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Coronavirus in China: Teile der Großen Mauer gesperrt | BR24

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Die Chinesen feiern heute ins neue Jahr. Das Frühlingsfest wird aber überschattet von der Ausbreitung des Coronavirus. Mindestens 25 Menschen sind bisher an der Lungenkrankheit gestorben. Die Region um die Stadt Wuhan ist praktisch unter Quarantäne.

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Coronavirus in China: Teile der Großen Mauer gesperrt

Das Coronavirus wirkt sich in China auf immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens aus. Unter anderem ist ein Teil der chinesischen Mauer gesperrt. Der Großraum um die Stadt Wuhan ist praktisch abgeriegelt.

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Um die weitere Verbreitung des Coronavirus so weit wie möglich einzudämmen, greifen die chinesischen Behörden zu strengen Schutzmaßnahmen. Wie die Verwaltung mitteilte, werden Teile der chinesischen Mauer geschlossen, auch die Ming-Gräber und die Yinshan-Pagode sind für Besucher nicht mehr zugänglich, ebenso das Olympiastadion in Peking.

Zahlreiche Märkte und Touristenattraktionen werden geschlossen

Zuvor waren bereits viele der traditionellen Tempelmärkte, die viele Chinesen zum neuen Jahr besuchen, abgesagt worden. Auch der Kaiserpalast in Peking ist gesperrt. Disneyland in Shanghai bietet kostenlose Stornierungen von Eintrittskarten und Hotelbuchungen an, viele Filmstarts, die zu Neujahr hätten anlaufen sollen, wurden abgesagt.

Die Chinesen feiern heute ins neue Jahr. Viele nutzen das normalerweise, um zu ihren Familien zu reisen. In der Provinz Hubei haben die Behörden aber den Fernverkehr so gut wie stillgelegt. Auch Straßen sind gesperrt. Einschließlich der am stärksten betroffenen Stadt Wuhan betrifft das nun einen Großraum mit mehr als 20 Millionen Menschen

Viele Städte sagen die Neujahrsfeiern ab

Da Wuhan ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Zentralchina ist, sind aber auch viele andere Chinesen betroffen. Eine Reihe von Städten hat die Neujahrsfeierlichkeiten gleich ganz abgesagt, darunter auch die Hauptstadt Peking.

Wuhan baut eigenes Krankenhaus für Corona-Patienten

Unterdessen hat die Stadt Wuhan angekündigt, innerhalb von sechs Tagen ein spezielles Krankenhaus zu bauen, ähnlich wie es Peking 2003 beim Ausbruch des SARS-Virus gemacht hat. Die Klinik soll sich ausschließlich auf die Behandlung des Coronavirus konzentrieren.

An der Lungenkrankheit sind mittlerweile mindestens 25 Menschen gestorben, mehr als 800 weitere Chinesen haben sich infiziert. Auch Japan und Südkorea melden neue Infektionsfälle. Den Ursprung des Virus vermuten die Behörden auf einem Markt in Wuhan, auf dem auch wild gefangene Tiere verkauft wurden.

WHO sieht noch keinen globalen Gesundheitsnotstand

Die Weltgesundheitsorganisation zeigte sich bei einer erneuten Sitzung zum Coronavirus zwar besorgt über die Ausbreitung der Krankheit. Sie sieht aber noch keinen Grund, einen globalen Gesundheitsnotstand auszurufen.

© BR

WHO-Generaldirektor, Tedros Adhanom Ghebreyesus, gibt die aktuelle Einschätzung der WHO zum Corona-Virus.

Virus hat auch Einfluss auf die chinesische Wirtschaft

Mittlerweile gehen Experten auch davon aus, dass sich das Virus auch auf die chinesische Wirtschaft auswirkt. Bisher ist für das laufende Jahr eine Wachstumsrate von knapp sechs Prozent prognostiziert. Diese Zahl sei wegen des Virus in Gefahr, sagen die Experten nun. Einen halben bis einen ganzen Prozentpunkt des chinesischen Wachstums könnten die Folgen des Virus kosten.

Denn Wuhan ist eine wichtige Wirtschafts- und Handelsmetropole. In der Stadt leben rund elf Millionen Einwohner, in etwa so viele wie in Baden-Württemberg. Zahllose chinesische Unternehmen sind im Großraum Wuhan aktiv, außerdem viele europäische Firmen wie SAP, Thyssenkrupp, Schaeffler, Société Générale und Peugeot/Citroën. Sie sind nun ebenfalls davon betroffen, dass die Stadt praktisch abgeriegelt ist.

Langfristig wohl keine ökonomischen Konsequenzen

Weniger Reisen von und nach Wuhan bedeuten: Zugbetreiber, Maut-Firmen und Fluggesellschaften verdienen weniger Geld, ebenso Hotels, Restaurants und Einkaufszentren. Die Absagen zahlreicher Neujahrsfeste bremst die Dienstleistungsbranche aber auch landesweit. Analysten betonen aber auch: Die Effekte seien vor allem kurzfristig. Mitttel- und langfristig werde das neue Coronavirus der chinesischen Wirtschaft wohl nicht spürbar schaden.

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