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Coronavirus breitet sich aus: Erste Infektion in den USA | BR24

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An der neuen Lungenkrankeheit sind in China bereits sechs Menschen gestorben. Mittlerweile haben mehrere Länder auf Flughäfen und Bahnhöfen spezielle Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern.

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Coronavirus breitet sich aus: Erste Infektion in den USA

In den USA ist erstmals ein Fall der neuen Lungenkrankheit nachgewiesen worden, an der in China bereits mehr als 300 Menschen erkrankt sind. Die Infektion mit dem Coronavirus sei bei einem Mann in Seattle nachgewiesen worden.

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Das neuartige Coronavirus ist offenbar schon weiter verbreitet als zunächst angenommen. Nachdem außerhalb Chinas bereits Fälle von infizierten Menschen in Taiwan, Thailand, Japan und Südkorea bekannt wurden, meldeten nun auch die USA einen ersten Patienten, der sich mit dem Virus angesteckt haben soll.

Coronavirus bei Reisendem aus China festgestellt

Die Infektion mit der neuen Lungenkrankheit sei bei einem Mann festgestellt worden, der nach einer Reise in die chinesische Provinz Wuhan am 15. Januar in die Westküstenmetropole Seattle zurückgekehrt sei. Das teilte die für Seuchen zuständige US-Behörde CDC mit.

Der Mann wurde in ein Krankenhaus der Stadt Everett eingeliefert und sei in einem guten Zustand. Bei seiner Rückreise habe er noch keinerlei Symptome bemerkt. Es bestehe nur ein sehr geringes Risiko, dass er weitere Menschen angesteckt haben könnte.

Zahl der Infizierten steigt auf über 300

Nach Ausbruch der Lungenkrankheit in China ist die Zahl der bestätigten Fälle auf 308 gestiegen. Darunter entfallen 270 Infektionen auf die Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan, wo das neuartige Virus seinen Ursprung hatte. Auch in Shanghai und Peking wurden Fälle gemeldet. Bisher gebe es sechs Todesfälle, wie die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Metropole Wuhan bekannt gab. Unter den Toten seien zumeist ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen.

Einschleppen des Virus nach Europa wahrscheinlich

Nach dem Anstieg der Patientenzahl in China halten Experten vereinzelte Einschleppungen der neuen Lungenkrankheit nach Europa für immer wahrscheinlicher. Es sei nicht auszuschließen, dass eine erkrankte Person nach Deutschland reise, sagte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Sorgen müsse man sich in Deutschland aber nicht machen.

Das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung in Deutschland wird vom RKI derzeit als "sehr gering" eingestuft. Auch beim Mers-Coronavirus seien vereinzelt Infizierte nach Deutschland gekommen, ohne dass es daraufhin in Deutschland zu weiteren Übertragungen gekommen sei.

Geringe Ansteckungsgefahr in Deutschland

Auch das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Gefahr für Deutschland als gering ein. Man beobachte die Situation in China aufmerksam und stehe in ständigem Austausch mit internationalen Partnern.

An deutschen Flughäfen gibt es vorerst keine speziellen Maßnahmen. Der Flughafen Frankfurt hat aber Vorbereitungen getroffen. "Der Plan liegt in der Schublade", sagte eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Fraport. Wenn das Gesundheitsamt in Frankfurt Empfehlungen ausspreche, würden diese umgesetzt. Direktflüge aus Wuhan nach Frankfurt gebe es keine.

Reisewelle begünstigt Ausbreitung der Lungenkrankheit

Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest wächst die Gefahr einer Ausbreitung des Virus. In der zweiwöchigen Ferienzeit rund um das Fest sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs, viele Familien unternehmen zudem gemeinsame Reisen ins Ausland. Beliebt sind dabei neben Zielen in Südostasien auch Reisen nach Europa oder in die USA.

WHO beruft Notfallaussschuss ein

Derzeit empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinerlei Reise- oder Handelsbeschränkungen, hat aber ihren Notfallausschuss einberufen. Sollte die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen, empfiehlt sie damit schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Dazu können unter anderem Grenzkontrollen und das Einrichten spezialisierter Behandlungszentren gehören. Auch die EU Kommission plant zur Bewertung der Risiken durch die neue Lungenkrankheit ein Treffen.

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