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Coronavirus in Spanien: Knapp vor der zweiten Welle? | BR24

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Mit steigenden Zahlen wächst in Spanien die Angst vor einer zweiten Welle.

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Coronavirus in Spanien: Knapp vor der zweiten Welle?

Eine neue Corona-Sorglosigkeit versetzt nicht nur Spaniens Virologen in Alarmstimmung, sondern lässt auch die Infektionszahlen steigen. Die Politik reagiert - mit Mahnungen und höheren Strafen.

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Die Bilder aus Spanien könnten unterschiedlicher nicht sein: Symmetrisch ausgebreitete Handtücher samt Sonnenschirmen mit zwei Metern Abstand zueinander zeigt das britische Fernsehen aus Andalusien - andere Bilder zeigen, wie Polizisten ausgelassene Strandparties auflösen.

Manche seien nicht mehr so wachsam, sagt Fernando Simón, der oberste spanische Seuchenschützer. Er meint damit die Jungen - und redet ihnen ins Gewissen: "Ihr bringt euch nicht nur selber in Gefahr, sondern das ganze Land."

Reisewarnungen belastet Tourismusbranche

Er meint damit natürlich auch die Tourismusbranche. Erst kam die Reisewarnung aus Großbritannien für ganz Spanien, jetzt ein erweiterter Reisehinweis aus Deutschland: Fahren Sie besser nicht nach Navarra, Aragonien und Katalonien.

Für die Tourismusbranche sind das schlimme Signale. Hoteliers finden es nicht lustig, dass Epidemiologe Simón darin auch eine Chance sieht: Auch in Großbritannien seien die Zahlen nicht überall so gut. Es sei besser, wenn weniger Fälle aus dem Ausland nach Spanien getragen würden.

Junge Menschen riskieren Ansteckung

Größtes Problem scheinen aber doch die Jüngeren zu sein, die sich bei großen Familienzusammenkünften oder beim Feiern anstecken.

Der Soziologe Jorge Blanco erklärt das im spanischen Fernsehen so: "Die Leute gehen davon aus, dass die zweite Welle mit Ausgehbeschränkungen sowieso kommt und wollen vorher so viel mitnehmen wie möglich."

Ein junger Mann sagt: "Viele denken, ich bin jung - wenn ich mir das Virus einfange, liege ich ein paar Tage im Bett, das war's." Andere meinen, die ganzen freiwilligen Maßnahmen nehme niemand so richtig ernst und nur Strafen könnten das ändern.

Strafen zur Durchsetzung der Corona-Maßnahmen

Außenministerin Arancha Gonzalez Laya ist überzeugt: "Wir tun alles, um Ausbrüche lokal zu begrenzen, und wir schaffen das auch." Die Touristen sollen weiter kommen.

In Katalonien ist der Chef der Regionalregierung, Quim Torra, etwas drastischer: Es seien die zehn kritischsten Tage des Sommers. Alle gemeinsam hätten die Entwicklung in der Hand - vor allem aber die Jungen, die nachts auf den Straßen feiern, mit viel Alkohol und wenig Abstand. Ein solcher "Botellon" sei jetzt keine Party mehr, so Torra, sondern einfach rücksichtslos.

Wer sich bei entsprechenden Partys daneben benimmt, dem droht die Regionalregierung jetzt mit Strafen von 3000 und bis zu 15.000 Euro. Ob die Drohung wirkt, hängt sicher auch davon ab, wie viel und wie konsequent kontrolliert wird.

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