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Corona und Schule: Bildungsminister beraten heute im Kanzleramt | BR24

© dpa-Bildfunk

Deutschlands Bildungsministerin Anja Karliczek (Archivbild)

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    Corona und Schule: Bildungsminister beraten heute im Kanzleramt

    Nach einem kleinen Schulgipfel im August treffen sich heute Abend die Bildungsminister aus Bund und Ländern, SPD-Chefin Esken und Kanzlerin Merkel zu weiteren Beratungen. Sie hatte das Thema "Schulen in der Corona-Zeit" zuletzt zur Chefsache gemacht.

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    Vor den Gesprächen heute ab 18.00 Uhr im Kanzleramt hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek an alle Beteiligten appelliert, die Hygieneregeln einzuhalten und damit zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs in der Corona-Pandemie beizutragen. Schule sei keine isolierte Veranstaltung.

    "Die Gesellschaft hat es durch ihr Verhalten insgesamt stark in der Hand, wie der Schulbetrieb in den nächsten Monaten laufen wird." Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU)

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Karliczek, SPD-Chefin Saskia Esken und die Kultusminister der Bundesländer beraten am Abend über die Lage an den Schulen in Corona-Zeiten und über weitere Schritte bei der Digitalisierung des Schulbetriebs. Die Schulschließungen im Frühjahr hatten in dem Bereich viele Defizite offengelegt.

    Merkel: Kinder dürfen nicht Verlierer der Pandemie sein

    Merkel nannte den Termin in ihrem Videopodcast am Wochenende "ein wichtiges Treffen". Zwar liege die Zuständigkeit für die Schulen bei den Ländern, aber es gehe jetzt darum, "gemeinsam alles dafür zu tun, dass Kinder und Jugendliche nicht die Verlierer der Pandemie sind. Dies ist mir auch persönlich ein ganz wichtiges Anliegen".

    Vertreter von Bund und Ländern betonten vor den Gesprächen im Kanzleramt erneut, dass flächendeckende Schulschließungen, wie im Frühjahr, vermieden werden sollen.

    "Die gesamte Schulfamilie ist sich einig, dass wir den Präsenzunterricht aufrechterhalten und keine Schulschließungen mehr wollen." Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler)

    Internetflatrate und für Lehrer Laptops

    Das Treffen knüpft an ein Gespräch Merkels, Eskens und mehrerer Ländervertreter im August an. Damals wurde unter anderem besprochen, dass für Schüler eine günstige mobile Internetflatrate angeboten werden soll und die Lehrer in Deutschland mit Dienst-Laptops ausgestattet werden. Die 500 Millionen Euro für die Dienstgeräte sollen aus dem Corona-Aufbauprogramm der EU finanziert werden. Das gibt es allerdings noch gar nicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa könnte es darum gehen, dass Bund und Länder das Geld vorstrecken, damit es schneller geht.

    Weitere Themen sind der Anschluss der Schulen an schnelles Internet, die Fort- und Ausbildung von Lehrern und der Aufbau bundesweiter Online-Bildungsinhalte. Esken brachte am Wochenende auch kostenlose Nachhilfe für benachteiligte Schüler ins Gespräch.

    Bessere technische Ausstattung durch "Digitalpakt Schule"

    Das milliardenschwere Förderprogramm "Digitalpakt Schule" in Höhe von 5,5 Milliarden Euro für den Aufbau der Infrastruktur an den Schulen war im Zuge der Corona-Krise um 500 Millionen Euro vom Bund aufgestockt worden. Mit dem Geld können die Schulen Leihgeräte für bedürftige Schüler anschaffen, falls erneut Fernunterricht nötig werden sollte. Außerdem sollen die Ausbildung und Finanzierung von IT-Administratoren in den Förderkatalog des Digitalpakts aufgenommen werden, damit die Technik an den Schulen professionell betreut wird. Eine Entsprechende Vereinbarung zwischen Bund und Ländern ist nach Angaben Karliczeks "fast unterschriftsreif".

    Lehrerverband: "Noch viel Luft nach oben"

    Der Deutsche Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatten zuletzt von Fortschritten bei der Schuldigitalisierung gesprochen. Allerdings sei noch viel Luft nach oben. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) fasste die aktuelle Lage folgendermaßen zusammen: "Unser Problem ist im Moment nicht das Geld. Unser Problem ist tatsächlich die Umsetzung." 30.000 bis 40.000 Schulen und 800.000 Lehrkräfte in Deutschland, da sei ein "dickes Brett" zu bohren, so Lorz.

    DGB: Brauchen "echten Corona-Bildungsgipfel"

    Über Schulen und digitale Ausstattung zu reden könne nur ein erster Schritt sein, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Elke Hannack, der dpa.

    "Wir brauchen noch in diesem Herbst einen echten Corona-Bildungsgipfel, denn die Corona-Krise trifft Kitas, Schulen, berufliche Bildung, Weiterbildung und Hochschulen gleichermaßen." Elke Hannack, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

    Dabei müssten auch die Beschäftigten im Bildungssystem, Eltern, Schüler, Studenten und Azubis zu Wort kommen.

    Philologenverband: Lüftungskonzepte für alle Schulen

    Der Deutsche Philologenverband, der die Gymnasiallehrer vertritt, forderte mit Blick auf wahrscheinlich steigende Ansteckungszahlen im Winter Lüftungskonzepte für alle Schulen. "Das geht von der einfachen Instandsetzung nicht zu öffnender Fenster über mobile Raumlüfter bis hin zu kurzfristigen baulichen Belüftungsmaßnahmen", sagte die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing. Der Bund müsse entsprechende finanzielle Hilfen dafür bereitstellen.

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