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Coronavirus: Ministerin Klöckner warnt vor Hamsterkäufen | BR24

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Julia Klöckner mahnt dazu, Vorräte "umsichtig" aufzustocken - statt wie derzeit vielerorts üblich, Hamsterkäufe zu tätigen.

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Coronavirus: Ministerin Klöckner warnt vor Hamsterkäufen

Angesichts der Corona-Krise hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) von Hamsterkäufen abgeraten. Derzeit gebe es keine Lieferengpässe - was auch Lebensmittelhändler bestätigen. Stattdessen komme es auf solidarisches Verhalten an.

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Weil es derzeit wegen der Sorge vor dem Coronavirus zu einer höheren Nachfrage von Lebensmitteln und Drogerieartikeln kommt, hat Julia Klöckner (CDU) von Hamsterkäufen abgeraten. Es gebe keinen Anlass dazu, sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin in Berlin - Versorgungsengpässe bestünden aktuell nicht. Vorräte sollten stattdessen "mit Bedacht, Augenmaß und umsichtig" aufgestockt werden. Dann sei auch genügend für alle da.

Klöckner: "Maß und Mitte" bei Lebensmittelkauf notwendig

Angesichts der momentanen Situationen komme es auf das solidarische Verhalten der Verbraucher untereinander, aber auch auf "Maß und Mitte" an. Wichtig sei, nur das zu lagern, "was auch normalerweise im Alltag genutzt und verbraucht wird, um nicht Lebensmittel und wichtige Ressourcen zu verschwenden". Wer zu viel gekauft habe, könne einwandfreie Waren an die Tafeln spenden.

Auch Lebensmittelhändler sehen aktuell keine Probleme bei der Warenversorgung - obwohl eine deutliche erhöhte Nachfrage zu beobachten sei. Besonders häufig würden Trockenlebensmittel wie Nudeln und Reis sowie Konserven und Drogerieartikel gekauft, teilte der Sprecher eines Konzerns am Samstag mit. Doch die Hersteller würden weiterhin liefern, sodass die Regale zügig nachgefüllt werden könnten.

Lebensmittelhändler raten zum Einkauf unter der Woche

Damit dies umgesetzt werden könne, müssten sich die Verbraucher jedoch anpassen, so der Sprecher: "Es wäre nur sinnvoll, wenn die Leute, denen es möglich ist, den Einkauf auf die Woche verteilen, und nicht nur Freitagnachmittag und Samstagmorgen einkaufen." Dann hätten Mitarbeiter auch die Chance, die Regale schnell genug wieder zu befüllen. Wie viel jeder Kunde kaufen darf, bestimmt nach Worten des Pressesprechers jeder Marktleiter selbst. Es gelte jedoch wie sonst auch die Vorgabe von haushaltsüblichen Mengen.

Von einem anderen Discounter heißt es, man wolle die Kunden "so gut wie möglich" mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs versorgen. "Sollten dennoch bestimmte Artikel vorübergehend vergriffen sein, bitten wir dies zu entschuldigen - Nachschub ist unterwegs!", versicherte ein Sprecher.

Scheuer: Bundeswehr könnte Versorgung auffangen

Verkehrsminister Scheuer (CSU) sagte der "Bild"-Zeitung nach einem Treffen mit Vertretern der Lebensmitteldiscounter: "Es besteht kein Grund zur Sorge, dass wir irgendwo Knappheiten haben. Es haben zwar alle bestätigt, dass sie logistische Schwierigkeiten haben; aber die Lager sind so bestückt, dass keiner Angst haben muss, dass etwas ausgeht." Es gebe für panische Reaktionen und Hamsterkäufe keinen Anlass.

"Trotzdem arbeiten wir gemeinsam mit den Discountern und Supermärkten daran, auch in schwierigeren Situationen genug Versorgung zu haben", fügte Scheuer hinzu. Es gebe Pläne für den Fall, dass sich die Situation zuspitze. Wenn zum Beispiel Polen die Grenzen schließe, habe das wegen fehlender Lkw-Fahrer aus dem Nachbarland direkte Auswirkungen auf die Versorgungslage in Deutschland. "Wenn wir dann zu Engpässen kommen, kann die Bundeswehr die Versorgung auffangen", sagte Scheuer. Das sei aber ein Szenario für den schlimmsten Fall, "soweit sind wir noch nicht".

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Zwar gibt es in Bayern keine flächendeckenden Engpässe bei Waren des täglichen Bedarfs, aber punktuell sind die Regale in einigen Supermärkten leer. Für die Händler kein Problem, andere leiden darunter: Bei manchen Tafeln kommt kaum noch was an.