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Corona-Studie: Kita-Kinder sind keine Infektionstreiber | BR24

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Kitas und Grundschulen sind nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine Infektionstreiber. Darauf hat Bundesfamilienministerin Giffey in einer Pressekonferenz hingewiesen.

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Corona-Studie: Kita-Kinder sind keine Infektionstreiber

Zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr galten kleine Kinder als die Virenschleudern schlechthin. Kitas und Schulen wurden flächendeckend geschlossen. Jetzt beweisen neue Zahlen: Die Kleinsten sind keine Superspreader.

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Es ist eine beeindruckend niedrige Zahl, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) langsam und deutlich vorträgt: 79 Ausbrüche in Kitas deutschlandweit seien dem Robert-Koch-Institut seit Beginn der Corona-Pandemie bis Mitte Oktober in Kitas übermittelt worden. Aber nicht einmal ein Drittel der Betroffenen waren die 0-bis 5-Jährigen. Zwei Drittel waren 15 Jahre und älter – es betraf also vielmehr die Erzieherinnen und Erzieher.

Wenige Corona-Fälle in Kitas

Durchschnittlich meldet etwa jede zehnte der über 53.000 Kitas in Deutschland pro Woche einen Verdachtsfall oder einen Infektionsfall. Tatsächlich bestätigte Infektionsfälle werden aber nur von einem Prozent dieser Einrichtungen gemeldet.

Noch vor Wochen sei häufig die ganze Kita geschlossen worden. Mittlerweile trennen viele Einrichtungen ihre Gruppen strikt, sodass dann auch nur die jeweilige Gruppe zuhause bleiben muss. Der Anteil der positiv auf Covid-19 getesteten Kinder in der Altersgruppe der 0-bis 5-Jährigen lag seit August bei unter zwei Prozent.

Giffey: "Kitas sind keine Infektionsherde"

Familienministerin Franziska Giffey zieht aus diesen Zahlen den Schluss, "dass die Kitas selbst keine Infektionsherde sind, und dass auch Kinder im Kita-Alter nicht die Infektionstreiber sind." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fügte hinzu: "Es läuft sehr gut in den Kitas." Bei Kindern bis fünf Jahren gebe es eine unterdurchschnittliche Zahl an Infizierten und eher milde Verläufe der Krankheit, so Spahn.

Eindringlich mahnten sowohl Jens Spahn als auch Franziska Giffey zu Rücksichtnahme in der Gesellschaft. Feiern und Geselligkeit sei in dieser Pandemiezeit im Vergleich zu Kita, Schule und Arbeitsplatz nicht prioritär, so der CDU-Gesundheitsminister. Die Familienministerin mahnte, erneute flächendeckende Schließungen von Kitas seien unbedingt zu vermeiden. Giffey verteidigte die Maßnahmen vom Frühjahr, als Kitas und Schulen deutschlandweit geschlossen wurden. Damals sei unklar gewesen, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Virus spielen, so Giffey.

Corona-Kita-Studie sammelt Daten aus Kitas

Die Zahlen und Erkenntnisse, die die beiden Minister heute vortrugen, sind in der Corona-Kita-Studie nachzulesen. Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesfamilienministerium haben sie beim Robert-Koch-Institut und dem Deutschen Jugendinstitut in Auftrag gegeben.

12.000 der insgesamt knapp 53.000 Kitas in Deutschland haben sich bereits dafür registriert. Bei der Erstbefragung beteiligten sich 7.000 Einrichtungen. Das entspricht einer Quote von 13 Prozent. Sie melden den Instituten wöchentlich ihre Daten. Dazu gehört sowohl das Infektionsgeschehen, als auch Informationen darüber, welche Schutzmaßnahmen die Kitas für Erzieherinnen und Erzieher als auch für die Kinder treffen.

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Kitas sind keine Infektionsherde. So lässt sich eine Studie zusammenfassen, die Bundesfamilienministerin Giffey vorgestellt hat. Danach sollten flächendeckende Schließungen vermieden werden, denn darunter würden Kinder, Eltern und Wirtschaft leiden.

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