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Ministerpräsident Conte hat die Bewegungsfreiheit in Italien weiter eingeschränkt und das ganze Land zur Sperrzone erklärt. Wenn nicht unbedingt nötig, sollen die Menschen ihre Häuser nicht verlassen.

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Coronavirus: Ganz Italien wird zur Sperrzone

Ministerpräsident Conte hat die Bewegungsfreiheit in Italien weiter eingeschränkt und das ganze Land zur Sperrzone erklärt. Wenn nicht unbedingt nötig, sollen die Menschen ihre Häuser nicht verlassen.

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Von
  • Lisa Weiß

Giuseppe Contes Miene ist ernst, bei der in diesen Tagen fast schon gewohnten Pressekonferenz am späten Abend. Und wieder kündigt er noch drastischere Maßnahmen an, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern - oder sie wenigstens zu verlangsamen. Die Botschaft lasse sich in einem Satz zusammenfassen, sagt der Ministerpräsident:

"Ich bleibe zuhause. Es wird keine rote Zone mehr geben, keine Zone eins und Zone zwei der Halbinsel. Es gibt nur Italien, Italien als Schutzzone." Ministerpräsident Giuseppe Conte

Italien als Schutzzone, das heißt: Die Einschränkungen, die bisher schon in weiten Teilen Norditaliens gegolten haben, gelten nun im ganzen Land. Menschen in Italien dürfen jetzt also nur noch aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen unterwegs sein - oder wenn es anderweitig dringend notwendig ist.

Polizei kann Menschen überprüfen

Die Flughäfen sollen nicht gesperrt werden, Züge fahren weiter, genau wie der öffentliche Nahverkehr. Man müsse es den Menschen ermöglichen, zur Arbeit zu gehen, damit die Wirtschaft nicht zusammenbricht, so Conte. Aber ähnlich wie im Norden des Landes können Polizisten nun in ganz Italien Menschen anhalten und prüfen, ob deren Reise gerechtfertigt ist.

"Wenn man seine Reise rechtfertigen will, ist es möglich, eine Selbstauskunft auszufüllen mit dem Grund, warum man reist. Ich erinnere allerdings daran, dass die Auskünfte wahr sein müssen. Wer in der Selbstauskunft falsche Angaben macht, macht sich eines weiteren Vergehens schuldig." Ministerpräsident Giuseppe Conte

Schulen, Universitäten und Kindergärten bleiben in ganz Italien bis zum 3. April geschlossen - mindestens. Öffentliche Versammlungen und Sportveranstaltungen wie Fußballspiele dürfen erst einmal nicht stattfinden. Bars und Restaurants müssen jeden Tag um 18.00 Uhr schließen.

Deutlicher Anstieg der Infizierten

Er verstehe, wie groß die Einschränkungen seien, besonders für junge Menschen, die sich abends treffen wollen, so Conte. Aber man dürfe keine Zeit verlieren, denn die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg der Infizierten. Zahlen, die Zivilschutzchef Angelo Borrelli wenige Stunden zuvor verkündet hatte:

"Wir haben jetzt 97 Todesfälle festgestellt, insgesamt sind es 463 Tote. Die Zahl der Personen, die positiv getestet wurden, steigt um 1.598 an." Zivilschutzchef Angelo Borrelli

Fast 10.000 Menschen haben sich insgesamt in Italien angesteckt, die meisten davon im Norden des Landes. Ein Grund für die Ausweitung der Schutzzone auf ganz Italien könnte sein, dass viele Menschen aus dem Norden in den Süden Italiens geflohen sind - als sich die Nachricht verbreitet hat, dass die Bewegung der Menschen im Norden eingeschränkt werden sollte.

Zustimmung für die neuen Maßnahmen

Zustimmung für die neuen Maßnahmen gibt es schon aus Norditalien: Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, sagte, man könne ein Virus nicht mit ungleich verteilten Restriktionen wirksam bekämpfen. Restriktionen, für die Giuseppe Conte dann noch die Bürger um Verständnis bittet.

"Glaubt mir, mir fällt das nicht leicht. Ich weiß, welche Verantwortung das ist und wie schwerwiegend das ist, diese Maßnahmen in ganz Italien zu ergreifen. Aber ich muss noch entscheidender eingreifen, um uns alle zu schützen und besonders die Menschen, die sehr fragil und verletzlich sind."

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