle es sich um die Länder Ruanda, Senegal und Südafrika.

    12.18 Uhr: Epidemiologe Stöhr: "Normalzustand" im Sommer 2022

    Der Epidemiologe Klaus Stöhr geht davon aus, dass die Corona-Pandemie in Deutschland nach dem Winter vorüber ist. "Ab dem Frühjahr werden wir eine dramatische Entspannung der Situation erleben", sagte Stöhr dem "Münchner Merkur". "Die Pandemie ist dann vorbei. Im Sommer wird trotz einiger Infektionen wieder absoluter Normalzustand herrschen." Die steigenden Corona-Infektionszahlen seien bislang zwar "eine erwartbare Entwicklung" und "kein Grund zur Aufregung", sagte Stöhr. Allerdings müsse man sich Sorgen um die mehr als vier Millionen ungeimpften über 60-Jährigen in Deutschland machen: "Die sind für das Virus noch voll empfänglich", sagte Stöhr. "Das reicht im Winter aus für eine dramatische Zunahme von schweren Verläufen und Einweisungen in die Krankenhäuser. Darüber muss man sich Sorgen machen und hier den Impffortschritt verbessern." Deshalb müssten Auffrischungsimpfungen und eine bessere Impfquote in der Pflege "Priorität werden".

    11.15 Uhr: Deutschland: Mehr als 60 Prozent vollständig geimpft

    Mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze hätten inzwischen gut 50 Millionen Menschen (60,1 Prozent) erhalten, gab das Bundesgesundheitsministerium bekannt. Knapp 65 Prozent (54 Millionen) sind demnach mindestens einmal geimpft. Am Freitag wurden den Angaben zufolge 213.092 Impfdosen verabreicht. In Bremen haben bereits 74,7 Prozent mindestens eine Impfung, 70,2 Prozent sind dort vollständig geimpft. In Sachsen dagegen haben erst 54,8 Prozent mindestens eine Impfung, 51,4 Prozent sind dort vollständig geimpft.

    10.24 Uhr: Hausärzteverband: Abflauendes Impfinteresse

    Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen ist nach Angaben des Hausärzteverbandes deutlich niedriger als in der ersten Hälfte des Jahres. "Der Impfturbo, den wir im Frühjahr und bis zum Juli hinein erlebt hatten, ist definitiv abgeflaut", sagte Bundesvorstandsmitglied Armin Beck den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland. "Während einzelne Kolleginnen und Kollegen uns zuvor noch von 300 oder sogar 500 Anfragen wöchentlich berichteten, erhalten viele mittlerweile nur noch zögerliche 30 oder weniger", sagte Beck. "Hinzu kommt, dass die Beratung bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich aufwändiger geworden ist, da natürlich der Anteil der klaren Impfbefürworter unter den Ungeimpften mit Voranschreiten der Impfkampagne stark abgenommen hat", führte Beck weiter aus. "Den bisher nicht geimpften Patienten diese näherzubringen, nimmt viel Zeit in Anspruch", sagte der Mediziner, der auch Vorsitzender des Hausärzteverbands Hessen ist. Hier sei "viel Überzeugungsarbeit zu leisten".

    09.50 Uhr: Großes Festival trotz Corona in England

    In England findet dieses Wochenende das Festival Reading and Leeds statt - trotz steigender Infektionszahlen mit Zehntausenden Besuchern. Sorgen bereitet den Experten aber eher der Beginn des neuen Schuljahres.

    09.43 Uhr: Bundesentwicklungsminister Müller fordert "Impfstoffoffensive" in Afrika

    Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert eine "Impfstoffoffensive" in Afrika. Um möglichst viele Menschen schnell zu impfen, müssten die Anstrengungen verzehnfacht werden, sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dazu gehöre eine eigenständige Impfstoffproduktion in Afrika. "Das wäre eine Initialzündung im Kampf gegen Covid-19 und würde auch einen Technologieschub auslösen, der bei Impfungen gegen Polio oder künftig auch Malaria hilft", erklärte der CSU-Politiker. Müller verwies darauf, dass weniger als drei Prozent der afrikanischen Bevölkerung vollständig geimpft seien. "In knapp der Hälfte der Länder auf dem Kontinent steigen aktuell die Fallzahlen - fast 250.000 Afrikaner sind allein letzte Woche an Corona gestorben", beklagte er. Der Weg aus der Corona-Krise führe über eine weltweite Impfkampagne.

    09.18 Uhr: Indien hat 10 Millionen Menschen an einem Tag geimpft

    In Indien sind zum ersten Mal über zehn Millionen Menschen an einem einzigen Tag geimpft worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag wurde die Marke am Vortag überschritten. Premierminister Narendra Modi feierte den Meilenstein als "bedeutsame Leistung" für sein Land. Modis Regierung steht seit dem Corona-Tod von über 200.000 Menschen bei einer weitgehend ungebremsten Infektionswelle im April und Mai in der Kritik. Sie hatte es sich zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres etwa 1,1 Milliarden Erwachsene zu impfen. Indien hat 1,3 Milliarden Einwohner. Lieferengpässe, Verwaltungschaos sowie die Skepsis bei vielen Bürgern haben die Impfkampagne jedoch massiv behindert. Seit Beginn der Kampagne im Januar sind erst 15 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Indien hat offiziell bisher 437.370 Todes- und mehr als 32 Millionen Infektionsfälle registriert. Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer mindestens viermal so hoch sein könnte, weil nur wenige Fälle überhaupt entdeckt und gemeldet werden.

    08.25 Uhr: Impfpflicht für Zuschauer der US-Open

    Kurz vor dem Start der US-Open am Montag haben die Veranstalter eine generelle Corona-Impfpflicht für die Zuschauer des Grand-Slam-Turniers eingeführt. Der US-Tennisverband setzt damit eine Vorgabe der Stadt New York um. Demnach müssten die Tennisfans zumindest eine Impfung gegen COVID-19 vorweisen können, um sich die Matches vor Ort anschauen zu können. "Angesichts der fortschreitenden Verbreitung der Delta-Variante und unserer Absicht, die Gesundheit und Sicherheit unserer Fans an erste Stelle zu setzen, wird die USTA die Forderung des Bürgermeisters für alle Inhaber von US-Open-Tickets ab 12 Jahren umsetzen", hieß es in einer Erklärung. Im vergangenen Jahr hatte das Turnier aufgrund der Pandemie vor komplett leeren Rängen stattfinden müssen. Dieses Jahr sollten die Arenen laut ursprünglicher Planung eigentlich ohne Beschränkungen gefüllt werden. Doch die wieder größeren Probleme mit Corona erfordern erneut ein Eingreifen der Behörden.

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    06.40 Uhr: Biden: China verhindert Aufklärung der Pandemie-Entstehung

    Die US-Geheimdienste haben die Hoffnung aufgegeben, aufklären zu können, ob das Coronavirus aus einem chinesischem Labor stammt. Dies gehe nicht ohne Hilfen chinesischer Behörden, heißt es in einem der Öffentlichkeit freigegebenen Bericht. Es gebe in China wichtige Informationen über die Entstehung der Pandemie, erklärt US-Präsident zu dem Bericht. Regierungsvertreter in China hätten aber von Anfang an internationale Untersuchungen verhindert.

    05.30 Uhr: RKI: 10.303 Neuinfektionen, Inzidenz bei 72,1

    Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt sie bei 72,1 - am Vortag hatte der Wert 70,3 betragen, vor einer Woche 51,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.303 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 8.092 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet.

    05.00 Uhr: Ab heute gilt die 2G-Regelung in Hamburg

    Von heute an können in Hamburg Restaurants, Kneipen, Theater, Kinos und weitere Publikumseinrichtungen Geimpften und Genesenen vorbehalten bleiben - aber nur, wenn die Betreiber und Betreiberinnen sich für die 2G-Option angemeldet haben.

    04.40 Uhr: Querdenker-Demonstrationen in Berlin

    Die Gegner der Corona-Gesetze und die sogenannten Querdenker-Initiativen wollen an diesem Wochenende erneut in Berlin demonstrieren. Eine ganze Reihe von Kundgebungen sind für den Samstag und Sonntag rund um das Regierungsviertel angemeldet. Die Berliner Polizei untersagte mehrere Demonstrationen. Trotzdem plant sie einen Großeinsatz. Ein Verbot wurde vom Verwaltungsgericht gekippt.

    03.35 Uhr: Delta-Variante: Wahrscheinlichkeit auf Krankenhaus verdoppelt sich

    Infektionen mit der Delta-Variante führen doppelt so häufig zu Krankenhausaufenthalten wie Infektionen mit der ursprünglichen Alpha-Variante. Diese Erkenntnis basiert auf einer englischen Studie, die mehr als 43.000 Fälle bei größtenteils ungeimpften Personen analysierte. Die Studie, die in der Fachzeitschrift "Lancet Infectious Diseases" veröffentlicht wurde, ist die bisher größte, die durch Sequenzierung des Virusgenoms bestätigt werden konnte. "Unsere Analyse zeigt, dass Delta-Ausbrüche ohne Impfung eine größere Belastung für das Gesundheitswesen darstellen als eine Alpha-Epidemie", so Anne Presanis, eine der Hauptautoren der Studie und Statistikerin an der Universität Cambridge.

    03.30 Uhr: USA: 172,6 Millionen Menschen mit vollem Impfschutz

    In den USA sind bislang 172,6 Millionen Menschen vollständig geimpft und damit fast 53 Prozent der Bevölkerung, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien 366,8 Millionen Dosen verabreicht worden. Mehr 203,4 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben rund 328 Millionen Menschen.

    Freitag, 27. August 2021

    17.25 Uhr: Spahn - Schwellenwerte für Klinikbelegung sind nicht zentral vorzugeben

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Pläne verteidigt, nach denen regional darüber entschieden werden soll, ab welcher Klinikbelegung künftig strengere Corona-Beschränkungen greifen sollen. "Aus meiner Sicht ist das nicht ein Wert, den man sozusagen einheitlich zentral vorgeben kann, weil das regional unterschiedlich ist", sagte der CDU-Politiker dem SWR-Hauptstadtstudio. In Städten wie Berlin oder München und Ballungsräumen gebe es ganz andere Behandlungskapazitäten als in ländlichen Flächenregionen.

    Nach einem Entwurf des Gesundheitsministeriums soll die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in den regionalen Kliniken zur wichtigsten Messlatte werden - auch als Auslöser für neue Alltagsbeschränkungen. Die Schwellen, ab denen Schutzvorkehrungen greifen, sollen jeweils die Länder festlegen.

    Dies soll die Ausrichtung an der Inzidenz - also der Zahl der Neuansteckungen - ersetzen. Bisher gibt es bundesweit einheitliche Auslöse-Schwellen für Alltagsbeschränkungen etwa ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

      17.14 Uhr: Sri Lanka verlängert Lockdown nach Höchststand an Corona-Toten

    Angesichts einer Höchstzahl an Corona-Toten hat Sri Lanka seine harte Ausgangssperre um eine Woche verlängert. Die Maßnahmen bleiben vorerst bis zum 6. September bestehen, wie Gesundheitsminister Keheliya Rambukwella mitteilte. Zuvor hatten die Behörden 200 weitere Corona-Tote binnen 24 Stunden gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

    Führende Gesundheitsexperten, darunter Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO, forderten noch weitergehende Corona-Maßnahmen in dem Land. Präsident Gotabaya Rajapaksa hatte sich lange gesträubt, einen Lockdown zu verhängen, erst vor einer Woche traten umfassende Beschränkungen in Kraft. In einem Schreiben erklärten die Gesundheitsexperten, bei einer Verlängerung des Lockdowns bis Anfang Oktober könnten bis zu 10.000 Corona-Tote vermieden werden.

    Die Zahl der Corona-Opfer in dem Land hatte am Donnerstag die Marke von 8.000 überschritten, die Gesamtzahl der Infektionen liegt offiziell bei mehr als 410.000. Mitarbeiter des Gesundheitssystems werfen dem Gesundheitsministerium jedoch vor, mit geschönten Statistiken zu arbeiten.

    17.08 Uhr: Scholz ruft zur Werbung fürs Impfen auf

    Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Menschen mit Corona-Impfung in Deutschland dazu aufgerufen, die Ungeimpften von der Impfung zu überzeugen. "Überzeugt eure Liebsten, überzeugt die Freunde am Stammtisch, überzeugt den Sportverein, überzeugt die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb", sagte Scholz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Berlin: "Wir alle waren gerne eure Versuchskaninchen – bei uns ist das mit der Impfung gut gegangen, jetzt bitte macht es auch."

    Scholz sagte: "Einen neuen Lockdown, wieder eine Zeit ohne Präsenzunterricht in den Schulen, das kann es und das darf es unter diesen Umständen nicht geben." Deshalb werde es weiter "noch ein paar Vorsichtsregeln" geben müssen. Das sei beschwerlich, aber besser als die harten Lockdown-Maßnahmen der Vergangenheit.

    16.42 Uhr: Medienbericht - EU bereitet Reisebeschränkungen für USA und Israel vor

    Die EU will Diplomaten zufolge wieder Einreisebeschränkungen für die USA und weitere Länder einführen. Es sei ein Vorgang eingeleitet worden, um die USA, Israel, Kosovo, Montenegro, Libanon und Nordmazedonien von einer Liste sicherer Staaten zu entfernen, sagt einer der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Sollte kein EU-Land widersprechen, werde der Vorgang am Montag abgeschlossen sein, heißt es weiter aus den Kreisen.

    16.31 Uhr: Tschechien setzt Deutschland auf Corona-Ampel auf Rot

    Tschechien stuft Deutschland angesichts steigender Infektionszahlen auf seiner Corona-Ampel als rotes Land mit hohem Ansteckungsrisiko ein. Die Änderung gelte von Montag an, teilte das Gesundheitsministerium in Prag mit. Damit erschwert sich die Einreise für ungeimpfte Touristen aus der Bundesrepublik nach Tschechien erheblich. Sie müssen nicht nur einen negativen PCR-Test vorweisen, sondern sich nach der Ankunft in Tschechien in Quarantäne begeben. Diese kann frühestens am fünften Tag mit einem zweiten negativen PCR-Testergebnis beendet werden.

    Wer seit mindestens 14 Tagen vollständig geimpft ist, muss hingegen nur das obligatorische Online-Meldeformular ausfüllen. Tschechien setzt dabei auf das digitale Covid-Zertifikat der EU, das auch als Eintrittskarte für Hotels, Restaurants und Schwimmbäder dient. Neu in der roten Ampelkategorie sind neben Deutschland nun auch die Urlaubsinsel Madeira und die Balearen.

    In Tschechien selbst bleiben die Corona-Fallzahlen vergleichsweise niedrig. Nach aktuellen Zahlen gab es innerhalb von sieben Tagen zwölf Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Mehr als 5,6 Millionen der rund 11,7 Millionen Einwohner des Landes sind vollständig geimpft.

    16.15 Uhr: Merkel wirbt auf Afrika-Konferenz für "faire" Impfstoffverteilung

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat anlässlich der Konferenz zur G20-Initiative "Compact with Africa" die Bedeutung der Eindämmung der Corona-Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent betont. Für die wirtschaftliche Erholung komme es darauf an, die Pandemie unter Kontrolle zu halten und "möglichst zu überwinden", sagte Merkel. Dafür bedürfe es einer Erhöhung der weltweiten Produktion und einer "fairen Verteilung der Impfstoffe".

    Daher habe Deutschland von Anfang an die Impfinitiative Covax unterstützt, sagte Merkel in Berlin. "Mit 2,2 Milliarden Euro sind wir der weltweit zweitgrößte Geber nach den USA", fügte die Kanzlerin hinzu. Zudem beteilige sich Deutschland an der Abgabe von Impfstoffen, sagte Merkel und verwies auch auf "unsere konkrete Unterstützung eines Produktionsaufbaus in Afrika".

    Im Vorfeld der "Compact with Africa"-Konferenz hatte der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft Hilfe bei den Impfprogrammen des Kontinents angemahnt. Deutschland müsse "jetzt helfen" und sich bemühen, viel enger mit den Regierungen afrikanischer Länder zusammenzuarbeiten, sagte der Vereinsvorsitzende Stefan Liebing den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND): "Wir sollten bilateral arbeiten und mehr Impfstoff an Afrika abgeben."

    15.57 Uhr: Stiftung Patientenschutz kritisiert Entwurf für neues Infektionsschutzgesetz

    Die Stiftung Patientenschutz hat den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), mit dem der Inzidenzwert als wichtigste Größe für Corona-Maßnahmen abgelöst werden soll, als unzureichend kritisiert. Für die künftig als entscheidend vorgesehene Hospitalisierungsrate werde "eine bundesweite Leitzahl" gebraucht, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur AFP: "Ohne diese Vorgabe von Jens Spahn wird es einen Flickenteppich geben."

    Deshalb dürfe die Zahl nicht von den Kliniken oder den jeweiligen Ländern festgesetzt werden, betonte Brysch: "Der Bundesgesundheitsminister hat dafür politische Verantwortung zu übernehmen."

    In dem aktuellen Entwurf zur Neufassung des Infektionsschutzgesetz heißt es zwar, Maßstab für die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen solle künftig "insbesondere die Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Hospitalisierungs-Inzidenz) sein." Ein konkreter Wert wird aber nicht genannt. Vielmehr heißt es in dem Entwurf weiter: "Der Schwellenwert ist jeweils unter Berücksichtigung der regionalen stationären Versorgungskapazitäten festzusetzen mit dem Ziel, eine drohende Überlastung der regionalen stationären Versorgung zu vermeiden."

    15.33 Uhr: Studie - Blutgerinnsel-Risiko nach Corona-Impfung viel geringer als bei Infektion

    Das Risiko, nach einer Corona-Impfung seltene Blutgerinnsel zu entwickeln, ist einer neuen Studie zufolge deutlich geringer als bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Laut der in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" (BMJ) veröffentlichten Studie von Forschern der Universität von Oxford ist etwa die Gefahr, eine Venenthrombose zu entwickeln, nach einer Covid-Erkrankung fast 200 Mal höher als nach einer Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca.

    Für ihre Studie verglichen die Forscher die medizinischen Daten von 29 Millionen Menschen in England, die zwischen Dezember 2020 und April 2021 ihre erste Dosis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer oder dem von der Oxford-Universität mitentwickelten Astrazeneca-Vakzin erhalten hatten, mit denen von fast zwei Millionen Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

    Sie stellten zwar ein geringfügig erhöhtes Risiko für einige Gerinnungsstörungen fest, die kurz nach der ersten Impfdosis zu einem Krankenhausaufenthalt oder zum Tod führen könnten. Nach einer Corona-Ansteckung seien die Risiken "wesentlich höher und länger anhaltend".

    Bei der Blutgerinnung in einer Vene (venöse Thromboembolie) schätzten die Wissenschaftler, dass bei zehn Millionen Menschen, die eine Astrazeneca-Impfung erhielten, 66 zusätzliche Fälle auftraten - bei den mit dem Virus infizierten waren es demnach 12.614 Fälle. Der Impfstoff von Pfizer wurde mit schätzungsweise 143 zusätzlichen Schlaganfällen pro zehn Millionen Menschen in Verbindung gebracht, bei einer Infektion mit dem Coronavirus waren es 1.699 zusätzliche Schlaganfälle.

    15.18 Uhr: Bayerns Verkehrsministerin Schreyer bei 3G-Regel in Zügen "skeptisch"

    Die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) steht einer 3G-Regel in Zügen "skeptisch" gegenüber. "Unter anderem sehe ich viele Fragenzeichen bei den Kontrollmöglichkeiten", sagte sie dem "Münchner Merkur". Nur Getestete, Geimpfte und Genesene in Bahnen zu lassen, "würde Zugfahren unattraktiver machen, weil sie Menschen ausschließt. Es handelt sich um eine Grundversorgung und wir sollten deshalb schauen, dass wir alle Menschen befördern können". Schreyer sagte, sie werde "genau beobachten, welche konkreten Vorschläge hierzu aus Berlin kommen".

    15.04 Uhr: Regierung prüft 3G-Regel für Züge und Inlandsflüge

    Zur Eindämmung der Corona-Pandemie prüft die Bundesregierung, ob künftig nur noch Geimpfte, Getestete und Genesene Fernzüge und Inlandsflüge nutzen dürfen. "Wir haben sehr stark steigende Fallzahlen und deswegen ist es richtig, zu prüfen, was helfen kann, diesen Anstieg der Fallzahlen zu dämpfen und möglichst zu stoppen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Bahn wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

    Seibert verwies auf den starken Anstieg der Corona-Fallzahlen vor allem in der jungen Altersgruppe, die sich noch nicht impfen lassen könne. "Das heißt all diejenigen, die sich impfen lassen können, haben eine Verantwortung gegenüber denen, die sich nicht per Impfung schützen lassen können", sagte Seibert. Engmaschiges Testen bringe zusätzlichen Schutz, weshalb die Bundesregierung nun auch die Einführung der sogenannten 3G-Regel - Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete - prüfe.

    Den Angaben zufolge ist das Bundesverkehrsministerium derzeit mit der Prüfung befasst. Als Vorbild für einen solchen Schritt nannte Seibert Frankreich, wo die Nachweispflicht bereits im Fernverkehr gilt. In Deutschland gibt es die 3G-Regel bislang nur bei Auslandsflügen und einigen Bereichen des öffentlichen Lebens - etwa dem Restaurantbesuch in Innenräumen.

    14.42 Uhr: Berliner Polizei verbietet aktuell neun "Querdenken"-Demonstrationen

    Die Berliner Versammlungsbehörde hat für das Wochenende in Berlin bislang neun geplante Demonstrationen der "Querdenken"-Szene gegen die Corona-Maßnahmen verboten. Untersagt wurden fünf Versammlungen am Samstag und vier am Sonntag, wie die Berliner Polizei mitteilte. Unter den verbotenen Demonstrationen sind zwei Aufzüge der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" am Samstag und Sonntag auf der Straße des 17. Juni mit jeweils 22.500 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

    Die Verbote begründet die Polizei damit, dass die "Querdenker" in einer Vielzahl von Versammlungen wiederholt unter Beweis gestellt hätten, dass §regelmäßig und nahezu ausnahmslos aufgrund der fehlenden Akzeptanz die Infektionsschutzregeln nicht eingehalten werden". Die Weigerung, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, sei "förmlich Markenzeichen und erklärtes Ziel" der Demonstrantinnen und Demonstranten.

    Ungeachtet dessen mobilisieren die "Querdenker" in den sozialen Netzwerken weiter nach Berlin. Bereits am ersten Augustwochenende hatte die Berliner Polizei mehrere Demonstrationen der Gruppierung verboten. Trotzdem waren Tausende Kritiker der Corona-Maßnahmen durch die Stadt gezogen.

    14.29 Uhr: Berlin stoppt Kontaktverfolgung an Schulen und Kitas

    In Berlin gibt es in der Pandemie einen Strategiewechsel an Kitas und Schulen: Die Gesundheitsämter wollen künftig nur noch Kinder und Jugendliche mit einem positiven PCR-Test in eine 14-tägige Quarantäne schicken. Kontaktpersonen außerhalb der engsten Familie würden nicht mehr ermittelt, heißt es in einer Stellungnahme der Amtsärzte.

    "Das ist eine Erleichterung für die Schulen, eine Arbeitserleichterung, definitiv", sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Es sei schon aufwendig gewesen, beim Bekanntwerden von Coronafällen die Kontakte in der Schule nachzuvollziehen, beispielsweise anhand von Sitzplänen. Die Schulen hätten das sehr sorgfältig gemacht. Dieser Aufwand falle durch die neue Regelung weg. Es sei aber auch eine Erleichterung für die Eltern, wenn künftig nur ein Kind in Quarantäne gehe und nicht eine ganze Klasse oder eine Teilklasse.

    14.04 Uhr: Inzidenz bei Geimpften in Bayern deutlich geringer

    Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat darauf hingewiesen, dass laut aktuellen Zahlen Corona-Impfungen die Inzidenzzahl deutlich absenken: "Derzeit (Stand 25.08.) liegt die 7-Tage-Inzidenz bei Ungeimpften in Bayern bei 110,55 pro 100.000 Einwohner", sagte Holetschek in München, "dagegen beträgt sie bei Geimpften in Bayern nur 9,18 pro 100.000 Einwohner".

    Der Minister rief deshalb erneut dazu auf, sich mit Impfungen vor einer Corona-Infektion zu schützen und erklärte: "Die Impfung schützt. Geimpfte Personen können weniger häufig infiziert werden. Und wenn sie trotz Impfung positiv getestet werden, tragen sie eine signifikant geringere Viruslast mit sich und zeigen eine verkürzte Dauer der Virusverbreitung auf."

    Holetschek betonte: "Wir haben derzeit eine Pandemie der Ungeimpften. Wenn dieser Trend der vermehrten Infektionen sich fortsetzt, stellt sich die Frage nach weiteren Maßnahmen wie etwa 2G." Von Ende Juli bis Mitte August seien rund 85 Prozent aller in bayerischen Krankenhäusern behandelten COVID-19-Patienten ungeimpft gewesen, so Holetschek, dies spreche" wirklich ganz deutliche Sprache".

    In Bayern sind mittlerweile mehr als 7,6 Millionen Menschen vollständig geimpft. Die Impfquote der vollständig Geimpften liegt damit bei rund 58,3 Prozent. Allerdings steigen die Inzidenzen: Aktuell liegt die 7-Tage-Inzidenz in Bayern bei 61,8 - vor einer Woche lag sie nur bei 36,7.

    13.32 Uhr: Weniger Neuinfektionen in Frankreich

    Die Corona-Infektionslage schwächt sich in Frankreich auch in den von Deutschland als Hochrisikogebiet eingestuften Urlaubsregionen ab. Gleichzeitig kommt die Impfkampagne voran, wie die Gesundheitsbehörden in Paris mitteilten. 71,1 Prozent der Bevölkerung sind mindestens ein Mal geimpft, 62,7 Prozent haben bereits vollständigen Impfschutz. Auch beim Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen, dem eine Impfpflicht bevorsteht, stieg die Impfquote erneut an.

    Eine Zunahme gab es noch bei der Zahl der Corona-Patienten in Kliniken. Dramatisch ist die Lage weiterhin in den französischen Überseegebieten, wo sich Todesfälle häufen, Ausgangsbeschränkungen zeigen aber erste Wirkung.

    Die Sieben-Tage-Inzidenz sank im landesweiten Durchschnitt im Vergleich zur Vorwoche um 12 Prozent auf 216. Rückläufig war sie auch in den von Deutschland zum Hochrisikogebiet erklärten Regionen Okzitanien (318), Provence-Alpes-Côte d'Azur (531) sowie auf der Insel Korsika (343).

    Seit drei Wochen wird in Frankreich zum Besuch vieler Veranstaltungen, im Café und Restaurant aber auch in Einkaufszentren ein digitaler Gesundheitspass verlangt. Er dient zum Nachweise von Impfung, Genesung oder eines negativen Tests. Ungeimpfte oder noch nicht vollständig geimpfte Franzosen lassen sich seitdem intensiv testen, wodurch auch etliche symptomlose Infektionen entdeckt werden.

    13.03 Uhr: Dänemark hebt Corona-Beschränkungen zum 10. September auf

    Dänemark definiert Covid-19 künftig nicht mehr als eine Pandemie, die in einem hohen Grad die Gesundheit der Bevölkerung bedroht. Gesundheitsminister Magnus Heunicke erklärte, die Pandemie sei unter Kontrolle: "Wir haben rekordhohe Impfraten. Daher können wir zum 10. September einige der Sonderregeln, die wir im Kampf gegen Covid-19 einführen mussten, fallen lassen."

    Für die Dänen bedeutet das, dass sie keinen Corona-Pass mehr vorzeigen müssen, wenn sie Restaurants, Nachtclubs oder größere Veranstaltungen besuchen. Ein Mund-Nasen-Schutz muss schon länger nicht mehr getragen werden. In Dänemark sind 80 Prozent der Bevölkerung im Alter über zwölf Jahre vollgeimpft.

    Heunicke warnte jedoch, dass die Pandemie nicht überstanden sei: "Die Regierung wird nicht zögern, schnell zu handeln, wenn die Pandemie wieder wichtige Funktionen in unserer Gesellschaft bedroht."

    12.52 Uhr: Ganz Spanien ab Sonntag kein Corona-Hochrisikogebiet mehr

    Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag ganz Spanien und damit auch die beliebte Ferieninsel Mallorca von der Liste der Hochrisikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Damit entfallen alle Quarantänevorschriften für aus Spanien zurückkehrende Urlauber. Der Großraum Lissabon ist ab Sonntag ebenfalls kein Hochrisikogebiet mehr. Als einzige Region in Portugal bleibt aber die beliebte Urlaubsregion Algarve auf der Liste.

    Spanien gilt als beliebtestes Urlaubsziel der Deutschen im Ausland. Am 11. Juli war es wegen stark steigender Infektionszahlen mitten in der Ferienzeit als Risikogebiet eingestuft worden, Ende Juli als Hochrisikogebiet. Seitdem müssen Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, für zehn Tage in Quarantäne, von der sie sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test befreien können. Das traf vor allem die Tourismuswirtschaft auf Mallorca.

    Bereits vergangenen Sonntag wurden die Kanarischen Inseln sowie Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen. Jetzt verschwindet das ganze Land von der RKI-Liste.

    Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Anders als früher sind dafür aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

    Auch Chile ist ab Sonntag kein Hochrisikogebiet mehr. Neu auf der Liste sind drei Karibikstaaten: Jamaika, St. Kitts und Nevis sowie St. Lucia. Nach den Änderungen am Sonntag wird es weiter rund 70 Länder geben, die ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete eingestuft sind.

    12.44 Uhr: Fast 60 Prozent aller Menschen in Deutschland vollständig geimpft

    Bei den Corona-Impfungen in Deutschland ist die Marke von 60 Prozent vollständig geimpften Einwohnern fast erreicht. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben inzwischen 59,9 Prozent der Bevölkerung bekommen, wie das Bundesgesundheitsministerium bekannt gab. Dies sind knapp 49,9 Millionen Menschen. Als erstes Bundesland hat Bremen jetzt schon die Marke von 70,0 Prozent voll geimpften Einwohnern erreicht. Bundesweit mindestens eine Impfung haben nun 53,9 Millionen Menschen oder 64,8 Prozent der Bevölkerung.

    Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief erneut dazu auf, Angebote zu Impfungen zu nutzen. Die vierte Corona-Welle komme mit zunehmender Wucht, schrieb er auf Twitter: "Der beste Schutz ist eine rechtzeitige Impfung."

    12.20 Uhr: Merz gegen 3G-Regel in Zügen - "Halte das für lebensfremd"

    Der CDU-Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz ist gegen eine Einführung der 3G-Regel in Zügen. "Ich halte das für lebensfremd", sagt Merz "Bild Live". Es sei nicht praktikabel, "morgens Millionen Pendler an den großen Bahnhöfen" zu fragen, ob sie genesen oder geimpft seien. "Ich stelle mir die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage das denn gefordert wird", ergänzt er.

    Einem früheren "Bild"-Bericht zufolge will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die 3G-Regelung in Zügen und auf Inlandsflügen einführen. Demnach sollen künftig nur noch geimpfte, genesene oder getestete Personen entsprechend reisen dürfen.

    12.04 Uhr: Bald Einreise ohne Quarantäne nach Singapur möglich

    Flugreisende aus Deutschland können bald wieder nach Singapur einreisen, ohne sich dort automatisch in eine Quarantäne begeben zu müssen. Voraussetzungen sind eine vollständige Corona-Impfung sowie die Nutzung bestimmter Direktflugverbindungen, die Lufthansa und Singapore Airlines ab dem 16. September gemeinsam anbieten.

    Außerdem sind PCR-Tests vor dem Start und nach der Landung in dem asiatischen Stadtstaat vorgeschrieben, wie die Lufthansa in Frankfurt mitteilte. Deutschland sei das erste Land, mit dem Singapur ein Abkommen über einen derartigen Reisekorridor für Geimpfte geschlossen habe.

    11.53 Uhr: Gerichte dürfen Verhandlungs-Teilnahme an Corona-Test knüpfen

    Gerichte können die Teilnahme an Verhandlungen auch für Geimpfte von einem negativen Corona-Test abhängig machen. Das Oberlandesgericht (OLG) in Celle wies eine Beschwerde gegen diese Praxis als unbegründet ab.

    Konkret ging es um einen Fall am Landgericht Hannover in diesem Monat. Dort hatte eine Richterin angeordnet, dass Zuschauer, Zeugen und auch Verfahrensbeteiligte den Sitzungssaal für eine Strafverhandlung nur mit tagesaktuellem negativen Schnelltest betreten dürfen. Dagegen hatten sich die Verteidiger mit der Begründung gewandt, sie seien vollständig geimpft.

    Das OLG habe die Beschwerde verworfen, weil Gerichte laut Gerichtsverfassungsgesetz dazu verpflichtet seien, Voraussetzungen zu schaffen, die den ungestörten und gesetzmäßigen Ablauf einer Verhandlung gewährleisten, hieß es. Dazu gehörten auch Vorkehrungen zur Verhinderung einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Gerichte seien zwar nicht verpflichtet, eine Testpflicht auch für vollständig Geimpfte anzuordnen, dies sei im allerdings auch nicht zu beanstanden.

    11.39 Uhr: Afrika-Verein fordert von Bundesregierung Hilfe bei Impfprogrammen

    Vor der Konferenz der Initiative "Compact with Africa" hat der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft von der Bundesregierung Hilfe bei den Impfprogrammen des Kontinents gefordert. Deutschland müsse "jetzt helfen" und sich bemühen, viel enger mit den Regierungen afrikanischer Länder zusammenzuarbeiten, sagte der Vereinsvorsitzende Stefan Liebing den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND): "Wir sollten bilateral arbeiten und mehr Impfstoff an Afrika abgeben."

    Auch die Hilfsorganisation Brot für die Welt forderte, dass das Thema auf die Agenda des Treffens am Freitag gesetzt wird. "Es wird höchste Zeit, dass Deutschland ungenutzte Impfdosen an Afrika und andere Kontinente weitergibt", sagte ihre Referentin für Internationale Gesundheitspolitik, Mareike Haase, den RND-Zeitungen. "Millionen Dosen werden vernichtet, während in Afrika weniger als zwei Prozent der Menschen voll geimpft sind."

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßt am Freitagnachmittag im Kanzleramt Staats- und Regierungschefs aus Ländern, die der G20-Initiative "Compact with Africa" angehören. Deren Ziel ist, die Investitionsbedingungen in afrikanischen Staaten zu verbessern und dadurch die Wirtschaft anzukurbeln.

    10.34 Uhr: Umfrage - Corona nicht mehr wichtigstes Problem

    Erstmals seit dem Frühjahr 2020 ist die Coronavirus-Pandemie laut ZDF-Politbarometer nur noch das zweitwichtigste Problem in Deutschland. 40 Prozent halten das Thema Umwelt- und Klimaschutz für besonders drängend, 34 Prozent dann Corona. Die aktuellen Corona-Maßnahmen empfinden 58 Prozent der Befragten für gerade richtig, jeweils 19 Prozent halten sie für übertrieben beziehungsweise zu lasch. 63 Prozent glauben vor dem Hintergrund einer steigenden Impfquote, dass es in der vierten Welle nicht zu so großen Belastungen in den Krankenhäusern kommen wird wie bei früheren Wellen.

    10.24 Uhr: Hohe Inzidenz - Rosenheim wendet sich an ausländische Einwohner

    Die 7-Tage-Inzidenz ist in der kreisfreien Stadt erneut leicht gestiegen und liegt heute bei 201,3. Als Hauptverursacher dieses starken Anstiegs in den letzten Tagen werden Reiserückkehrer vor allem aus Südosteuropa gesehen. Vor diesem Hintergrund möchte sich die Stadt nun gezielt an Kroaten, Bosnier, Albaner aus dem Kosovo und andere Menschen aus diesem Raum wenden. Oberbürgermeister Andreas März, CSU, sagte dem BR-Studio Rosenheim, man werde mit Briefen in der jeweiligen Sprache auf diese Menschen zugehen und sie dringend bitten, sich impfen zu lassen. Zu 86 Prozent seien die Infektionen bei Personen ohne Impfschutz aufgetreten, heißt es vom Rosenheimer Gesundheitsamt.

    In Rosenheim leben mittlerweile über 5.000 Menschen aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien. Oberbürgermeister März kündigte zudem eine Allgemeinverfügung an, die ab morgen für Rosenheim eine Verschärfung von Kontaktregeln bringt. Unter anderem wird dann für Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder doch wieder die 3G-Regel gelten.

    09.19 Uhr: Homeoffice wird dritten Monat in Folge weniger genutzt

    Der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice ist einer Umfrage zufolge im August den dritten Monat in Folge gesunken. 23,8 Prozent arbeiteten zumindest teilweise von Zuhause aus, wie das Ifo-Institut heute zu seiner Umfrage mitteilte. Im Juli waren es noch 25,5 Prozent, im Juni 28,4 Prozent und im Mai 31,0 Prozent. "Die Impfzahlen steigen, immer mehr Angestellte gehen wieder ins Büro", erklärte Ifo-Experte Oliver Falck den Trend. Im August fiel der Rückgang allerdings weniger stark aus als in den Vormonaten. "Das deutet darauf hin, dass sich die Quote auf einem Niveau höher als vor Corona stabilisieren dürfte", sagte Falck.

    07.58 Uhr: Infektiologe Spinner begrüßt Krankenhausampel

    Infektiologe und Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München, Christoph Spinner, begrüßt die für Bayern geplante Krankenhausampel: Das sagte er im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Die Inzidenzzahlen sind wichtig, um einen allgemeinen Blick über die Pandemiesituation und die Neuinfektionszahlen zu bekommen. Auf der anderen Seite spielen aber für uns die Krankenhausbelegungen und -aufnahmen eine sehr viel größere Rolle. Denn am Ende geht es um die Frage, ist das Gesundheitssystem überlastet oder nicht." Spinner plädiert für einen Mix aus verschiedenen Werten als Gradmesser für die Corona-Maßnahmen: "Es eignen sich die Krankenhausbelegungszahlen sehr gut, man darf aber auch die Intensivzahlen nicht aus dem Auge verlieren. Vielleicht kann man am Ende auch so etwas wie ein Mixsystem verwenden, aus verschiedenen Indikatoren." Die bisher wohl noch ungeklärte Frage, wann die Krankenhausampel auf gelb oder grün springt, sei schwer zu beantworten, so Spinner, der auch Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München ist: "Krankenhausbetten sind in der Regel nicht leer. Sprich: Behandeln wir mehr Corona-Patienten, können wir weniger Nicht-Corona-Patienten versorgen. Insofern wird man sich wahrscheinlich die Belegungsquote in Krankenhäusern und den relativen Anteil von Corona-Patienten ansehen müssen."

    07.38 Uhr: Lambrecht sieht keine Hürden für bundesweites 2G-Modell

    Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sieht keine bundesweiten Hürden für das in Hamburg eingeführte sogenannte 2G-Modell, wonach Gastwirten ermöglicht wird, nur Geimpften und Genesenen Eintritt zu gewähren, dafür aber auch alle Plätze belegen dürfen. "Ich halte das für überhaupt nicht problematisch", sagt die SPD-Politikerin im ZDF mit Blick auf Kritik, damit würden die Rechte von Getesteten eingeschränkt. Schließlich würden auch die Grundrechte von Gastwirten eingeschränkt, wenn sie ihr Lokal nicht vollständig belegen dürften.

    07.34 Uhr: Neuseeland verlängert Corona-Lockdown erneut

    Neuseeland verlängert wegen Dutzender neuer Corona-Fälle den landesweiten Lockdown um weitere vier Tage. Gleichzeitig kündigte die Regierung ab kommendem Mittwoch Lockerungen der strikten Regeln in weiten Landesteilen an. Heute verzeichneten die Behörden in dem Pazifikstaat 70 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, größtenteils in der Metropole Auckland auf der Nordinsel. Jedoch waren zuletzt auch in der Hauptstadt Wellington Fälle gemeldet worden.

    Derzeit sind in Neuseeland Schulen und nicht lebensnotwendige Geschäfte geschlossen. Bürger dürfen das Haus nur noch unter bestimmten Bedingungen verlassen. Während Mitte kommender Woche einige Beschränkungen für Regionen südlich von Auckland aufgehoben werden könnten, sollen sie in der Stadt selbst voraussichtlich noch einige Zeit bestehen bleiben, wie Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sagte. 

    Vor zehn Tagen hatte Ardern - nach nur einem Fall in Auckland - einen landesweiten Lockdown verhängt. Es war der erste bekannte lokale Corona-Fall seit nahezu sechs Monaten. Infektionen waren bis dahin nur an der Grenze nachgewiesen worden.

    04.22 Uhr: RKI meldet 12.029 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 70,3

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 12.029 neue Positiv-Tests. Das sind 2.749 mehr als am Freitag vor einer Woche, als 9.280 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 70,3 von 66,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 14 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 92.096. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,9 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    04.00 Uhr: Freie Wähler wollen Garantie auf Präsenzunterricht

    Die Freien Wähler (FW) wollen eine Garantie auf Präsenzunterricht an den Schulen nach den Sommerferien auch bei einer sich verschärfenden weiteren Corona-Welle. "Wir müssen den Präsenzunterricht aufrechterhalten, egal wie die Inzidenz sich entwickelt", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FW-Fraktion im bayerischen Landtag, Fabian Mehring, der "Augsburger Allgemeinen".

    Bei einem "eskalierenden Infektionsgeschehen" müssten bestehende Maßnahmen angepasst werden, anstatt Schulen zu schließen. "Man kann vorübergehend noch häufiger testen, man kann schlimmstenfalls wieder über eine befristete Maskenpflicht im Klassenzimmer nachdenken", sagte Mehring.

    Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits erklärt, dass er Schulschließungen bei steigenden Corona-Fallzahlen in jedem Fall verhindern wolle. Das Ziel sei "kein Homeschooling mehr, kein Distanzunterricht mehr", hatte der Regierungschef erklärt.

    03.10 Uhr: Verunreinigter Moderna-Impfstoff in Japan

    Eine nach Japan gelieferte Charge des Moderna-Impfstoffs ist offenbar verunreinigt. Wie NHK, ein japanischer öffentlich-rechtlicher TV-Sender, berichtet, sei ein Metallpulver in den Vakzinen gefunden worden und beruft sich dabei auf Quellen aus dem Gesundheitsministerium. Japan hatte am Donnerstag die Verwendung von 1,63 Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffs ausgesetzt.

    03.02 Uhr: Studie - Jeder zweite Corona-Krankenhauspatient hat Langzeitfolgen

    Auch ein Jahr nach ihrer Erkrankung leiden einer Studie zufolge rund die Hälfte der wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingelieferten Patienten noch an Langzeitfolgen. Die Autoren der chinesischen Studie, die heute in der Fachzeitschrift "The Lancet" erschien, forderten daher eine bessere Berücksichtigung der Langzeitfolgen der Krankheit. Einer von drei Patienten sei auch nach einem Jahr noch kurzatmig.

    Bei Patienten, die mit einem schweren Verlauf der Erkrankung auf einer Intensivstation lagen, sei der Anteil der Menschen mit Langzeitfolgen der Studie zufolge noch höher. Die Forscher nutzten die Krankenakten von fast 1300 Patienten, die zwischen Januar und Mai 2020 in einem Krankenhaus in der chinesischen Stadt Wuhan behandelt wurden, wo das Virus zuerst entdeckt wurde.

    Für die Studie wurden Daten sechs und zwölf Monate nach dem Ende der Behandlung gesammelt. Demnach lag der Anteil der Patienten mit mindestens einem verbleibenden Symptom oder einer Folgeerkrankung nach einem halben Jahr bei 68 Prozent, nach einem Jahr bei 49 Prozent. Der Anteil der Patienten, die unter Angstzuständen und Depressionen litten stieg leicht von 23 auf 26 Prozent.

    Trotz der Langzeitfolgen stellten die Forscher fest, dass eine große Mehrheit von 88 Prozent ein Jahr nach ihrer Erkrankung wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt war. Dennoch müssten sich die Gesundheitssysteme darauf einstellen, Covid-19-Patienten langfristige Unterstützung anzubieten.

    02.50 Uhr: Ermittlungen gegen Argentiniens Präsidenten wegen Corona-Party

    Wegen einer trotz strenger Corona-Ausgangsbeschränkungen ausgerichteten Party hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den argentinischen Staatschef Alberto Fernández eingeleitet. Zuletzt war ein Foto von der Geburtstagsfeier der Präsidentengattin Fabiola Yañez vom Juni vergangenen Jahres aufgetaucht, auf dem rund ein Dutzend Gäste, Fernández und die First Lady in der Präsidentenresidenz Quinta de Olivos zu sehen sind. Zu dieser Zeit galt in Argentinien eine strenge Ausgangssperre zur Eindämmung des Coronavirus. Feiern in geschlossenen Räumen waren per Dekret untersagt.

    Angesichts der politisch aufgeheizten Stimmung vor den Vorwahlen zum Parlament am 12. September bestimmt die Party in der Residenz seit Tagen die Schlagzeilen in Argentinien. Fernández bat um Verzeihung und übernahm die Verantwortung für die Feier. Am Donnerstag bot der Staatschef an, als Wiedergutmachung für vier Monate die Hälfte seines Gehalts an die medizinische Forschungsstelle Instituto Malbrán zu spenden.

    Donnerstag, 26. August 2021

    23.34 Uhr: Über 18.000 Impfdurchbrüche in Deutschland

    Bislang sind mehr als 18.000 Menschen in Deutschland trotz vollständigem Impfschutz an Covid-19 erkrankt. Das geht aus dem jüngsten Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Seit dem 1. Februar seien 18.333 sogenannte Impfdurchbrüche – also symptomatische Coronainfektionen mindestens zwei Wochen nach vollständiger Impfung – registriert worden. Die Effektivität der Im­pfung bewertet das RKI dennoch als hoch: Sie liege bei Erwachsenen bei rund 87 Prozent.

    21.09 Uhr: Vierte Corona-Welle trifft laut RKI vor allem Jüngere

    Die vierte Welle in der Corona-Pandemie nimmt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vor allem durch Ansteckungen unter jungen Erwachsenen weiter an Fahrt auf. Sie breite sich aber zunehmend auch in den mittleren Altersgruppen aus, heißt es im jüngsten RKI-Wochenbericht.

    So lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei den registrierten Infektionen unter den 15- bis 34-Jährigen am Donnerstag mit 115 pro 100.000 Einwohnern fast doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung (66). Unter den 35- bis 50-Jährigen rangierte sie bei bis zu 75. Die Älteren und Hochbetagten mit dem höchsten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe sind dagegen meist schon geimpft. Die Inzidenzen steigen ab 60 Jahren nicht mehr über 17 Fälle pro 100.000 Einwohner.

    21.07 Uhr: Merkel warnt vor resistenten Virus-Varianten

    Nach Worten von Kanzlerin Angela Merkel darf die Zahl der Corona-Infizierten weltweit nicht zu groß werden. "Solange die Impfstoffe wirken, haben wir den Weg aus der Pandemie", sagte sie. "Wenn wir einmal eine Variante bekommen, bei der die Impfstoffe nicht mehr wirken, haben wir ein großes Problem", fügte sie hinzu. "Deshalb sollten wir mit Hochdruck daran arbeiten, dass die ganze Welt geimpft werden kann. Das ist das Allerwichtigste."

    20.42 Uhr: US-Prognose geht von 100.000 Corona-Toten bis Anfang Dezember aus

    Die USA müssen nach einem vielbeachteten Prognosemodell bis zum 1. Dezember mit rund 100.000 weiteren Covid-Toten rechnen. Aus Sicht von Gesundheitsexperten könnte diese Zahl aber noch halbiert werden - wenn fast jeder im öffentlichen Raum eine Maske trüge. "Verhalten wird es wirklich entscheiden, wann und wie nachhaltig die gegenwärtige Welle nachlässt", sagte Lauren Ancel Meyers, Direktorin des Covid-19-Modellierungs-Konsortiums der University of Texas. Man könne die Delta-Variante des Virus zwar nicht stoppen, aber man könne das eigene Verhalten über Nacht verändern. Zu den Maßnahmen der Wahl gehörten verstärktes Maskentragen, Beschränkungen von Zusammenkünften, das Daheimbleiben bei Krankheit sowie Impfungen. "Diese Dinge unterliegen unserer Kontrolle", sagte Meyers.

    20.10 Uhr: Russland lässt fünften Corona-Impfstoff zu

    Inmitten neuer Höchstwerten bei den Corona-Toten hat Russland einen weiteren Impfstoff gegen das Virus zugelassen. Das Vakzin EpiVacCorona-N sei ins staatliche Arzneimittelregister aufgenommen worden, meldete die Agentur Interfax. Damit verfügt Russland mit seinen rund 146 Millionen Einwohnern nun über fünf unterschiedliche Corona-Impfstoffe. Das neue Mittel wurde im Forschungszentrum "Vektor" in der sibirischen Großstadt Nowosibirsk entwickelt. Am Donnerstag meldeten die Behörden landesweit 820 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb eines Tages - ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie.

    19.36 Uhr: Warnung vor wachsender weltweiter Ungleichheit durch Corona

    Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Chefs internationaler Finanz- und Wirtschaftsorganisationen haben vor einer wachsenden Ungleichheit durch die Corona-Krise gewarnt. Die wirtschaftliche Erholung laufe in zwei Geschwindigkeiten, sagte Merkel in Berlin. Dabei spiele auch die Verfügbarkeit von Impfstoff eine wichtige Rolle. "Ein Faktor der wirtschaftlichen Erholung ist, dass Menschen geschützt sind", betonte Merkel. Während in Deutschland schon über Auffrischungsimpfungen gesprochen werde, gebe es in anderen Ländern noch immer keinen Impfstoff.

    Merkel bekräftigte das deutsche Engagement in internationalen Initiativen, um eine schnelle Verfügbarkeit von Impfstoffen zu erreichen. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgiewa, erwartet für 2021 ein deutliches wirtschaftliches Wachstum - das allerdings ungleich verteilt sei. In Schwellenländern habe sich der Aufschwung zuletzt verlangsamt. Sie blieben noch weiter zurück als zuvor und liefen Gefahr, hart erkämpfte Fortschritte bei der Bekämpfung der Armut zu verlieren. Auch Georgiewa betonte, die Impfkampagne bleibe die wichtigste wirtschaftspolitische Maßnahme.

    19.15 Uhr: Bayerische Landtags-SPD begrüßt neue Corona-Regeln

    Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD in Landtag, Ruth Waldmann, begrüßt die von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte neue Corona-Verordnung. Diese soll sich nicht mehr in erster Linie an Inzidenzen, sondern vor allem an der Zahl der belegten Krankenhausbetten orientieren soll. Aufgrund der erhöhten Impfquote habe die Bedeutung der Inzidenzen sich geändert, sagte Waldmann im BR-Interview. Dennoch halte sie es für sinnvoll, die Corona-Werte weiter im Blick zu behalten, um rechtzeitig reagieren zu können. "Wenn wir nur auf die Krankenhausbelegungen schauen, dann sind wir hinter der Welle." Auch die unterschiedlichen Inzidenzwerte von Geimpften und Ungeimpften müssten betrachtet werden.

    Die Aufhebung der FFP2-Masken-Pflicht komme für sie nicht überraschend, betonte die SPD-Gesundheitspolitikerin. In vielen Fällen sei die OP-Maske ausreichend. Die SPD habe dies bereits seit Längerem vorgeschlagen und sie selbst habe im Juli im Gesundheitsausschuss im bayerischen Landtag zu einem Meinungswechsel beitragen können. Nun komme es stärker auf die Eigenverantwortung der Menschen an, erklärte Waldmann. Sie selber werde künftig weiterhin in vollen U-Bahnen eine FFP2-Maske tragen. Die Ankündigung Söders, dass es keinen Lockdown mehr geben werde, gehe in die richtige Richtung, sagte Waldmann.

    19.56 Uhr: Baden-Württemberg will Einschränkungen für Ungeimpfte bei starker Zunahme von Corona-Patienten ausweiten

    Baden-Württemberg plant für den Fall einer dramatischen Zunahme von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen Einschränkungen für Ungeimpfte. Ein Sprecher des Sozialministeriums bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Die Landesregierung bereitet für den Eingriffs-Fall bereits jetzt eine entsprechende Corona-Verordnung vor, die unmittelbar in Kraft treten kann." Er erklärte weiter: "Diese wird insbesondere Restriktionen für Ungeimpfte beinhalten, da das Infektionsgeschehen und die damit verbundene Auslastung der Intensivstationen maßgeblich durch diese Gruppe bestimmt wird." Der Entwurf solle in der kommenden Woche in der grün-schwarzen Regierung abgestimmt werden.

    18.34 Uhr: Nach Moderna-Impfstopp in Japan - EMA prüft europäische Chargen

    Nach Berichten über möglicherweise kontaminierte Dosen von Moderna-Impfstoff kündigt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eine Prüfung an, ob auch Lieferungen an die EU betroffen sein könnten. Man habe die zuständigen Stellen um weitere Informationen gebeten, hieß es in einer E-Mail an Reuters. Zuvor hatte Japan den Einsatz von 1,6 Millionen Dosen des Impfstoffs ausgesetzt und von einer Vorsichtsmaßnahme gesprochen.

    18.25 Uhr: Dänemark meldet Impfquote von 80 Prozent

    80 Prozent der Menschen ab zwölf Jahren in Dänemark sind Gesundheitsminister Magnus Heunicke zufolge gegen das Coronavirus geimpft. "Danke an die mehr als vier Millionen Dänen, die das Angebot angenommen haben, sich impfen zu lassen", teilte Heunicke bei Twitter mit. Das sei ein "neuer, großartiger Impfmeilenstein". Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen teilte in dieser Woche mit, dass wegen der hohen Impfrate wahrscheinlich kein weiterer Shutdown in Dänemark eingeführt werden müsse.

    17.56 Uhr: Afrikanische Corona-Impfrate verdreifacht - noch zu wenig Vakzine

    Die Corona-Impfrate auf dem afrikanischen Kontinent hat sich in der vergangenen Woche nach Angaben der Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation verdreifacht. Möglich gewesen sei dies durch mehr Vakzin-Spenden aus Industrieländern, sagte Matshidiso Moeti. Sie sprach von 13 Millionen Dosen, die verimpft worden seien.

    Nur 2,4 Prozent der Einwohner Afrikas haben bislang den vollen Impfschutz erhalten. Die Rate allein auf 10 Prozent zu heben, bleibe "eine sehr beängstigende Aufgabe", sagten WHO-Vertreter. Für eine Herdenimmunität wären deutlich mehr Impfungen vonnöten.

    Moeti erklärte, in der vergangenen Woche seien 248.000 neue Infektionsfälle registriert worden. Mindestens 28 Staaten verzeichneten einen Anstieg infolge der Ausbreitung der hochinfektiösen Delta-Variante des Coronavirus. Afrika erwartet in den kommenden Monaten 117 Millionen Impfdosen. Nach Angaben Moetis wären 34 Millionen weitere nötig, um eine Impfrate von 10 Prozent erreichen zu können.

    WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus nannte es "gewissenlos", dass einige Staaten Auffrischungsimpfungen anbieten, "während so viele Menschen ungeschützt bleiben".

    17.50 Uhr: Betriebe sollen Impfungen während der Arbeitszeit ermöglichen müssen

    Arbeitgeber in Deutschland sollen Corona-Impfungen künftig ausdrücklich während der Arbeitszeit ermöglichen müssen. "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten zu ermöglichen, sich während der Arbeitszeit gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen zu lassen", heißt es im Entwurf des Bundesarbeitsministeriums für eine neue Arbeitsschutzverordnung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

    Zudem sollen Arbeitgeber die Betriebsärzte und ihre überbetrieblichen Dienste, die Schutzimpfungen im Betrieb durchführen, organisatorisch und personell zu unterstützen. Die Impfbereitschaft soll durch eine Ansprache der Beschäftigten und durch eine innerbetriebliche Informationskampagne gefördert werden. 

    Künftig sollen Arbeitgeber bei ihren Anti-Corona-Hygienekonzepten auch den Impf- oder Genesenen-Status der Beschäftigten berücksichtigen können, sofern dieser ihnen bekannt ist. Die entsprechend aktualisierte Arbeitsschutzverordnung wird derzeit innerhalb der Regierung abgestimmt und soll kommenden Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet werden.

    17.43 Uhr: Pressebericht - Merkel will 3G in Zügen und auf Inlandsflügen einführen

    Bundeskanzlerin Angela Merkel will einer Zeitung zufolge die 3G-Regelung in Zügen und auf Inlandsflügen einführen. Das Kanzleramt habe das Verkehrsministerium mit einem entsprechenden Erlass beauftragt, berichtet "Bild" vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollen künftig nur noch geimpfte, genesene oder getestete Personen entsprechend reisen dürfen.

    Das Kanzleramt hat demnach Verkehrsminister Andreas Scheuer beauftragt, die Einführung von 3G zu prüfen. Betroffen wären die Passagiere der Bahn und auch Inlandsflüge sollen dem Bericht zufolge unter die 3G-Regelung fallen.

    17.34 Uhr: Medienbericht - Spanien soll insgesamt nicht mehr Hochrisikogebiet sein

    Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge ganz Spanien von der Liste der Hochrisikogebiete streichen. Damit entfalle für Ungeimpfte die Quarantäne-Pflicht nach der Einreise nach Deutschland, berichtet die Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise. Neu auf die Liste aufgenommen werden solle dagegen Jamaika.

    Fünf der 17 spanischen Regionen stehen aufgrund ihrer stark verbesserten Corona-Lage schon seit dem 22. August nicht mehr auf der Liste der Hochrisikogebiete der Bundesregierung. Es sind dies Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava, die Kanaren, Valencia, Kastilien-La Mancha und Asturien.

    17.20 Uhr: Patientenschützer Brysch hinterfragt Massennachimpfung in Friesland

    Der Patientenschützer Eugen Brysch hat die bereits laufenden Massennachimpfungen im von Impfskandalen geschüttelten Landkreis Friesland infrage gestellt. "Es ergibt keinen Sinn, Tausende von Menschen auf Verdacht nachzuimpfen. Denn der tatsächliche Immunstatus von Geimpften und Genesenen lässt sich in wenigen Stunden überprüfen", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz dem Evangelischen Pressedienst. Eine Untersuchung der T-Zell-Immunität mittels einer Blutprobe könne Aufschluss geben. Wer nachweislich keine Immunität besitze, solle sich nachimpfen lassen.

    Einer inzwischen entlassenen Krankenschwester wird vorgeworfen, im April in mindestens sechs Fällen Impfstoff gegen eine Kochsalzlösung ausgetauscht zu haben. Sie begründete die Tat mit einer versehentlich zerbrochenen Impfstoff-Ampulle. Um ihr Missgeschick zu verbergen, habe sie die Impfspritzen nur mit einer Kochsalzlösung und Resten aus anderen Ampullen aufgezogen. Die Polizei ermittelt gegen die Frau.

    Weil die Frau zuvor in den sozialen Medien einige impfkritische Chats verbreitet hatte, wollen die Ermittler nicht mehr ausschließen, dass sie auch schon vorher lediglich eine Kochsalzlösung auf die Spritzen aufgezogen haben könnte. Allen Menschen, die während der Dienstzeit der Beschuldigten ihre Spritze bekommen hatten, machte der Landkreis das Angebot einer Nachimpfung. Das Landesgesundheitsamt und die lokalen Behörden ermunterten die Betroffenen, sich sicherheitshalber erneut impfen zu lassen.

    17.01 Uhr: Infektionszahlen in Norwegen auf Höchststand

    Norwegen hat am Donnerstag die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie verzeichnet. Bei 1.294 Menschen wurde der Covid-19-Erreger festgestellt. In den vergangenen zwei Wochen gab es 152 gemeldete Fälle pro 100.000 Einwohner, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

    Vor allem in Städten wie Oslo, Bergen und Trondheim sind die Zahlen nach dem Ende der Sommerferien in die Höhe geschnellt. An einer Schule in Oslo wurden am Donnerstag 79 Infizierte verzeichnet. Vielerorts reichen die Kapazitäten nicht mehr aus, die Ansteckungsherde und die Kontaktpersonen ausfindig zu machen. "Viele der Infizierten haben viele enge Kontakte", sagt Beate Husa, Gesundheitsstadtrat in Bergen, dem norwegischen Rundfunk NRK. Dies sei ein Grund dafür, dass die Kapazitäten zur Infektionsverfolgung unter großem Druck stünden.

    Die Gesundheitsbehörden hatten am Mittwoch erklärt, dass die Pandemie trotz der höheren Zahlen unter Kontrolle sei. Die Anzahl der Krankenhauseinweisungen sei zwar steigend, aber immer noch auf einem niedrigen Niveau. In Norwegen sind inzwischen rund 62 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollgeimpft.

    16.50 Uhr: Kirchen in Hamburg erwägen Einführung von "2G-Gottesdiensten"

    Nach der Einführung neuer Corona-Regeln in Hamburg könnte es dort bald auch Gottesdienste ausschließlich für Geimpfte und Genesene geben. "Die Gemeinden diskutieren das schon", sagte Beate Bäumer vom katholischen Erzbistum Hamburg dem Kölner Internetportal domradio.de.

    Die Letztentscheidung bleibe den Pfarreien überlassen, aber das Erzbistum werde gewisse Handlungsanweisungen geben, kündigte die Leiterin der Katholischen Büros Hamburg an. So solle nicht gerade der Hauptgottesdienst am Sonntagmorgen als "2G-Gottesdienst" deklariert werden, sondern zum Beispiel ein Gottesdienst am Sonntagabend: "Eingebettet sollte dies in viele andere Angebote sein, zu denen dann alle kommen können."

    Hamburg führt als erstes Bundesland ab Samstag Corona-Sonderregeln für Geimpfte und Genesene ein. Die sogenannte 2G-Regelung ist umstritten und gilt als Option unter anderem für Restaurants, Kulturveranstalter und die Religionsgemeinschaften. Sie können nach Anmeldung bei den Behörden Angebote allein für Geimpfte und Genese machen und Ungeimpften trotz eines negativen Corona-Tests den Zutritt verwehren.

    16.18 Uhr: Impfstoff für Lateinamerika - Pfizer will in Brasilien produzieren

    Das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen zusammen mit einer brasilianischen Pharmafirma in Brasilien Impfstoff gegen das Coronavirus für Lateinamerika produzieren. Dies geht aus einer Absichtserklärung hervor, die sowohl Pfizer und Biontech als auch Eurofarma veröffentlichten.

    Demnach sollen der Technologie-Transfer, die Entwicklung vor Ort und die Installation der Geräte sofort beginnen und in der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo mehr als 100 Millionen Impfstoffdosen jährlich hergestellt werden, die ausschließlich für den lateinamerikanischen Markt vorgesehen sind.

    "Die heutige Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt, um den Zugang zu Impfstoffen in Lateinamerika zu erweitern und darüber hinaus unser globales Produktionsnetzwerk auszubauen", wurde Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von Biontech, zitiert.

    Astrazeneca und Coronavac sind die beiden Vakzine, die im nationalen Impfplan Brasiliens bisher am meisten vertreten sind. Allerdings jagen Brasilianer ihrem bevorzugten Impfstoff - dem von Biontech/Pfizer - durch Metropolen wie Rio geradezu hinterher. Wegen fehlender Impfdosen muss die Impfkampagne immer wieder ausgesetzt werden.

    15.57 Uhr: Deutschland erhält 2,25 Milliarden Euro aus Corona-Hilfsfonds der EU

    Deutschland hat den ersten Teil der Corona-Hilfen aus dem neuen europäischen Aufbaufonds bekommen. Die zuständige EU-Kommission überwies 2,25 Milliarden Euro an die Bundesrepublik, wie eine Sprecherin mitteilte. Das entspricht neun Prozent der gesamten Hilfen - rund 25,6 Milliarden Euro - die Deutschland aus dem Fonds bekommen soll.

    Nach Angaben der Kommission soll das Geld in Deutschland unter anderem für Investitionen in klimafreundliche Wasserstofftechnologie, digitale öffentliche Dienstleistungen sowie für die Modernisierung und Digitalisierung von Krankenhäusern ausgegeben werden. 2,5 Milliarden Euro werden demnach eingesetzt, um Bürgerinnen und Bürgern den Kauf von mehr als 800.000 klimafreundlichen Fahrzeugen zu ermöglichen.

    Das Corona-Wiederaufbauprogramm der EU sieht Hilfen in Höhe von insgesamt 800 Milliarden Euro vor. Das Geld soll helfen, die durch die Pandemie entstandenen wirtschaftlichen Schäden zu bewältigen. Finanziert wird es über eine gemeinsame Schuldenaufnahme der EU, die bis zum Jahr 2058 getilgt werden soll.

    15.44 Uhr: Urteil - Düsseldorfer Schüler muss trotz Inzidenz über 100 zum Präsenzunterricht

    Ein Düsseldorfer Schüler hat trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz über einem Wert von 100 in seiner Stadt keinen Anspruch auf Distanzunterricht. Einen entsprechenden Antrag lehnte das Verwaltungsgericht der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt laut Mitteilung ab. Demnach konnte der Schüler einer weiterführenden Schule keinen erforderlichen wichtigen Grund für eine notwendige Befreiung vom Präsenzunterricht glaubhaft machen.

    Mit Blick auf den staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag habe Präsenzunterricht grundsätzlich Vorrang, befand das Gericht. Auch aus der allgemeinen Infektionslage ergebe sich kein Anspruch auf Homeschooling. Gegen seine Pflichten zum Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit verstoße der Staat ebenfalls nicht, weil in den Schulen etwa durch Masken- und Testpflichten Schutzmaßnahmen getroffen würden.

    15.31 Uhr: WHO - Covid-19 in Afrika ist eine "verhinderbare Tragödie"

    Die Weltgesundheitsorganisation will bis Ende September zehn Prozent der Bevölkerung Afrikas vollständig gegen Covid-19 impfen. Im kommenden Monat sollen 117 Millionen Impfdosen auf den Kontinent geliefert werden, sagte die Regional-Direktorin der WHO für Afrika, Matshidiso Moeti, in Brazzaville.

    Doch es fehlten noch immer Millionen Impfdosen, um das Zehn-Prozent-Ziel zu erreichen. Die Ausbreitung von Covid-19 in Afrika sei eine "verhinderbare Tragödie", sagte Moeti. Die Menschen müssten einen fairen Zugang zu den Impfungen erhalten.

    Ende Juli waren nach WHO-Angaben erst 1,5 Prozent der Menschen in Afrika vollständig gegen den Covid-19-Erreger immunisiert. Hingegen sind in wohlhabenden Ländern des Nordens bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerungen vollständig geimpft.

    Nach Angaben der WHO-Direktorin erfassten die Gesundheitsbehörden in den Ländern Afrikas knapp 7,6 Millionen Covid-19-Fälle. Mehr als 190.000 der infizierten Menschen seien gestorben. Die Dunkelziffern dürften aber weitaus höher ausfallen. Der Sitz des WHO-Regionalbüros ist in Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo.

    15.14 Uhr: Gewerkschaft UFO - Kabinenpersonal hat Verständnis für Lufthansa-Impfregel

    Die von der Lufthansa angestrebte Corona-Impfvorschrift wird nach Einschätzung der Flugbegleitergewerkschaft UFO unter dem Kabinenpersonal kaum Widerspruch auslösen. "Eine Freiwilligenregelung wird auf große Akzeptanz stoßen, das ist an den Rückmeldungen zu dem Thema zu erkennen", sagte Stefan Schwerthelm, bei der Gewerkschaft für Tarifthemen zuständig und Mitglied der Lufthansa-Personalvertretung. Da es in Deutschland keine gesetzliche Grundlage für eine Corona-Impfpflicht gebe, könne die Betriebsvereinbarung aber nur einen Rahmen regeln, das Impfen zur Voraussetzung für den Einsatz der Crews zu machen. Das Impfen bleibe eine freiwillige Sache.

    "Eine Impfpflicht kann in Deutschland nicht betrieblich vereinbart werden, sondern nur freiwillige Angaben zum Impfstatus", sagte Schwerthelm. Knifflig sei an der Regelung aus Sicht von UFO, den Datenschutz bei Angaben des Personals zu Impfungen abzusichern. In der Praxis muss sich allerdings jede Arbeitskraft, die auf Flügen in Ländern mit Covid-Impfpflicht eingesetzt werden will, immunisieren lassen. Sonst wären die Einsatzoptionen beschränkt. Doch bei der Lufthansa ließen sich ohnehin die meisten Kabinenbeschäftigten impfen, erklärte der Gewerkschafter.

    Die Lufthansa hatte erklärt, eine Impfregelung ausschließlich für das fliegende Personal anzustreben. Sonst werde die Einsatzplanung im internationalen Luftverkehr durch Einreisevorschriften von Ländern erschwert.

    14.52 Uhr: Durchsuchungen bei Ermittlungen zu Kochsalz-Injektionen

    Bei den Ermittlungen wegen möglicher Impfungen mit Kochsalzlösungen im Impfzentrum Schortens hat die Polizei mehrere Räumlichkeiten durchsucht. Die Durchsuchungen fanden vor allem im Landkreis Friesland in Niedersachsen statt, teilte das Polizeipräsidium Oldenburg mit, Anlass sei der Verdacht des Abrechnungsbetrugs gewesen. Betroffen waren mehrere Gebäude des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und das Impfzentrum in Schortens, das vom DRK betrieben wird.

    Der Verdacht richtet sich gegen fünf DRK-Mitarbeiter, wie die Polizeidirektion mitteilte. Ihnen wird demnach vorgeworfen, im Zeitraum von Februar bis Juli dieses Jahres mehr Arbeitsstunden von Personal, das im Impfzentrum Schortens eingesetzt wurde, abgerechnet zu haben als tatsächlich geleistet wurden. Wie hoch der entstandene Schaden ist, ist noch unklar.

    Die Erkenntnisse, die nun zu den Durchsuchungen führten, gehen auf die Ermittlungsgruppe Vakzin zurück, die zur Aufklärung von möglichen Impfungen mit Kochsalz-Lösungen am Impfzentrum Schortens eingesetzt wurde. Beschuldigt wird dabei eine examinierte Krankenschwester. "Die Ermittlungen hierzu dauern an", teilte die Polizei dazu mit.

    14.38 Uhr: Direktor für Seuchenkontrolle fordert höheres Impfziel für Afrika

    Der Direktor der Afrika-Zentren für Krankheitskontrolle und -Prävention, John Nkengasong, glaubt, dass ein höherer Anteil der afrikanischen Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft werden muss als bislang angenommen. Der Anteil der Geimpften sollte bei mehr als 70 Prozent bis 80 Prozent liegen, sagte Nkengasong unter Verweis auf die ansteckendere Delta-Variante. Zuvor hatten Gesundheitsbehördenvertreter geschätzt, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden müssten, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

    Afrika hat rund 1,3 Milliarden Einwohner. Das vorherige Impfziel ist noch lange nicht erreicht. Nur 2,5 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Afrika-Zentren für Krankheitskontrolle und -Prävention vermuten, dass bis Jahresende vielleicht nur 30 Prozent der Bevölkerung geimpft sind.

    Gesundheitsbehördenvertreter haben kritisiert, dass reichere Länder einen Vorrat an Impfstoffdosen anlegen und Auffrischungsdosen ermöglichen, während es in ärmeren Ländern nicht genug Impfstoff gibt.

    14.20 Uhr: Berliner Polizei verbietet sieben "Querdenken"-Demonstrationen

    Die Berliner Versammlungsbehörde hat bislang sieben geplante Demonstrationen der "Querdenken"-Szene am Wochenende in Berlin verboten. Über drei weitere Versammlungen von Corona-Kritikern müsse noch entschieden werden, sagte eine Polizeisprecherin in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Verboten wurde unter anderem ein Aufzug der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" am Sonntag auf der Straße des 17. Juni mit 22.500 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ungeachtet dessen mobilisieren die "Querdenker" für das Wochenende in den sozialen Netzwerken weiter.

    Bereits am ersten Augustwochenende hatte die Berliner Polizei mehrere Demonstrationen der Gruppierung verboten. Trotzdem waren Tausende Kritikerinnen und Kritiker der Corona-Maßnahmen durch die Stadt gezogen. Bei einer Großdemonstration von "Querdenken 711" am 29. August vor einem Jahr mit Zehntausenden Menschen hatten einige hundert Frauen und Männer Absperrungen vor dem Reichstagsgebäude überwunden und waren bis zu einem Eingang vorgedrungen.

    14.06 Uhr: Impflotterie im Gazastreifen soll Zahl der Corona-Impfungen steigern

    Trotz steigender Infektionszahlen und Appellen der Gesundheitsbehörden haben bislang viele Menschen im Gazastreifen gezögert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Mit einer Impflotterie versucht das Gesundheitsministerium in dem palästinensischen Küstengebiet nun, vor allem ältere Menschen zu motivieren. Jetzt wurden die ersten zehn Gewinner der einmonatigen Aktion gezogen, die sich am Vortag als über 55-Jährige zum Auftakt hatten impfen lassen. Jeder von ihnen erhielt 200 Dollar (etwa 170 Euro).

    Noch höher ist der Hauptpreis, der nach Ablauf des Monats ausgelost wird. Dann kann jeder, der seitdem geimpft wurde und 55 Jahre oder älter ist, auf 3.000 Dollar (2.548 Euro) hoffen, die dreimal verlost werden. Nach Angaben eines Sprechers des Gesundheitsministeriums sind die Impfzahlen seit Mittwoch in die Höhe geschnellt: Waren es zuvor keine 2.000 Menschen täglich, die sich gegen Corona impfen ließen, kamen am Mittwoch mehr als 6.000.

    Insgesamt sind in Gaza bisher rund 154.000 Menschen oder etwa zwölf Prozent der Bevölkerung mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Sputnik geimpft worden. In dem Gebiet leben rund zwei Millionen Menschen. Seit Mittwoch sind im Gazastreifen nach Angaben des Ministeriums 920 neue Coronainfektionen registriert worden.

    13.44 Uhr: Ethikrat - 2G-Modell ist keine Impfpflicht durch die Hintertür

    Der Deutsche Ethikrat hält das Hamburger 2G-Optionsmodell nicht für eine Impfpflicht durch die Hintertür. "Eine Pflicht ist etwas, dem man sich nicht entziehen kann", sagte die Ethikrat-Vorsitzende Alena Buyx dem Hörfunksender NDR Info. Das sei hier nicht der Fall. Stattdessen werde "Druck aufgebaut, um es attraktiver zu machen, sich und andere zu schützen".

    Die 2G-Option ist in Hamburg von Samstag an möglich. Dann können Veranstalter entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen. Dieses bezieht Getestete und damit Ungeimpfte ein, unterliegt aber den bisherigen Corona-Einschränkungen.

    Buyx sagte, aus ethischer Sicht sei das 3G-Modell besser, weil es mehr Teilhabe biete. Wenn sich die Situation aber weiter verschlechtern würde, sei 2G ethisch vertretbar, wenn damit maßvoll umgegangen werde, "man sollte vorher alles andere ausgeschöpft haben". Wichtig sei zudem, vorab zu überdenken, welche Bereiche betroffen seien: "Die Disco ist nicht der Sportverein und auch nicht der Behördenbesuch."

    13.26 Uhr: Frankreich hält trotz Protesten an Impfpflicht fest

    Trotz wochenlanger Proteste hält Frankreich an der Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal fest. Regierungschef Jean Castex sagte am Donnerstag dem Rundfunksender RTL, die Regierung werde in diesem Punkt "nicht nachgeben". Ab dem 15. September würden Sanktionen gegen alle Gesundheitskräfte verhängt, die bis dahin nicht mindestens eine erste Impfdosis erhalten hätten, betonte er.

    Präsident Emmanuel Macron hatte die Impfpflicht im Juli angekündigt. An den vergangenen sechs Wochenenden waren dagegen zehntausende Franzosen auf die Straße gegangen, auch für kommenden Samstag sind Proteste angekündigt. Umfragen zufolge befürworten jedoch bis zu drei Viertel der Franzosen die Maßnahme.

    Nach Castex' Angaben sind inzwischen mehr als 83 Prozent des Personals in französischen Krankenhäusern oder Altenheimen geimpft. Das zeige, das die Impfpflicht "funktioniere", betonte der Premier. Wer bis zum 15. Oktober nicht vollständig immunisiert ist, dem drohen Konsequenzen bis hin zum Berufsverbot.

    13.15 Uhr: Pflegekräfte protestieren gegen Impfvorschriften in Griechenland

    Griechische Krankenhausangestellte haben aus Protest gegen Corona-Impfvorschriften der Regierung für fünf Stunden die Arbeit niedergelegt. Vor dem Gesundheitsministerium in Athen protestierten etwa 300 Menschen gegen die Vorschrift, nach der Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeheimen mindestens einmal geimpft sein oder einen Nachweis darüber vorlegen müssen, dass sie eine Corona-Infektion überstanden haben. Wer dies nicht tut, wird ab kommenden Mittwoch von der Arbeit freigestellt.

    Gewerkschaftsvertreter erklärten, sie hätten nichts gegen Impfungen, Zwangsvorschriften lehnten sie aber ab. Die Angestellten hätten das Recht, selbst zu entscheiden, ob sie geimpft werden wollen oder nicht. Man werde sie nicht ohne Schutz lassen. "Patienten stehen nicht in der Gefahr, von Pflegedienstmitarbeitern mit dem Coronavirus angesteckt zu werden", versicherten die Gewerkschaften. Die Menschen steckten sich in der Gesellschaft an.

    In Griechenland ist die Zahl der Neuansteckungen pro Tag in den vergangenen Wochen ständig angestiegen. Auch die Zahl schwerer Krankheitsverläufe nimmt zu. Intensivbetten für Corona-Kranke waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums zu 69 Prozent ausgelastet. Mehr als 90 Prozent der Menschen, die auf Intensivstationen gegen Covid-19 behandelt werden müssten, seien nicht geimpft, sagte Minister Vassilis Kikilias. Gut die Hälfte der elf Millionen Griechinnen und Griechen ist vollständig geimpft.

    12.58 Uhr: Laschet ohne Maske im Laden - Video kursiert auf Twitter

    Ein Videoausschnitt, in dem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zunächst ohne Maske einen Laden in Aachen betritt, hat für Debatten auf Twitter gesorgt. Zu sehen ist, wie der Kanzlerkandidat der Union in seiner Heimatstadt in den Imbiss ohne Mundschutz eintritt, vor der Theke stehen bleibt, zwei Männer coronakonform mit der Faust begrüßt und sich dann erst die Maske aufsetzt. Die kurze Sequenz stammt aus einer ARD-Dokumentation, die bereits am vergangenen Sonntag zur Bundestagswahl ausgestrahlt worden war.

    Mit dem Kommentar "Ich bin kein Mediziner, aber setzt man die Maske nicht vor dem Ladenbesuch auf?" hatte der Twitter-Nutzer Jasper Wiezorek den Ausschnitt bei der Social-Media-Plattform geteilt. Wiezorek bezeichnet sich in seinem Twitter-Profil als Sozialdemokrat und als "Team Olaf Scholz". In dem ARD-Film ist kurz darauf noch zu sehen, wie der CDU-Chef mit den beiden Herren im Stehen ein Gläschen Schnaps trinkt.

    12.40 Uhr: Klinikbelegung auf Landesebene soll neuer Corona-Maßstab werden

    Entscheidende Größe für Corona-Maßnahmen soll statt des Inzidenzwertes künftig die Krankenhausbelegung auf Landesebene sein. Das geht nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus der Formulierungshilfe des Bundesgesundheitsministeriums zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes hervor. "Wesentlicher Maßstab für die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen ist insbesondere die Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Hospitalisierungs-Inzidenz)", heißt es demnach in der Vorlage.

    "Der Schwellenwert ist jeweils unter Berücksichtigung der regionalen stationären Versorgungskapazitäten festzusetzen mit dem Ziel, eine drohende Überlastung der regionalen stationären Versorgung zu vermeiden", heißt es dem Bericht zufolge weiter. "Weitere Parameter zur Bewertung der epidemischen Lage, wie die Infektionsdynamik und die Anzahl der gegen Covid-19 geimpften Personen, können einbezogen werden." Ressortchef Jens Spahn (CDU) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Entscheiden müssen dann die Länder. Sie behalten auch alle anderen Pandemie-Kriterien im Blick und können damit die Lage in ihrer Region am besten beurteilen."

    Der Bundestag hatte die Regierung am Mittwoch aufgefordert, bis Montag eine Formulierungshilfe vorzulegen. Damit soll der Inzidenzwert als maßgebliche Größe für Corona-Beschränkungen aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen werden. Hintergrund ist, dass die bisher als Haupt-Indikator genutzte Zahl der Neuinfektionen angesichts des Impffortschritts nicht mehr so direkt auf die Klinikbelastung durchschlägt. Spahn sagte dem RND: "Die Inzidenz hat ausgedient. Um die Pandemielage zu beurteilen, ist die Hospitalisierungsrate sehr viel aussagekräftiger."

    12.35 Uhr: Frankreich plant Auffrischungsimpfungen für Ältere

    Frankreich plant Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus für Menschen über 65 und Bewohner von Pflegeheimen. Sie sollen im September beginnen, wie Premierminister Jean Castex im französischen Rundfunksender RTL sagte. Die Auffrischungsimpfung sei nötig, weil die Wirksamkeit der Vakzine im Lauf der Zeit nachlasse.

    Die französische Gesundheitsbehörde HAS hatte in dieser Woche empfohlen, Menschen über 65 oder mit Vorerkrankungen mindestens sechs Monate nach ihrer zweiten Impfung ein drittes Mal mit den Vakzinen von Biontech und Pfizer oder Moderna zu impfen. Menschen, die den Einmal-Impfstoff Johnson & Johnson erhalten haben, solle mindestens vier Wochen danach eine weitere Impfung mit Biontech und Pfizer oder Moderna angeboten werden.

    Frankreich meldet seit mehr als einem Monat täglich mehr als 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Mehr als 47 Millionen Menschen in Frankreich, 71,2 Prozent der Bevölkerung, sind mindestens einmal geimpft. Mehr als 42 Millionen, 62,8 Prozent, sind vollständig geimpft.

    12.22 Uhr: Russland meldet 820 Corona-Tote an einem Tag - neuer Höchststand

    Russland hat die höchste Zahl an täglichen Corona-Todesfällen seit Beginn der Pandemie gemeldet. Binnen 24 Stunden seien 820 Menschen an Covid-19 gestorben, teilten die Behörden mit. Damit wurde der bisherige Höchststand vom 14. August von 819 Corona-Toten an einem Tag übertroffen.

    Insgesamt starben in Russland nach Angaben der Gesundheitsbehörden bislang 179.243 Menschen an einer Corona-Infektion. Die russische Statistikbehörde Rosstat, die eine weitere Definition von Corona-Todesfällen anwendet, sprach hingegen bereits Ende Juni von mehr als 300.000 Toten.

    Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Russland sank auf 19.630 Fälle. Damit wurden landesweit bereits mehr als 6,8 Millionen Ansteckungen registriert. Hauptinfektionsherde sind weiterhin die Hauptstadt Moskau und Russlands zweitgrößte Stadt St. Petersburg.

    Die derzeitige, durch die hochansteckende Delta-Virusvariante ausgelöste Corona-Welle trifft Russland besonders hart, zumal die Impfbereitschaft gering ist. Obwohl die Impfkampagne bereits im Dezember 2020 startete, haben nur rund 30 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten. Auch die Appelle von Staatschef Wladimir Putin, sich immunisieren zu lassen, haben die Impfbereitschaft nicht erhöht.

    12.08 Uhr: Maskenausschuss des Landtags soll weitere Fälle ab 2010 untersuchen

    Der von drei Oppositionsparteien des Maximilianeums geplante Corona-Masken-Untersuchungsausschuss soll auch Geschäfte der Staatsregierung aus der Vergangenheit beleuchten. Nach dem am Donnerstag von Grünen, SPD und FDP vorgestellten Fragenkatalog sollen Verträge der Ministerien oder nachgeordneter Behörden seit dem Jahr 2010 untersucht werden, an denen Abgeordnete beteiligt waren. Die Fraktionen wollen dadurch insbesondere sehen, ob es Provisionszahlungen an Politiker gab.

    In der Maskenaffäre würden teils seit einem halben Jahr von der Regierung Fragen der Opposition nicht beantwortet, erklärten die Vertreter der drei Fraktionen. Zudem sei die Einsetzung eines Sonderermittlers oder einer Sonderermittlerin verweigert worden. Daher müsse nun ein Untersuchungsausschuss die Hintergründe der Geschäfte mit Corona-Schutzausrüstung "konsequent und transparent" aufklären. Der Antrag für den Ausschuss soll erst nach der Bundestagswahl eingereicht werden. Es wird damit gerechnet, dass spätestens im Februar 2022 die konstituierende Sitzung stattfindet.

    Der Ausschuss soll verschiedene Maskenankäufe und andere Geschäfte in der Pandemie beleuchten. Die prominentesten Fälle sind Zahlungen an den ehemaligen bayerischen Justizminister und Landtagsabgeordneten Alfred Sauter (CSU) sowie den mittlerweile aus der CSU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein. Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen beide sowie sechs weitere Beschuldigte unter anderem wegen des Anfangsverdachtes der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern. Sauter und Nüßlein weisen alle Korruptionsvorwürfe zurück.

    11.39 Uhr: KfW - Corona-Krise hat kleine Firmen besonders hart getroffen

    Kleine Unternehmen sind laut einer Studie der staatlichen Förderbank KfW schlechter durch die Corona-Krise gekommen als mittelgroße Mittelständer. Betriebe mit unter fünf Beschäftigten leiden am häufigsten an den Krisenfolgen, wie aus der heute veröffentlichten Studie hervorgeht. Demnach mussten im Mai 41 Prozent von ihnen nach wie vor Umsatzeinbußen hinnehmen, 24 Prozent berichteten von einer niedrigeren Eigenkapitalquote. Kleine Firmen hätten aufgrund ihrer geringeren Größe grundsätzlich weniger Möglichkeiten, ausreichend große Reserven für die Überwindung von Krisen aufzubauen, erläuterte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

    Auslandsaktive Mittelständler hätten sowohl bezüglich der Umsatzeinbußen als auch bei der Entwicklung der Eigenkapitalquote die Pandemie-Phase schlechter überstanden als ausschließlich in Deutschland tätige Unternehmen. Die Gründe hierfür dürften laut KfW im Einbruch der Weltkonjunktur sowie in Beeinträchtigungen der Lieferketten liegen. Die KfW-Chefökonomin geht allerdings davon aus, dass sich die Lieferengpässe in den nächsten Monaten abschwächen und sie dann letztlich verschwinden werden.

    11.22 Uhr: Japan zieht 1,63 Millionen Moderna-Impfdosen aus dem Verkehr

    Japan stoppt nach Berichten über die Verunreinigung mehrerer Ampullen die Verwendung von 1,63 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna. Das Pharmaunternehmen Takeda, das in Japan für die Verteilung des Moderna-Vakzins zuständig ist, teilte mit, mehrere Impfzentren im Land hätten "fremde Substanzen" in noch ungeöffneten Impfstoffampullen festgestellt. Daher sei in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium entschieden worden, die Impfdosen von drei ganzen Chargen nicht mehr zu verwenden.

    Das Unternehmen teilte weiter mit, der US-Hersteller Moderna sei verständigt und um eine "dringliche Untersuchung" gebeten worden. Zur Art der mutmaßlichen Verunreinigungen machte Takeda keine Angaben. Berichte über gesundheitliche Probleme als Folge der beanstandeten Substanzen wurden demnach bislang nicht gemeldet.

    Regierungssprecher Katsunobu Kato führte aus, Verunreinigungen seien nur in den Ampullen einer Charge des Moderna-Impfstoffs festgestellt worden. Die anderen beiden Chargen seien als Vorsichtsmaßnahme aus dem Verkehr gezogen worden.

    11.17 Uhr: Hotspot Rosenheim: Reiserückkehrer aus Südosteuropa sorgen für Anstieg

    Die Stadt Rosenheim zählt mit einem Inzidenzwert von 197 erneut zu den bundesweiten Hotspots. 70 Prozent der Infektionen entfallen laut Angaben der Stadt auf Reiserückkehrer aus dem ehemaligen Jugoslawien, die in der Heimat Urlaub gemacht oder ihre Familie besucht haben. Das erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage des BR. Mit Reiserückkehrern aus Spanien, Frankreich oder Italien hätten die gestiegenen Werte nichts zu tun, das könne man klar abgrenzen. Die restlichen Infektionen ereigneten sich der Pressesprecherin zufolge im privaten Umfeld. Auch dort seien aber die Infektionen auf Reiserückkehrer aus dem Balkan zurückzuführen. 86 Prozent der Infizierten seien gar nicht geimpft oder haben keinen vollständigen Impfschutz. Bei der Stadt wisse aktuell nicht, wie man gegen die andauernd hohen Werte noch ankommen könne. Die Impfbereitschaft sei gering und im Ausland seien die Hygienekonzepte nicht so gut wie in Bayern.

    11.16 Uhr: Söder kündigt Krankenhausampel an - keine FFP2-Pflicht mehr

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat für die kommende Woche eine Corona-Verordnung unabhängig von der Inzidenz angekündigt. Zudem soll die FFP-2-Maskenpflicht in Bayern fallen.

    "Wir werden eine einfachere und verständlichere Verordnung auf den Weg geben", sagte der CSU-Chef heute in München. Er betonte, Basis bleibe das seit dieser Woche geltende 3G-Prinzip mit Freiheiten für Geimpfte, Genesene und Getestete. Zudem werde es Warnstufen geben, die die Krankenhausbelastung berücksichtigen. Je nach Bettenauslastung - auch bei Intensivbetten - werde es eine gelbe und rote Warnstufe geben, bei der es dann strengere Corona-Auflagen gebe.

    Söder betonte, dass es keinen weiteren Lockdown wie in den ersten drei Corona-Wellen mehr geben solle. Dies sei im Umgang mit Geimpften und Genesenen nicht mehr rechtlich möglich.

    Darüber hinaus, so Söder, werde in Bayern die Pflicht zum Tragen von FFP-2-Masken fallen, künftig würden sogenannte medizinische Masken gleichgestellt. Die nächste Kabinettssitzung in Bayern findet am kommenden Dienstag statt. Söder betonte, dass in den kommenden Tagen die Details zu den Neuerungen erarbeitet und anschließend im Kabinett besprochen würden.

    11.12 Uhr: 59,7 Prozent aller Menschen in Deutschland vollständig geimpft

    Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von heute nun fast 49,7 Millionen Menschen oder 59,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben 53,7 Millionen Menschen oder 64,6 Prozent aller Einwohner. Damit hätten 73 Prozent aller über 12-Jährigen mindestens eine Impfung erhalten, schrieb Minister Jens Spahn (CDU) auf Twitter und ergänzte: "Danke an alle, die mithelfen!"

    Unter den Bundesländern nähert sich Bremen als erstes der Marke von 70 Prozent voll geimpften Einwohnern - aktuell sind es 69,8 Prozent.

    11.03 Uhr: 500.000 Menschen haben Testergebnis mit Corona-Warn-App geteilt

    Seit dem Start der Corona-Warn-App haben mehr als eine halbe Million Menschen ihr positives Testergebnis über die Smartphone-Anwendung geteilt. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) heute auf Twitter mit. "Damit haben sie andere gewarnt und dazu beigetragen, Infektionsketten zu beenden."

    Experten gehen davon aus, dass dadurch in über 200.000 Fällen Infektionsketten unterbrochen wurden. Die Zahl der relevanten Warnungen könnte aber noch viel höher sein, wenn alle Anwenderinnen und Anwender der App, die positiv getestet worden seien, dies auch in die App eintragen würden. Anfangs trauten sich nach Regierungsangaben aber nicht einmal 40 Prozent der Betroffenen, diese Alarmkette auszulösen. Inzwischen ist der Anteil deutlich höher, exakte Zahlen liegen aber nicht vor.

    10.51 Uhr: Bundesweit mehr als 90 Ermittlungsverfahren gegen Testzentren

    Bundesweit laufen einem Medienbericht zufolge mindestens 94 Ermittlungsverfahren gegen Betreiber von Corona-Testzentren. Fast immer geht es um Falschabrechnungen, wie eine heute veröffentlichte Umfrage von Nord- und Westdeutschem Rundfunk sowie "Süddeutscher Zeitung" bei Justizministerien und Staatsanwaltschaften ergab. Die tatsächliche Zahl der Verfahren liegt vermutlich höher, weil es aus einigen Ländern nur unvollständige Informationen gab.

    Besonders viele Ermittlungsverfahren sind demnach bei der Berliner Staatsanwaltschaft anhängig. In 60 Fällen wird dort gegen Betreiber von Testzentren ermittelt. Ein Grund für die hohe Zahl sei, dass es in Berlin als einzigem Bundesland durch die Ermittlungsbehörden eine flächendeckende Überprüfung der Teststellen gebe. Bis Anfang dieser Woche wurden nach Polizeiangaben insgesamt mehr als 400 Teststellen überprüft.

    10.44 Uhr: Irans Präsident Raisi erklärt Corona-Bekämpfung zur Hauptaufgabe

    Der iranische Präsident Ebrahim Raisi hat die Bekämpfung der Corona-Pandemie zur wichtigsten Aufgabe seiner neuen Regierung erklärt. "Ich war heute auf dem Behescht Sahra Friedhof (in Teheran), wo zahlreiche Menschen tagtäglich ihre Corona-Toten beerdigen und um sie trauern müssen", sagte der Präsident heute bei seiner ersten Kabinettssitzung. Um die Leiden dieser Menschen umgehend zu beenden, müsse die Bekämpfung der Pandemie für alle Behörden höchste Priorität haben, so Raisi laut Webportal des Präsidialamts.In den vergangenen Wochen gab es im Iran einen drastischen Anstieg der Todes- und Infektionszahlen. Am Dienstag wurden erstmals mehr als 700 Corona-Tote innerhalb eines Tages registriert. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Iran liegt laut Gesundheitsministerium bei über 104.000, die der Infizierten bei fast 4,8 Millionen.Die Ursache für den drastischen Anstieg ist nach dem Gesundheitsministerium zufolge die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus. Aber ein weiterer Grund ist der Mangel an Vakzinen. Wegen der Wirtschaftskrise und US-Sanktionen können nicht genügend Vakzine eingeführt werden, daher läuft auch die Impfkampagne nur schleppend voran. Bislang konnten nur acht Prozent der mehr als 83 Millionen Iraner doppelt geimpft werden.

    10.41 Uhr: CDU-Wirtschaftsrat fordert "Freedom Day" für Geimpfte

    Der Wirtschaftsrat der CDU hat einen "Freedom Day" gefordert, an dem Geimpfte und Genesene "alle Freiheiten ohne Wenn und Aber zurückbekommen" sollen. Eingriffe in die Freiheit der Menschen seien nur gerechtfertigt, wenn eine Krisenlage im Gesundheitssystem bestehe, sagt Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates. Dies sei derzeit nicht der Fall. Eine Ausnahme sei die Maskenpflicht in Gebäuden.

    09.58 Uhr: RKI - Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 66,0

    Die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland wächst weiter schnell. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 12.626 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg demnach auf 66,0. Laut RKI starben 21 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Vor einer Woche waren 8.400 neue Fälle und 22 Tote gemeldet worden. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit dem Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.901.799, die der Todesfälle auf insgesamt 92.082.

    Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI am Beginn der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal stark betroffen.

    Das RKI hatte am Donnerstag zunächst Probleme mit der Datenübermittlung. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz war am frühen Morgen nicht abrufbar und wurde erst später zur Verfügung gestellt. Das sogenannte Dashboard, das die Daten im Detail und grafisch aufbereitet präsentiert, war am Morgen nicht erreichbar. Als Grund wurde auf der Internetseite eine technische Störung genannt.

    09.34 Uhr: Über 150.000 Neuinfektionen und fast 3.000 weitere Tote in USA

    In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 152.634 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle von 38,25 Millionen auf 38,40 Millionen. 2.926 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus. Die Zahl der Todesfälle erhöht sich auf 633.467. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf. In Indien, dem Land mit der zweithöchsten Infektionszahl, werden binnen 24 Stunden 46.164 neue Fälle registriert. 607 Infizierte sterben in diesem Zeitraum. Insgesamt verzeichnet das Land mehr als 32,56 Millionen Infektions- und 436.365 Todesfälle.

    09.24 Uhr: Israel meldet erstmals seit Januar über 10.000 Corona-Neuinfektionen

    Israel hat erstmals seit Mitte Januar mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen vermeldet. 10.001 Fälle wurden für Dienstag registriert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mitteilte. Es gibt demnach 688 Schwerkranke. 25 Menschen mit einer Corona-Infektion starben.

    Die höchste Zahl an täglichen Corona-Neuinfektionen seit Pandemiebeginn wurde in Israel Mitte Januar mit rund 10.100 Fällen registriert. Mittlerweile sind in dem 9,4-Millionen-Einwohner-Land mehr als eine Million Infektionen gemeldet worden.

    In Israel wird fast ausschließlich das Präparat von Biontech/Pfizer gespritzt. Knapp 59 Prozent der Bevölkerung sind laut Ministerium bisher zweifach geimpft, knapp 19 Prozent dreifach.

    Israel hatte Ende Juli als erstes Land weltweit damit begonnen, zur Auffrischung des Schutzes ein drittes Mal impfen zu lassen. Hintergrund waren Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Gleichzeitig verbreitete sich die aggressivere Delta-Variante im Land.

    09.10 Uhr: Razzia wegen Impfskandal in Friesland

    Im Zusammenhang mit dem Skandal um möglicherweise tausende unwirksame Corona-Impfungen in Ostfriesland hat die Polizei am Donnerstag eine Razzia gestartet. Überwiegend im Landkreis Friesland fänden seit den Morgenstunden mehrere Durchsuchungen statt, teilten die Beamten in Oldenburg mit. Demnach wurden unter anderem das Impfzentrum in Roffhausen sowie Räumlichkeiten der Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Jeverland und Varel-Friesische Wehde durchsucht.

    Eine Krankenschwester könnte in dem Impfzentrum im Frühjahr bis zu etwa 10.200 Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben. Zur Aufklärung des Falls wurde die Ermittlungsgruppe "Vakzin" eingerichtet. Die Krankenschwester des DRK war in dem Impfzentrum für die Vorbereitung von Spritzen für Impfungen zuständig.

    Ende April sagte sie gegenüber einer Kollegin aus, sechs Spritzen lediglich mit einer Kochsalzlösung aufgezogen zu haben, nachdem ihr eine Biontech-Impfstoffampulle versehentlich heruntergefallen war. Sie wurde entlassen, die Ermittlungen ergaben dann Hinweise auf eine womöglich weit größere Dimension.

    08.40 Uhr: NRW will Schulen und Kitas offen halten

    Der stellvertretende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Joachim Stamp will Schulen und Kitas trotz steigender Infektionszahlen offen halten. "Wir müssen hier abwägen", sagt der FDP-Politiker im Deutschlandfunk. Es gebe bei den Unter-12-Jährigen, die derzeit nicht geimpft werden können, "de facto keine schweren Verläufe". Das zeigten auch Erfahrungen aus den Nachbarländern. Dafür hätten die Corona-Beschränkungen nach Angaben von Kinderärzten zu erheblichen Problemen geführt, die von Übergewicht, Angstpsychosen bis zu Kontaktstörungen bei Kindern reichten.

    08.24 Uhr: Lehrerpräsident warnt vor Durchseuchung der Schulen

    Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnt vor einer Durchseuchung der Schulen. "Auch wenn Kinder seltener schwer erkranken, dürfen wir eine Durchseuchung der Schulen nicht zulassen", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Neuere Studien hätten herausgefunden, dass zwischen 0,3 bis 1,7 Prozent der mit Corona infizierten Kinder im Krankenhaus behandelt werden müssen. "Bezogen auf Deutschland bei knapp elf Millionen Schülern hieße das, dass zwischen 30.000 und 180.000 in Krankenhäusern behandelt werden müssten, von eventuellen Long-Covid-Folgen mal völlig abgesehen. Das, glaube ich, darf kein Politiker verantworten."

    Er sieht auch in der Vorbereitung auf dieses Schuljahr schwere Versäumnisse der Politik: Man komme "um die Feststellung nicht herum, dass auch bei der Vorbereitung dieses Schuljahres wieder vieles suboptimal gelaufen ist. Das fängt damit an, dass bis heute nicht klar ist, nach welchen Vorgaben, Kriterien und Regeln der Schulunterricht laufen soll. Es setzt sich fort bei dem Trauerspiel um die Anschaffung von Raumluftfilteranlagen (...). Und es endet damit, dass wir immer noch bei der digitalen Infrastruktur der Schulen große Defizite haben, fast die Hälfte hat nach wie vor kein schnelles Internet".

    08.12 Uhr: Neuseeland - Höchste Zahl von Corona-Neuinfektionen seit April 2020

    Neuseeland hat heute 68 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, der höchste Anstieg binnen eines Tages seit April vergangenen Jahres. Damit breitet sich die lokal übertragene Delta-Variante des Virus weiter aus. Insgesamt wurden bislang 277 Infektionen bestätigt. Die Regierung verhängte deshalb in der vergangenen Woche einen strengen Lockdown über das Land.

    Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sagte, sie sei zuversichtlich, dass der Lockdown wirke und die Zahl der Neuinfektionen bald sinken werde.

    08.00 Uhr: Inflation und Corona trüben Konsumklima

    Das Konsumklima in Deutschland wird schlechter. Nach der jüngsten Verbraucherumfrage des Nürnberger GfK-Instituts sind die Einkommenserwartungen zwar leicht gestiegen. Aber nachlassende Konjunkturerwartungen, steigende Preise und neue Corona-Sorgen bremsen die Lust auf größere Einkäufe. Der GfK-Konsumklimaindex sank von -0,4 Punkten im August auf -1,2 Punkte im September.

    Die Konjunktureuphorie habe abgenommen, hieß es. Hinzu komme, dass die Inflation in Deutschland im Juli auf 3,8 Prozent stieg. Rasant steigende Preise aber wirkten sich erfahrungsgemäß "dämpfend auf die Konsumlaune aus", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl heute. Angesichts der Niedrigzinsen "empfinden die privaten Haushalte die Inflationsraten als noch bedrohlicher für ihre Kaufkraft", auch wenn ein großer Teil ein Einmal-Effekt nach der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer 2020 sei.

    Dazu kommen wieder zunehmende Corona-Infektionen und Diskussionen über den Umgang mit Ungeimpften. Das habe "die Konsumenten spürbar verunsichert", sagte Bürkl.

    06.56 Uhr: Weltweit fast 214 Mio. Infizierte und über 4,63 Mio. Tote

    Weltweit haben sich seit Beginn der Pandemie mehr als 213,78 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,63 Millionen Menschen starben demnach mit oder an dem Virus. Dieses war erstmals im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan nachgewiesen worden.

    06.52 Uhr: Australische Qantas plant internationale Flüge ab Dezember

    Die australische Fluggesellschaft Qantas und ihre Tochter Jetstar wollen voraussichtlich ab Ende des Jahres erstmals wieder regelmäßig internationale Ziele anfliegen. Voraussetzung sei, dass der Plan der Behörden umgesetzt werde, bis Dezember 80 Prozent der etwa 25 Millionen Einwohner Australiens vollständig zu impfen, teilte Qantas am Donnerstag mit. Die Fluglinie will dann zunächst Länder mit hohen Impfraten anfliegen.

    05.32 Uhr: Erstmals mehr als 1.000 Neuinfektionen im Großraum Sydney

    Der australische Bundesstaat New South Wales mit der Metropole Sydney hat erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 1.000 Neuinfektionen binnen eines Tages verzeichnet. Die Behörden meldeten am Donnerstag 1.029 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Trotz eines seit acht Wochen geltenden strikten Lockdowns bekommt die Region an der Ostküste die jüngste Viruswelle bislang nicht in den Griff.Gleichzeitig kündigte die Regierungschefin des Bundesstaats, Gladys Berejiklian, leichte Lockerungen der Regeln für vollständig Geimpfte an. Berejiklian kündigte weitere Lockerungen an, sobald 70 Prozent der acht Millionen Einwohner des Bundesstaates geimpft seien. Derzeit haben erst knapp 33 Prozent der Bürger von New South Wales einen vollständigen Impfschutz.Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern hat sich mit Beginn der Pandemie abgeschottet von der Außenwelt. Dank der Insellage als Kontinent und extrem strenger Regeln hatten die Behörden das Virus lange gut im Griff. Jedoch kämpfen sie nun seit Wochen gegen die bislang schwerste Welle - speziell im Großraum Sydney. Experten machen die schleppend angelaufene Impfkampagne und die Delta-Variante für die steigenden Zahlen verantwortlich.

    05.12 Uhr: Justizministerin Lambrecht ruft Bürger zum Impfen auf

    Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) fordert Deutschen eindringlich zu Corona-Impfungen auf. "Wir sind bei Corona noch lange nicht über den Berg, das zeigen die stark ansteigenden Infektionen, die ganz überwiegend Ungeimpfte treffen", sagt Lambrecht dem Handelsblatt. "Deswegen ist jede Bürgerin, jeder Bürger dringend aufgefordert, sich jetzt impfen zu lassen." Nur so könne man sich vor dem Risiko einer schweren Erkrankung schützen. "Alle Argumente und Fakten sprechen für die Impfung."

    05.00 Uhr: Opposition bringt Masken-Untersuchungsausschuss auf den Weg

    Der von drei Oppositionsparteien im Maximilianeum angekündigte Untersuchungsausschuss zur Maskenaffäre nimmt konkrete Formen an. Vertreter von FDP, Grünen und SPD wollen dazu am heute Vormittag im Landtag ihren Fragenkatalog und den weiteren Zeitplan präsentieren. Es geht um Maskengeschäfte der bayerischen Staatsregierung, die mögliche Beteiligung besonders von CSU-Politikern daran und Provisionszahlungen in diesem Zusammenhang.

    Anfang des Jahres gerieten die beiden Unionsparteien wegen der Maskenaffäre in die Krise. Im Zentrum der Vorwürfe gegen CSU-Politiker stand zunächst der aus dem schwäbischen Landkreis Günzburg stammende Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein, der später aus der Partei austrat. Auch gegen den Landtagsabgeordneten und frühere bayerische Justizminister Alfred Sauter, der 25 Jahre lang den CSU-Kreisverband Günzburg leitete, läuft ein Strafverfahren.

    Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Anfangsverdachtes der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass der Kreis der Beschuldigten von fünf auf acht ausgeweitet wurde.

    04.57 Uhr: RKI meldet 12.626 Neuinfektionen

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 12.626 neue Positiv-Tests. Das sind 4.226 mehr als am Donnerstag vor einer Woche, als 8.400 Neuinfektionen gemeldet wurden. 21 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 92.082. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,9 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    03.29 Uhr: Sydney erweitert Notaufnahmen wegen Delta-Ausbruch mit Zelten

    Zwei Krankenhäuser im Westen der australischen Millionenmetropole Sydney errichten zur Bewältigung des Anstiegs der Covid-19-Patienten Notfallzelte. Die provisorischen Notaufnahmen dienten dazu, "Wartezeiten abzubauen", sagt ein Sprecher des Bezirks der Nachrichtenagentur Reuters. Die beiden Kliniken seien derart überlastet, dass Rettungswagen in andere Krankenhäuser umgeleitet werden müssen, teilt die australische Sanitäter-Vereinigung APA mit. Die größte Stadt Australiens verzeichnet auch nach zwei Monaten strengen Lockdowns weiter Rekordstände bei Neuinfektionen mit der Delta-Variante.

    01.00 Uhr: Youtube löscht mehr als eine Million Videos zu Corona seit Pandemiebeginn

    Die Videoplattform Youtube hat seit dem Beginn der Pandemie mehr als eine Million Videos mit "gefährlichen Falschinformationen" zum Coronavirus gelöscht. Ausschlaggebend für die Entscheidungen sei der "Konsens der Experten von Gesundheitsorganisationen" wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erklärte die zum Internetriesen Google gehörende Onlineplattform am Mittwoch. In manchen Fällen seien Falschinformationen wegen der Faktenlage aber "weniger eindeutig".

    "Unsere Richtlinien konzentrieren sich auf die Entfernung von Videos, die direkt zu erheblichem Schaden in der realen Welt führen können", schrieb der Youtube-Produktverantwortliche Neal Mohan. In den seit Februar 2020 gelöschten Videos seien etwa falsche Heilmittel gegen Covid-19 angepriesen oder die Pandemie als solche in Zweifel gezogen worden.

    00.20 Uhr: Biontech/Pfizer reichen weitere Daten zu Auffrischungsimpfung ein

    Das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen weitere Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einreichen. Eine Phase-3-Studie ergab nach Angaben der Hersteller, dass eine Auffrischungsimpfung mit ihrem Vakzin «signifikante neutralisierende Antikörpertiter» gegen das Coronavirus aufweise. Ein entsprechender Antrag mit diesen Daten soll demnach bis Ende der Woche eingereicht werden.

    Eine Phase-3-Studie ist für die Zulassung eines Medikaments entscheidend. Sie prüft die Wirksamkeit eines Präparats und beinhaltet gewöhnlich deutlich mehr Teilnehmer als vorangegangene Studien.

    Die Teilnehmer der Studie haben den Unternehmen zufolge die dritte Dosis des Corona-Impfstoffs zwischen 4,8 Monate und 8 Monate nach Abschluss der zweiten Impfung erhalten. «Die neutralisierenden Sars-CoV-2-Titer gegen den Wildtyp-Stamm waren einen Monat nach der Auffrischungsdosis 3,3-mal so hoch wie die Titer nach der herkömmlichen zweiten Impfdosis», heißt es in der Mitteilung. An der Phase-3-Studie hätten 306 Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren teilgenommen.

    01.17 Uhr: Großbritannien erwägt Schul-Impfungen auch ohne elterliche Zustimmung

    Die britische Gesundheitsbehörde NHS erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren ohne Einverständnis der Eltern in den Schulen zu impfen. Die regionalen NHS-Organisationen seien angewiesen, sich auf die "mögliche Einführung eines Impfprogramms für 12- bis 15-jährige gesunde Kinder ab dem 6. September" vorzubereiten, berichtet die Zeitung "The Telegraph" unter Berufung auf E-Mails der Gesundheitsbehörde. Die Kinder benötigten keine elterliche Zustimmung für das Impfprogramm an den Schulen.

    Mittwoch, 25. August 2021

    23.13 Uhr: Impf-Auffrischung in den USA eventuell schon nach sechs Monaten

    Die US-Behörden erwägen einem Zeitungsbericht zufolge, eine Impf-Auffrischung ("Booster") künftig schon nach sechs statt bislang nach acht Monaten zu empfehlen. Das berichtet das "Wall Street Journal".

    21.20 Uhr: Pfizer beantragt Zulassung von Drittimpfung

    Das US-Pharmaunternehmen Pfizer hat nach eigenen Angaben das Antragsverfahren für eine Zulassung einer Drittimpfung mit seinem Impfstoff gegen das Coronavirus bei der US-Medikamentenbehörde FDA begonnen. Der Antrag soll die Impfung für jeden ab 16 ermöglichen.

    21.10 Uhr: Bayern bleibt bei Kontaktdaten-Pflicht in Gastronomie

    Anders als Nordrhein-Westfalen will Bayern weiter an der Pflicht zur Kontaktdatenerhebung in Restaurants und Kneipen festhalten. "Von einem Strategiewechsel im Kontaktpersonenmanagement kann man in Bayern nicht sprechen", sagte eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums. Gerade mit Blick auf das wieder ansteigende Infektionsgeschehen bleibe weiterhin wichtig, Infektionen schnell zu erkennen und Infektionsketten gezielt zu unterbrechen.

    Laut dem bayerischen Gesundheitsministerium verändert sich die Kontaktnachverfolgung zwar dadurch, dass es immer mehr vollständig geimpfte Personen gibt. Diese müssen laut Robert Koch-Institut (RKI) nach engem Kontakt zu Infizierten nicht in Quarantäne, sollen sich selbst überwachen und sich nur bei Symptomen in Selbstisolierung begeben. Es bleibt laut Gesundheitsministerium aber sinnvoll, auch von Geimpften weiterhin die Kontaktdaten zu erfassen.

    19.12 Uhr: Experten - Weitere Studien zum Corona-Ursprung nötig

    Bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus muss dringend gehandelt werden, darauf verweisen unabhängige Experten, die an einer ersten internationalen Untersuchung in China Anfang des Jahres beteiligt waren.

    Das Fenster, in dem es noch möglich sei, frühe Spuren des Virus in Menschen und Tieren in China und anderswo zu finden, schließe sich rapide. Antikörper, die Hinweise geben könnten, schwinden bei Infizierten mit der Zeit, schreiben die Autoren. Sie halten eine Übertragung vom Tier auf den Menschen, vermutlich über einen Zwischenwirt, am wahrscheinlichsten. Experten glauben, dass das Virus auf Wildtier-Farmen auf den Menschen übergegangen sein könnte. Viele davon seien mittlerweile geschlossen und die Tiere getötet worden, heißt es in dem Nature-Beitrag. Auf diesen Farmen hätten chinesischen Angaben zufolge 2016 vermutlich 14 Millionen Menschen gearbeitet.

    Um die Untersuchung zum Ursprung des Virus gibt es seit Monaten Streit. China hat die Reise des internationalen Expertenteams, das seine Untersuchung zusammen mit chinesischen Wissenschaftlern durchführte, monatelang hinausgezögert. China verweigert ausländischen Experten zudem bislang Originaldaten über 174 frühe Patienten, die mit dem damals neuartigen Virus infiziert waren. Die ausländischen Experten haben weitere Studien in China empfohlen, was Peking bislang zurückweist.

    Die USA und andere Länder kritisierten, dass die These eines Laborunfalls, bei dem das Virus in der chinesischen Stadt Wuhan entwichen sein könnte, auf Druck Chinas vernachlässigt worden sei. Die Wissenschaftler betonen in ihrem Beitrag in der Zeitschrift Nature erneut, dass sie die These nicht für ausgeschlossen halten. "Wir haben öffentlich darum gebeten, Informationen, die die Hypothese eines Laborlecks untermauern, zu veröffentlichen und der WHO zur Verfügung zu stellen. Das ist bislang nicht geschehen", schreiben sie. Die US-Regierung will in Kürze eigene Erkenntnisse dazu vorlegen.

    18.15 Uhr: Frankreich plant große Impfkampagne für Schüler

    Frankreich plant nach Ende der Sommerferien eine große Impfaktion für Schüler. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer sowie Gesundheitsminister Olivier Véran legten am Mittwoch einen Plan vor, um in den Gymnasien und Gesamtschulen so viele Schüler so schnell wie möglich zu impfen.

    Alle Kinder ab zwölf Jahren sollten spätestens zu Unterrichtsbeginn Anfang September ein Impfangebot erhalten, der Wettlauf gegen das Virus solle vor allem in Vierteln mit einer niedrigen Impfquote vorangetrieben werden. Dabei gehe es auch um soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit angesichts der Pandemie, hieß es. Schon jetzt sind in Frankreich viel mehr Kinder und Jugendliche gegen Corona geimpft als in Deutschland

    Konkret ist geplant, dass mobile Impfteams in die Schulen oder eine nahe gelegene Einrichtung kommen oder dass die Schüler sich zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Impfzentren begeben. Außerdem ist der Einsatz von Impfbussen geplant. Das Impfangebot ist freiwillig, und Schüler unter 16 Jahren benötigen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Schulbeschäftigte, die noch nicht geimpft sind, sollen ebenfalls von den Angeboten profitieren können.

    57 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Frankreich sind bereits ein Mal geimpft, 33 Prozent haben schon einen kompletten Impfschutz. In Deutschland waren mit Stand Mittwoch 28,5 Prozent der 12- bis 17-Jährigen ein Mal und 18,6 Prozent bereits vollständig geimpft.

    18.10 Uhr: Neue Gouverneurin von New York räumt höhere Todeszahl ein

    Die neue Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, hat eingeräumt, dass die Zahl der Toten mit dem Coronavirus in dem Staat um knapp 12.000 höher ist. New York verzeichnet inzwischen knapp 55.400 Todesfälle mit dem Virus, wie aus Datenmaterial von Todesurkunden hervorgeht, das bei der US-Gesundheitsbehörde CDC eingereicht wurde.

    Der in dieser Woche aus dem Amt geschiedene frühere Gouverneur Andrew Cuomo hatte der Öffentlichkeit rund 43.400 Todesfälle mit dem Coronavirus gemeldet. Kritiker hatten Cuomo vorgeworfen, die Corona-Statistiken zu manipulieren, damit er ein schönes Image habe.

    17.45 Uhr: Coronavirus breitet sich in Deutschland wieder schneller aus

    Das Coronavirus breitet sich in Deutschland zusehends schneller aus. Erstmals seit etwa drei Monaten wurden wieder mehr als 10.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages von den Gesundheitsämtern gemeldet - nämlich 11.561 und damit so viele wie seit dem 20. Mai nicht mehr.

    CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte im Parlament, beim Weg in die Normalität gehe Sicherheit weiter vor. Die Infektionszahlen könnten dank der Impfungen anders bewertet werden, seien deswegen aber nicht weg. SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas verwies ebenfalls auf den Impffortschritt, mit dem in vielen Bereichen mehr Freiheiten zurückgewonnen worden seien. Die Delta-Virusvariante zeige aber, wie schnell sich Infektionszahlen verdoppeln könnten.

    Aus der Opposition kam Kritik. Die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus warnte vor einer "Fortführung der automatischen und undifferenzierten Grundrechtseingriffe". Von einer Überlastung des Gesundheitswesens sei man dank des Impffortschritts weit entfernt. AfD-Chef Tino Chrupalla sagte, unter den gegebenen Umständen bestehe keine Notwendigkeit, die Grundrechte weiter einzuschränken. Bürger, die sich nicht impfen lassen wollten, nähmen ihr Recht in Anspruch, selbst über ihre Gesundheit zu entscheiden.

    16.48 Uhr: Pentagon ordnet Impfung von US-Soldaten an

    US-Verteidigungsminister Lloyd Austin hat die Impfung von US-Militärangehörigen gegen das Coronavirus angeordnet. Soldaten müssten sich schnell impfen lassen - einen bestimmten Zeitrahmen dafür gab Austin aber nicht vor.

    16.30 Uhr: Lufthansa plant Impfpflicht für Flugzeugbesatzungen

    Wie schon bei der Tochter Swiss beschlossen soll auch bei der Lufthansa AG eine Corona-Impfpflicht für Crews eingeführt werden. Die Airline wolle mit den Personalvertretungen über eine Vereinbarung verhandeln, die eine Impfung zur Voraussetzung für den fliegerischen Einsatz mache, erklärte eine Sprecherin der Lufthansa. Diese werde nur für das fliegende Personal, also nicht die Mitarbeiter am Boden gelten - und auch nicht für die Fluggäste.

    16.20 Uhr: Inzidenzwert für Geimpfte in Bayern unter 10

    Die meisten nachgewiesenen Corona-Infektionen in Bayern betreffen nicht geimpfte Menschen. Aktuell beträgt die 7-Tage-Inzidenz bei Ungeimpften bayernweit 110 pro 100.000 Einwohner. Der Inzidenzwert bei Menschen mit vollständigem Impfschutz ist deutlich geringer und liegt derzeit bei 9,1. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium auf BR-Anfrage mit. Bayernweit ist die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen Wochen gestiegen – der landesweite Inzidenzwert lag am Vormittag bei 49,6.

    Künftig will das bayerische Gesundheitsministerium wöchentlich den Inzidenzwert aufgeschlüsselt in Geimpfte und Ungeimpfte veröffentlichen. Man wolle damit "deutlich machen, dass es wirklich gut ist, wenn man sich impft", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) auf BR-Anfrage. Die Impfung helfe gegen schwere Krankheitsverläufe, betonte er.

    Allerdings soll in Bayern der Inzidenzwert künftig nicht mehr der zentrale Parameter für Corona-Maßnahmen sein. Stattdessen hat Ministerpräsident Söder eine sogenannte Krankenhaus-Ampel angekündigt. Ab wann genau sie gilt, ist noch offen – am kommenden Dienstag tagt das bayerische Kabinett wieder und könnte sich damit befassen.

    15.45 Uhr: Nothilfe für gut als 100.000 Studierende

    Während der Corona-Krise haben mehr als 100 000 Studentinnen und Studenten finanzielle Nothilfe vom Staat erhalten. Viele Betroffene hätten über mehrere Monate die sogenannte Überbrückungshilfe erhalten, so das Bundesbildungsministerium und das Deutsche Studentenwerk (DSW). Insgesamt seien fast 182 Millionen Euro ausgezahlt worden, etwa ein Drittel der Geförderten seien internationale Studierende. Die Nothilfe soll Ende September auslaufen.

    Die Unterstützung wurde im Juni 2020 aufgelegt und ist für diejenigen gedacht, die während ihres Studiums zum Beispiel durch einen wegbrechenden Nebenjob in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Überwiesen werden 100 bis maximal 500 Euro pro Monat, wenn per Kontoauszug nachgewiesen werden kann, dass eine pandemiebedingte Notlage besteht. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

    14.55 Uhr: Intensivmediziner beunruhigt über Personalmangel

    Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis zeigt sich besorgt über die Ausstattung auf den Intensivstationen. "Die Zahl der betreibbaren Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit geht von Monat zu Monat zurück auf jetzt etwa 9.000", twittert Karagiannidis. "Viele Kliniken melden uns Personalprobleme. Das Personal ist müde und wird weniger", schreibt der wissenschaftliche Leiter des sogenannte Divi-Melderegisters für Krankenhäuser.

    14.30 Uhr: Auch Baden-Württemberg verzichtet auf Kontaktnachverfolgung

    Nach Nordrhein-Westfalen plant auch Baden-Württemberg künftig auf die massenhafte Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen zu verzichten. Das würde bedeuten, dass etwa die Besucher von Gaststätten, Kinos oder Museen demnächst nicht mehr ihre persönlichen Daten hinterlegen müssten, etwa mit Hilfe der Luca-App oder handschriftlich.

    Bisher waren die Daten nötig, damit die Gesundheitsämter bei einem Corona-Fall etwa die Nebensitzer aufspüren können. Die Lage habe sich insofern geändert, "als dass es eine zunehmende Zahl von Geimpften und Genesenen gibt", erklärte ein Ministeriumssprecher. "Wer geimpft oder genesen ist, muss in aller Regel – auch wenn er oder sie Kontaktperson ist – nicht in Quarantäne." Künftig sei das Ziel, "die Kräfte auf eine intelligente Schwerpunktnachverfolgung von herausragenden Ereignissen zu konzentrieren."

    13.43 Uhr: Bundestag soll Regierung zu Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes auffordern

    Die große Koalition drückt bei der geplanten Abkehr vom Inzidenzwert als maßgebliche Größe für Corona-Maßnahmen aufs Tempo. In einer heute veröffentlichten Beschlussvorlage für den Bundestag wird die Bundesregierung aufgefordert, bis Montag eine Formulierungshilfe für eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorzulegen. Demnach soll die Zahl der Corona-bedingten Krankenhausaufenthalte künftig eine zentrale Rolle spielen.

    "Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen ist aufgrund des Impffortschritts nicht mehr zentraler Maßstab", heißt es in der Beschlussvorlage, über die am späten Nachmittag abgestimmt werden soll. Daher seien die bislang im Gesetz genannten Schwellenwerte "nicht mehr aktuell". Deshalb sollten sich die Schutzmaßnahmen "zukünftig insbesondere auch an der Covid 19-Hospitalisierungsrate ausrichten".

    Der Bundestag will am Mittwoch zudem über die Verlängerung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite entscheiden, die Grundlage vieler Corona-Maßnahmen der Länder ist.

    13.33 Uhr: Mindestens 12 von 78 Afghanistan-Rückkehrern nach Indien haben Corona

    Mindestens 12 Personen einer Gruppe von 78 Menschen, die aus Kabul in Afghanistan evakuiert und nach Indien gebracht wurden, sind mit dem Coronavirus infiziert. Sie zeigten keine Symptome, sagte ein Mitarbeiter der Organisation India World Forum, die dem indischen Außenministerium bei ihrer Evakuierungsmission hilft, der Deutschen Presse-Agentur.

    Die Gruppe sei am Dienstag in Indien angekommen und die Positiv-Getesteten befänden sich in Quarantäne. Indien hat seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan mehr als 600 Menschen ausgeflogen - darunter mehr als 200 indische Bürgerinnen und Bürger.

    13.16 Uhr: Altmaier - Corona-Welle würgt Aufschwung nicht ab - "Keinerlei Lockdown"

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet ungeachtet der vierten Corona-Welle mit einer anhaltenden Konjunkturerholung in Deutschland. Es gebe "die klare Perspektive, dass wir für Geimpfte, doppelt Geimpfte und Genesene keinerlei Lockdown mehr verhängen müssen", sagte der CDU-Politiker in Berlin: "Und damit ist sichergestellt, dass die wirtschaftliche Tätigkeit auf einem bedeutendem Niveau das ganze Jahr über stattfinden kann."

    Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal wegen der Corona-Lockerungen um 1,6 Prozent gewachsen. "Deutschland ist in diesem Jahr im Wirtschaftsaufschwung", sagte Altmaier. "Das bedeutet, dass die Wirtschaft sowohl in diesem wie im nächsten Jahr aller Vorrausicht nach kräftig wachsen wird." Spätestens Anfang kommenden Jahres sei mit einer Rückkehr auf Vorkrisenniveau zu rechnen.

    Die aus dem Frühjahr stammende offizielle Wachstumsprognose der Regierung sagt für dieses Jahr ein Plus von 3,5 und für 2022 eines von 3,6 Prozent voraus. Dies könne "ziemlich punktgenau" so kommen, sagte Altmaier. Bislang seien mehr als 300 Milliarden Euro mobilisiert worden, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern - darunter Kurzarbeitergeld.

    13.00 Uhr: WHO sieht Stabilisierung bei Corona-Zahlen

    Die Zahl der weltweit gemeldeten Corona-Infektionen stabilisiert sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offenbar. In der Woche vom 16. bis 22. August wurden aus aller Welt 4,5 Millionen Ansteckungen gemeldet, nur wenig mehr als in der Vorwoche, wie aus dem wöchentlichen WHO-Corona-Bericht hervorgeht. Die Zahl der im gleichen Zeitraum gemeldeten Todesfälle blieb etwa gleich mit gut 68.000.

    In der Region Europa, zu der 53 Länder bis nach Aserbaidschan gehören, stieg die Zahl der gemeldeten Todesfälle um elf Prozent, auf dem amerikanischen Kontinent um zehn Prozent, während sie andernorts zurückging.

    Seit Anfang des Jahres hat es nach der WHO-Statistik weltweit zwei Infektionswellen gegeben, mit einem ersten Höhepunkt Mitte bis Ende April und einem zweiten Mitte August. Die höchste Zahl an Infektionen seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 wurde in der Woche vom 19. April 2021 gemeldet: 5,7 Millionen. Die höchste Todeszahl innerhalb einer Woche wurde Mitte Januar mit gut 101 000 gemeldet.

    Die WHO hat seit Beginn der Pandemie gut 211 Millionen Infektionen und gut 4,4 Millionen Todesfälle dokumentiert.

    12.41 Uhr: Viele infizierte Reiserückkehrer in Baden-Württemberg

    Rund 2.000 Corona-Infektionen hat das Landesgesundheitsamt in Baden-Württemberg von Anfang Juni bis Anfang August bei Reiserückkehrern aus Urlaubsländern registriert. Das waren 17 Prozent aller Neuinfektionen in dieser Zeit. In den vergangenen zwei Wochen gab es laut Landesgesundheitsamt gut 1.000 Corona-Fälle bei Rückkehrern aus Urlaubsregionen. Deren Anteil unter den Neuinfektionen stieg auf sogar 32 Prozent. Betroffen sind nach SWR-Informationen vor allem Rückkehrer aus der Türkei (297 Fälle), Kroatien (271), Spanien (221), Kosovo (200) und Italien (148).

    Weil die Reisetätigkeit anhält und die Sommerferien in Baden-Württemberg bis Mitte September gehen, rechnet das Landesgesundheitsamt in den nächsten Wochen mit einer weiteren Zunahme infizierter Rückkehrer aus diesen Ländern.

    Das Robert-Koch-Institut weist unter anderem die Türkei, den Kosovo sowie Teile von Spanien als Hochrisikogebiet aus. Ungeimpfte, die von dort zurückkehren, müssen sich in Quarantäne begeben - auch, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt. Erst wenn der Test nach fünf Tagen wiederholt wurde und ebenfalls negativ ist, kann die Quarantäne beendet werden. Ungeimpfte, die in Nicht-Risikogebieten Urlaub gemacht haben (derzeit etwa Italien) brauchen bei der Einreise einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest.

    12.20 Uhr: Deutlich weniger Corona-Impfungen in Afghanistan

    In der Woche nach der Machtübernahme der Taliban ist die Zahl der Corona-Impfungen in Afghanistan nach Angaben der UN-Behörde Unicef um 80 Prozent gesunken. Rund die Hälfte der wenigen in das Land gelieferten Impfdosen erreichten in Kürze ihr Verfallsdatum, warnt Unicef. Die Taliban hatten am Sonntag vor einer Woche die Hauptstadt Kabul unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem sie in den Wochen zuvor schon den überwiegenden Teil des Landes zurückerobert hatten.

    12.03 Uhr: Britische Forscher fordern Auffrischungsimpfungen

    Der Schutz vor Covid-19 nach einer vollständigen Impfung mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Astrazeneca lässt einer britischen Studie zufolge innerhalb von sechs Monaten nach. Das unterstreiche die Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen, betonte Tim Spector, Epidemiologe am King's College London und Leiter der ZOE-Covid-Studie. "Wir können nicht einfach zusehen, wie der Schutz langsam nachlässt, während die Fälle weiter hoch und auch die Wahrscheinlichkeit einer Infektion noch hoch sind", sagte er der BBC.

    Der Studie zufolge ließ der Schutz des Biontech/Pfizer-Impfstoffs fünf bis sechs Monate nach der zweiten Dosis von 88 auf 74 Prozent nach. Beim Astrazeneca-Impfstoff sank die Wirksamkeit nach vier bis fünf Monaten von 77 auf 67 Prozent. Die Daten basierten auf mehr als 1,2 Millionen Test-Ergebnissen. Im schlimmsten Fall könnte der Schutz nach Einschätzung von Spector für ältere Menschen bis zum Winter unter 50 Prozent sinken.

    Großbritannien will noch im Laufe dieses Jahres mit einer Kampagne zur Auffrischung der Impfung beginnen, nachdem Experten erklärt hatten, dass diese für ältere und stark gefährdete Personen ab September nötig sein könnte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht dagegen gegenwärtig keinen Grund für Auffrischungsimpfungen und fordert, dass zunächst Menschen in ärmeren Ländern geimpft werden sollten.

    11.34 Uhr: Deutliche Mehrheit für Verlängerung der epidemischen Lage in Sicht

    Im Bundestag zeichnet sich eine deutliche Mehrheit für die Verlängerung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite ab. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU), kündigte im Deutschlandfunk an, dem Vorhaben trotz anfänglicher Bedenken nun doch zuzustimmen. Die Grundlage habe sich geändert, weil die Bundesregierung nunmehr den Inzidenzwert als entscheidenden Maßstab für Corona-Maßnahmen aus dem Infektionsschutzgesetz streichen wolle. Damit sei der Grundstock für eine Normalisierung gelegt.

    Der Inzidenzwert habe überhaupt keine Aussagekraft mehr, sagte Rüddel. Deshalb halte er es für richtig, nunmehr die Rate der Corona-bedingten Krankenhausaufenthalte heranzuziehen, wie es die große Koalition plant. Rüddel verwies darauf, dass alle 16 Bundesländer darum gebeten hätten, die epidemische Lage zu verlängern.

    Die epidemische Lage von nationaler Tragweite ist Voraussetzung für eine Reihe von Maßnahmen der Länder, wie die Maskenpflicht oder Kontktbeschränkungen. Ohne den Beschluss zur Verlängerung, den der Bundestag am späten Nachmittag fassen will, würde sie Ende September auslaufen.

    FDP und Grüne tragen die Verlängerung der epidemischen Lage nicht mit. Sie haben konkurrierende Anträge vorgelegt, die keine Verlängerung vorsehen.

    10.32 Uhr: Pakistan verzeichnet Anstieg von Corona-Todesfällen

    Pakistan hat heute 141 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus gemeldet, eine der höchsten Zahlen seit Mai. Zudem wurden nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden mehr als 4.000 Neuinfektionen verzeichnet. Corona-Abstandsregeln wurden in dem Land zuletzt immer weniger beachtet. Die Bestimmungen für Impfungen wurden am Dienstag verschärft.

    Demnach müssen sich Lehrer, Professoren, Schulbedienstete sowie Schüler und Studenten ab 17 Jahren impfen lassen. Ungeimpfte dürfen Bildungseinrichtungen ab dem 15. Oktober nicht mehr betreten. Auch dürfen sie keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen und keine Einkaufszentren mehr betreten.

    Pakistan hat eine Bevölkerungszahl von etwa 220 Millionen Menschen. Seit Beginn der Pandemie wurden mehr als 1,134 Millionen Infektionen und 25.220 Todesfälle in Verbindung damit gemeldet.

    10.18 Uhr: Inzwischen 100 Millionen Corona-Impfdosen gespritzt

    Acht Monate nach dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland sind mehr als 100 Millionen Impfdosen gespritzt worden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb heute bei Twitter, dies sei "eine der größten logistischen Leistungen in der Geschichte unseres Landes". Genau sind es nach Ministeriumsangaben nunmehr 100,2 Millionen verabreichte Dosen.

    Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind demnach inzwischen 49,4 Millionen Menschen oder 59,4 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung erhalten haben 53,5 Millionen Menschen oder 64,4 Prozent aller Einwohner. Spahn dankte allen, die beim Impfen mithelfen.

    In 6 der 16 Bundesländer sind inzwischen mehr als 60 Prozent der Einwohner vollständig geimpft: an der Spitze weiter Bremen mit 69,5 Prozent. Es folgen das Saarland mit 64,6 Prozent vollständig geimpften Einwohnern, Schleswig-Holstein mit 63,2 Prozent, Nordrhein-Westfalen 62,2 Prozent, Hamburg mit 61,3 Prozent und Niedersachsen mit 60,6 Prozent. Bayerns Wert liegt bei 57,8 Prozent.

    09.56 Uhr: Corona-Krise verstärkt vorhandene Belastungen bei Kindern und Jugendlichen

    Die Folgen der Corona-Pandemie haben die Stimmungslage der Familien in den letzten Monaten stark beeinflusst - in überwiegend negativer Hinsicht, wie eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Mobil Krankenkasse unter rund 1.000 Eltern bestätigt.

    Danach gefragt, wie stark sie sich selbst durch die Corona-Situation belastet fühlen, gibt rund ein Drittel (35 Prozent) der befragten Eltern schulpflichtiger Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren an, sich deutlich stärker belastet zu fühlen und wegen Corona oft an die eigenen Grenzen zu stoßen. Ebenso viele Eltern fühlen sich zumindest etwas stärker belastet. Auffällig: Eltern, die sich selbst durch die Corona-Situation stark belastet fühlen, geben vergleichsweise häufiger an, dass die Stimmung des Kindes sich verschlechtert hat. Julia Theeg, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und Supervisorin aus Hannover, schlussfolgert: "Die Corona-Krise verstärkt bereits vorhandene Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen leiden, weil ihre Eltern über wenige Ressourcen verfügen. Vereinfacht kann man auch sagen: Je kleiner der Wohnraum ist, je weniger Geld zur Verfügung steht, je geringer die psychische Stabilität der Eltern ist, desto höher ist das Risiko, dass Eltern gewalttätig werden gegenüber ihren Kindern, und demnach erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder und Jugendliche psychisch erkranken. Waren Kinder und Jugendliche schon vor der Pandemie belastet, so steigt in diesen Familien das Risiko für Konflikte generell. Nicht selten kommt es dann zu körperlicher und emotionaler Gewalt oder zu Vernachlässigung."

    09.25 Uhr: US-Bundesstaat Idaho sucht freiwillige Helfer für Kliniken

    Wegen einer drastischen Zunahme der Coronafälle im US-Staat Idaho haben die Gesundheitsbehörden Freiwillige zur Unterstützung von Krankenhäusern aufgerufen. Dort würden Helfer für Tätigkeiten wie Hauswirtschaftsdienste oder Pflegedienstleistungen benötigt, sagte die Verwaltungsleiterin der öffentlichen Gesundheitsdienste, Elke Shaw-Tulloch, am Dienstag. Dafür seien etwa ehemalige Mitarbeiter im Ruhestand geeignet.

    Der Direktor der Gesundheitsbehörde von Idaho, Dave Jeppesen, sagte, die Unterstützung durch Freiwillige sei dringend nötig, um die medizinischen Einrichtungen des Staats am Laufen zu halten. Die Lage dort sei extrem angespannt, die Versorgung habe fast einen Krisenmodus erreicht, sagte Jeppesen.

    Nach offiziellen Daten vom Freitag stieg die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Vergleich zur Vorwoche um 31 Prozent. Die Zahl der Einlieferungen in Krankenhäuser wegen Covid-19 lag um etwa 30 Prozent höher.

    08.35 Uhr: Corona-Demonstrationen am Wochenende in Berlin

    Die Gegner der Corona-Gesetze und die sogenannten Querdenker-Initiativen wollen an diesem Wochenende erneut in Berlin demonstrieren. Eine ganze Reihe von Kundgebungen sind für den Samstag und Sonntag rund um das Regierungsviertel angemeldet. Ebenso wie die letzte große Demonstration am 1. August wurden auch diese Proteste schon lange angekündigt. Bei der Versammlungsbehörde der Polizei wird überlegt, ob die Demonstrationen wegen der zu erwartenden Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen erneut verboten werden können.

    07.55 Uhr: Fast 1.500 Tote und über 132.000 Neuinfektionen in USA

    In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 132.127 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich damit mehr als 38,25 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 1437 auf 630.541. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Todeszahlen auf.

    06.30 Uhr: Großraum Sydney meldet Rekord an Neuinfektionen

    Der australische Staat New South Wales hat einen weiteren Tageshöchststand von Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Behörden registrierten am Mittwoch 919 bestätigte Infektionen und zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Gesundheitsminister Brad Hazzard sagte, das Gesundheitssystem im bevölkerungsreichsten Staat Australiens sei unter Druck, komme aber zurecht.

    Der vorherige Höchststand an Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurde am Sonntag mit 830 Fällen verzeichnet. In New South Wales starben seit der Entdeckung des aktuellen Ausbruchs mit der Delta-Variante am 16. Juni in Sydney 76 Menschen. Im Nachbarstaat Victoria wurden heute 45 Neuinfektionen gemeldet. Beide Staaten befinden sich in einem Lockdown.

    04.33 Uhr: Japan weitet Notstand auf weitere Präfekturen aus

    Japan weitet Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie aus. Härtere Regeln gelten nun in acht weiteren Präfekturen, teilt die Regierung mit. Für 21 der 47 Präfekturen, darunter die Hauptstadt Tokio, gilt bereits der Notstand.

    04.14 Uhr: RKI meldet 11.561 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 61,3

    Das Robert-Koch-Institut meldet 11.561 neue Positiv-Tests. Das sind 3.237 mehr als am Mittwoch vor einer Woche, als 8324 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 61,3 von 58,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 39 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 92.061. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,88 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    02.00 Uhr: RWE und Bayer erwägen Impfpflicht für US-Standorte

    Bayer und RWE prüfen eine Impfpflicht für ihre US-Standorte. "In den USA führen viele Unternehmen eine Impfpflicht ein. Das wird dort im Rahmen von Good Citizenship erwartet. Wir setzen auf Freiwilligkeit, aber natürlich schauen wir uns die Standards in den verschiedenen Ländern, in denen wir Mitarbeitende haben, genau an", sagt die Sprecherin des Energiekonzerns RWE der Zeitung "Rheinische Post". Aktuell bestehe auch für die Bayer-Beschäftigten in den USA keine Impfpflicht, aber "es wird auch bei uns in den USA darüber diskutiert, es gibt aber derzeit keine Entscheidung in dieser Richtung", sagte ein Sprecher des Chemiekonzerns dem Blatt.

    01.28 Uhr: Dehoga, Handel und DIHK gegen weiteren Lockdown

    Mehrere Wirtschaftsverbände warnen die Politik angesichts einer drohenden vierten Corona-Welle vor einem erneuten Lockdown. "Die Hotel- und Gastronomie kann keinen weiteren Lockdown verkraften - weder finanziell, psychisch noch emotional", sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt davor, einen erneuten Lockdown in Erwägung zu ziehen. "Dass sie die Zeit der Ladenschließungen zuletzt hinter sich lassen konnten, war für Händlerinnen und Händler ein Lichtblick. Sie dürfen nicht zurück in die Perspektivlosigkeit geschickt werden", sagt der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp den Zeitungen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erteilt einem möglichen Lockdown ebenfalls eine klare Absage. "Die deutschen Unternehmen setzen auf die Zusage der Politik, einen erneuten Lockdown zu verhindern", sagte Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, den Zeitungen. "Nur so kann sich das wirtschaftliche Leben bei steigender Impfquote schrittweise wieder einer neuen Normalität annähern."

    00.22 Uhr: FDP und Grüne gegen Fortsetzung der Pandemie-Notlage

    Die FDP und die Grünen halten eine Verlängerung der Pandemie-Notlage für verfassungswidrig und wollen heute im Bundestag dagegen stimmen. "Die Bundesregierung hat uns auf unsere Nachfrage nicht einmal ansatzweise überzeugend darlegen können, dass eine Überlastung des Gesundheitssystems absehbar droht", sagt FDP-Parteivize Wolfgang Kubicki dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies sei aber die zwingende rechtliche Voraussetzung für die Verlängerung dieser Notlage. Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt sieht durch die Impfstoffe keine Grundlage mehr für eine Verlängerung. "Wir brauchen jetzt eine Regelung, die für die neue Situation passt und der Zahl der Geimpften Rechnung trägt, kein Weiter-so". Das Grundgesetz setze Freiheitseinschränkungen einen engen Rahmen. Sie halte daher eine unveränderte Verlängerung der epidemischen Lage für falsch.

    00.02 Uhr: US-Experte Fauci - Mit Impfung lässt sich Pandemie absehbar beenden

    Für US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hängt ein Ende der Corona-Pandemie in den USA vom Verhalten der Menschen und vor allem von ihrer Impfbereitschaft ab. "Ich möchte (...) an die Menschen im Land appellieren die nicht geimpft sind, zu erkennen, dass wir in der Lage sind, den Zeitrahmen bis zum Ende dieser Pandemie im Wesentlichen zu verkürzen", sagte der Immunologe am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Lassen Sie sich impfen, und der Zeitrahmen wird dramatisch verkürzt."

    Zuvor hatte Fauci im Interview mit dem Sender CNN gesagt, er gehe davon aus, dass die Corona-Pandemie bis Frühjahr 2022 unter Kontrolle gebracht werden könnte - wenn die Menschen sich impfen ließen. "Wir könnten zu einem gewissen Grad an Normalität zurückkehren", so Fauci. Der Winter könnte noch einmal schwierig werden - vor allem wegen der Grippe und anderen Atemwegserkrankungen. Später sagte Fauci, dass man bei Zeitangaben immer vorsichtig sein müsse. Mit Blick auf Impfungen erklärte er, die Pandemie könne sogar "schon vorher" beendet werden.

    Dienstag, 24. August 2021

    21.44 Uhr: Corona-Lage in USA weiter ernst

    Die steigenden Corona-Zahlen bereiten den Behörden in den USA weiter Sorgen. Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die USA gut 137.000 Neuinfektionen pro Tag, was im Vergleich zur Vorwoche einem Anstieg von fast 12 Prozent entspricht, wie die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, am Dienstag sagte. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen wurden, sei etwa auf dem Stand der Vorwoche, die Zahl der Todesfälle hingegen um 23 Prozent gestiegen.

    Gleichzeitig gebe es aber Fortschritte bei der Impfkampagne, sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients. "Die größten Zuwächse sind in den Staaten zu verzeichnen, die bei den Impfungen im Rückstand waren - in Alabama, Arkansas, Louisiana und Mississippi."

    20.46 Uhr: Borussia Mönchengladbach bestätigt: Ginter mit Coronavirus infiziert

    Abwehrchef Matthias Ginter vom Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hat sich mit dem Coronavirus infiziert. "Er war geimpft und muss sich da offenbar irgendwo angesteckt haben", sagte der Pressesprecher des Vereins Markus Aretz. Ginter ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

    20.45 Uhr: Tschads Ex-Präsident Habré 79-jährig an Corona gestorben

    Tschads früherer Präsident Hissène Habré ist am Dienstag mit 79 Jahren im westafrikanischen Senegal gestorben. Wie das Konsulat des zentralafrikanischen Landes mitteilte, starb Habré in einem Krankenhaus in Dakar an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Ein Anwalt, der Habrés Opfern beistand, nannte den langjährigen Präsidenten des Tschad einen der "erbarmungslosesten Diktatoren" der Geschichte. In seinem Heimatland ist keine offizielle Trauerzeremonie geplant.

    Habré wurde 2016 im Senegal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. In dem Prozess wurden Habré, der im Tschad von 1982 bis 1990 an der Macht war, Vergewaltigungen, Exekutionen, Versklavung und Entführung zur Last gelegt. Während seiner Herrschaft im Tschad waren nach Angaben von Ermittlern mindestens 40.000 Menschen getötet worden.

    19.30 Uhr: Griechenland verschärft Corona-Maßnahmen für nicht geimpfte Bürger

    Griechenland hat striktere Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte bei Freizeitaktivitäten und am Arbeitsplatz angekündigt. Ab dem 13. September ist der Zutritt zu Lokalen, Cafés oder Sportvereinen nur für Menschen gestattet, die entweder vollständig geimpft wurden oder eine überstandene Infektion nachweisen können, wie Gesundheitsminister Vasilis Kikilias am Dienstag mitteilte. In Kinos, Theatern und Museen werden Ungeimpfte weiterhin eingelassen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen.

    Mit den neuen Maßnahmen will Athen die ins Schleppen geratene Impfkampagne wieder ankurbeln. Mehr als 90 Prozent der derzeitigen Patienten auf den Intensivstationen seien nicht gegen das Virus geimpft worden, sagte der Minister. Es handle sich um eine "Pandemie der Ungeimpften".

    Corona-Tests, die bislang kostenlos erhältlich waren, sollen ab dem 13. September kostenpflichtig werden. In einem Land, in dem der Brutto-Mindestlohn bei 650 Euro liegt, dürfte der Preis von zehn Euro pro Corona-Test für viele Menschen nicht unerheblich sein.

    18.13 Uhr: Laschet für Ende der 50er-Inzidenz als Corona-Richtwert

    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die von der Bundesregierung angekündigte Streichung der 50er-Inzidenz als Richtwert für Corona-Maßnahmen und eine stärkere Berücksichtigung der Krankenhausaufnahmen für die Lagebeurteilung begrüßt. "Und ich bin froh, dass der Bundesgesundheitsminister jetzt diesen Wert, der ja immer noch im Gesetz steht, und dann auch Konsequenzen hätte, dass dieses verändert wird", sagte Laschet nach einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Landeskabinetts in Berlin. Die Koalition habe sich darauf verständigt. "Und der neue Wert wird die Hospitalisierung sein." Welcher Wert dann zu welchen Maßnahmen führe, werde die Bundesregierung jetzt vorschlagen.

    Der Corona-Expertenrat von NRW habe schon vor einem Jahr gefordert, dass man einen breiteren Blick auf das Pandemiegeschehen brauche, erläuterte Laschet. Das habe Nordrhein-Westfalen auch auf der jüngsten Ministerpräsidenten-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgetragen. Das Argument, dass die Inzidenz 50 im Jahr 2021 nicht vergleichbar ist mit der Inzidenz 50 im Jahr 2020, habe auch die Bundesregierung seit Wochen erörtert, erklärte der Unions-Kanzlerkandidat.

    18.00 Uhr: EU-Aufsicht genehmigt weitere Impfstoff-Werke

    Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für weitere Produktionsstätten zur Herstellung von Corona-Impfstoffen gegeben. In den Werken können die mRNA-Mittel von Biontech und Pfizer sowie von Moderna hergestellt werden. Die Anlagen dürften unmittelbar in Betrieb gehen, eine weitere Genehmigung der EU-Kommission sei nicht nötig.

    So sei am Biontech-Standort in Marburg eine neue Produktionslinie genehmigt worden. Diese werde helfen, die Produktionskapazität für den Biontech-Wirkstoff um rund 410 Millionen Dosen zu erhöhen, erklärte die EMA. Zudem darf bei Delpharm im französischen Saint Remy sur Avre nun ebenfalls der Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer produziert werden. Hier gehe es um bis zu 51 Millionen Dosen.

    Außerdem ließ die EMA mehrere Produktionsstätten für den Moderna-Impfstoff in den USA zu. Daneben habe die Behörde bereits im vergangenen Monat die Erhöhung der Fertigung in zwei Werken unter anderem beim Schweizer Auftragsfertiger Lonza zugelassen. Durch diese Schritte könnten im dritten Quartal dieses Jahres zusätzlich 40 Millionen Impfdosen des US-Herstellers an die EU geliefert werden.

    17.37 Uhr: Brunei meldet erste Corona-Todesfälle seit über einem Jahr

    Im südostasiatischen Sultanat Brunei sind zwei Corona-Fälle tödlich verlaufen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, waren eine 85-jährige Frau und ein 69-jähriger Mann betroffen. Damit stieg die Gesamtbilanz der Corona-Todesfälle in Brunei auf fünf. Zuletzt war in Brunei im Juni 2020 ein Corona-Todesfall gemeldet worden. Das Sultanat zählt 450.000 Einwohner. Zur Bekämpfung der Pandemie wurden drastische Maßnahmen verhängt, darunter ein Shutdown.

    Am Montag wurden 110 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der Infektionen auf fast 2.000. Damit sind die Auswirkungen der Pandemie in Brunei vergleichsweise gering. Andere Länder in der Region kämpfen derzeit mit hohen Infektionszahlen aufgrund der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus.

    17.08 Uhr: Pakistan schreibt Lehrkräften und Studenten Coronavirus-Impfung vor

    Pakistan schreibt Lehrkräften, Uni-Dozenten, Schulmitarbeitern und Schülern und Studenten ab 17 Jahren eine Impfung gegen das Coronavirus vor. Wer ab dem 15. Oktober nicht geimpft ist, soll Bildungseinrichtungen nicht betreten dürfen, wie der pakistanische Planungsminister Asad Umar bekanntgab. Ab dem Datum will die Regierung auch einen Impfnachweis verlangen, wenn sich jemand ein Zug- oder Busticket kaufen will. Pakistan mit seinen 220 Millionen Einwohnern hat mehr als 1,1 Millionen Coronavirus-Fälle verzeichnet. 25.094 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Coronavirus.

    16.50 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Laumann ruft mit Karnevalisten zu Corona-Impfung auf

    Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat gemeinsam mit Karnevalisten, Schaustellern und Schützenvereinen seines Landes zur Corona-Impfung aufgerufen. Nur mit vollständig Geimpften könnten die beliebten Brauchtumsfeste verantwortungsvoll und mit größtmöglicher Sicherheit gefeiert werden, erklärte Laumann in Düsseldorf. "Daher kann ich nur alle Menschen mit Nachdruck dazu auffordern, sich und andere durch die Impfung gegen das Coronavirus zu schützen."

    Nachdem die letzte Karnevalssession komplett ausgefallen sei, stünden die Karnevalisten nun in den Startlöchern für die nächste Session, hieß es in der Mitteilung. "Wir alle sehnen uns nach unbeschwerten Volksfesten und Weihnachtsmärkten - ohne Zäune, Schranken, Tests, Kontrollen", erklärte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbunds. "Mit jeder Impfung kommen wir diesem Ziel ein Stück näher."

    16.35 Uhr: US-Gesundheitsexperten besorgt über Ausbreitung der Delta-Variante

    Unter hochrangigen Gesundheitsbeamten in den USA wächst die Sorge über die Delta-Variante des Coronavirus. "Es ist fast so, als hätten wir eine neue Pandemie", sagte der Direktor der US-Forschungsagentur National Institutes of Health, Francis Collins, der "Washington Post" laut einem Bericht. "Alles was wir über das Coronavirus zu wissen glaubten, muss überarbeitet werden." In den nächsten Monaten stünden einige Schwierigkeiten bevor.

    Durch die Ausbreitung der Delta-Variante ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA zuletzt wieder stark gestiegen. Besonders angespannt ist die Lage in Staaten mit geringer Impfquote. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC ist etwa die Hälfte der gesamten Bevölkerung voll geimpft.

    15.59 Uhr: Kaum mehr Einschränkungen für Geimpfte und Genesene in Niedersachsen

    Für Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind, soll es von Mittwoch an in Niedersachsen einen leichteren Corona-Alltag geben. "Geimpfte und Genesene sind in der Corona-Pandemie künftig im Wesentlichen nicht mehr von Einschränkungen betroffen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei der Vorstellung der neuen Corona-Verordnung in Hannover. Sie tritt am Mittwoch in Kraft.

    Mit der neuen Verordnung wolle die Landesregierung einen "Systemwechsel" vornehmen, so Weil. Die Verhältnisse hätten sich verändert, deshalb müsse auch die Grundlage der Verordnung zur Pandemiebekämpfung eine andere sein. Einerseits stiegen die Infektionszahlen, gleichzeitig sei aber die Mehrheit der Menschen in Niedersachsen geimpft. "Für die Mehrheit der Bevölkerung besteht kein nennenswertes Risiko mehr und geht auch keines mehr von ihnen aus".

    15.33 Uhr: Schweiz befindet sich laut Gesundheitsbehörde in vierter Corona-Welle

    In der Schweiz stuft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Situation als besorgniserregend ein. "Wir müssen die aktuelle Lage als vierte Welle bezeichnen", sagt Patrick Mathys, Leiter des Bereichs Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG. Die Zahl der neuen Erkrankungen und Krankenhauseinlieferungen bewege sich auf einem Niveau, wie man es bei der dritten Welle gesehen habe, und die Situation auf den Intensivstationen sei als angespannt einzustufen. Eine Entspannung sei angesichts der stagnierenden Impfzahlen nicht absehbar. "Die große Mehrheit der hospitalisierten Personen ist ungeimpft", erklärt Mathys. Dem BAG zufolge gab es binnen 24 Stunden 2.993 neu laborbestätigte Corona-Fälle, seit Beginn der Pandemie sind es 761.978.

    15.29 Uhr: Frankreich empfiehlt Corona-Drittimpfung für über 65-Jährige

    Die französische Gesundheitsbehörde (HAS) hat eine Corona-Auffrischungsimpfung für alle Bürger ab 65 Jahren empfohlen. Auch Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Fettleibigkeit, die bei einer Infektion ein erhöhtes Risiko haben, schwer zu erkranken, sollten "nach einer Analyse der vorliegenden Daten" eine dritte Impfdosis erhalten, erklärte die Behörde.

    Das Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche Auffrischungsimpfungen für alle Bewohner von Altenheimen, alle über 80-Jährigen, die zu Hause leben sowie für Hochrisikopatienten angekündigt. Drittimpfungen könnten Anfang September für alle Betroffenen starten, deren zweite Impfung zudem mindestens sechs Monate zurückliegt.

    Die Gesundheitsbehörde wies darauf hin, dass erst 79,9 Prozent der über 80-Jährigen in Frankreich vollständig geimpft sind. Vorrangiges Ziel müsse deshalb sein, die Impflücke zu schließen. Dafür schlägt sie einen vereinfachten Prozess vor: Demnach könnten die Betroffenen ab Ende Oktober gleichzeitig mit der Grippe-Schutzimpfung auch die Corona-Impfung erhalten.

    15.11 Uhr: FDP fordert mehrere Kriterien für Bewertung der Corona-Lage

    FDP-Chef Christian Lindner bezeichnet die Abkehr von der Inzidenz als alleinigem Indikator zur Bewertung der Corona-Pandemie als überfällig. "Nur die Hospitalisierung jetzt in den Blick zu nehmen, ist ebenfalls aus unserer Sicht fachlich nicht angemessen. Über die Hospitalisierung hinaus müssen wir auch etwa Impfquoten oder die Positiv-Quote von Tests miteinbeziehen, damit wir tatsächlich ein Instrumentarium haben, das idealerweise deutschlandeinheitlich eingesetzt wird, um vor Ort dann jeweils die angemessenen Maßnahmen treffen zu können."

    14.52 Uhr: Söder sieht Chance für Lockerungen bei Diskotheken ab Oktober - Wiesn hängt von Impfungen ab

    Trotz der derzeit steigenden Corona-Fallzahlen hält Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ab Herbst Lockerungen bei Diskotheken für machbar. Man könne den jungen Leuten sagen, dass es ab Oktober eine Chance gebe, "dass sich was tut", sagte der CSU-Chef dem Fernsehsender münchen.tv. Derzeit zeige sich aber auch, dass überall dort, wo es Öffnungen bei Diskotheken gebe, die Infektionszahlen hochschnellten.

    Daher wolle er zunächst die Rückreisewelle nach den Sommerferien im September abwarten, sagte Söder. Danach werde es dann aber "zeitnah" ein Angebot geben, wobei noch nicht klar sei, unter welchen Auflagen Lockerungen möglich seien. Denkbar seien etwa strengere Testauflagen oder die Beschränkung auf Geimpfte und Genesene.

    Die Chance auf ein Oktoberfest im kommenden Jahr hängt nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder direkt vom weltweiten Impffortschritt ab. Wenn es mit dem Impfen so weiter gehe, auch global, "haben wir beste Möglichkeiten", sagte Söder. "Ich kann mir eine Wiesn vorstellen, wenn alle geimpft sind, wenn die Tests da sind."

    Für Festlegungen zur Wiesn 2022 sei es aber noch zu früh. "Wünschen soll man das gerne", so der Ministerpräsident, die Pandemie habe aber immer wieder gezeigt, dass es besser sei, "auf Sicht zu fahren". In diesem und im vergangenen Jahr musste das größte Volksfest der Welt wegen der Corona-Krise abgesagt werden.

    14.50 Uhr: Israel impft nun auch 30-Jährige zum dritten Mal

    Israel vergibt nun auch an Menschen ab 30 Jahren eine dritte Impfdosis, um eine Zunahme von Corona-Neuinfektionen zu stoppen. Mehrere Expertenteams hätten eine Empfehlung zur Ausweitung der Impfkampagne gegeben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Bisher haben demnach knapp 17 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis eine Auffrischungsimpfung erhalten. Knapp 59 Prozent sind zweifach geimpft.

    In Israel wird fast ausschließlich das Präparat von Biontech/Pfizer gespritzt. Seit Ende Juli verabreicht das Land als erstes weltweit dritte Impfungen gegen das Coronavirus. Entscheidend ist dabei, dass die zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt.

    Hintergrund der Entscheidung für eine dritte Impfung sind Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Gleichzeitig verbreitete sich die Delta-Variante, die als besonders ansteckend gilt. Israel hat erstmals seit Januar wieder fast 10.000 Corona-Neuinfektionen an einem einzigen Tag registriert. Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 9.831 neue Fälle, die alle am Montag erfasst wurden. Dies ist ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zur vergangenen Woche - allerdings hat auch die Zahl der Tests etwas zugenommen.

    14.46 Uhr: Spahn macht Hoffnung auf vollere Fußball-Stadien

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den deutschen Fußball-Clubs Hoffnung auf wieder vollere Stadien gemacht. Man könne die Teilnehmerzahlen für Geimpfte und Genesene anders rechnen als Getestete, sagte der CDU-Politiker dem TV-Sender Bild. "Es können ohne Zweifel deutlich mehr Geimpfte und Genesene in einem Stadion - zumal unter freiem Himmel - dann auch als Zuschauer dabei sein, als es sonst möglich ist", erklärte der Minister.

    Dies würde eine Abkehr von den Beschlüssen von Bund und Ländern bedeuten. Diese hatten am 10. August festgelegt, dass die Stadien bis zu 50 Prozent, aber nur maximal mit 25 000 Zuschauern gefüllt werden dürfen. In die Arenen dürfen nur Geimpfte, Genesene und Getestete (3-G-Regel).

    14.39 Uhr: Lauterbach warnt vor Vernachlässigung der Inzidenzwerte in der Corona-Pandemie

    Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat davor gewarnt, die Inzidenzwerte bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu vernachlässigen. "Wenn die Inzidenzzahlen weiter so steigen, gehen die Ungeimpften voll ins Risiko - einschließlich der Kinder", sagte Lauterbach dem "Spiegel". Er bezeichnete es als "zynisches Experiment, die Jüngsten einer Krankheit auszusetzen, vor der viele Erwachsene Angst haben".

    Er gehe davon aus, dass fünf Prozent der erkrankten Kinder unter Long-Covid-Symptomen leiden könnten, sagte Lauterbach. Angesichts stark steigender Fallzahlen brauche es eine Grundsatzentscheidung: "Entweder wir entschließen uns, die Inzidenzen weiter zu begrenzen, dann wären unpopuläre Maßnahmen nötig. Oder wir ignorieren die Inzidenzzahlen künftig weitgehend, dann geben wir den Schutz der Ungeimpften auf." Nach Ansicht Lauterbachs wäre eine "Durchseuchung der Bevölkerung" die Folge. "Dahinter steht die Haltung: Wer krank wird, ist selber schuld", kritisierte der SPD-Politiker.

    14.24 Uhr: Hamburg erlaubt Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene

    Gastronomie, Clubs, Kneipen und Kultureinrichtungen in Hamburg können ihre Kapazitäten von Samstag an nahezu wieder vollständig nutzen, sofern Ungeimpfte keinen Zutritt haben. Der rot-grüne Senat beschloss das sogenannte Zwei-G-Optionsmodell, wonach Veranstalter entscheiden können, ob sie künftig nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiterhin das Drei-G-Modell nutzen wollen. Dieses Modell bezieht Getestete und damit Ungeimpfte mit ein.

    Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) begründete die Entscheidung des Senats damit, dass Geimpfte und Genesene keinen wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen hätten. Er betonte: "Beschränkungen müssen verhältnismäßig sein und dürfen nur so lange erfolgen, wie sie zur Pandemiebekämpfung nötig sind."

    13.50 Uhr: Kliniken begrüßen Abkehr von 50er-Inzidenz

    Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hält die geplante Abkehr von der 50er-Inzidenz als Richtschnur für Corona-Maßnahmen für richtig. Man begrüße die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der Deutschen Presse-Agentur: "Schon seit geraumer Zeit fordern wir, dass neben der Inzidenz andere Indikatoren wie die Hospitalisierung, aber auch die Impfquote berücksichtigt werden."

    Durch die Impfungen sei ein Großteil der Bevölkerung geschützt. Die Inzidenzerkenntnisse aus der Vergangenheit beschrieben die aktuelle und zukünftige Lage nicht mehr ausreichend, sagte Gaß. In der Vergangenheit habe der Anteil der hospitalisierten Covid-19-Fälle bei zwölf Prozent gelegen, heute seien es nur noch fünf Prozent. Er rief dazu auf, die Impfangebote wahrzunehmen.

    Die Bundesregierung plant eine Streichung der 50er Inzidenz als Kennzahl für Corona-Maßnahmen aus dem Infektionsschutzgesetz. Künftig soll die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 entscheidend sein, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt. Wie das konkret aussehen soll, ist noch unklar. Dazu laufen Beratungen.

    13.43 Uhr: München - strengere Kontaktbeschränkungen ab Donnerstag

    Die Corona-Regeln in München werden ab Donnerstag erneut verschärft. Denn die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 58,9 und zum dritten Mal in Folge über dem Schwellenwert 50. Damit gelten ab übermorgen wieder strengere Kontaktbeschränkungen: Treffen sind nur noch mit zwei weiteren Hausständen und dabei mit maximal zehn Personen möglich. Geimpfte, Genesene und Kinder unter 14 Jahren werden allerdings nicht mitgerechnet.

    Bei privaten Veranstaltungen "aus besonderem Anlass" wie Geburtstags-, Hochzeits- und Tauffeiern oder auch Vereinssitzungen sind im Freien nur mehr 50 Personen und in Innenräumen nur mehr 25 Personen zulässig. Auch hier werden Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt. Bei öffentlichen Veranstaltungen "mit einem von Anfang an klar begrenzten und geladenen Personenkreis" ist die maximal zulässige Personenzahl ab Donnerstag auf 50 Personen unter freiem Himmel und auf 25 Personen in geschlossenen Räumen begrenzt. Geimpfte und genesene Personen werden hier allerdings mitgerechnet. Bereits seit gestern gilt bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen die 3G-Regel.

    13.35 Uhr: Zahl der Corona-Testzentren in Deutschland sinkt

    Wer einen Corona-Test braucht, muss sich auf längere Wege einstellen. Viele Betreiber entschlossen sich in den vergangenen Wochen zur Schließung von Teststellen oder beabsichtigen dies zu tun: In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel ging die Zahl der Testzentren zuletzt binnen vier Wochen um 640 auf 8.127 zurück, wie das NRW-Gesundheitsministerium mitteilte. Ende Mai waren es noch 9.064 gewesen. In anderen Bundesländern war es ähnlich. In Niedersachsen sind laut dortigem Ministerium derzeit 2.093 Testzentren aktiv, gut 600 sind in einem Meldeportal mit "außer Betrieb" aufgeführt.

    Grund ist die perspektivisch sinkende Nachfrage, weil es immer mehr Geimpfte gibt. Zudem sind die Tests ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos. Man werde "dynamisch auf Veränderungen" reagieren, hieß es vom Betreiber Covimedical mit Blick auf ein vermutlich geringere Nachfrage im Oktober.

    Bereits vergangene Woche hat die Drogeriemarktkette dm die Schließung ihrer derzeit noch rund 200 Teststellen zum 30. September bekanntgegeben. Das Unternehmen begründete dies mit gesunkener Nachfrage und der Abschaffung der kostenlosen "Bürgertests" im Oktober. Andere Anbieter wie Ecolog mit rund 500 Testzentren in Deutschland wollen vorerst keine Reduzierungen des Angebots vornehmen. Zahlreiche Apotheken haben hingegen ihre Testmöglichkeiten inzwischen heruntergefahren, genaue Zahlen dazu gibt es aber noch nicht.

    13.16 Uhr: Corona-Todesfälle in England und Wales auf höchstem Stand seit März

    Die Zahl der wöchentlichen Corona-Todesfälle ist in England und Wales jüngst auf den höchsten Stand seit fünf Monaten gestiegen. In der Woche bis zum 13. August starben 571 Menschen an oder mit Covid-19, wie aus Zahlen des nationalen Statistikamtes hervorgeht. Das entspricht dem höchsten Stand seit Mitte März, als innerhalb einer Woche 719 Corona-Tote gezählt wurden. Damals nahmen die Fallzahlen steil ab, nachdem die zweite Welle ihren Höhepunkt im Januar erreicht hatte.

    In Großbritannien sind die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben. Zunächst gingen die Fallzahlen nach dem "Freedom Day" in England Mitte Juli überraschenderweise zurück, mittlerweile steigen sie jedoch wieder kontinuierlich an. Die Inzidenz liegt mit 327 (Stand: 18. August) weiterhin auf hohem Niveau. Die Kliniken stehen zwar dank der hohen Impfquote derzeit nicht vor der Überlastungsgrenze, doch die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle steigt ebenfalls wieder an. Häufig sind in den vergangenen Tagen in Großbritannien mehr als 100 Tote pro Tag gezählt worden.

    13.02 Uhr: Ungeimpfte müssen Corona-Tests in Griechenland künftig selbst zahlen

    In Griechenland müssen ungeimpfte Bürger ihre Corona-Tests vom 13. September an selbst zahlen. Ausgenommen sind nur Schüler sowie Genesene, Geimpfte und Menschen, die Symptome zeigen, kündigte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias in Athen an. Zudem können Arbeitgeber Auskunft von den Beschäftigten darüber fordern, ob sie geimpft sind oder nicht, und gegebenenfalls zwei Tests pro Woche verlangen. Ein Schnelltest kostet in Griechenland zehn Euro.

    "Weit über 90 Prozent der Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind ungeimpft", begründete Kikilias die Maßnahmen, die mindestens bis zum 31. März 2022 gelten sollen. Im Freizeitsektor setzt die Regierung die Menschen besonders unter Druck: Geschlossene Räume von Tavernen, Theatern, Fußballstadien und ähnlichen Einrichtungen dürfen künftig nur noch von Geimpften besucht werden - oder von Genesenen, deren Infektion nicht länger als sechs Monate zurückliegt.

    Auch Maßnahmen für Reisende innerhalb des Landes kündigte Kikilias an: Ungeimpfte müssen dafür einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

    12.53 Uhr: Apotheken stellen ab sofort Genesenen-Zertifikate aus

    Corona-Genesene können ab sofort in vielen Apotheken ein digitales Zertifikat zu ihrer überstandenen Erkrankung bekommen. Das teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) mit. Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, müssen dafür ein gültiges Ausweisdokument und einen positiven PCR-Test, der nicht länger als 180 Tage zurückliegen darf, in die Apotheke mitbringen.

    Bislang habe es nur digitale Zertifikate für Geimpfte und für geimpfte Genesene gegeben, aber nicht für Menschen, die erst kürzlich infiziert gewesen seien und sich noch nicht impfen lassen könnten, teilte der Verband mit. Für die Bürgerinnen und Bürger ist das Angebot kostenlos. Die Apotheken erhalten den Angaben zufolge vom Bundesamt für Soziale Sicherung 5,04 Euro plus Mehrwertsteuer.

    12.12 Uhr: Laschet - Inzidenz-Anstieg liegt auch an Reiserückkehrern

    NRW-Ministerpräsident Armin Laschet führt den starken Anstieg der Infektions-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen auf ein Bündel an Gründen zurück. Zum einen liege dies an Reiserückkehrern, der Einreise aus Hochrisikogebieten sowie daran, dass Nordrhein-Westfalen den mit dem Ruhrgebiet dichtesten Lebensraum in Europa aufweise. "Ich gehe davon aus, dass diese Welle sich fortsetzt, je nachdem wo die Schulferien enden", fügt er mit Blick auf die anderen Bundesländer hinzu.

    Außerdem teste Nordrhein-Westfalen besonders intensiv. Beim Schulstart gehe man mit PCR-Lolly-Tests für Kinder sowie einer Maskenpflicht im Unterricht vorsichtig vor. NRW weist laut Robert-Koch-Institut mit 108,4 die derzeit höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter den Ländern auf.

    11.30 Uhr: Studie - Viruslast bei Delta-Variante 300 Mal höher

    Die Viruslast bei einer Infektion mit der Delta-Variante ist einer Studie aus Südkorea zufolge 300 Mal höher als mit dem ursprünglich aufgetretenen Virus. Die Wissenschaftler der Korea Disease Control and Prevention Agency (KDCA) haben aber auch herausgefunden, dass die Anzahl der Viren, die bei den ersten Symptomen auftreten, rasch abnimmt. Nach zehn Tagen sei die Viruslast etwa so hoch wie bei anderen Coronavirus-Mutationen zu beobachten sei. Die Ergebnisse bedeuteten nicht, dass die Delta-Mutation 300 Mal ansteckender sei, erklärt das südkoreanische Gesundheitsministerium. Die Übertragungsrate sei in etwa doppelt so hoch wie bei dem Anfang 2020 zuerst aufgetretenen Virus.

    10.47 Uhr: 49,2 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

    Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. 49,2 Millionen Menschen oder 59,2 Prozent der Bevölkerung sind nun vollständig geimpft, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute per Twitter mitteilte. Mindestens eine erste Impfung haben 53,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise 64,2 Prozent der Bevölkerung erhalten.

    Spahn warnte davor, dass sich die vierte Corona-Welle aufbaue. "Wie hoch und gefährlich sie wird, haben wir noch in der Hand: Jede zusätzliche Impfung hilft, die Welle abzuflachen", twitterte er.

    10.17 Uhr: Israel - Fast 10.000 neue Corona-Fälle an einem Tag

    Israel hat erstmals seit Januar wieder fast 10.000 Corona-Neuinfektionen an einem einzigen Tag registriert. Das Gesundheitsministerium meldete heute 9.831 neue Fälle, die alle am Montag erfasst wurden. Dies ist ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zur vergangenen Woche - allerdings hat auch die Zahl der Tests etwas zugenommen. Die Zahl der Schwerkranken sank auf 678. Zwölf weitere Menschen mit einer Corona-Infektion starben.

    Seit Juni steigt die Zahl der neuen Corona-Fälle in Israel wieder deutlich. Die höchste Zahl an täglichen Corona-Neuinfektionen seit Pandemiebeginn wurde in dem 9,4-Millionen-Einwohner-Land Mitte Januar mit rund 10 100 Fällen registriert. Insgesamt gab es seit Beginn inzwischen schon mehr als eine Million Infektionen. Zweifach geimpft sind knapp 59 Prozent der Bevölkerung. Knapp 17 Prozent haben bereits eine dritte Impfung.

    Israel hatte Ende Juli als erstes Land weltweit damit begonnen, zur Auffrischung des Schutzes ein drittes Mal impfen zu lassen. Hintergrund waren Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen habe. Gleichzeitig verbreitete sich die aggressivere Delta-Variante im Land.

    10.04 Uhr: Studie - Lockdown trifft einfache Helferberufe hart

    Helferberufe mit einfachen Tätigkeiten haben einer Studie zufolge besonders stark unter dem ersten Lockdown der Corona-Pandemie gelitten. Die Beschäftigung bei wenig komplexen Jobs, für die in der Regel keine formale Ausbildung erforderlich ist, brach ein, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) heute mitteilte. Bis vor Beginn der Corona-Krise zwischen 2015 und Anfang 2020 hatte sich die Beschäftigung hier in nahezu allen Bereichen überdurchschnittlich gut entwickelt.

    Während die Zahl der Beschäftigten insgesamt von März 2015 bis März 2020 um 10,2 Prozent auf über 33,6 Millionen stieg, kletterte die Zahl der Beschäftigten in Helferberufen um 15,6 Prozent auf 5,1 Millionen Personen. "Der Beschäftigungsrückgang war ab März 2020 bei den Helferjobs, zum Beispiel in den Bereichen Gastronomie und der Beherbergung durch die Maßnahmen des Lockdowns besonders ausgeprägt", sagte IAB-Forscherin Barbara Schwenglerda. Denn in diesen Sparten gebe es üblicherweise eine wesentlich stärkere Frühjahrsbelebung als anderswo.

    Allerdings erholte sich die Beschäftigung in den Helferberufen im Zuge der Corona-Lockerungen bereits ab Juni 2020 und damit zwei Monate früher als die Gesamtbeschäftigung. Dies galt laut IAB vor allem beim Binnentourismus. Andere Bereiche, die sich auch durch einen hohen Anteil an Helferberufen auszeichnen wie die Altenpflege waren von der Corona-Krise kaum betroffen, beziehungsweise legten sogar bei der Zahl der Beschäftigten im Helferbereich zu. Zuwächse waren im Jahresverlauf 2020 zudem bei den Post- und Kurierdiensten sowie im Ausbaugewerbe zu beobachten.

    09.00 Uhr: Verlobungsparty im Lockdown: 300 000 Dollar Bußgeld in Melbourne

    Teure Verlobungsparty in Melbourne: Die australische Polizei hat 56 Gäste einer illegal im Corona-Lockdown abgehaltenen Feier mit Bußgeld von insgesamt mehr als 300.000 australischen Dollar (184.000 Euro) belegt. Jeder Erwachsene, der bei der Sause dabei war, müsse 5452 Dollar zahlen, berichtete der australische Sender 9News heute unter Berufung auf die Behörden. Einige Teilnehmer waren nach dem Fest positiv auf das Coronavirus getestet worden. Brett Sutton von der örtlichen Gesundheitsbehörde kritisierte die Veranstaltung als "unglaublich zerstörerisch".

    Die Sicherheitskräfte in Australien greifen derzeit hart gegen Lockdown-Verstöße durch. Mehrere Landesteile kämpfen seit Wochen gegen steigende Zahlen von Neuinfektionen. In Sydney hatte die Polizei am Wochenende bereits Geldstrafen gegen Dutzende Besucher eines Gottesdienstes verhängt, der illegal abgehalten worden war.

    08.45 Uhr: Viele Kommunen in Bayern über Inzidenzwert von 35

    56 Städte und Landkreise in Bayern liegen aktuell über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Seit Montag gilt ab diesem Grenzwert die sogenannte 3G-Regel. Menschen müssen beim Betreten von Innenräumen wie Restaurants und Schwimmbädern nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ auf Corona getestet sind.

    Die bayernweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Morgen auf 45,2. Die Gesundheitsämter im Freistaat meldeten binnen eines Tages 644 Corona-Neuinfektionen und zwei Todesfälle. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 3.15 Uhr wiedergeben.

    08.10 Uhr: Deutsche Wirtschaft wächst nach Lockdown wieder

    Die Kauffreude der Verbraucher nach dem Corona-Lockdown hat der deutschen Wirtschaft im Frühjahr zu Wachstum verholfen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zwischen April und Juni um 1,6 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte und eine Schätzung von Ende Juli leicht revidierte. Zuvor hatten die Experten ein Plus von 1,5 Prozent gemeldet. Für Schwung sorgten vor allem die privaten Haushalte, die 3,2 Prozent mehr ausgaben als zuletzt. Der Staatskonsum kletterte um 1,8 Prozent. Der Außenhandel allerdings bremste die Wirtschaft, weil die Exporte mit 0,5 Prozent schwächer zulegten als die Importe mit 2,1 Prozent.

    Damit konnte sich die Konjunktur aus dem Corona-Tief befreien, denn Anfang 2021 war die Wirtschaft noch um 2,0 Prozent geschrumpft.

    08.08 Uhr: Griechische Urlaubsinseln sind nun Corona-Hochrisikogebiete

    Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Kreta und weitere griechische Urlaubsinseln nun als Hochrisikogebiet ein. Die Regelung gilt seit heute. Nach jüngsten Schätzungen des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind derzeit etwa 150.000 Pauschalurlauber aus Deutschland in Griechenland unterwegs. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl an Individualreisenden. Das Land zählt zu den beliebtesten Zielen rund ums Mittelmeer.

    Neben Kreta ist nun auch die südliche Ägäis mit Urlaubsinseln wie Rhodos, Kos, Mykonos oder Naxos Hochrisikogebiet. Die Inseln gelten auch wegen ihres intensiven Nachtlebens als Keim der Corona-Ausbreitung in Griechenland. Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Für vollständig Geimpfte und Genesene gibt es keine Quarantänepflicht.

    08.06 Uhr: Deutscher Staatshaushalt im ersten Halbjahr 2021 tief im Minus

    Der deutsche Staat hat auch im ersten Halbjahr 2021 in der Corona-Pandemie deutlich mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen in den ersten sechs Monaten bei 4,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Es war das zweithöchste Defizit in einer ersten Jahreshälfte seit der deutschen Vereinigung.

    08.03 Uhr: Neuseeland nimmt nicht an Eröffnungsfeier der Paralympics teil

    Wegen steigender Corona-Infektionszahlen in der japanischen Hauptstadt Tokio werden Neuseelands Sportlerinnen und Sportler heute nicht an der Eröffnungsfeier der Paralympics teilnehmen. "Wir bleiben unseren Covid-19-Prinzipien und Richtlinien weiterhin verpflichtet, die unser Team so gut wie möglich schützen sollen", teilte das neuseeländische Paralympics-Team mit. Statt der zwei Fahnenträger, die traditionell die nationalen Teams ins Olympia-Stadion führen, sollen demnach symbolisch zwei "Führungsrollen" vergeben werden. Dem Team aus Neuseeland gehören laut der Organisatoren 32 Athletinnen und Athleten an.

    Im Zusammenhang mit den Paralympics haben die Organisatoren bislang 161 Corona-Fälle gezählt, überwiegend bei Mitarbeitern und Vertragspartnern aus Japan, aber auch bei sechs Athleten.

    Neuseeland galt bislang als Vorbild im Kampf gegen Corona: In dem Land mit fünf Millionen Einwohnern gab es seit Beginn der Pandemie nur 26 Todesfälle durch Covid-19. Nach einem größeren inländischen Corona-Ausbruch räumte Neuseeland am Sonntag jedoch ein Scheitern seiner ehrgeizigen Null-Covid-Strategie ein.

    07.00 Uhr: Weltweit über 4,6 Millionen Corona-Tote

    Weltweit haben sich bislang mehr als 212,38 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,61 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus. Die höchsten Infektions- und Totenzahlen weisen nach wie vor die USA auf.

    06.30 Uhr: Epidemiologe - Mehr Kontakte durch Bahnstreik erhöhen Infektionsrisiko

    Dichtes Gedränge in Zügen und an Bahnsteigen infolge der Streiks bei der Bahn erhöhen laut dem Bremer Wissenschaftler Hajo Zeeb das Risiko für Corona-Infektionen. Der Streik komme angesichts steigender Infektionszahlen zu keiner guten Zeit, sagte der Epidemiologe vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie der Deutschen Presse-Agentur. Menschen, die trotz der Streiks mit der Bahn reisen müssten, seien nun auf ein geringeres Platzangebot in den Zügen angewiesen. «Das führt zu Kontakterhöhungen und zu ja erhöhten Infektionsrisiken, gerade unter dem Aspekt der Delta-Variante.» Der Abstand und die Menge der Kontakte seien entscheidende Einflussfaktoren beim Risiko für Ansteckungen.

    Zuvor hatte bereits SPD-Politiker Karl Lauterbach davor gewarnt, dass die Streiks bei der Bahn zu mehr Infektionen führten. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte Sorgen wegen möglicher Infektionsrisiken. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hatte Lauterbachs Kritik dagegen zurückgewiesen. Er sprach von Schmutzkampagnen gegen die Gewerkschaft.

    05.10 Uhr: FDP fordert staatliche Garantie für Präsenzunterricht

    Bundesregierung und Bundesländer sollen nach dem Willen der FDP eine "staatliche Garantie" für Präsenzunterricht an den Schulen abgeben - unabhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie. Die FDP-Fraktion im Bundestag will bei der Sondersitzung im Bundestag an diesem Mittwoch einen entsprechenden Antrag zur Abstimmung stellen. RTL und ntv berichteten zuerst darüber.

    In dem Antrag, der auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und der von der FDP-Fraktion offiziell noch verabschiedet werden muss, werden Regierung und Länder zur Abgabe einer solchen Garantie aufgefordert. Zudem solle die Regierung "unverzüglich" eine Sondersitzung mit den Kultusministern der Länder einberufen, bei der ein Aktionsplan für pandemiesicheren Unterricht beschlossen werde. "Kinder, Jugendliche und Eltern brauchen jetzt dringend planbare Normalität."

    Die FDP fordert außerdem eine Ausweitung des Förderprogramms des Bundes zur Anschaffung mobiler Luftfiltergeräte auf alle Klassenstufen. Der Bund fördert bisher nur Geräte für Räume jüngerer Kinder unter 12, die noch nicht geimpft werden können.

    04.12 Uhr: RKI meldet 5747 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 58,0

    Das Robert-Koch-Institut meldet 5.747 neue Positiv-Tests. Das sind 1835 mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 3912 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 58,0 von 56,4 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 42 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 92.022. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,87 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    02.55 Uhr: Impfstatus der Erwachsenen beeinflusst Situation an Schulen

    Für die Offenhaltung der Schulen im zweiten Pandemie-Herbst spielen Experten zufolge Erwachsene eine entscheidende Rolle. Vereinzelte Infektionen an den Schulen sind nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten hinnehmbar, wenn möglichst alle Eltern und Lehrer geimpft sind. "Ein kontrolliert schwelendes Geschehen muss man akzeptieren, wenn der Schulbetrieb laufen soll. Man wird nicht jegliche Verbreitung an Schulen unterbinden können, aber möglichst eine unkontrollierte Ausbreitung."

    Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält es generell für wichtig, dass sich so viele Erwachsene wie möglich impfen lassen. "Das ist wichtig für den Eigenschutz, aber eben auch, um diejenigen zu schützen, die sich nicht beziehungsweise noch nicht impfen lassen können. Dazu zählen insbesondere auch Kinder."

    Einen wesentlichen Einfluss auf die Situation an den Schulen wird auch die Akzeptanz der Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche haben, die seit Mitte August von der Ständigen Impfkommission für die Altersgruppe ab 12 Jahren empfohlen wird. Derzeit beobachten Kinderärzte eine hohe Nachfrage in den Praxen.

    02.16 Uhr: Hausärzte befürworten geplante Abkehr von Inzidenz

    Der Hausärzteverband befürwortet die Pläne der Bundesregierung, die Beschränkungen im öffentlichen Leben nicht mehr allein an die Corona-Inzidenz zu knüpfen. "Die Bewertung des Infektionsgeschehens müsste längst mehr Aspekte als nur die Inzidenz einbeziehen", sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt der "Rheinischen Post". "Die geplante Berücksichtigung der Hospitalisierungsrate ist deshalb ein richtiger erster Schritt, und dafür wurde es auch höchste Zeit." Es gehe darum, die Belastung des Gesundheitswesens abzubilden. "Diese ist im Moment moderat, und sie wird vor allem durch Personen verursacht, die nicht geimpft sind."

    Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag im ZDF gesagt: "Die 50er-Inzidenz im Gesetz, die hat ausgedient." An die Stelle der Inzidenz soll die Rate der Corona-Fälle im Krankenhaus treten. Details der geplanten Neuregelungen blieben zunächst offen. Derzeit schreibt das Infektionsschutzgesetz vor, dass bei Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen umfassende Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind.

    01.07 Uhr: Patientenschützer beklagen mangelnde Impfbereitschaft in der Altenpflege

    Angesichts der vierten Corona-Welle beklagen Patientenschützer einen immer noch lückenhaften Impfschutz bei den Beschäftigten in Pflegeheimen und Pflegediensten. "Die Impfbereitschaft beim Personal in der Altenpflege ist zum Teil nicht so hoch wie sie sein sollte", sagt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das betreffe sowohl stationäre Einrichtungen als auch mobile Pflegedienste. Anders scheine es in der Krankenpflege zu sein. Hier sei die Impfbereitschaft höher. Eine berufsspezifische Impfpflicht sei jedoch nicht die richtige Antwort auf die Impflücken. "Eine solche Pflicht käme in einem Mangelberuf wie der Altenpflege eher einer Verzweiflungstat nahe und wäre kontraproduktiv."

    Montag, 23. August 2021

    19.45 Uhr: USA planen Impfpflicht für Soldaten

    Nach der vollständigen Zulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech und Pfizer in den USA plant das US-Verteidigungsministerium eine Impfpflicht für Soldaten. Aktuell werde an einem Zeitplan gearbeitet, der in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden solle, kündigte ein Sprecher an. Dabei beschränke man sich zunächst auf das Mittel von Biontech und Pfizer.

    Anfang August hatte das Ministerium bereits erklärt, dass es spätestens ab Mitte September eine Corona-Impfpflicht geben solle.

    19.00 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach - Wegfall von 50er-Inzidenz "falsches Signal"

    SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich von den Plänen von Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) distanziert, die 50er Inzidenz als zentrales Kriterium im Infektionsschutzgesetz zu streichen und fortan stärker auf die Hospitalisierungen zu schauen. "Das sendet ein falsches Signal, als wenn die Inzidenz überhaupt nicht mehr wichtig wäre. Das halte ich für falsch, weil auch viele derjenigen, die erkranken und nicht ins Krankenhaus müssen, schwer erkranken und langfristige Schäden davontragen", erklärte Lauterbach im Fernsehsender phoenix. Hinzu komme, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen gegenüber der Inzidenz den Nachteil habe, dass man erst sehr verspätet wichtige Signale erhalte. "Man läuft Gefahr, dass man nie vor die Welle kommt."

    Generell sieht der SPD-Gesundheitspolitiker derzeit eine Tendenz, der Pandemie zu wenig Beachtung zu schenken. "Wir fangen an, es zu leicht zu nehmen, und ich glaube, dass eine große Gefahr darin besteht, dass alle im Wahlkampf einfach nur die gute Nachricht bringen wollen." Tatsächlich müssten derzeit aber zehn Prozent der Neuinfizierten damit rechnen, am Long-Covid-Syndrom zu erkranken. Dies gelte auch für fünf Prozent der erkrankten Kinder. "Das alles ist keine Kleinigkeit. Wir haben im Moment sehr viele Menschen, die schwer oder chronisch krank werden und wo wir zum Teil gar nicht wissen, wie wir sie heilen können", so der SPD-Politiker.

    17.44 Uhr: Divi-Chef - Fälle auf Intensivstationen müssen im Fokus stehen

    Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hat nach der Entscheidung des Corona-Kabinetts, künftig die Hospitalisierungsquote stärker zu berücksichtigen, davor gewarnt, sich zu sehr auf diesen Indikator zu fokussieren.

    "Es reicht nicht, sich rein auf die Covid-19-Patienten im Krankenhaus zu konzentrieren – im Fokus müssen insbesondere die schweren Fälle auf den Intensivstationen stehen", sagte Marx dem "Handelsblatt": "Grundsätzlich sollten jetzt neben der Sieben-Tage-Inzidenz die Zahlen der Krankenhausaufnahmen, Neuaufnahmen auf die Intensivstationen und die Auslastung bei der Intensivbettenbelegung mit Covid-19-Fällen eine zentrale Rolle spielen."

    17.36 Uhr: Mehr Deutsche verbringen in der Pandemie mehr Zeit mit Computerspielen

    Rund die Hälfte der Bevölkerung spielt zumindest hin und wieder Video- oder Computerspiele. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Digitalverband Bitkom in Berlin vorgestellt hat. Den Angaben nach spielen fast so viele Frauen (47 Prozent) wie Männer (53 Prozent) - und in allen Altersgruppen gab es einen Spielerzuwachs.

    "Gaming hilft Jung und Alt durch die Corona-Pandemie», sagte Olaf May, Präsidiumsmitglied des Bitkom. Dabei ist Spielen ein wichtiges Ventil für den Corona-Frust: 61 Prozent der befragten Gamerinnen und Gamer gaben an, dass ihnen während der Pandemie ohne Video- und Computerspiele die Decke auf den Kopf gefallen wäre.

    Entsprechend länger spielen die Menschen: Die Spieldauer hat sich im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie von 5 auf 10 Stunden pro Woche verdoppelt. Und auch nach der Pandemie gehen die Befragten davon aus, dass sie im Schnitt 8,5 Stunden pro Woche an den verschiedenen Spielgeräten verbringen. Smartphones liegen mit 84 Prozent klar vorne, gefolgt von Notebooks mit 77 Prozent. Spielkonsolen nutzen 52 Prozent der Gamerinnen und Gamer.

    17.12 Uhr: Hamburg plant Angebote nur für Geimpfte und Genesene

    Als erstes Bundesland plant Hamburg die Einführung der "2G-Regelung". Danach könnten ungeimpfte Getestete von Veranstaltungen und Restaurantbesuchen ausgeschlossen werden. Am Dienstag will der Senat die neue Regelung beschließen.

    Im Gegenzug sollen dann Abstandsregeln fallen, mehr Gäste zugelassen und die Maskenpflicht aufgehoben werden. Auch eine freie Platzwahl an den Tischen wäre wieder möglich. Voraussetzung sind allerdings entsprechende Kontrollen durch die Veranstalterinnen und Veranstalter. "Ich denke, dass die Regelung '2G' für uns in Hamburg der richtige Weg ist", sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne).

    16.51 Uhr: Sorge vor Schulstart mit Wechselunterricht

    Drei Wochen vor dem Ende der bayerischen Sommerferien wächst die Sorge vor einem Schulstart mit Wechselunterricht. Laut der seit diesem Montag geltenden Corona-Verordnung ist für die Schulen Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 binnen sieben Tagen in einer Kommune vorgeschrieben. Aktuell wäre dies zwar nur in Schweinfurt und Rosenheim der Fall, die Tendenz ist aber bayernweit klar steigend.

    "Der inzidenzabhängige Wechselunterricht muss daher endlich aus Bayerns Corona-Verordnung gestrichen und eine überzeugende Sicherungsstrategie präsentiert werden", sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, Matthias Fischbach, in München. Es könne nicht sein, dass getestet in Bayern so gut wie alles möglich sei – "nur in die Schule gehen nicht". Die Corona-Verordnung müsse daher rechtzeitig vor Schulbeginn abgeändert und vom Inzidenzwert abgerückt werden.

    Die sozialen und psychischen Folgen der Schulschließungen seien bisher weitaus schlimmer für die Kinder gewesen als die Krankheitsgefahren durch Corona. Jetzt lauere das Gespenst des Wechselunterrichts bereits zum Start des neuen Schuljahres – trotz aller Bekundungen, Präsenzunterricht sichern zu wollen.

    16.32 Uhr: New York führt Impfpflicht für Lehrpersonal ein

    Die Stadt New York verpflichtet alle Lehrkräfte und andere Beschäftigte öffentlicher Schulen zu einer Impfung gegen das Coronavirus. In der bevölkerungsreichsten Stadt der USA wird mit der Anordnung erstmals eine echte Impfpflicht für städtische Bedienstete verhängt. Zuvor hatte es geheißen, Lehrkräfte müssten sich wie andere städtische Mitarbeiter entweder impfen oder wöchentlich auf das Virus testen lassen.

    In New York beginnt am 13. September das neue Schuljahr. Etwa 148.000 Schulbeschäftigte und Auftragnehmer in Schulen müssen bis zum 27. September mindestens einmal geimpft sein, wie es in der Ankündigung von Bürgermeister Bill de Blasio und den städtischen Gesundheits- und Bildungsbehörden heißt. Über Sanktionen oder mögliche Ausnahmen wurde zunächst nichts mitgeteilt.

    16.04 Uhr: Vollständige US-Zulassung für Impfstoff von Biontech/Pfizer

    Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Mittel des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer als erstem Corona-Impfstoff in den USA die vollständige Zulassung erteilt. Die USA sind damit das erste Land weltweit, das dem Impfstoff eine vollständige Zulassung erteilt. Die Zulassung gelte für Menschen ab 16 Jahren, teilte die FDA mit und nannte die Entscheidung einen "Meilenstein" im Kampf gegen die Pandemie. Die Notfallzulassung für Personen ab zwölf Jahren bleibe weiterhin bestehen.

    Der Impfstoff ist in den USA seit Dezember mit einer Notfallzulassung im Einsatz, im Mai hatten Biontech und Pfizer die vollständige Zulassung beantragt. Dafür musste die FDA etwa zehnmal so viele Daten prüfen wie für die Notfallzulassung.

    Die vollständige Zulassung könnte den Erwartungen vieler Experten zufolge weitere Impfpflichten nach sich ziehen - etwa von Stadtverwaltungen, Universitäten oder Gesundheitseinrichtungen, die die vollständige Zulassung abwarten wollten. Zudem erhoffen sich Experten auch davon abgesehen einen Schub für die Impfkampagne, da viele Menschen, die sich bislang nicht impfen ließen, das Fehlen einer vollständigen Zulassung als Grund angaben.

    Auch die Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson werden in den USA bereits seit Monaten basierend auf Notfallzulassungen eingesetzt. Moderna hat Anfang Juni die vollständige Zulassung bei der FDA beantragt, allerdings noch nicht alle Dokumente dafür eingereicht. Johnson & Johnson will einen solchen Antrag noch in diesem Jahr stellen.

    15.48 Uhr: Regierung - Mit Delta-Variante kein Lockdown mehr für Geimpfte

    Breitet sich kein neuer Impfstoff-resistenter Corona-Virus aus, müssen Geimpfte nach Angaben der Bundesregierung nicht mehr mit einem Lockdown rechnen. "Man kann den Geimpften sagen, dass sich für sie, auch wenn jetzt die Zahlen weiter ansteigen, nichts ändern wird", sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. Das gelte auch für Genesene. "Unter der Bedingung Delta kann man sagen: Geimpfte müssen sich nicht auf neue Beschränkungen einstellen", fügt er hinzu.: "Mehr und mehr handelt es sich um eine Pandemie der Ungeimpften."

    15.12 Uhr: WHO-Chef fordert zweimonatiges Moratorium für Booster-Impfungen

    Zur Verringerung der weltweiten Ungleichheit bei der Impfstoffversorgung hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO zu einem zweimonatigen Moratorium für Auffrischungsimpfungen aufgerufen. Das könne auch dazu dienen, dem Entstehen neuer Coronavirus-Varianten vorzubeugen, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus in Budapest. Zugleich äußerte er sich "wirklich enttäuscht" über den weltweit geringen Umfang vom Impfstoffspenden.

    Tedros appellierte an Länder, die bereits eine dritte Impfdosis anbieten, die Vorräte mit anderen Ländern zu teilen, damit diese die Grundimmunisierung vorantreiben könnten. Zu den Ländern, die ihren Bürgern Auffrischungsimpfungen anbieten oder planen, das zu tun, zählen unter anderem die USA, Israel und als erster EU-Staat seit Anfang August Ungarn. Auch in Deutschland werden sogenannte Booster-Impfungen vorbereitet.

    Tedros sagte, von den 4,8 Milliarden bislang weltweit ausgelieferten Impfdosen seien 75 Prozent an nur zehn Länder gegangen. "Impfstoff-Ungerechtigkeit und Impfstoff-Nationalismus" erhöhten das Risiko eines Entstehens ansteckenderer Virus-Varianten, sagte er.

    14.49 Uhr: Infektionsschutzgesetz soll geändert werden

    In der Bundesregierung besteht Einigkeit darüber, dass das Infektionsschutzgesetz geändert werden soll. Die zuständigen Ministerien seien sich im Corona-Kabinett einig gewesen, dass das Gesetz wegen "neuer Bedingungen" angepasst werden müsse, sagte Regierungssprecher Seibert. Diese neuen Bedingungen seien dadurch gegeben, dass die Impfkampagne fortgeschritten sei und es inzwischen genug Impfstoff gebe.

    Wie die Änderungen genau aussehen soll, steht noch nicht fest, es dürfte darum gehen, den Inzidenzwert 50 als zentrales Kriterium für Pandemie-Schutzmaßnahmen aus dem Infektionsschutzgesetz zu streichen. "Die 50er-Inzidenz im Gesetz hat ausgedient", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im "Morgenmagazin" von ARD und ZDF. Der Wert 50 sei bei einer ungeimpften Bevölkerung sinnvoll gewesen, sagte Spahn. Angesichts der fortgeschrittenen Impfkampagne müssten nun aber andere Kriterien berücksichtigt werden. Das Gesetz solle noch vor der Wahl geändert werden.

    Spahn nannte die so genannte Hospitalisierungsquote als wichtigen neuen Richtwert. Sie gibt an, wie viele Menschen wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums liegt die Hospitalisierungsquote derzeit bei 1,3 pro 100.000 Menschen binnen sieben Tagen. Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie habe sie bei über zehn gelegen.

    Die anvisierte Abkehr vom Inzidenzwert als Kriterium für Pandemiebeschränkungen könnte praktische Folgen für den Alltag haben: Der Zeitpunkt, zu dem die zuständigen Behörden im Kampf gegen die Pandemie neue Beschränkungen erlassen, könnte sich dadurch nach hinten verschieben. Im aktuellen Infektionsschutzgesetz sind besondere Maßnahmen ab einer Inzidenz 50 auf regionaler Ebene vorgesehen. Ab dem Wert 100 greifen bundeseinheitliche Regeln.

    14.28 Uhr: Großbritannien bestellt weitere 35 Millionen Biontech-Impfdosen

    Großbritannien bestellt weitere 35 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Diese sollten ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres ausgeliefert werden, erklärte Gesundheitsminister Sajid Javid: "Während wir die Schutzmauer gegen Covid-19 weiter aufbauen, ist es auch wichtig, dass wir alles tun, um das Land für die Zukunft zu schützen – sei es vor dem Virus, wie wir es kennen, oder vor neuen Varianten."

    14.14 Uhr: Keine Testpflicht für Schüler in Ferien bei 3G-Regel

    Schüler in Bayern müssen sich bei der neuen sogenannten 3G-Regel auch in den Ferien nicht testen lassen, wenn sie in Innenbereiche von Schwimmbädern, Restaurants oder Turnhallen wollen. Seit Montag müssen Menschen ab einem Inzidenzwert von 35 in Innenbereichen nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Davon ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Geburtstag und Schüler, die im Rahmen des Unterrichts regelmäßig getestet werden. Die Ausnahme für Schüler gilt auch in den Ferien, wie das Gesundheitsministerium erklärte.

    Kinder und Jugendliche aus Deutschland müssen für eine Befreiung von der 3G-Regel ein Dokument vorlegen, das den Schulbesuch beweist - zum Beispiel einen Schülerausweis oder ein Schülerticket. Es sei nicht erforderlich, dass die Kinder ein negatives Ergebnis vorweisen, so das Gesundheitsministerium. Schüler aus dem Ausland müssen eine Bestätigung der Schule vorlegen und beweisen, dass auch dort regelmäßig Tests gemacht werden. Die Sommerferien in Bayern gehen noch bis Mitte September.

    14.00 Uhr: Indonesischer Ex-Minister muss wegen Bereicherung an Corona-Hilfen in Haft

    Ein ehemaliger indonesischer Sozialminister muss wegen Korruption bei der Vergabe von Corona-Hilfen für zwölf Jahre ins Gefängnis. Das zuständige Gericht befand Juliari Peter Batubara schuldig, sein Amt ausgenutzt zu haben, um sich und andere zu bereichern. Der 49-Jährige und zwei Mitarbeiter, die Waren für ein Sozialhilfeprogramm der Regierung einkauften, nahmen demnach Bestechungsgelder von Lieferanten an.

    Die indonesische Anti-Korruptions-Behörde hatte im vergangenen Dezember verhindert, dass den Mitarbeitern Batubaras im Ministerium sieben Koffer und Rucksäcke mit umgerechnet rund 1,1 Million Euro ausgehändigt wurden. Einen Tag später wurde der Minister festgenommen.

    13.41 Uhr: Größte Metropole Vietnams im verschärften Lockdown

    Im Kampf gegen das Coronavirus haben die Behörden in der vietnamesischen Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt einen Lockdown verschärft. Menschen in "Hochrisiko"-Bezirken müssen demnach für mindestens zwei Wochen zu Hause bleiben. Polizei und Soldaten wurden mobilisiert, um die Maßnahme umzusetzen und Haushalte mit Lebensmitteln und anderen Vorräten zu versorgen.

    Das Gesundheitsministerium meldete am Sonntag 737 Todesfälle in Verbindung mit dem Corona-Virus, die bislang höchste Zahl für einen einzelnen Tag. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 8.277. Auch die Hauptstadt Hanoi befindet sich im Lockdown, insgesamt gilt die Maßnahme für mehr als die Hälfte der 98 Millionen Einwohner des Landes.

    Nachdem Vietnam das Pandemiegeschehen im vergangenen Jahr vergleichsweise gut im Griff hatte, breitet sich das Virus zuletzt zunehmend aus. Dafür wird vor allem die besonders ansteckendere Delta-Variante verantwortlich gemacht.

    13.20 Uhr: Bund gibt Ländern 200 Millionen für Luftreiniger in Schulen und Kitas

    Die Bundesregierung unterstützt die Länder mit 200 Millionen Euro bei der Beschaffung von mobilen Luftreinigern für Schulen und Kitas. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, sollen davon Einrichtungen mit Kindern unter zwölf Jahren profitieren, für die es derzeit keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt. Bei Kinderbetreuung und Unterricht solle der bestmögliche Infektionsschutz erreicht werden.

    "Unser Ziel ist es, in diesem Herbst und Winter den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten", erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Brandenburgs Bildungsministerin und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), betonte: "Es ist gut, dass die finanzielle Unterstützung des Bundes kommt." Mobile Luftreiniger könnten Schulen und Kitas helfen, auch Räume zu nutzen, die sich nicht gut lüften ließen. Die 200 Millionen Euro sollen nach dem Königsteiner Schlüssel zwischen den Ländern aufgeteilt werden, die Länder müssen ebenfalls einen Teil zuschießen.

    13.06 Uhr: Corona-Kabinett einigt sich offenbar auf Abschaffung der Inzidenz-Werte

    Das Corona-Kabinett der Bundesregierung ist sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters einig, die Infektions-Inzidenzwerte abzuschaffen. Man habe sich darauf verständigt, dass künftig neuer wesentlicher Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems sein soll, wie hoch die Hospitalisierung sei, hieß es aus Regierungskreisen. Die Zahlenwerte bei den Sieben-Tage-Inzidenzen wie 35, 50 oder 100, die bisher über Einschränkungen des öffentlichen Lebens bestimmten, sollen dagegen ganz wegfallen.

    Die Regierung wolle den Fraktionen eine Formulierungshilfe für die Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen, sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Damit ändert die Regierung ihre Corona-Politik der letzten Monate grundlegend.

    13.02 Uhr: Lambrecht für Streichung von 50er Inzidenz-Richtwert

    Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hält die im Infektionsschutzgesetz festgeschriebene Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche für verzichtbar. "Wir brauchen diese Inzidenzzahl nicht", sagte Lambrecht im TV-Sender von "Bild". Zur Begründung sagte sie, der Richtwert sei entstanden, als die Infektionszahlen noch höher waren und es nicht genug Impfstoff gegeben habe. Stattdessen seien nun die Impfquote relevant, die Lage im Gesundheitswesen und der Anstieg der Infektionszahlen. Dies sei auch bei der letzten Ministerpräsidentenrunde beschlossen worden.

    Im Infektionsschutzgesetz steht wörtlich: "Bei Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sind umfassende Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens erwarten lassen."

    Vor Lambrecht hatte sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dafür ausgesprochen, die Messgröße eines Inzidenzwerts von 50 aus dem Infektionsschutzgesetz zu streichen. "Die 50er-Inzidenz im Gesetz, die hat ausgedient", sagte der CDU-Politiker im "Morgenmagazin" von ARD und ZDF. Der Wert habe für eine ungeimpfte Bevölkerung gegolten.

    12.44 Uhr: Bundesarbeitsminister Heil räumt Fehler bei der Unterstützung von Selbstständigen ein

    Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Fehler bei der Unterstützung von Selbstständigen in der Corona-Krise eingeräumt. "Da hat die Bundesregierung zu spät reagiert. Das betrifft auch die Ausgestaltung der Wirtschaftshilfen. Es hat bis zu den Neustarthilfen gedauert, bis das adäquat wurde", sagte Heil im Sender phoenix. Heil sprach sich für die Einführung eines "Sicherungsgeldes" aus, das Selbstständigen "analog zum Arbeitslosengeld unter dem Dach der Bundesagentur für Arbeit" bekommen könnten. "Aber das kann man nicht in Krisensituationen aus dem Boden stampfen. Da muss man dann mit Nothilfen arbeiten."

    Zur Finanzierung der Kosten der Corona-Krise sprach sich Heil indirekt für Steuererhöhungen für Besserverdienende aus. Spitzenverdiener würden noch länger einen höheren Beitrag zur Finanzierung der Krisenkosten leisten müssen, sagte er. Konkret warb Heil dafür, den Solidaritätsbeitrag, den etwa fünf Prozent der Bevölkerung nach wie vor zahlten, "in den Steuertarif zu integrieren". Zudem helfe auch der international verabredete Mindeststeuersatz von 15 Prozent, damit Steuerdumping künftig vermieden werde.

    12.05 Uhr: Studie - Im Lockdown litten viele der daheim Gepflegten an Angst

    Im Lockdown litten zwei Drittel der zu Hause Gepflegten unter Angst und Isolation - das geht aus einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie der Hochschule Osnabrück im Auftrag des Sozialverbandes VdK hervor. Demnach empfanden 78 Prozent der Pflegebedürftigen diese Zeit als belastend, bei den pflegenden Angehörigen waren es 84 Prozent. Für die Studie beantworteten laut Sozialverband mehr als 16.000 VdK-Mitglieder, die pflegebedürftig sind oder als Angehörige pflegen, Fragen der Hochschule zu ihrer persönlichen Situation.

    Laut Umfrage wog die psychische Belastung für mehr als 70 Prozent aller Befragten schwer; 76 Prozent fürchteten, selbst an Corona zu erkranken und Spätfolgen zu erleiden. 81 Prozent der Pflegebedürftigen und 87 Prozent der pflegenden Angehörigen mieden den Kontakt zu Dritten. Fast ein Drittel der Pflegebedürftigen verließ das Haus oder die Wohnung nicht mehr. 37 Prozent der Pflegehaushalte nahmen keine Unterstützungsangebote mehr in Anspruch.

    VdK-Präsidentin Verena Bentele sprach von einer "bitteren" Bilanz. "Für die Pflegeheime legte die Große Koalition millionenschwere Rettungsschirme auf, für die Pflegekräfte gab es immerhin Applaus und Boni. Nur für die pflegenden Angehörigen zu Hause gab es mal wieder nix", so Bentele. Sie warf der Politik vor, sie habe die Pflegenden und Gepflegten zu Hause während der Pandemie vergessen, ihre Belange würden "dauerhaft sträflich vernachlässigt."

    Laut VdK werden 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Als Konsequenz will der Sozialverband "die unter anderem einkassierte Erhöhung des Pflegegeldes einklagen - notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht", sagte Bentele. Die Erhöhung aller Pflegeleistungen im Umfang von 1,8 Milliarden Euro sei bereits angekündigt, bei der Pflegereform im Juli aber nicht umgesetzt worden.

    11.47 Uhr: Israel will Schüler in Unterrichtszeit impfen

    Mit Beginn des neuen Schuljahrs am 1. September will Israel Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit gegen das Corona-Virus impfen. Dafür sei lediglich die Zustimmung der Eltern erforderlich, teilte das Corona-Kabinett der Regierung am Montag mit. Israel impft grundsätzlich Kinder schon mit zwölf Jahren, in Ausnahmefällen sogar schon mit fünf. Dies gilt allerdings nur für besonders gefährdete Kinder - etwa wegen extremer Fettleibigkeit, schweren chronischen Lungenkrankheiten oder Herzproblemen.

    Das 9,4-Millionen-Einwohner-Land versucht derzeit, mit einer umfangreichen Impfkampagne den Anstieg von Corona-Neuinfektionen zu bremsen. Am Montag meldete das Gesundheitsministerium 5.383 neue Fälle. Zugleich wurden 672 Schwerkranke registriert - der höchste Wert seit März. 16 weitere Menschen starben. Bislang sind knapp 59 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft - von den 12- bis 15-Jährigen etwa 29 Prozent, von den 16- bis 19-Jährigen etwa 69 Prozent.

    11.28 Uhr: Zahl der Kinos trotz Corona-Krise konstant

    Das vielbefürchtete Kinosterben hat bisher nicht stattgefunden: Trotz der Corona-Krise ist die Zahl der Lichtspielhäuser in Deutschland im ersten Halbjahr um nur vier auf 1223 Unternehmen geschrumpft. Das Angebot an Sitzplätzen ging um 1,7 Prozent auf rund 786.000 zurück, wie die Filmförderanstalt (FFA) am Montag mitteilte. Die meisten Kinos konnten ihren regulären Betrieb erst ab 1. Juli wieder aufnehmen.

    "Natürlich sind die Kinos noch längst nicht über den Berg, insgesamt aber scheinen sie in ihrer Gesamtheit bis jetzt relativ unbeschadet durch die zuletzt siebenmonatige Schließungszeit gekommen zu sein", erklärte FFA-Vorstand Peter Dinges. Das sei auch den Maßnahmen und Hilfsprogrammen des Bundes, der FFA und der Länderförderungen zu verdanken.

    11.25 Uhr: IPC-Präsident - Kein Zusammenhang zwischen steigenden Corona-Zahlen und Paralympics

    IPC-Chef Andrew Parsons sieht die Paralympischen Spiele nicht als Faktor für die steigenden Corona-Fallzahlen in Tokio. "Wir glauben nicht, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen den steigenden Fallzahlen in Japan und den Paralympics gibt", sagte der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC): "Uns muss aber bewusst sein, dass wir uns strikt an die Playbooks halten müssen."

    In Tokio steigt die Anzahl der Coronafälle durch die Ausbreitung der Deltavariante derzeit rasant an, auch im Rahmen der Paralympics gab es vor Start bereits weit über 100 Infektionsfälle. Parsons rechnet nicht damit, dass durch die Paralympics eine Zusatzbelastung in den Krankenhäusern entsteht. "Während Olympia gab es nur drei Fälle, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Zwei davon waren nahezu ungefährlich. Wir sprechen über sehr kleine Zahlen", sagte der Brasilianer. Generell sei er froh, dass die Spielen nun endlich stattfinden können.

    10.29 Uhr: Norwegische Prinzessin positiv getestet

    Die Tochter des norwegischen Kronprinzenpaares, Prinzessin Ingrid Alexandra, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Königshaus am Sonntagabend mit. Die 17-Jährige werden nun zu Hause auf Gut Skaugum isoliert. Der Rest der Familie sei bislang nicht positiv getestet worden.

    Trotzdem hat der Vorfall Konsequenzen für alle. Kronprinz Haakon und Mette-Marit mussten alle Veranstaltungen in den nächsten Tagen absagen.

    09.00 Uhr: Spahn will Messwert von 50er-Inzidenz aus Gesetz streichen

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich dafür ausgesprochen, in der Corona-Pandemie die Messgröße eines Inzidenzwerts von 50 aus dem Infektionsschutzgesetz zu streichen. "Die 50er-Inzidenz im Gesetz, die hat ausgedient", sagte der CDU-Politiker heute im ZDF-"Morgenmagazin". Der Wert - nicht mehr als 50 neue Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - habe für eine ungeimpfte Bevölkerung gegolten.

    Im Infektionsschutzgesetz sind bei bestimmten Zahlen von neuen Corona-Fällen besondere Maßnahmen vorgesehen. Einige Bundesländer sind von der Fokussierung auf die Inzidenz jedoch schon abgerückt. "Deswegen ist mein Vorschlag, jetzt auch diesen Maßstab, diese 50er Inzidenz, aus dem Gesetz zügig zu streichen", sagte der Minister. Darüber könnte der Bundestag noch vor der Wahl am 26. September entscheiden. "Der neue Parameter ist dann die Hospitalisierung", so Spahn. Damit ist die Zahl der Covid-19-Patienten gemeint, die im Krankenhaus liegen.

    08.27 Uhr: Offenbar kein Baby-Boom durch den Corona-Lockdown

    Der von manchen prophezeite Baby-Boom im Corona-Lockdown ist bisher offenbar ausgeblieben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es von Januar bis Mai 2021 insgesamt nur ein geringes Plus an Geburten. Lediglich im März habe es einen auffälligen Anstieg gegeben.

    Die Zahlen im Einzelnen: Von Januar bis Mai 2021 sind in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 315.000 Kinder zur Welt gekommen. Damit stieg die Zahl der Geburten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 1,4 Prozent. Ein deutlicher Anstieg war den Angaben zufolge nur im März 2021 zu beobachten, als mit 33.935 Geburten 6 Prozent oder rund 3.700 mehr Babys geboren wurden als im März 2020. In den übrigen von der einsetzenden Corona-Pandemie geprägten Monaten sei die Entwicklung unauffällig gewesen.

    08.16 Uhr: Kauffreudige Verbraucher stützen Frankreichs Aufschwung

    Die französische Wirtschaft wird nach den Worten von Finanzminister Bruno Le Maire noch im Laufe dieses Jahres ihr Vorkrisenniveau erreichen. Die Konjunktur laufe wegen der steigenden Konsumausgaben der Verbraucher "gut", sagte Le Maire heute dem Sender "France 2". Letztere seien in ersten beiden Augustwochen um fünf Prozent gewachsen. Trotz der vorhandenen Corona-Auflagen solle die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in diesem Jahr um sechs Prozent zulegen. Damit könne das Vorkrisenniveau am Jahresende erreicht werden.

    Im vergangenen Jahr hatte die Corona-Krise die französische Wirtschaft schwer getroffen. Das Bruttoinlandsprodukt stürzte um mehr als acht Prozent ab.

    07.45 Uhr: Corona-Inzidenz in NRW bei über 100

    Die Corona-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen ist wieder dreistellig und damit so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Das Robert Koch-Institut gab sie am Morgen auf seiner Webseite mit 103,3 an. Am Vortag waren es noch 99,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gewesen, vor einer Woche hatte der Wert noch 57,2 betragen. Der Bundesschnitt lag am Morgen bei 56,4 und damit wesentlich niedriger als im bevölkerungsreichsten Bundesland. Den zweithöchsten Wert unter den Bundesländern hat laut RKI Hamburg mit einer Inzidenz von 71,6.

    07.31 Uhr: Neuseeland verlängert Corona-Lockdown

    In Neuseeland ist der landesweite Lockdown wegen drei Dutzend neuer Corona-Fälle verlängert worden. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern kündigte am Montag in der Hauptstadt Wellington an, dass die strengen Auflagen in dem gesamteen Pazifikstaat nun mindestens bis Samstag gelten. Zuvor waren 35 neue Fälle bekannt geworden. Die meisten Ansteckungen des derzeitigen Ausbruchs wurden in Auckland auf der neuseeländischen Nordinsel registriert, der größten Stadt des Landes. Auch die Hauptstadt selbst ist betroffen.

    Der Inselstaat mit fünf Millionen Einwohnern hat sich seit März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Im April hatte die Regierung einen Reisekorridor mit dem Nachbarland Australien eröffnet, der aber Ende Juli wegen einer Corona-Welle beim großen Nachbarn wieder geschlossen wurde. Am Dienstag vergangener Woche verhängte Ardern wegen eines einzigen bestätigen neuen Falls in Auckland einen strikten Lockdown - den ersten seit März 2020.

    06.45 Uhr: Hohe Strafen für Gottesdienstbesucher in Sydney

    In einem Vorort von Sydney hat die Polizei hohe Geldstrafen gegen die Besucher eines Gottesdienstes verhängt, weil sie durch die Versammlung gegen die geltenden Corona-Maßnahmen verstoßen haben. 30 Gläubige müssten je 1000 australische Dollar (610 Euro) zahlen, zudem sei die Kirche selbst mit einem Bußgeld von 5000 australischen Dollar (3000 Euro) belegt worden, teilte die Polizei am Montag mit.

    Die Messe sei am Sonntagabend in Blacktown im Westen von Sydney abgehalten worden. Die Polizei habe einen Hinweis auf einen möglichen illegalen Gottesdienst bekommen und dann in der Kirche 60 Erwachsene und Kinder angetroffen.

    Im Großraum Sydney gilt wegen steigender Viruszahlen seit acht Wochen ein strenger Lockdown, der erst kürzlich bis Ende September verlängert worden war. Die Menschen dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen ihre Häuser verlassen. Zudem sind nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Der Bundesstaat New South Wales, in dem Sydney liegt, verzeichnete am Montag bereits den dritten Tag in Folge mehr als 800 Neuinfektionen.

    04.31 Uhr: RKI meldet 3.668 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 56,4

    Das Robert-Koch-Institut meldet 3668 neue Positiv-Tests. Das sind 1542 mehr als am Montag vor einer Woche, als 2126 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 56,4 von 54,5 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Vier weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 91.980. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,87 Millionen Corona-Tests positiv aus.

    04.24 Uhr: China verzeichnet keine weiteren Neuinfektionen

    China meldet erstmals seit dem jüngsten Ausbruch im Juli keine neuen bestätigten Fälle. Die Zahl der neuen lokalen Ansteckungen war in der vergangenen Woche bereits in den einstelligen Bereich gesunken, nachdem sie Anfang August einen Höchststand erreicht hatte. Im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Nanjing und Yangzhou in der Provinz Jiangsu nahe der Finanzmetropole Shanghai verzeichnete China insgesamt mehr als 1.200 Infektionen und keine Todesopfer.

    04.15 Uhr: Arbeitgeber und Gewerkschaften rufen zur Impfung auf

    Angesichts des stockenden Tempos der Corona-Impfungen in Deutschland rufen Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam die Menschen zur Impfung auf. "Wir müssen aufpassen, dass wir das Erreichte nicht verspielen", heißt es in dem gemeinsamen Appell von Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. "Mit der aktuellen Impfrate können und dürfen wir uns nicht zufrieden geben."

    Jeder Geimpfte helfe, die Ausbreitung von Covid-19 zu bekämpfen und zu mehr Normalität im Privat- und Arbeitsleben zurückzukehren. Millionen von Beschäftigen hätten sich in den zurückliegenden Wochen etwa durch Betriebsärztinnen und -ärzte impfen lassen. "In Summe sind über fünf Millionen Impfdosen an die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte gegangen", so Dulger und Hoffmann.

    Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollten - wo immer möglich – betriebliche Impfungen und Testungen anbieten. "Gleichzeitig appellieren wir an die Beschäftigten, die Impf- und Testangebote anzunehmen und so zu einer hohen Durchimpfungsrate und einem hohen Schutzniveau beizutragen."

    03.53 Uhr: Neuseeland verzeichnet 35 Neuinfektionen

    Neuseeland meldet binnen 24 Stunden 35 weitere Delta-Infektionen. 33 neue Fälle seien in Auckland und zwei in der Hauptstadt Wellington aufgetreten, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der Fälle beim jüngsten Ausbruch auf 107.

    03.30 Uhr: Corona-Regeln in Nürnberg werden verschärft

    In Nürnberg greifen ab heute strengere Corona-Regeln. Weil die Stadt bereits mehrere Tage in Folge deutlich über einer Inzidenz von 35 lag, muss nun wieder mehr getestet werden, teilten die Verantwortlichen mit. Die erweiterte Testpflicht betrifft vor allem Personen, die weder geimpft noch genesen sind. In Innenbereichen gilt die 3G-Regel: Wer also nicht geimpft oder genesen ist und beispielsweise in eine Kneipe, ein Restaurant, zu einer Sport- und Kulturveranstaltung oder auch zum Friseur oder Fitnessstudio will, muss einen höchstens 24 Stunden alten Schnelltest oder einen maximal 48 Stunden zurückliegenden PCR-Test vorweisen.

    Dies gilt auch für alle, die in einem Hotel oder einer Pension übernachten. "Hier gilt eine Testnachweiserfordernis bei Ankunft sowie zusätzlich alle weiteren 72 Stunden" heißt es. Auch Besucherinnen und Besucher von Krankenhäusern sowie Alters- oder Reha-Einrichtungen müssen nun wieder einen Testnachweis vorlegen.

    02.50 Uhr: Taiwanesische Präsidentin erhält als Erste umstrittenen lokalen Impfstoff

    Die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen lässt sich zur Stärkung des Vertrauens in der Bevölkerung die erste Dosis des lokal entwickelten Covid-19-Impfstoffs von Medigen Vaccine Biologics verabreichen. Medigen weist Behauptungen der Oppositionspartei zurück, der Impfstoff sei unsicher oder übereilt auf den Markt gebracht worden. Taiwanesische Unternehmen und Hilfsorganisationen hatten für das Land direkt beim Hersteller Biontech/Pfizer Impfeinheiten gesichert, nachdem eine Vereinbarung mit der taiwanesischen Regierung Anfang des Jahres wegen angeblicher Einflussnahme durch China gescheitert war.

    01.00 Uhr: Ärztepräsident - Einbindung von Vereinen und Religion beim Impfen

    Um die Impfquote in Deutschland zu steigern, fordert die Bundesärztekammer eine engere Einbindung der Sportvereine und Religionsgemeinschaften. "Wir sollten auch Sportvereine, Kulturvereine und die unterschiedlichen Glaubenseinrichtungen bei der Impfkampagne mit ins Boot holen", sagt Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ausreichend Impfstoff, Personal und Logistik stehen zur Verfügung. Jetzt sind kreative Ideen gefragt." Bei denjenigen, die den Gang zum Arzt oder in das Impfzentrum möglicherweise aus profanen Gründen aufgeschoben hätten, könnten solche unkomplizierten Impfangebote helfen.

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