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Unterricht in einer 4. Klasse

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    Karliczek will Schulunterricht mit Stufenplan sicherstellen

    Bundesbildungsministerin Karliczek (CDU) hat einen Stufenplan gefordert, mit dem neue Schulschließungen nach den Sommerferien verhindert werden sollen. Der Bund will dazu die Anschaffung mobiler Raumluftfilter fördern.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Rüdiger Hennl

    "Gerade für den Fall weiterer Virus-Mutationen brauchen wir für die Schulen einen Stufenplan, der festlegt, wie zu reagieren ist, wenn sich die Infektionslage verschärft", sagt Karliczek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Darin müssten Maßnahmen für unterschiedliche Entwicklungen beim Infektionsgeschehen festgelegt werden.

    Priorität sei, den Regelunterricht auch im Herbst aufrechtzuerhalten, so Karliczek: "Es muss aber auch gut vorbereitete Alternativen geben für die Situation, dass es anders kommt." Man müsse immer mit Ausbrüchen an einzelnen Schulen rechnen.

    "Testen in Schulen wird uns noch Monate begleiten"

    Karliczek erklärte, angesichts der Pandemielage müssten die Schülerinnen und Schüler in Deutschland wohl weiterhin regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. "Damit Kinder und Jugendliche sicher zu ihrem normalen Schulalltag zurückkehren können, müssen wir dort weiter auf Testen als mildes, aber wirksames Mittel der Kontrolle setzen. Das Testen in den Schulen wird uns sicher noch über Monate begleiten", sagte die Ministerin. Wo keine Abstände eingehalten werden könnten, bleibe der Schutz durch Masken wichtig - auch im Klassenraum.

    Bund fördert mobile Luftfilter

    "Auch Luftfilter können einen Beitrag leisten, obwohl sie kein Allheilmittel sind", sagte Karliczek weiter. Der Bund stellt den Ländern deshalb Geld für mobile Raumluftfilter zur Verfügung. 200 Millionen Euro werden bereitgestellt, damit Länder auch mobile Geräte fördern und einsetzen können, wie es in Bayern bereits geschieht. Dazu wird das bestehende Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums für Raumluftgeräte entsprechend angepasst.

    Zuversicht trotz steigender Inzidenz

    Die Bundesbildungsministerin hatte sich am Wochenende trotz steigender Inzidenz-Werte mit Blick auf das neue Schuljahr optimistisch gezeigt. Sie sei "zuversichtlich, dass diesen Herbst die Schulen grundsätzlich offen gehalten werden können", so Karliczek: "Wir haben jetzt eine ganz andere Ausgangslage nach den Ferien. Wir haben eine steigende Impfquote, eine gute Teststruktur", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    Schäuble für Impfungen ab 12

    Sie trat damit Befürchtungen entgegen, nach den Sommerferien müssten die Schulen wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus wieder auf breiter Front geschlosssen werden. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) warnte in der "Bild am Sonntag" vor solchen Schulschließungen und sprach sich für die Impfung von jungen Menschen aus, wenn diese das wollten.

    "Wenn wir es durch Impfungen der 12- bis 17-Jährigen schaffen, dass wir Einschränkungen im Schulbetrieb vermeiden, dann ist das ein gewichtiges Argument", sagte Schäuble. Er plädierte auch dafür, in geschlossenen Räumen weiter Masken zu tragen, bevor man riskiere, wieder Schulen schließen zu müssen.

    Grüne warnen vor "zweitem Corona-Herbst"

    Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt warf der Bundesregierung, zu wenig zur Sicherung des Unterrichts zu unternehmen: "Wir laufen mit Ansage in einen zweiten Corona-Herbst, und wieder unternimmt die Bundesregierung viel zu wenig, um Kitas und Schulen zu sichern. Kinder, Jugendliche und ihre Familien drohen erneut, vergessen zu werden", sagte sie den Funke-Zeitungen. Sie forderte "einen Kita- und Schulgipfel, damit sich dieses Planungsversagen nicht wiederholt".

    Sechs Bundesländer sind inzwischen in den Sommerferien. Die meisten anderen folgen bis zum Monatsende. Anfang August beginnt dann in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern schon wieder das neue Schuljahr.

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