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Coronavirus: Für Entwarnung ist es zu früh | BR24

© dpa-Bildfunk

Jens Spahn

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    Coronavirus: Für Entwarnung ist es zu früh

    In China sind offiziell knapp 45.000 Menschen mit dem Corona Virus infiziert. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Und auch in Deutschland sind weitere Fälle zu befürchten.

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    Das Bundesgesundheitsministerium bewertet die Zahlen aus China zum Coronavirus mit Vorsicht. Man bewege sich da auf "dünnem Eis" sagte heute Minister Jens Spahn, "weil wahrscheinlich die Zahl der Infektionen in China deutlich höher ist, als das, was sich in der Statistik wiederfindet."

    Die chinesischen Behörden erfassen nur noch tatsächlich Erkrankte. Nicht aber die positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen ohne Symptome. Zudem würden viele Menschen überhaupt nicht auf das Corona Virus untersucht, weil es zu wenige Tests gibt.

    Auch in Deutschland mehr Corona Fälle befürchtet

    In Deutschland sei man auf weitere Infektionen gut vorbereitet. Die 16 Menschen, die sich bisher infiziert hätten, würden gut betreut. Aber Entwarnung könne man noch nicht geben, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht, in China nicht, damit weltweit nicht, und auch bei uns in Deutschland nicht."

    Insgesamt 16 Infizierte in Deutschland

    In Bayern sind gestern zwei weitere Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Sie stammen ebenfalls aus dem Umfeld der erkrankten Mitarbeiter des Gautinger Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Webasto-Mitarbeiterin hatte ihre Kollegen angesteckt. In Deutschland sind damit offiziell 16 Menschen mit dem neuen Corona-Virus infiziert, 14 davon in Bayern. Alle hätten aber nach Aussage ihrer Ärzte keine schweren Symptome.

    EU-Sondertreffen wegen Corona

    Morgen treffen sich die EU-Gesundheitsminister in Brüssel. Es geht um verstärkte Zusammenarbeit in der Forschung, bei der Suche nach einem Impfstoff und einer Therapie. Auch wollen die Minister diskutieren, ob Einreise-Kontrollen verschärft werden sollten. Bisher müssen Piloten melden, ob an Bord Passagiere Krankheitssymptome zeigen oder nicht. Die Fluggäste müssen Einreisekarten ausfüllen. So hofft man, einen möglicherweise infizierten Passagier und seine Kontaktpersonen besser ausfindig zu machen. Am Flughafen bei der Einreise Fieber zu messen, macht aber nach Ansicht des Bundesgesundheitsministers wenig Sinn. Die Chinesin etwa, die bei Webasto in Bayern Kollegen angesteckt hatte, war beim Hinflug noch fieberfrei.

    Corona Virus legt Pharmaproduktion in China lahm - Antibiotika könnten knapp werden

    Viele Pharma-Hersteller in der besonders betroffenen Provinz Hubei haben ihre Produktion eingestellt. Noch kommen Container-Schiffe mit Medikamenten an – weil sie sich bereits vor Wochen auf den Weg gemacht haben. Aber jetzt könnte der Nachschub abreißen. Deshalb fürchten Ärzte und Apotheker Engpässe beispielsweise bei der Versorgung mit Antibiotika. Die weltweite Antibiotika-Produktion ist stark von China abhängig. Experten fordern deshalb, dass die Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln und Wirkstoffen langfristig auch durch europäische Produktionsstätten sichergestellt werden müsse.

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