BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Corona-Tracing-App soll 20 Millionen Euro kosten | BR24

© picture alliance/Stefan Jaitner/dpa

Auf einem Handy-Bildschirm ist der Startschirm einer Corona Warn-App abgebildet.

9
Per Mail sharen

    Corona-Tracing-App soll 20 Millionen Euro kosten

    Die von der Bundesregierung und den Unternehmen SAP und Deutsche Telekom entwickelte Corona-Tracing-App kostet rund 20 Millionen Euro. Für die in der kommenden Woche startende App soll es Hotlines auch auf Türkisch und Englisch geben.

    9
    Per Mail sharen

    Die von der Regierung zusammen mit SAP und der Deutschen Telekom entwickelte Corona-Tracing-App kostet nach Angaben aus der Bundesregierung rund 20 Millionen Euro. Es bleibe beim derzeitigen Plan, die App kommende Woche vorzustellen und dann auch für Nutzer zum Herunterladen anzubieten, hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen.

    Corona-App: Callcenter-Hotlines auch auf Türkisch und Englisch

    Dazu kommen noch 2,5 bis 3,5 Millionen Euro monatlich für den Betrieb von zwei Hotlines bei der Deutschen Telekom. Die Kosten für die Software-Entwicklung bewegen sich am unteren Ende der von der Bundesregierung prognostizierten Größenordnung in Höhe eines "zweistelligen Millionenbetrags". Bei den Kosten für die Callcenter müsse berücksichtigt werden, dass die Anwender nicht in langen Warteschlangen landen sollten. Außerdem wolle man den Service nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Türkisch zur Verfügung stellen.

    Tracing-App im "Endspurt" der Entwicklung

    Die App soll Nutzer nachträglich informieren, wenn sie einem Corona-Infizierten zu nah gekommen sind. Die Tracing-App sei kein Allheilmittel, sondern ein weiteres Instrument, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, wurde betont. Man befinde sich im "Endspurt" der Entwicklung. An der Komptabilität mit nationalen Tracing-Apps anderer Länder mit einem Datenaustausch werde noch gearbeitet, hieß es mit Blick auf die Urlaubsreisen, die kommende Woche auch in andere EU-Staaten wieder möglich sein werden.

    Gewerkschaftsbund will gesetzliche Grundlage zur Freiwilligkeit

    Der DGB forderte im "Handelsblatt" eine gesetzliche Grundlage, um sicherzustellen, dass die Nutzung der App wirklich freiwillig sei. "Arbeitgeber können auf die Idee kommen, die App als verpflichtendes Mittel der Gesundheitsprävention einsetzen zu wollen – einige haben dies bereits angekündigt", hieß es. Die Bundesregierung hält eine gesetzliche Regelung dagegen nicht für notwendig, weil jeder frei über das Herunterladen der App entscheiden könne. Die Daten sollen zudem nur dezentral auf dem Handy gespeichert und nicht an eine zentrale staatliche Stelle wie etwa das Robert-Koch-Institut übermittelt werden.

    Kann eine App gegen die Corona-Epidemie helfen?

    Ursprünglich sollte eine App bereits nach Ostern verfügbar sein, allerdings verzögerte sich das Projekt immer wieder. Ein Grund: Es wurde über die Frage diskutiert, ob die Daten, die die App sammelt, zentral oder dezentral verarbeitet werden sollen. Deutschland hat sich für einen dezentralen Ansatz entschieden, was vom überwiegenden Teil der Datenschützer begrüßt wird. Ob die Corona-Warn-App einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten kann, wird aber letztlich vor allem davon abhängen, wie viele Menschen sie installieren.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!