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Coronavirus führt zu Preisexplosion bei Schutzkleidung | BR24

© ARD

Angesichts der Corona-Krise sind Atemschutz-Masken Mangelware geworden. Wo es sie noch gibt, sind die Preise oft drastisch gestiegen. SPD-Gesundheits-Experte Lauterbach fordert deshalb, dass der Staat die Produktion selbst in die Hand nehmen muss.

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Coronavirus führt zu Preisexplosion bei Schutzkleidung

Angesichts der Corona-Krise sind Atemschutz-Masken Mangelware geworden. Wo es sie noch gibt, sind die Preise oft drastisch gestiegen. SPD-Gesundheits-Experte Lauterbach fordert deshalb, dass der Staat die Produktion selbst in die Hand nehmen muss.

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Der in der Corona-Krise drastisch gestiegene Bedarf an Schutzkleidung in den medizinischen Einrichtungen in Deutschland hat laut einem Medienbericht zu einer "Preisexplosion" geführt. So sei etwa der Einkaufswert für hochwertige sogenannte FFP2-Atemschutzmasken innerhalb weniger Tage um 3.000 Prozent von 45 Cent auf 13,52 Euro pro Stück gestiegen, berichten jetzt NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" aufgrund gemeinsamer Recherchen.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Auf dem Markt für Schutzkleidung herrscht "Chaos"

Auf dem Markt für medizinische Schutzkleidung herrschen den Berichten zufolge "Chaos" sowie zunehmend auch unseriöse Praktiken. "Es ist Wildwest. Jeder versucht jetzt, sich zu bereichern, die Not der Krankenhäuser auszunutzen", sagte Olaf Berse, Geschäftsführer von Clinicpartner, einer bundesweiten Einkaufsgemeinschaft für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen. Die Angebote seien zum Teil regelrecht kriminell. Filter seien nicht funktionsfähig, die Zertifikate gefälscht. Dies gefährde Patienten und Personal.

Kritik gibt es in der Medizinbranche an der Bundesregierung und den Landesregierungen. Es gebe keine Koordinierung und von den Ämtern kämen, anders als versprochen, bisher kaum Lieferungen. Das Bundesgesundheitsministerium hat angekündigt, Schutzkleidung jetzt zu festen Preisen ankaufen zu wollen.

Lauterbach: Bund muss Produktion zentral steuern

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach aber fordert, dass der Bund auch die Produktion zentral steuern müsse, über eine Bundesagentur, die Firmen in Deutschland beauftragt. Aus seiner Sicht könnten so in wenigen Monaten etwa ausreichend Atemschutzmasken hergestellt werden, ohne auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen zu sein.

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