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Coronavirus: Erste Todesfälle in Deutschland | BR24

© dpa-Bildfunk/Marcel Kusch

Stationsleiterin auf der Infektionsstation der Uniklinik Essen,

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Coronavirus: Erste Todesfälle in Deutschland

In Deutschland sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus zwei Menschen gestorben. Es handelt sich um Personen aus Nordrhein-Westfalen. Gesundheitsminister Spahn ruft die Bürger im Kampf gegen das Virus zur Mithilfe auf.

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In Deutschland gibt es die ersten beiden bestätigten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Es handele sich um eine Person im Kreis Heinsberg und eine weitere Person in Essen, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums.

Bei einer 89-jährigen Frau aus Essen wurde am 3. März das Virus festgestellt, nachdem diese ins Krankenhaus eingeliefert worden war, wie die Stadt mitteilte. Ihr Allgemeinzustand sei zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme bereits stark eingeschränkt gewesen. Der gesundheitliche Zustand der Patientin habe sich weiter verschlechtert, gegen Mittag sei sie dann an einer Lungenentzündung in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben.

Bei dem im Kreis Heinsberg an den Folgen des Coronavirus verstorbenen Menschen handelt es sich Landrat Stephan Pusch zufolge um einen 78-jährigen Mann. Der Patient habe sich am Freitag im Krankenhaus in Geilenkirchen mit Fieber und Husten gemeldet. Er habe "eine Vielzahl von Vorerkrankungen gehabt", unter anderem Diabetes und Probleme mit dem Herzen, sagte Pusch.

Am Sonntag war bereits ein Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben.

Mehr als 1.100 Coronavirus-Fälle in Deutschland

In Deutschland ist die Zahl der mit dem Virus infizierten Personen bis Montagvormittag auf 1.112 angestiegen. Am Sonntagnachmittag hatte das Robert-Koch-Institut noch 902 Krankheitsfälle gemeldet. Die meisten Erkrankungen wurden weiter in Nordrhein-Westfalen mit nun 484 Fällen registriert. Dort stieg die Zahl der Infektionen am stärksten an, gefolgt von Bayern, wo es inzwischen 256 Krankheitsfälle gibt.

Spahn ruft Bürger zur Mithilfe auf

Für Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommt es im Umgang mit dem Coronavirus entschieden darauf an, seine Ausbreitung zu verlangsamen. Andernfalls stehe zu befürchten, dass das Gesundheitssystem nicht weiter funktionsfähig bleibe. Zur Verlangsamung der Ausbreitung "kann und sollte jeder mithelfen", so der Gesundheitsminister in Berlin.

Jeder müsse sich die Frage stellen, auf was er oder sie in den nächsten Monaten verzichten könne. "Es ist sicher leichter, auf ein Konzert, einen Club-Besuch, ein Fußballspiel zu verzichten als auf den täglichen Weg zu Arbeit", sagte Spahn. Gleichzeitig sollten Arbeitnehmer bereit sein, Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen.

Der Minister beließ es bei seiner bloßen Empfehlung an die Verantwortlichen, geplante Veranstaltungen ab 1.000 Teilnehmern abzusagen. "Es ist Rechtslage in Deutschland, dass es die lokalen Behörden entscheiden", sagte Spahn. Schulen und Kitas sollten dagegen nicht grundsätzlich geschlossen werden, damit Eltern weiter zur Arbeit gehen könnten, sagte Spahn. Wenn Ärzte, Pflegekräfte, Polizisten oder Busfahrer ausfielen, hätte das wiederum Folgen für das öffentliche Leben und die Sicherheit.

© BR

Für Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommt es im Umgang mit dem Coronavirus entschieden darauf an, seine Ausbreitung zu verlangsamen.

Appell von Kanzlerin Merkel

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel appellierte an die Bürger, den Gesundheitsbehörden mehr Zeit zu verschaffen. Die Zeit sei nötig, damit die Wissenschaft an Medikamenten und Impfstoffen forschen könne. Es gehe aber auch darum, "den in den nächsten Monaten, vielleicht auch erst im Herbst und im nächsten Winter benötigten zusätzlichen Bedarf an Schutzausrüstung für zusätzliches medizinisches und pflegerisches Personal und für die intensivmedizinische Bettenausstattung in den Krankenhäusern aufzustocken".

Krankschreibung ohne Arztbesuch für bis zu sieben Tage

Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können sich nun nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt bis zu sieben Tage krankschreiben lassen - zur Entlastung der Ärzte in der Coronavirus-Krise. Patienten müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung in Berlin verständigt, wie beide Seiten mitteilten.

Die Regelung gilt für Patienten, die keine schwere Symptomatik vorweisen oder offizielle Kriterien für einen Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus erfüllen. Diese Vereinbarung gelte ab sofort und zunächst für vier Wochen.

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