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Bildrechte: picture alliance / Pacific Press | Ved Prakash

Die Behörden in Indien haben gleich zwei Corona-Impfstoffen die Notfallzulassung erteilt. In dem Land mit seinen etwa 1,3 Milliarden Einwohnern soll nun eine der größten Impfaktion der Welt starten.

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Coronavirus in Indien: Notfallzulassung für zwei Impfstoffe

Die Behörden in Indien haben gleich zwei Corona-Impfstoffen die Notfallzulassung erteilt. In dem Land mit seinen etwa 1,3 Milliarden Einwohnern soll nun eine der größten Impfaktion der Welt starten.

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Von
  • Bernd Musch-Borowska

In Indien sollen in den nächsten sechs bis acht Monaten bis zu 300 Millionen Menschen gegen das Coronavirus immunisiert werden. Zwei Impfstoffe bekamen von der Regulierungsbehörde in Delhi die Notfallzulassung. Am Samstag hatte ein Expertengremium der Regierung die Zulassung empfohlen, nun gab der Generalinspekteur für pharmazeutische Produkte, Venugopal Somani, grünes Licht.

"Nach eingehender Prüfung haben wir die Empfehlungen der Expertenkommission angenommen, das heißt dem sogenannten Oxford-Impfstoff von Astra Zeneca sowie dem Impfstoff des indischen Instituts Bharat Biotech wird die Zulassung für den Einsatz in Notfällen erteilt", teilte Somani mit. Geimpft werden zunächst Ärzte und medizinisches Personal sowie andere sogenannte frontline worker gegen die Pandemie, unter anderem Polizisten. Das teilte der Gesundheitsminister der Hauptstadt Delhi mit, Satyander Jain.

Fünf Millionen Impfungen in erster Phase

"Wir haben uns darauf eingestellt, in Delhi 100.000 Impfungen pro Tag zu verabreichen. Zunächst wird medizinisches Personal geimpft, danach andere systemrelevante Personen und später alle über 50 Jahre oder jüngere Personen mit Vorerkrankungen. Mehr als fünf Millionen Menschen stehen auf unserer Liste für die erste Impfphase", sagte der Minister.

In den Testzentren in Delhi und anderswo wurden noch einmal die Abläufe für die Impfungen durchgespielt. Dabei stützen sich die Behörden auf die bereits eingespielte Zusammenarbeit von Gesundheitsbehörden und Nichtregierungsorganisationen, die sich bei anderen Impfkampagnen, beispielsweise gegen Polio bewährt hat. Indiens Gesundheitsminister Harsh Vardhan erklärt: "In zahlreichen Bezirken in ausgewählten Bundesstaaten gab es Probeläufe. Dabei ging es um die Verabreichung des Impfstoffs, aber auch um Sicherheitsfragen, Transport und Lagerung."

Zwei Impfstoffe warten noch auf Zulassung

Das indische serum-Institut, der weltweit größte Hersteller von Impfprodukten, hat den Angaben zufolge bereits 50 Millionen Dosen des Oxford-Impfstoffes auf Lager. Zwei weitere Präparate warten noch auf die Freigabe, das russische Sputnik V und das von Biontech und Pfizer entwickelte Mittel. Die Zulassung von zwei Impfstoffen gegen das Coronavirus stärkt in Indien die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie.

Am Neujahrstag kamen Tausende Menschen in die Tempel, um für ein gesundes neues Jahr zu beten - an vielen Orten jedoch, wie am goldenen Tempel der Sikhs in Amritsar, ohne Masken und die Einhaltung von Abstandsregeln, als gäbe es die Corona-Pandemie gar nicht. Einer der Gläubigen setzt seine Hoffnungen auf 2021: "Ich bin hergekommen, um dafür zu beten, dass uns der höchste Schöpfer gut durch das Jahr 2021 geleitet. Das Jahr 2020 war kein gutes Jahr, deshalb hoffen wir, dass wir das Coronavirus im neuen Jahr loswerden."

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