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Sonnenbadende am Strand in Barcelona am 18.07.2020.

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    Corona-Zahlen in Spanien steigen: Zu viel Strand, zu viel Party

    Die Behörden sprechen noch nicht von einer "zweiten Welle", doch klar ist: In Spanien steigen die Corona-Infektionen. Aktueller Hotspot ist Katalonien. Auch anderswo herrscht Alarmbereitschaft.

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    Von
    • Oliver Neuroth
    • tagesschau.de

    Volle Strände an der Costa Brava. Eigentlich ein normales Bild Mitte Juli. Doch nicht in Zeiten von Corona. Hunderte Bewohner der Metropolregion Barcelona sind in den vergangenen Tagen an die Küste gefahren, viele haben dort Ferienwohnungen.

    Dabei hatte die katalanische Regionalregierung die Menschen noch am Freitag dazu aufgerufen, nur in dringenden Fällen die Häuser zu verlassen - wegen der stark steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen. Doch der Appell der Regierung ist ihnen offenbar egal.

    Zurück in der Akutphase

    Der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa sieht gerade in solchen Menschen eine Gefahr: Sie könnten dafür sorgen, dass das Coronavirus sich noch weiter im Land ausbreitet.

    "Ich möchte alle dazu aufrufen, die Regeln zu befolgen, die die Behörden von Katalonien ausgeben. Die Virusausbrüche dort machen uns Sorgen. Wir werden in den nächsten Tagen sehen, was aus ihnen wird, ob wir sie unter Kontrolle bringen können."

    Spanien ist zurück in der Corona-Akutphase und der aktuelle Hotspot heißt Katalonien. Die Gesundheitsbehörde hat innerhalb der vergangenen Woche mehr als 7.000 neue Fälle registriert, die meisten davon in und um Barcelona. Treffen von mehr als zehn Personen sind nun verboten, in der ganzen Region gilt eine Maskenpflicht im Freien.

    Mallorca und seine Nachbarinseln möchten, dass Gäste aus Katalonien nach ihrer Einreise in Quarantäne müssen. Frankreich denkt sogar darüber nach, die Grenze zu Katalonien und damit zu Spanien zu schließen.

    Gesundheitsbehörde registriert 7.000 neue Fälle

    Etliche neue Covid-19-Fälle verzeichnet auch die spanischen Region Aragón und Navarra. Madrid und die Hauptstadtregion dagegen kaum. Fernando Rodriguez, Experte für das spanische Gesundheitswegen und Hochschulprofessor in Madrid, begründet das so:

    "Die allermeisten Menschen in Madrid sind mit Gesichtsmasken unterwegs. Viele können von zu Hause aus arbeiten. Hier gibt es keine Saisonarbeiter von auswärts wie in anderen Regionen. Außerdem ist die Zahl der Urlauber, die im Sommer nach Madrid kommen, überschaubar. Dazu kommt, dass im Moment vergleichsweise wenige Menschen in Madrid leben, sehr viele sind in die Ferien gefahren."

    Etwa die Hälfte der aktuell gut 200 Corona-Ausbruchsherde führen die spanischen Gesundheitsbehörden auf Familienfeiern oder Partys im Nachtleben zurück, bei denen oft viel Alkohol fließt und wenig auf Hygiene geachtet wird.

    Nach Kneipentouren steigen Zahlen

    In Gandia bei Valencia sind nach Kneipentouren 70 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, im südspanischen Córdoba weitere 73 nach einem Diskobesuch. Soziologin Clara García Izaguirre im Sender TVE:

    "Menschenansammlungen in Diskos sind ein Problem. Der Abstand zu anderen kann nicht eingehalten werden. Auch nicht, wenn man gemeinsam etwas trinken geht und die Maske absetzt."

    In den Regionen Katalonien, Valencia und Murcia haben die Behörden viele Clubs und Diskos vorübergehend geschlossen oder ihren Betrieb deutlich eingeschränkt. Auf Mallorca und Ibiza sind seit Mitte vergangener Woche sämtliche Lokale in den Partyhochburgen dicht.

    Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen soll ein größerer neuer Virusausbruch in Spanien verhindert werden und damit ein weiterer Lockdown. Josep Sánchez Llibre, der Präsident des katalanischen Unternehmerverbandes, sagt, eine weitere strikte Ausgangssperre, wie die im März und April, werde die spanische Wirtschaft nicht durchstehen.

    Dass es soweit nicht kommt, haben die Menschen in Spanien weitgehend selbst in der Hand: Weniger Strand und Party, mehr Maske.

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