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Coronavirus breitet sich weiter aus - und erreicht Europa | BR24

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In unserer globalisierten Welt war das nur eine Frage der Zeit: jetzt hat das Corona-Virus auch Europa erreicht. Frankreich meldet drei Krankheitsfälle. Alle drei Infizierten waren erst kürzlich aus China zurückgekommen.

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Coronavirus breitet sich weiter aus - und erreicht Europa

Das Coronavirus hat Europa erreicht: In Frankreich befinden sich nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums drei Infizierte in Quarantäne. In China stieg die Zahl der Todesopfer auf 41. Rund 1.300 Menschen haben sich dort angesteckt.

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Aus Frankreich werden drei Fälle des Corona-Virus gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich um Personen, die vor kurzem in China waren. Dort ist die Zahl der Toten und Infizierten weiter gestiegen.

Einer der drei bekannten Fälle in Frankreich trat demnach in Bordeaux auf, die anderen beiden Lungenerkrankungen wurden in Paris diagnostiziert. Alle Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten, hieß es. Ein Grund, warum die ersten bestätigten Fälle in Europa in Frankreich aufgetreten sind, sei vermutlich, dass dort ein Test zur Schnelldiagnose der Erkrankung entwickelt worden sei. Jeder, der in engem Kontakt mit den drei Infizierten stand, solle überprüft werden. Die Regierung wird nach den Worten von Gesundheitsministerin Agnès Buzyn alles unternehmen, um eine Ausbreitung des Erregers einzudämmen. "Wir müssen eine Epidemie behandeln wie einen Flächenbrand", sagte die Ministerin.

EU-Präventionsbehörde: Mehr Fälle wahrscheinlich

Die EU-Präventionsbehörde ECDC geht zudem von weiteren Infektionen mit dem Virus auf dem europäischen Kontinent aus. "Zu diesem Zeitpunkt ist es wahrscheinlich, dass es mehr importierte Fälle in Europa geben wird", teilte die im schwedischen Solna ansässige Behörde am Samstag mit. Auch wenn viele Dinge über das Virus weiter unbekannt seien, hätten die europäischen Länder die nötigen Kapazitäten, um einen Ausbruch direkt nach dem Entdecken von Fällen zu verhindern und zu kontrollieren.

China: 41 Todesopfer und rund 1.300 Infizierte

Das Virus, das zunächst in der chinesischen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei auftrat, kann bei Menschen eine gefährliche Erkrankung der Lunge auslösen. Das chinesische Staatsfernsehen berichtete am heutigen Samstag über mittlerweile 41 Todesopfer und rund 1.300 Infizierte in der Volksrepublik – das sind rund ein Drittel mehr als noch am Vortag.

Erster Fall in Australien

Auch aus anderen asiatischen Ländern wie Japan, Thailand, Vietnam, Singapur und Taiwan werden Infizierte gemeldet. In den US-Großstädten Seattle und Chicago wurde bis Freitag jeweils eine Erkrankung festgestellt. Am Samstag bestätigte auch Australien einen Fall: Der Mann sei vergangene Woche von China aus nach Melbourne gereist und zuvor in Wuhan gewesen sei, erklärte Gesundheitsministerin Jenny Mikakos.

Drastische Restriktionen gegen weitere Ausbreitung in China

Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, hat China den 43 Millionen Bewohnern von zwölf Städten in der schwer betroffenen Provinz Hubei drastische Restriktionen auferlegt. Nah- und Fernverkehr wurden gestoppt, Ausfallstraßen gesperrt, zudem sollen in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden.

Notstand in Hongkong ausgerufen

Die chinesische Sonderverwaltungszone in Hongkong hat wegen des Coronavirus den Notstand ausgerufen. Grund- und weiterführende Schulen sollen nach den Feiertagen des chinesischen Neujahrsfests für zwei weitere Wochen geschlossen bleiben, wie die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam am Samstag verkündete. Züge und Flüge nach Wuhan würden eingestellt.

Mehr Ärzte und Pfleger nach Wuhan geflogen

Wie chinesische Medien berichteten, erreichten am Samstag mehr als 400 Ärzte des Militärs per Flugzeug die Stadt Wuhan, um im Kampf gegen das Virus zu helfen. Auch zusätzliches medizinisches Personal aus Shanghai und anderen Städten kam demnach in der Millionenmetropole an. Nach Angaben des Staatsfernsehens, gehört zu den jüngsten Opfern der Lungenkrankheit auch ein 62-jähriger Arzt, der sich während der Arbeit in einem Wuhaner Krankenhaus infiziert hatte.

Bei Symptomen zuhause bleiben und Notarzt rufen

Nach den drei Fällen in Frankreich rief Frankreichs Gesundheitsministerin Buzyn die Menschen zur Achtsamkeit auf und appellierte an alle aus China zurückkehrenden Reisenden, genau darauf zu achten, ob sie Lungenprobleme oder Fieber bekämen. Im Fall der Fälle sollten sie unter keinen Umständen einen Arzt oder Notdienst aufsuchen, sondern den Notdienst kontaktieren. Dieser würde die Betroffenen zu Hause abholen und direkt ins Krankenhaus bringen.

Buzyn schloss bereits am frühen Abend nicht aus, dass es noch weitere Fälle geben könnte. Die bisher Erkrankten seien aufgrund der effektiven Schnelltests zügig identifiziert worden. Man werde nun täglich über die laufenden Entwicklungen informieren.

"Bisher keine großen Infektionsketten"

Der Präsident des Robert Koch-Instituts relativierte dagegen die länderübergreifende Gefahr durch das neue Virus. "Außerhalb Chinas gibt es bisher keine großen Infektionsketten", sagte Lothar Wieler am Freitagabend im ZDF. Allerdings betonte der Mikrobiologe, man könne die Schwere der dadurch verursachten Erkrankung noch nicht genau beurteilen. "Wir haben keine vollständigen Informationen", sagte Wieler.

Die weltweiten Vorsichtsmaßnahmen begründete er unter anderem damit, dass der neue Erreger dem Sars-Virus genetisch sehr ähnlich sei und über die Atemwege verbreitet werde. An Sars (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) waren 2002/2003 etwa 800 Menschen gestorben. "Die Schwere, die Krankheitslast der Grippe ist schwerer", sagte Wieler.

Politiker fordern Vorbereitung

Politiker forderten Behörden und Kliniken in Deutschland auf, sich für eine Ausbreitung des Coronavirus auch hierzulande einzustellen. "Wichtig ist, dass deutsche Kliniken sich bereits jetzt darauf vorbereiten, solche Patienten behandeln zu können", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Erwin Rüdel (CDU), der "Rheinischen Post".

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