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Coronakrise: Steinmeier mahnt zu Abstand und Solidarität | BR24

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In einer Videobotschaft betonte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wie wichtig Solidarität in Corona-Zeiten ist. Außerdem dankte er den "Helden des Alltags" - von Ärzten und Pflegekräften bis hin zu Sozialarbeitern und Supermarkt-Mitarbeitern.

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Coronakrise: Steinmeier mahnt zu Abstand und Solidarität

Der Bundespräsident stimmt Deutschland auf schwierige Wochen ein. In einer Videobotschaft sagt Steinmeier, "Abstand halten" sei das Gebot der Stunde – doch diese Stunde habe nicht nur 60 Minuten, sondern werde womöglich Wochen dauern.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier meldet sich aus dem Homeoffice. Auch für das Staatsoberhaupt gilt in diesen Tagen: alle öffentlichen und persönlichen Treffen sind abgesagt oder verschoben. Mit diesen "digitale Formen der Begegnung" hält Steinmeier Abstand – und dazu rät er auch den Menschen im Land. In seiner Videobotschaft zur Corona-Krise sagt er: das sei keine Empfehlung mehr, das sei das Gebot der Stunde. Und werde wohl für viele Wochen gelten.

Aus Liebe verzichten

Abstand bedeutet Verzicht – das weiß auch der Bundespräsident. Allen, auch ihm selbst, falle es schwer, auf Treffen mit Freunden und Verwandten zu verzichten. Der Bundespräsident gibt sich aber überzeugt, dass "die überwältigende Mehrheit der Menschen im Land" verstanden habe, dass es sein muss. Denn: "Nur der Verzicht verhindert, dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben."

Abstand halten, aber dennoch solidarisch sein

Steinmeier appelliert an die Menschen, Solidarität zu zeigen für diejenigen, denen das Einkommen wegbricht – dem Taxifahrer etwa oder der Musikerin, den Kneipenbesitzern und Restaurantbesitzern. Es gebe sehr viele helfenden Hände: Nachbarn, die für andere einkaufen oder Lebensmittel-Tüten für Obdachlose packen und an Gabenzäune hängen.

"Helden und Heldinnen der Coronakrise"

In seiner Videobotschaft bedankt sich Steinmeier bei all jenen, die helfen: Etwa die Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern, die bis zur Erschöpfung oder darüber hinaus arbeiten. Oder Sozialarbeiter, die sich für einsame Menschen einsetzen. Der Bundespräsident nennt auch ganz konkrete Beispiele. So habe er mit der Leiterin einer Supermarkt-Kette telefoniert, die mit ihren Mitarbeitern in 12-Stunden-Schichten die Regale befülle. Und mit einer Grundschullehrerin gesprochen, die auf dem Dachboden Lernvideos für ihre Klasse dreht.

"Solidarität im europäischen Geist!"

Solidarität heißt für den Bundespräsidenten aber auch: den Blick weiten, nicht nur bis zum nächsten Grenzzaun schauen. Denn "das Virus hat keine Staatsangehörigkeit und das Leid macht nicht vor Grenzen halt". Es sei gut, dass Krankenhäuser in Deutschland jetzt auch schwerkranke italienische und französische Patienten behandelten. Das sei konkrete Solidarität im europäischen Geist, davon wünsche er sich mehr. Keine Abschottung, mahnt der Bundespräsident, sondern geteiltes Leid und geteiltes Wissen. Es werde bereits weltweit vernetzt nach Impfstoffen und Therapien gesucht und an Gegenstrategien gearbeitet. Je besser Politik, Wirtschaft und Wissenschaft miteinander agieren, desto schneller werde es gelingen.

Steinmeiers digitaler Arbeitsalltag

Der Bundespräsident nimmt seit Mitte März keine öffentlichen Termine mehr wahr. In den vergangenen Tagen tauschte er sich telefonisch dem Bundespräsidialamt zufolge mit den Präsidenten von Italien, der Slowakei und Finnland aus. Dazu telefoniert er mit Menschen in Deutschland, die in der Corona-Krise besonders gefordert sind – mit "Pflegern und Ärztinnen, Sozialarbeitern und Lehrerinnen, Apothekerinnen sowie Mitarbeiter:innen von Supermärkten und Behörden". Für die nächste Zeit sind weitere Videobotschaften des Staatsoberhauptes geplant, die auf seiner Internetseite, auf Facebook und Instagram ausgespielt werden.

Steinmeiers Rede in der langen Version:

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In einer Videobotschaft betonte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wie wichtig Solidarität in Corona-Zeiten ist. Außerdem dankte er den "Helden des Alltags" - von Ärzten und Pflegekräften bis hin zu Sozialarbeitern und Supermarkt-Mitarbeitern.

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