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Corona-Warn-App: Kritik an Spahn - Update veröffentlicht | BR24

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Corona-Warn-App

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    Corona-Warn-App: Kritik an Spahn - Update veröffentlicht

    Wegen der Probleme mit der Corona-Warn-App stehen Gesundheitsminister Spahn und die Entwickler in der Kritik. Zurecht? Inzwischen wurde ein Update veröffentlicht, das den Bug beim iPhone umgehen soll.

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    Die Aufregung ist groß, nachdem Probleme bei der Corona-Warn-App auf iPhones und einigen Android-Smartphones bekannt geworden waren. Die Bundesregierung gerät in Erklärungsnöte, die Entwickler der App - SAP und Deutsche Telekom - stehen in der Kritik. Dabei wird aber gerne übersehen, welch komplexes Projekt die App ist.

    Die Opposition nimmt Gesundheitsminister Jens Spahn in die Pflicht. "Der Minister soll umgehend darlegen, wie er die bestehenden Schwachstellen zu beheben gedenkt", sagte der industriepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Dieter Janecek, dem "Handelsblatt". "Angesichts erneut steigender Infektionszahlen brauchen wir dringend eine App, die alle schützt und die massiven Investitionen rechtfertigt."

    Vertrauen steht auf dem Spiel

    Auch FDP-Fraktionsvize Michael Theurer forderte: "Die Bundesregierung muss schnellstens für eine voll funktionsfähige App und Transparenz sorgen." Die Regierung dürfe "nicht noch mehr Vertrauen der Menschen in die Corona-Warn-App und die Pandemie-Politik verspielen".

    Spahn sorgt nach Einschätzung der Deutsche Stiftung Patientenschutz "für maximale Irritation". Vorstand Eugen Brysch sagte: "Sein Schweigen ist nicht zu akzeptieren." Schließlich sei die App ein wichtiger Baustein, um das Coronavirus in Schach zu halten. Das Vertrauen in die richtige Funktion sei der Schlüssel des Erfolgs der Corona-Warn-App.

    Update soll Bug umgehen

    Recherchen von tagesschau.de hatten ergeben, dass die App auf vielen iPhones nur fehlerhaft funktioniert. Die Kontaktüberprüfung, die darüber informieren soll, ob man Kontakt zu Infizierten hatte, fand oft über viele Tage und Wochen nicht statt. Dadurch wurden möglicherweise Nutzerinnen und Nutzer nicht oder zu spät gewarnt.

    Grund ist nach Auskunft der Entwickler ein Bug im iOS-Betriebssystem von Apple, der noch nicht behoben sei. Das Team von SAP und Deutscher Telekom veröffentlichte mittlerweile ein Update "als Zwischenlösung". Mit der App Version 1.1.2 sei es gelungen, "die betriebssystembedingten Einschränkungen zu umgehen, bis Apple das Systemproblem selbst gelöst hat", wie die Entwickler mitteilten. iPhone-Besitzer müssten nun "für die vollständige Aktivierung des Updates die App einmal aufrufen".

    Ministerium rät, die App zu öffnen

    Das Gesundheitsministerium erklärte gegenüber tagesschau.de, es sei nicht klar, wie viele Geräte "von der systembedingten Einschränkung" betroffen seien. Wichtig sei jedoch, dass auch ohne Hintergrundaktualisierung eine Kontaktüberprüfung möglich ist: "Wird die App geöffnet, gleicht sie zuverlässig die gesammelten Codes mit dem Server ab und warnt den Nutzer, sollte es eine kritische Begegnung gegeben haben."

    Zuvor waren bereits Probleme bei einigen Android-Geräten bekannt geworden. Dort war die Hintergrundaktualisierung im Stromsparmodus nicht oder nur eingeschränkt möglich. Anders als bei dem iPhone konnte dies mit einem Update bereits behoben werden. Dazu müssen die Nutzerinnen und Nutzern den Stromsparmodus "übersteuern", wie SAP-Vorstand Jürgen Müller in einem Blogeintrag erläuterte.

    SAP und Telekom versprechen bessere Kommunikation

    "Das war dann wohl ein ziemlicher PR-GAU für die Corona-Warn-App", meint Informatiker Henning Tillmann, Vorsitzender des digitalpolitischen Vereins D64. Er kritisierte auf Twitter die fehlende "proaktive Kommunikiation" von SAP und Telekom. Schließlich seien die Probleme den Entwicklern bekannt gewesen.

    SAP und Telekom versprachen, den Kommunikationsprozess zu verbessern, um die Bevölkerung schneller "über mögliche Einschränkungen zu informieren". In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten sie am Abend: "Wir setzen alles daran, noch mehr Menschen von der Corona-Warn-App zu überzeugen und zum Mitmachen zu bewegen."

    Kritik an Tests der Entwickler

    Nach Tillmanns Auffassung müssen sich die beiden DAX-Konzerne die Frage gefallen lassen, weshalb "bei hohem Budget nicht ordentlich getestet oder informiert wurde". Er weist darauf hin, dass die App "quasi eine neue Technologie mit vielen Playern" sei.

    In der Tat ist bei den Smartphones keine Technik verbaut, die im Nahbereich exakt die Entfernung zu anderen Geräten misst. Mit der Bluetooth-Technologie wird nun über die Signalstärke die Entfernung zwischen zwei Smartphones ermittelt. Dazu haben erstmals die beiden Tech-Giganten Apple und Google eine gemeinsame Schnittstelle entwickelt, die ermöglicht, dass Android-Handys und iPhones im Hintergrund miteinander kommunizieren können.

    Viele große Player mischen mit

    Hinzu kommen die hohen Datenschutzbedingungen, die einerseits vielfach gelobt wurden, die anderseits den Entwicklern das Leben schwerer machten. Der Abgleich der Daten findet nicht zentral, sondern auf den Smartphones statt. Die Zahl der Kontaktüberprüfungen ist limitiert. Bei diesen Prozessen waren das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik und die Bundesbehörde für Datenschutz und die Informationsfreiheit eingebunden.

    Die Entwicklung von SAP und Telekom wurde auch noch von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Helmholtz-Zentrum CISPA begleitet. Herausgebracht wurde die App letztendlich vom Robert Koch-Institut im Auftrag der Bundesregierung. Viele große Player, die da mitreden.

    So können Sie die Kontaktüberprüfung abrufen

    In den Einstellungen Ihres Smartphones können Sie sehen, ob die Kontaktüberprüfung der Corona-Warn-App reibungslos funktioniert oder Lücken aufweist. Dazu sind folgende Schritte nötig:

    iPhone:

    Einstellungen -> Datenschutz -> Health -> COVID-19-Kontaktprotokoll -> Kontaktüberprüfungen

    Android-Geräte:

    Einstellungen -> Google -> COVID-19-Benachrichtigungen an

    "Mammutprojekt, wie es die Menschheit noch nicht gesehen hat"

    Angesichts der komplett neuen Technologie und der Kürze der Zeit, sprach Linus Neumann vom Chaos Computer Club (CCC) schon im Mai gegenüber tagesschau.de von einem "Mammutprojekt, wie es die Menschheit noch nicht gesehen hat".

    Bislang wurde die App in Deutschland bereits 16,2 Millionen Mal heruntergeladen. Sie ist in den Stores von Google und Apple erhältlich und soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

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