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Coronavirus in Brasilien: Bolsonaro will zurück zur Normalität | BR24

© Isac Nobrega/dpa-bildfunk

Jair Bolsonaro fordert Rückkehr zur Normalität in Brasilien.

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    Coronavirus in Brasilien: Bolsonaro will zurück zur Normalität

    Der brasilianische Präsident Bolsonaro hat das Coronavirus erneut verharmlost und die Ausgangsbeschränkungen kritisiert. Bolsonaro beschuldigte die Medien, ein Gefühl der Angst zu verbreiten und forderte dazu auf, zur Normalität zurückzukehren.

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    Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die von einigen Städten und Regionen des Landes verhängten Einschränkungen des öffentlichen Lebens zum Schutz gegen das Coronavirus scharf kritisiert.

    Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

    Bolsonaro warnte vor wirtschaftlichen Schäden

    In einer Fernseh- und Radioansprache am Dienstag warf der rechtsradikale Politiker diesen regionalen und lokalen Behörden eine Politik der "verbrannten Erde" vor. Rio de Janeiro hat sich innerhalb einer Woche weitgehend isoliert, Schulen und Geschäfte geschlossen, den Verkehr zu Land und zu Luft unterbrochen, die Bewohner dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben. "Die Risikogruppe sind Personen über 60 Jahre. Wozu Schulen schließen?", sagte Bolsonaro. Er warnte vor Schäden für die brasilianische Wirtschaft.

    Viele Brasilianer drückten ihren Unmut über Bolsonaros Aussagen aus, indem sie während seiner Rede an die Fenster und auf Balkone gingen und dort auf Töpfe und Pfannen einschlugen.

    São Paulo verhängte weitgehende Ausgangsbeschränkungen

    Brasilien müsse "zur Normalität zurückkehren", forderte der Staatschef. Arbeitsplätze müssten erhalten und der Lebensunterhalt von Familien gesichert werden. Kurz vor Bolsonaros Ansprache hatte die Wirtschafts- und Finanzmetropole São Paulo weitgehende Ausgangsbeschränkungen beschlossen, die für 15 Tage gelten sollen.

    Bolsonaro wird zunehmend wegen seines Umgang mit dem Virus, den er als "Fantasie" und "kleine Grippe" bezeichnet, kritisiert. Er sagt, die schreckliche Situation in Italien werde sich in Brasilien wegen der jüngeren Bevölkerung des lateinamerikanischen Landes und des wärmeren Klimas nicht wiederholen. Ihm selbst als ehemaligem Sportler würde Corona nichts ausmachen.

    Gesundheitsminister Mandetta erwartet Höhepunkt der Ausbreitung im April und Juni

    In Brasilien wurden bislang rund 2.200 Corona-Infektionsfälle verzeichnet. Mindestens 46 Menschen starben in dem südamerikanischen Land an der Lungenkrankheit Covid-19. Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta erwartet, dass die Ausbreitung des Virus in Brasilien zwischen April und Juni ihren Höhepunkt erreichen wird.