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Coronavirus: Ausgangssperren in mehreren US-Staaten | BR24

© pa/dpa/Al Drago

US-Präsident Trump mit dem Direktor des Instituts für Infektionskrankheiten Anthony Fauci.

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    Coronavirus: Ausgangssperren in mehreren US-Staaten

    Auch in den USA breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Mehrere Bundesstaaten verhängen Ausgangssperren. Ein Mitarbeiter von Trump-Vize Pence ist infiziert. Und die Bürger decken sich mit Waffen und Munition ein.

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    Die Ausbreitung des Coronavirus verunsichert nicht nur viele Menschen - in den USA führt die Krise auch zu einem Ansturm auf Waffen und Munition. Der Munitionshändler Ammo.com teilte in dieser Woche mit: "Wir haben einen signifikanten Anstieg der Verkäufe verzeichnet, der direkt mit der Zunahme von Covid-19 und seiner Verbreitung im ganzen Land zusammenhängt."

    Zwischen dem 23. Februar und dem 15. März hätten sich die Umsätze verglichen mit demselben Zeitraum zuvor mehr als vervierfacht. Menschen horteten nicht nur Dinge wie Toilettenpapier und Grundnahrungsmittel, sondern "auch Munition in einem noch nie da gewesenen Ausmaß".

    Die Handelsvereinigung der Schusswaffenindustrie in den USA (NSSF) teilte am Freitag (Ortszeit) mit, Waffen- und Munitionsverkäufe nähmen zu. Besonders unter Erstkunden seien Zuwächse zu verzeichnen. Bereits vor wenigen Tagen hatte es in einer NSSF-Mitteilung geheißen, Amerikaner stünden an örtlichen Waffenläden Schlange, um sich mit Waffen und Munition einzudecken. Das FBI habe der NSSF mitgeteilt, dass Anfragen nach Hintergrundprüfungen von potenziellen Schusswaffenkäufern rund doppelt so hoch seien wie vor einem Jahr.

    Ausgangssperren in mehreren Staaten

    Angesichts der sich ausweitenden Corona-Krise haben die US-Bundesstaaten Kalifornien und New York derweil drastische Maßnahmen ergriffen. In den beiden Staaten mit insgesamt rund 60 Millionen Einwohnern werden alle nicht notwendigen Geschäfte geschlossen und die Bewohner aufgerufen, ihre Häuser möglichst wenig zu verlassen. US-Präsident Donald Trump sagte derweil am Freitag, er erwäge derzeit keine landesweite Ausgangssperre.

    Am Abend kündigte auch der US-Bundesstaat Illinois eine weitgehende Ausgangssperre an. Die Maßnahme gelte ab heute um 17.00 Uhr (23.00 Uhr MEZ) zunächst bis zum Ablauf des 7. April, sagte Gouverneur J.B. Pritzker in Chicago. Pritzker kündigte zugleich an, dass es zahlreiche Ausnahmen geben werde. "Für die allermeisten von Ihnen, die bereits Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben, wird sich das Leben nicht sehr stark ändern." Menschen dürften weiterhin Lebensmittel einkaufen, tanken, zur Apotheke gehen, einen Arzt aufsuchen, spazieren gehen oder den Hund ausführen, solange sie Vorsichtsmaßnahmen einhielten. Viele Menschen würden auch weiterhin zur Arbeit gehen. Nicht-essenzielle Geschäfte müssten aber schließen.

    Grenzschließungen zu Mexiko und Kanada

    Präsident Trump machte am Freitag bei einer Presseunterrichtung im Weißen Haus klar, dass derzeit keine landesweite Ausgangssperre erwogen wird. "Ich denke nicht, dass wir das jemals für notwendig halten werden", sagte Trump. Es gebe zwar "Hotspots" wie Kalifornien und New York; viele andere US-Regionen hätten aber nicht "das gleiche Problem". Im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus werden die Grenzen der USA zu den Nachbarländern Mexiko und Kanada von heute an für den Reiseverkehr schließen.

    Während eine entsprechende Vereinbarung mit Kanada bereits am Mittwoch verkündet worden war, gab US-Außenminister Mike Pompeo die Entscheidung zu Mexiko am Freitag bekannt. Untersagt werden "nicht unbedingt nötige" Reisen, was aber eine Reihe von Ausnahmen zulässt. Der Transport von Gütern und Waren ist nicht betroffen.

    Eine Billion Dollar für Nothilfepaket

    Pompeo rief die chinesische Führung derweil in der Coronavirus-Krise zu mehr Transparenz auf. "Die chinesische Regierung wusste als erstes über dieses Risiko für die Welt", sagte Pompeo bei der Pressekonferenz an der Seite von Trump. Peking habe deswegen eine besondere Verantwortung, Daten zu dem Virus mit US-Wissenschaftlern zu teilen. Trump und andere Vertreter der Regierung haben China in der Pandemie mangelnde Transparenz vorgeworfen. Der US-Präsident spricht seit einiger Zeit regelmäßig vom "chinesischen Virus" - sehr zum Ärger Pekings.

    Derweil arbeitete der US-Senat unter Hochdruck an einem wirtschaftlichen Nothilfepaket, das einen Umfang von rund einer Billion Dollar (rund 926 Milliarden Euro) haben soll. Die oppositionellen Demokraten kritisieren, das von Trumps Republikanern vorgeschlagene Paket ziele zu sehr auf Unternehmen und nicht ausreichend auf die Bürger ab. Eine Abstimmung wird für Montag anvisiert. Anschließend geht das Hilfspaket in das Repräsentantenhaus. Für Bürger und Unternehmer kündigte die Regierung an, dass es einen Steueraufschub um drei Monate geben solle.

    Wall Street beendet schlimmste Woche seit Finanzkrise von 2008

    An der New Yorker Wall Street ist unterdessen die schlimmste Woche seit der Finanzkrise von 2008 zu Ende gegangen. Der Leitindex Dow Jones verlor angesichts der Covonavirus-Pandemie am Freitag noch einmal 4,6 Prozent und lag bei Börsenschluss bei rund 19.174 Punkten. Über die Woche gesehen verlor der Dow Jones rund 17 Prozent. Er liegt nun tiefer als beim Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2017.

    Die Corona-Krise hat Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt - trotz massiver Interventionen von Regierungen und Zentralbanken. Der Dow Jones hatte am Montag knapp 13 Prozent verloren und damit den stärksten Rückgang seit dem schwarzen Montag von Oktober 1987 erlebt.

    Coronavirus-Infektion im Büro von Vizepräsident Pence

    Auch ein Mitarbeiter des Büros von US-Vizepräsident Mike Pence ist nach Angaben des Weißen Hauses mit dem Coronavirus infiziert. Weder Pence noch Trump seien in engem Kontakt mit der Person gewesen, teilte die Sprecherin des Vizepräsidenten, Katie Miller, mit. Unter wachsendem Druck hatte sich Trump am Freitag vergangener Woche auf das Coronavirus testen lassen - der Test fiel negativ aus. Über einen Test von Pence ist bislang nichts bekannt.

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