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Coronavirus: Bundesregierung richtet Krisenstab ein | BR24

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Der am Mittwoch eingerichtete Krisenstab zum Coronavirus hat die ersten Maßnahmen beschlossen. So müssen Flugreisende aus Infektionsgebieten nun ihren aufenthaltsort nach der Landung angeben und Asylbewerber werden bei Einreise getestet.

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Coronavirus: Bundesregierung richtet Krisenstab ein

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland nimmt zu. Die Bundesregierung wird sämtliche Informationen und die Koordination in einem Krisenstab bündeln.

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Deutschland befinde sich am Beginn einer Corona-Epidemie. Aufgrund dieser neuen Lage sei nun der im Pandemie-Plan des Bundes vorgesehene Krisenstab eingesetzt worden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesinnenminister Horst Seehofer informierten über die akuten Maßnahmen des Bundes. Die Botschaft der Minister lautete:

"Wir müssen zeigen, dass wir alles tun." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU

Krisenstab bündelt Informationen vieler verschiedener Stellen

Den Kern des Krisenstabes bilden das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesinnenministerium. Daran beteiligt sind aber auch das Bundesverkehrsministerium, das Auswärtige Amt, die Bundespolizei oder die Deutsche Bahn. Nach den Worten von Bundesinnenminister Seehofer ist die Hauptaufgabe des Krisenstabes, die Infektionsketten zu unterbinden.

Dafür brauchen die Behörden viele Informationen von vielen verschiedenen Stellen. Bundesinnenminister Seehofer will keine Panik verbreiten, aber auch nichts beschönigen. Er habe die Aufgabe, das Menschenmögliche zu tun zum Schutz der Bevölkerung, ohne den absoluten Schutz versprechen zu können.

"Die Lage hat sich deutlich verschärft." Bundesinnenminister Horst Seehofer, CSU

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Erste konkrete Maßnahmen beschlossen

Nach den Worten von Gesundheitsminister Spahn hat sich der Krisenstab bereits auf erste konkrete Maßnahmen geeinigt: Flugreisende müssen bei ihrer Landung in Deutschland angeben, woher sie genau kommen, wo sie sich nun aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Das gelte nicht mehr nur für Reisende aus China, sondern auch für Italien, Iran, Südkorea oder Japan.

Bahn- und Busunternehmen, vor allem die, die Norditalien ansteuern, sollen entsprechend angewiesen werden. Urlauber, die nun zum Beispiel aus dem Skiurlaub aus Norditalien zurückkommen, sollen etwa mit Flyern formiert werden, wie sie sich in einem Verdachtsfall verhalten sollen.

So infiziert das neue Coronavirus den Menschen

Kosten contra Gesundheit: "Im Zweifel einmal mehr testen"

Ärzte müssten im Zweifel einmal mehr auf das Virus testen als zu wenig, sagte Spahn. Am Geld dürfe das nicht scheitern. Wenn ein Arzt die Testung für notwendig halte, müssten die Krankenkassen das auch bezahlen. Wer ohne die Empfehlung eines Arztes getestet werden will, muss die Kosten selbst tragen.

Die Hotlines der Ämter seien am Mittwoch überlastet gewesen, berichtete Spahn. Man habe nun die Kapazitäten erweitert. Unter der Telefonnummer 116 117 des Kassenärztlichen Notdienstes könnten Bürger jederzeit anrufen und ihre Fragen stellen.

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Enge Absprache aller Bundesländer und Stellen

Die Bundesländer seien gebeten worden, ihre Pandemie-Pläne zu aktualisieren. Spahn sagte, er sei in enger Absprache mit Krankenhausgesellschaften, Pflegeverbänden und Apothekern. Ihm gehe es darum, dass die Beschäftigten vor Ort gut vorbereitet seien auf Fragen Betroffener und mögliche Verdachtsfälle. Das sei eine Aufgabe, die "nicht mit einmal E-Mail-Verschicken getan" sei, so Spahn.

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