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Coronavirus: Münchner Task-Force steht bereit | BR24

© picture-alliance/Sven Hoppe

Im Katastrophenfall übernimmt die Task-Force Infektiologie die Einsatzleitung an allen drei bayerischen Flughäfen.

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Coronavirus: Münchner Task-Force steht bereit

Am Münchner Flughafen kämpft eine "Task-Force Infektiologie" gegen die Einschleppung von gefährlichen Krankheitserregern. Auch für das Coronavirus wappnen sich die Experten – der Notfallplan liegt griffbereit. Derzeit sind die Experten aber gelassen.

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Im Falle eines Ausbruchs einer hochansteckenden Krankheit übernimmt die "Task-Force Infektiologie" die Einsatzleitung nicht nur für den Münchner Flughafen – sondern auch für die Flughäfen in Nürnberg und Memmingen sowie für die Schiffshäfen in Passau und Lindau. Die Experten sind also auch auf das neuartige Coronavirus vorbereitet. Sie warnen aber zum jetzigen Zeitpunkt vor Panikmache.

Infektiologen gelassen: Coronavirus wird kein neues SARS

Am Münchner Flughafen Franz Josef Strauß bereitet sich die "Task-Force Infektiologie" auf entsprechende Maßnahmen vor. Denn pro Woche gibt es laut Nachrichtenagentur dpa um die 40 Flüge zwischen München und China. Auch wenn die Region Wuhan dabei nicht direkt angeflogen wird, lässt sich eine Einschleppung des Virus – vielleicht auch über Drittstaaten – nicht ausschließen.

Dennoch bleiben die Mitarbeiter bislang gelassen: Im Moment sehe es nicht so aus, als ob sich das Coronavirus zu einem zweiten SARS entwickeln werde. Die damaliges Pandemie (SARS = Schweres Akutes Atemwegssyndrom) versetzte 2002 und 2003 weltweit viele Menschen in Sorge. Mehr als 700 Menschen starben an der durch das Virus ausgelösten Erkrankung.

Münchner "Task-Force Infektiologie" - deutschlandweit einzigartig

2014 wurde die insgesamt fünf Mitarbeiter umfassende Task-Force Infektiologie gegründet. Zuletzt waren die Krankheitsexperten im Jahr 2009 gegen die Schweinegrippe im Großeinsatz. Deutschlandweit ist die Einrichtung des bayerischen Landesamtes für Gesundheit (LGL) einzigartig. Unmittelbar neben dem Rollfeld lagern im Einsatzraum der Infektionsexperten Schutzanzüge und Atemmasken und ein Fern-Fieberthermometer. Im Fall einer drohenden Pandemie können die Experten einzelne Erkrankte oder sogar ein ganzes Flugzeug isoliert untersuchen und notfalls unter Quarantäne stellen. Relativ häufig stoßen die Infektionsexperten bei ihrer Arbeit auf Masern- oder Windpockenerkrankungen.

Notfallplan mit mehreren Eskalationsstufen

Der Einsatzplan der Task-Force besteht aus mehreren Eskalationsstufen, zum Beispiel Reisende für Krankheitssignale zu sensibilisieren oder Passagiere aus Risikogebieten speziell zu kontrollieren. Wenn es gar nicht anders geht, muss der Flugverkehr in Infektionsgebiete eingestellt werden, so die Epidemologen.

Einschleppung des Coronavirus` nicht ausgeschlossen

Auch wenn Infektiologen die Gefahr durch das neue Coronavirus für Bayern derzeit als gering einschätzen, ausgeschlossen werden kann eine Ausbreitung des Erregers auch nach Deutschland nicht. Bisher sind die meisten Betroffenen in China infiziert. Den chinesischen Behörden zufolge liegt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen bei rund 2.000. Mehr als 55 der Patienten sind gestorben, zumeist ältere Menschen mit Vorerkrankungen und geschwächtem Immunsystem. Erste Infektionen in Europa wurden in Frankreich festgestellt. (Material: dpa)

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In China ist die Zahl der bestätigten Todesopfer inzwischen auf 56 gestiegen, teilte die Nationale Gesundheitsbehörde Chinas mit. Demnach haben sich 1.975 Menschen in China mit dem Coronavirus angesteckt.